Ausgabe 
17.7.1915
 
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Er rif^ait dem Dvccht, uitb uitteu int Wasser der Furt brüllte auf Die User bebten, Sand. Steine und Gebüsch flogen hoch und prasselten wie Blitz und Donner Drunter. Ich War von dem furchtlxrren Knall noch wie betäubt, als ich deS Hauptmanns ruhige Stimme hörte:

Das ivar eine Flattermine, Herr Leutnant

nl inir die

Wagenspuren in die Furt tnnein zu einladend deutlich schienen^ befürchtete ich etwas Ähnliches. deshalb lieh ich die Patrouille iricht durch die seichte Stelle. Und weil das Auf suchen zu gefährlich ist. habe ick es lieber selber getan. So ein Ding liegt halb im Fluh­bett. und ouer im Wasser ist der Draht gespannt ein Huftritt mtd das Unglück ist geschehen. Wenn unsere Kolonne aus diese Stwengladuiig geraten wäre, so wäre jetzt nicht mehr viel davon übrig!" -

Sr sah mich mit ruhig lächelnden Augen an. und in diesem Ari.fenLlick, lieber Schüler, ivar mir unser alter Haupttnann Stern­kieker der Inbegriff der Pflichttreue als Mensch und Soldat "

Der junge Ordinarius in der Leutnantsuniform machte eine Panse und ruckte den verwundeten Arm in der Binde zurecht, dann beugte er sich über das Podium zu den Knabeuföpfen, die alle mit heihen EKsichtern zu^ ihm emporstarrten.

,^Jch will keine Schlußfolgerungen au meine Geschichte knüpfen, liebe Jungen, ich sprach als Kamerad zu euch, nicht als Lehrer. Aber wenn ihr verstanden habt, was ich euch sagen wollte, so habt ihr genug daraus gelernt!"

ver»»,Uchte».

* Der Zucker als Heilmittel im Mittelalter. Der Zucker, der neuerdings nicht nur als ausgezeichneter Kraft­spender erprobt ist, sondern auch als Heilmittel in der Medizin, B. bei der Wundbehandlung, zur Verwendung kommt, genießt feinen Ruf als Medikament schon seit Den Anfängen der Heilkunde. Ursprünglich war eS natürlich nicht der Zucker selber, sondern daS UrfüßmUtel, der Honig. Ihm schrieb man Heilwirkungen auf Störungen de- Magen» und Unterleibes zu. Auch sollte er, äußer­lich angewandt, die Trübheit der Augen heilen. Aricenna, der be­rühmte arabische Arzt, lehrt dasselbe von seinen beiden Zucker­arten, von Alhusar und Tabarzet. Erst nach und nach ging man daran, ihn nur wegen feiner Süßigkeit zu gebrauchen. Die Aerzte des Mittelalters rühmten ihn als steberwidrig; man behandelte mit ihm. dem man konservierende Eigenschaften zuschrieb, eiternde Wunden, machte ihn zum Brustmittel, um Erkältungen zu heilen. Der Zucker wurde im Lause der Zeit allgemein beliebt. Der Apotheker mußte einen guten Teil seiner zu Arzneien bestimmten Spezies mit Zucker konstzieren, .kandieren". Neben dieser Tätig­keit als .EoniectuariuS* wurde er, wie Hermar Echelenz in einem interessanten historischen Rückblick in der Berliner Klinischen Wochenschrift erzählt, Destillateur und Liauorist, indem er zu flüssigen Arzneien wie Sirupen und Elixieren Aguavitae-Spirilus hinzusetzte Frühzeitig fand man Geschmack an den leckeren Zucker­sachen der Engländer, der: sweet meats, und man ging in dieApo- theke^um dort im Hinterzimmer den Magen mit den Aquaviten und Süßweinen, die noch -stark gezuckert wurden, .«d lonxawritam" zu stärken. Eine Unzahl von gezuckerten Genußmittteln war da­mals im Schwange und wurde bei den üppigen Banketts gereicht. In einer .Condamnacion du Banqnet, die ein Leibarzt Ludwig« XU., wahrscheinlich La Ehesmay, veröffentlicht hat. zählt dieser die be­liebtesten Leckereien seiner Zeit au«, unter diesen eine Fülle von .Eingemachten": Psnites = Gerstenzucker. Girofle Nelken. Triasantali eine Konfektion aus drei Sandelkorten, Galiugal Galyant. Masst» Muskatblüte, MuSc-Moschu», MuScade ^ Muskatnuß u. a. m. Man kannte aber auch üble Folgen deS übermäßigen Genüsse« von Leckereien, inan schrieb ihnen das Ent­stehen deS üblen Mundgeruches zu. So läßt Shakespeare in »Romeo und Julia" von den Lippen einer Schönen sprechen: ^Ost plagt die böse Fee mit Bläschen diese, da ihren Odem Näscherei verdarb.E lliachdem mart einmal zu der Anschauung gekommen war, daß der Zuckergentlß zu Erkrankungen und Ansschlägen am Körper führe, suchte man die damals in Europa grassierende Syphilis, ebenso wie den Skorbut darauf zurückzusühren.

» -r Wiederkehr d e s Parifer Hörnchen«. Die Bartser haben da- Ziel langwährender Bemühungen erreicht: da» Hörnchen, da- der Krieg so unerbittlich au» den Bäckerläden ver­bannte. ist wiedergekehrt. Es war ein freudiges Wiedersehen. Seit ets Monaten verlangten die Pariser einstimmig unter Geltend­machung aller Rechte de- freien Gewerbe- und auch des Magens feine Rückkehr, und siehe da, dieser immerhin in aller Bescheiden- he:t geäußerte Wunsch ist nun erfüllt worden : es bildet von neuem eine lackende Zierde der BäckereiauSlaqen in Paris. Freilich war lem Verschwinden keine allzu harte Entbehrung, denn die n,eisten "En die Verordnung zu umgehen gewußt, indem «r E? l^bäck herstellten, das eine andere Form hatte, aber an «o.uqetchmack dem verbannten Hörnchen nicht nachstand. Jminer- gm wurde vielleicht manches korrekte Gemüt durch den Gedanken i*!l » dEfetze»bieg»ng be»mruhigt. und daS ^rzehren des '""er den billigenden Blicken der Obrigkeit erhöhte entschieden den Genuß. Nur eine Schattenseite gibt es daber. Nicht

alle Pariser Bäcker scheinen über die Aushebultg de- Höruchsn- backverbote« orientiert zu sein, und so kann eS geschehen, daß matz in einer Bäckerei noch ganz warme, knusperige Hörnchen erstes und in der nur wenige Schritte entfernten erfährt, daß aus da» Backen der Hörnchen immer noch eine Strafe von 35 Franc» steht. Hoffentlich, so schreibt der »GauloiS". wird auch diese letzte Unklarheit noch verschwinden, damit die Pariser ruhigen Herzen» und ohne den geringsten Zweifel an der Aufhebung deS Verbotes sich ihre wiedereroberten Hörnchen gut schmecken lassen ttnb sich de» errungenen gastronomischen Erfolge? uitbehiltdert erfreuen können.

vüchertlsch.

Ueber daS weibliche Dien st fahr spricht Helene tJ 1 2 3 4 5 " E in der soeben erschienenen Juli-Nummer der MonatS- schrlst .Die Frau" (W. Mocser, Bnchhandlimg, Berlin 8. 14). Ztltn erstenntal werden in diesem Aufsatz statt der beliebten Luft­schlösser auS lauter idealen Fordermtgen die praktischen Älöglich- keiten einer Einführung des Diensljahres und der Dienslpsticht der Iran bis inS einzelne ausgestellt. Wir müssen damit rechnen, daß bet der Riesenbelastnng aller öffentlichen Mittel durch die KriegS- folgen keine Einrichtung möglich ist, die viel Geld kostet. An dieser Tatsache hat das weibliche Dtenstjahr die unüberschreilbaren Grenzen seiner Verwirklichung. Die Verfafferin versteht unter Dienstpflicht die obligatorische Uebernahme von Ehrenämtern in allen Zweigen der öffentlichen Wohlfahrtspflege. Bei der zu erwartenden Er­weiterung dieser Aufgaben wird ein starkes Bedürfnis nach weib­licher Mitarbeit entstehen. Diese aber muß geschult feilt, um wirk­lich nützen zu können. DaS haben die Kriegserfahrungen klar und zweifellos gezeigt. Als Grundlage jeder Schulung für soziale Arbeit ist ha»lS,virtschaftliche Bildung aiizusehen. Sie »nuß für die au» der Volksschule entlaffenen Mädchen den Hauptinhalt des weiblichen Tlenstjahre» bilden. A» eine ElnbeUehmig dieser Mädchen für eui AuSbUdungsjahr in staatlichen Anstalten zwischen dem 17. und ^0. Jahre. die das Ideal wäre, ist ans wirtschaftlichen Gründen jetzt nicht zu denken. Statt deffen aber müßte eine beffere Siche­rung der hanSwtrtschaftlichen Tüchtigkeit der Frauen durch eine Verlängerung der weiblichen VolkSschulpflicht um ein halbes hau»- wirtschaftliches Jahr versucht werden. Tie Schülerinnen der höheren Schulen müßten ihr Tieustjahr d. h. ihre Ausbildung für soziale Arbeit - ln sozialen Frauenschulen ablegen. Auch hier ist für eme allgemeine obligatorische Einführung die Zeit noch mcht gekommen. Vorläufig muß versucht rverdeu, durch Ver­breiterung der Ausbildung freiwilliger Kräfte einer späteren Zwangsausbildung die Wege zu bahnen. Der Aufsatz bietet eine Behandlung de- Themas. die sowohl daS Wünschensiverte. wie auch das Maß deS Erreichbaren, auf das sich d,e gegenwärtigen Be- miihungen richten können, ln besonnener Weise klarstellt.

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Kretzer. *

Magisches Dreieck.

I Qn die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aa, b b, e e e, i i, r r r r, s s derart einzutragen, daß die einander ent­sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Bekanilteu Romanschriftsteller.

2. Afrikani cheS Negervolk.

3. Nebenfluß des Arno.

4. Japanisches Maß.

5. Einen Buchstaben

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer:

H^ageu «Iber «ose HH'eber Aft «eige Keller «alle Klbct Wurft Iller Xnme ÄTeiö Tanne; Wer wagt, gewt u u t.

Schnstleckung: Al,g. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der Bnihl'schen UniversitälS-Buch- und Steiudruckerei.

R. Longe, Gieße»