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llngestüm und Hast warf er sich auf die Arbeit. Er wollte August Kuvrreck zeigen, daß er ihn entbehren konnte. Auch Thomas Hauschild hielt sich wacker, bewies Umsicht und Energie und schimpfte mit den Arbeitern dreimal so viel hcrunl als sein abgesetzter Lehrmeister. Und es wurde herzhaft geschafft. Die Polen bekamen ihren Schnaps in der Arbeitszeit und machten keine Revolution. Die alte Praxis, deutsche und polnische Arbeiter nicht auf einer Stelle zu beschäftigen, wurde streng inuegchalten. Bon Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang war Fritz von Winkelberg auf den Beinen. Er wagte sich sogar aufs Pferd, um Zeit zu gewinnen, obgleich ihm sein Herz beschwerlich genug fiel. Doch er zwang es zur Ruhe. Es war ein Trotz über ihn gekommen, der ihm die ununterbrochenen Anstrengungen übertvinden half. Die Ernte war vorzüglich. Die Körner waren fest, schwer itub zahlreich. Unermüdlich schwangen sich die Sensen, und die K'ornhaufen, durch die sich die Maschine durchfressen sollte, wuchsen rund um Britzkawe wie gelbe Riesenpilze ans der Erde. Fritz von Winkelberg uxir außerordentlich beliebt bei seinen Arbeitern, und wo er erschien, flog ihnen die Arbeit nur so aus den Händen.
Nur im Hause hatte er Aerger und Verdruß. Die Dienstboten waren lässig und legten sich auf die faule Haut. Tie neue Milchwirtschafterin wurde bei einen, nicht kleinen Betrug erwischt. Man mußte sie aber behalten, weil kein Ersatz zu beschaffen war. Das Kinderfräulein zeigte auch wenig anziehende Seiten. Es war svenig sauber, kümmerte sich kaum um die ihrer Sorgfalt Anvertrcrnten und brachte ihnen schlechte Manieren bei. Der Baron, der sie nur am Mittag sah, mußte einmal aus Cüciliens Munde ein häßliches Wort hören. Er forschte nach und stellte das Mädchen heftig zur Rede. Er fichr überharchr, seit August Knorreck fort war, schnell scharf drein und verdarb so vieles, lvas er fricher durch seine Wufje und Uqberlegtl>eit ausgeglichen hatte. Das unangenehme Fräulein versprach, sich zu bessern. Aber schon am folgenden Tage erschien Cacilie mit einem Gesicht bei Tische, als wenn sie geschlagen worden wäre. Der Vater fragte sie, doch sie log aus Furcht. Der kleine Günther, den seine starke Stimme hinreichend schützte, l-atte weniger unter dieser- sonderbaren Erziehungskunft zu leiden. An diesem Tage schrieb Fritz von Winkelberg noch einmal nach Halle. Er beschwor Hedwig, zurückzukommen.
Tags darauf erschien der alte Abraham, und der Baron schalt ^nut ihn, herum.
„Steck ich in den Leuten drin!" verteidigte der sich kaltblütig. „Ich kann doch nur nach den Zeugnissen sehen. ^a,s rst alles nur Ihre eigene Schuld, Herr Baron. Hätten Sw sich nicht in Fräulein Hedwig verliebt, so wär sie l>eute noch da. Und der Herr Inspektor auch."
Der Baron biß sich auf die Lippen, stieg in den Sattel und ritt zur Maschine. Denn sie stand wieder einmal still. Fortumhrend zeigten sich kleine Schäden an ihr, die aber mit Hufe des Schmieds schnell gehoben tverden konnten. Doch ein halber Arbeitstag ging immer drauf. An der Bedienung tonnte es nicht liegen. Der Maiin tvar aut angelernt und gab fleißig acht. Auch lief die Lokomobile inimer tadellos, nur der dickköpfige Dreschkasten Nullte nicht recht, wie er sollte. Er fraß iinmer noch an dem ersten Schober herum. Die Schnitter nmren weit voraus. Sechs ^^Getreideschober hatte Thomas Hauschtld schon ge-
fw>t s2 a 5p i L- ba llHebcc los!" schrie der Baron, als er bei der Maschine angekomrnen war
. kraptc sich hinter dem Ohr und mies aus
den Kasten Da. hatte sich etwas festqehakt Er hatte sied lange vergeblich bemüht, es zu finbct,. ^
sichtig^ I,nl> JUm ®^ micb geschickt!" meinte er vor-
„Ach was!" rief der Storni. „Der hat den qanzen laufen,, öer ^ l,n ä*- Dreh an, cs wird sich schon wieder frei
Zögernd griff der Man,! nach dem Dampshebel „Dreh an! Los!" schrie Fritz von Winkelberg, ungehalten über diesen neuen Aufenthalt.
^ömte der Dampf in den Zylinder. Der Treibriemen ruckte einmal an, im Misten krachte es dumpf, ol^oltre ein Felsblock den Berg herunter. Als der Schmied K e . me ~ ^ ll,en Stuiide kam, konnte er nur feststellen
nu? in^SuM^'^ gebrochen w<ir. Der Schaden konnte nur in Sulitsch ausgebesjert ioerden. Fritz von Winkelberg
erltfuhr ein Fluch. Er traf den alten Llbraham noch im Dorf an und gab ihm die Schuld.
,,Sitz ich in der Maschine. Herr Baron!" rechtfertigte sich der. „Ztvei Jahre ist die Maschine aut gelaufen. Wenn der Herr Knorreck noch da wär, wär's nicht passiert. Ich werd die Maschine nach Sulitsch bringen. Mehr kann ich auch nicht tun."
Eine Stunde später ratterte das vierkantige Ungetüm durchs Dorf. Vier Sturrden später war es in Sulitsch.
Schon am nächsten Morgen war der alte Abraham wieder in Britzkawe.
„Vierzehn Tage wird's dauern, Herr Baron!" rief er ^ritz von Winkelberg über den Hof entgegen. „Eine einzige Schraube ist locker geworden. Inwendig ist alles kurz und tlem geschlagen. Das kostet ein paar hundert Mark."
Der Maron fuhr sich in den Bart und wandte sich ab. Der alte Abraham hatte übrigens zugunsten August Knor- recks ausgeschnitten. Das tat er schon aus Prinzip. So arg war die Reparatur nicht im entferntesten. Nur konnte sie nicht eher fertig gestellt werden, weil noch weit ältere Arbeiten in der Werkstatt warteten.
„Sie müssen die Schober versichern!" fuhr der alte Abraham fort. „Zeichnen Sie mir den Plan, wo sie liegen. Und die nächsten Häuser dazu. Das Uebrige besorg ich schon. Hauptsache ist, daß wir die Versicherungstafel drausstellen. Dann steckt sie keiner an."
zog die Versicherungsformulare heraus.
„Elf Strohschober!" diktierte der alte Abraham.
„Stroh?" rief der Baron. „Getreide!"
„Schreiben Sie Stroh!" beharrte der alte Abraham auf seinem Kopf. „Wir sparen an der Provision die ganze Ma- schlnenrevaratur. Wenn nur die Täfelchen oben stehen! Und für den Strohschober kriegen wir genau so ein Täfelchen wie für den Getreideschober."
„Der Teufel!" begehrte Fritz von Winkelberg auf. „Wenn aber einer abbrennt."
„Da verdienen Sie immer noch!" begütigte ihn der alte Abraham. „Die Difserenz bei der Provision ist größer als die Vcrslcheruiigssuuime bei einem Schober."
Das leuchtete dem Baron ein und er schrieb „II Stroh- schober Drei Tage später glänzten auf jedem der elf Ge- ^^^ober an langen Stangen die schwarzgoldnen Blecke schilde der Versicherungsgesellschaft.
(Fortsetzung folgt.)
itntrutencs (vlucr.
Kriegs slizze von Max Z cum er.
Im schlanken Trabe hatte die von Leutnant Horst von Bandin geführte Tragonerpatrouille den Sanm des Waldes erreicht Der hochgewachsene Führer der acht Feldgrauen hob die Faust in die Höhe, und i während die Dragoner auf dies stumme Zeichen ihre schiraubenden Gäule zügelten^ trug der starkknochige Ostpreußc des Offiziers semen Reiter imt wenigen Sprüngen an die Lisiers des durchrittenen Waldes heran. Mit dem Glase in der Hand suchte Horst von Bandin nun das sich vor ihm ansbreitende Gelände mich Feinden ab. Ein sich quer durch die Niederung ziehender Graben, dessen Stander nellemveise mit Buschtx rk bestände,i waren, zog seine Ausmerl,amleit besonders ou. sorgfältig spürte der Spähende diesen kleinen Wasserlauf nach den Streifwachen des Gegners ab. Längere Zeit widinetc er der Stelle, an der die £ öl V,!l a F«ri?* i n ®E n . ben überbrückte und hier ein gerann ideales Versteck bildete.^ Seme Vermutung, hier ans etwas VerdäckstigeS zu slvßeik, bestätigte sich auch nach kurzer Frist. Durch die in ckültternde Belegung geratenden Ztmige des hier »ochsenden Buschtverks svand sich vorsichtig die Gestalt eines bäurisch geq kleideten kaum dem Knabenalter entivachsenen Bursch.-n, der nach S Unrsck^u, den neben der Landstraße hinziel-enden Graben als Deckung benutzend, sich lausend dem Walde näherte.
Keuchend erreich^ er diesen und bekam min die lstcr haltend« Dragonerabteilung zii Gesicht. Ein kurzes erschrecktes Stirtzeu x lubelndes Erkennen und im wichsten Augenblick stan5
der Bnrsckie, dessen beschinntztes Aeußere deutlich die im Freien Verb rackste Nacht bekundete, imnitten der Reiter. Horst von Ban. Rar Beobachtungsposten aufgegeben hatte, begann das
Berhör des Ankömmlings nnt der Doppelsrage: „Wie luüßt du mein Junge, und ikuhcr koninist du?"
'’L^ C x r ^ ei .t ,iant ich bin ia der Johann Truskat aus Groß men hat."^ * inUl(int immer M Dferd aOgcruvm“
Ä-' •”£' ,lM ba * V erkennen, hättest du erst einmal in nähere Beziehungen zu einem Sckrasf Wasser treten, müssen, aber sag mal mein Junge, sind Russen in der Nähe?"


