Ausgabe 
3.7.1915
 
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seht, die dem Sultan zuerst den erwünschten Erben zur Welt bringt Natürlich kommt eS bet dieser GeisteSrichtnng der Javanerin im Harem viel seltener zu LiebeS»,trtgnen al« -u politischen Nmlriebe»^ die dadurch ermöglicht werden, daß die Haremssiaurn als e,»e?lrt von KabinettSkuricren zwischen dein Sultan »mb Din» ist er gebraucht werden. Ta diese ihnen ansgetragenen Botschaften mimMui) zu überbr^ngen sind, liegt eS auf der Hand» das; die Haremsfrauen den Minister oft in oer Hand haben und Um z. B. durch Ueber brtngung falscher Nachrichten jederzeit stürzen können.

vermischte».

* Die S ch n h f l i ck e r i n als M t l l i o n ä r i»». Eine amüsante Hochstapeleigeschichte hat sich kürzlich in New 4)ork er­eignet, wo ein kleines Arbeitermädel die Lebemänner de- Broad »vayS zivei Monate lang an der Nase hermngeführt hat und als angebliche MillionärStochte» eure vielumworbene Grobe dieser Ge­sellschaft zu »verden verslaud. Ihre Ellern inarcn bescheidene Schuhardeiter irgendivo in» Osten Neiv Ports. Maria Te-montnt fand aber, als sie heranwnch-, keinen Gefallen mehr nn der ärm- lichen Umgebung und schlug ihrer Mutter vor, Kinoschansi'ie'.erin z»» »verden. Darüber veruneinigte sie sich mit ihr und verschwand spurlos. Nicht lange daran! erschien in den groben Werkstätten der Filmfabriken eine elegant gekleidete Dame, die nur an- Lailger,veile selbstverständlich in irgend einem Film die Haupt­rolle spielen wollte, woz»» ihre Erscheinung sie dnrchan« zu be­rechtige» schien. Tie anshorci)enden Herren erfuhren bald aus ihren» Munde, daß sie eine reiche Koffeepflanze»tochUr a».S Brasilie»i sei. In der Tat sprach sie mir gebrochen Englisch und »»iischle allerlei spanische Brocken in die Unterhaltung. Sie kan» gerades,vcgS von San Franci-co. Bon ihren Elter»» lebte nur noch die Mutter, mit der sie sich überivorlen hatte; Mnttmg »rollte durchaus nicht dulde»»» das; sie den Mann tb»ec Wahl heirate, da er als einfacher Millionär »hr keine passende Partie erschien. Tie alte nette Fra»», dre stets in ra»»sche»»den schwarzen Seidenkleide»'»» »»nd einen» un­ermeßlich te»,ren Svitzenlnnhang ging, war eben nun mal so sehr aus ihr dla»»eS Blut und ihren »inern»esilichen Besitz stolz. Man beeilte sich, den Launen der reichen exotischen Tome entgegenzn- kommen, die Filmmaneger rissen sich um sie und drangen ihr daS Geld beinahe gewaltfan» nuf, »m» sie sich vor de» Konkurrenz zu

der emge »angenen Spiel-

sichern, obivohl sie beinahe keiner

Verpflichtungen nachkau». Mau führte sie in die elegante Welt des Broadwa»)S ein. »mb sie entzückte die Etan»,»»gälte der vornehme«» Lokale. EincS Tages allerdnzgS erlebten ihre Beivn.»derer ein un­angenehmes kleines Intermezzo. Ein Detektiv »vollte sie unter den» Verdachte, in einen» Hotel einen Koffer mit Kleidern und Echlnncksacheu gestohlen zu haben, verhaften. Aber angesichts der «vahrhalt königlichen Entrüstung, die aus den Augen der beleidigten Millistnärin blitzte, machte er Kehrt. Nach einer Reihe »veile»er Feste stand sie aber »vteder vor den, Richter unter einen» ähnlichen Verdacht. Aber e« gelang ihr, den Glauben des Gerichtshofes gleichfalls durch ihre Schönheit zu gewinnen. Alles lag in Bewunde- r»mg der Millionenerbi.» zu Füßen und sie uahu» eine Wohnung un besten Viertel der Stadt. Als sie aber zun» dritten Male wegen Diebstahls von Kleidern vor Gericht gestellt wurde, gelang es endlich, die gestohlenen Kleiber bei ihr zu finden und sie »vnrde "verführt. Die Mutter der Millionärin erschien vor Gericht al - Zeugin, nicht in den» kostbaren Uinhang. sondern als Schuh arbeiterin a»»S dem Osten Ren» VorkS in einen» grauivolleueu Kopf­tuch und die Lebewelt sah mit Staunen, »vie e? tu Wirklichkeit um o»e Herrin jener Millionenbefitztüiner stand, die ihnen so wunder­bare kleine Geschichten von den Bällen ihres Vetters, de« S'illio- närS, in reizend gebrochenem Spanisch-Amerikanisch zu erzählen wußte, die ste natürlich alle in Treu und Glaule hingeuommen hatten.

' Ein Mi ne.» werfe r vor vier Jahrhunderten. ES war i.n Ma> des Jahres , 500 , als die Westsriesen, die damals »uiter sächsische» Oberhoheit standen, sich gegen ihren Regenten den Verzog Heinrich vo,»Lachsen, ansleb,»teu. weil dieser die »hu» durch vcr. tragSn.äbige Bereinba»ungen zustehenden Schatzungen rücksichtslos erweiterte »»»»d das Land nach Kräften a»»Sz»»sangeu versuchte. -Herzog Heinrich ,var daher gezwungen, gegen d,e Friesen zu Felde l t'ehen, und es gelang ihn» auch, sie in schiveren Kämpfen im ul, ,500 vollständig zu besiegen. Lediglich daS befestigte Groniu-en

bekanntlich -n der Maßnahme veranlaßte, für jedes erbeutete Stück

-i er

leistete- den Sachsen nach »vie vor hartnäckigsten Widerstand. Herzog zog deshalb seine gesamte HeercS-nacht vor der Feste z»». mn»men, »nn ste zu belagern. Wie die Ehronisten »nelden wurde t»e Stadt tagelang in heftigster Weise beschossen, und bei dieser Gelegenheit ,v»rd auch ei.^r Vorrichtung Erwähnung getan die ?e», Belagerern eitrig benutzt wurde und mit d rei, H,l!e e« ; oaluti war. mit lautem Knall platzende und Brände vernr- Machende G amben eine gewisse Strecke weit zu s blenden,. Eine ?br-'"k bfldi.ettw die,.; 5>rie»g,>t nl;uirmue irie i"sseri (neue kurze -uchsen) .de man tumelear noempt' und die imstande waren .vnir in de Stadt to iverpen. um deborgeten

Voiiä! l ,L V b,[ n, i l '!'' f'rf) hin nt|o ojmibnr um rum,

J ouamn der I cutc tm Schiltzengrabenkamvs verwendeten ,1114)1 eien Muren,verte», deren Gefährlichkeit unsere

und ge- Heeresleitung

dieser»örderiichen Waffe eine Prä,nie von 750 Mk. anSzusehen.

F\ e iJ 0ltm ln, ^ en " 1,0,1 n ""° dazumal waren ohne Zweifel er heblich Harn,loser. Jedenfalls haben sie die Festung Groningen "'cht zu , all z,i bringen vorn,acht.

... V o l i»» ha.lt! Ein Erlaß de» Kaiieri«» Katharina von Rußland (1762 1795, die zibelfellos eine der bedeutendsten

Persönlichkeiten ivar, die aus de»» Throne Rußlands ,e gesessen babon, an die Führer der Besatznngstr,.vpen in Polen batte folgende»» ^..ortlant:Den Offizieren wird .S streng verboten, silberne Lösselnd Gabeln zu stehlen, Servietten zun» Nasenwischen z»l gebrauchen, die Polinnen unzart anz»,fassen, da diese schmerzliche rtr en l* rlt, l e' * Angesichts der Aufführung russischer Offiziere m Ostpreußen «vare eine Erneuerung dieser Kadinettsordre »vohl augezeigt gewesen.

vüchertlsch.

"® Q, m englische Gesicht. (Verlag Ullstein & Go., 'OEUl")- ~ Bon seher, und schon z»l einer Zeit, da ein Krieg ^outven Deutschland und England »,denkbar schien, Hai der britische ^otrscharakte» de»ltsche Betrachte» angezogen, und doch hat er ""'"er wieder ein Gefühl der Fren»d!»eit in ihnen hinterlaffe». -r.»e b,e,e Beziehungen zu erklären sind, das zeigen in den» soeben ciRWNtnin zweiten Band der neuen Uttsielnfchen Bücherreihe ^" u n d v ö l k e x* sechs deutsche Forscher von Ruh deren ou« ft'!' 11 . uw 4M silier nnlsaffendell Studie über England« Kultur, ^.irtschast und staatliche Macht vereiiien. ,Da« englische Gesicht' ist der Gesamttitel des auf der Umschlagseite mit den» Bilde des ronooner 'West.ninster.PalasteS, in den» das Parlament tagt, ge- fchmnclten Buches. Mit den» cnglifdjen Volksleben beschäftigt sich ver Dozent an der Berliner Unioersiät Pro- Max Frischeisen, .iomer, »nt den» englischen Reicht»»»,» und seine,» Quellen Pros Zastro.v. der bekannte Dozent der Berliner Handelshochschule, mit jjeitatoii und L»tte in England der Greifs»valder Theologe Prof. Freiherr von der Goltz, mit den» englischen Welther»schastSanspruch 'st o l o!, (Gieße««, mit England als Beschützer kleiner

Prcif.

Ngtio ei» Dr Beit ValentinsPrivatdozent in Freiburg, mit Eng- lano als Hüter und Vergewaltiger des Volke»rechts Pro!. Franz von «szl, der hervorragende Berliner Rechtsgelehrte. Wer über »en Anwau ,i"d die Ersn ntternng drr englischen Welt,nacht, »ver über einen der grüßten Zusa.nmenhänge der e»,rop.»,schen Politik r elehr.nlg sucht, den, »vird hier i» reizvoller Farn» erschöpfender An schlnß geboten.

. ~ Neuerscheinungen von R e k l a n» S Universal- B bl.othek. Nr. 5 61-63. DaS Buch vom Fürsten Bis in 0 r et. Bon George vesekiel. Ne», heraus.»egeden und durch eme Ueber sicht der »weiteren LebSereignisse Bismarekö, so wie durch eine Stammtafel seine» Nachkommen ergänzt von Dr. Mar Mendhenn. 2. Band. Mit BiSmarcks Bildnis. (^9V S) Ii» Si-tiieii 1 Ma»k - Nr. 5761. 5765. KriegSgesetze des ... ' "Uch E''.Reich e S. ErgLnznugShe-t. Äbgefchl offen am l 1 i Ul»). TextallSgabe mit knrzen ?ln,nerk»lngen und Sachregister. Herausgegeben von Karl Vannier. (1 4 H 6.) In Vc»nen 80 Pig. - Mi,-. 5768. Au, verlorenem «offen. Eine ivahre Geschichte. Bon Johannes van De,vall. ( 1 17 6) Nr. o7b7 SophoniSbe. Tragödie in sin»! Au singen. Von E.nanuel Geibel. (79 6.) - Nr. 6768. Krieg-novellen i Vetlcaoew von Fritz v. Briefen, Fan (Frank

Ea» sie,,), CUc Poster. Albert K. Krueger, Fr. W. v. Oesltren. M. ProSkaner, M. Zeumer. (93 S.) - Nr. 5769. Brett­spiele für Einen. Gesammelt von Otto Eato. (88 S.j Nr. 5;70. 0 e ft, r lei cf, H cd e 6 R t i e o 3t a 9 e b u d). «on Rnd Manlaun. 1. Band. (95 S.)

daß

Sitatenrätse!.

AuS jeden» der folgenden Zitate ist sich ein nenes Zitat ergibt:

]. Der Umaang mit Frauen ist das S. DaS ist die schivere yiot der Zelt -si Ein offne« Herz zeigt eme offne Stirn.

4. Wer Vieles bringt, »vird Planche,,, et,va« bringen.

5. Was vergangen, kehrt nicht »nieder.

ein Wort z,i nehmen, so Element guter Sitten.

6. Welch', eine Wendung durch Gottes Fügung.

7. Der Worte find genug ge»vechselt.

8. Leicht »vird ein kleines Feuer ansgetreten.

Auslösung in nächster Nummer.

Auslösung de- Nösselsprungs in voriger Nummeri

Da« Buch des Lebens ist daS größte B»,ch,

Man schließt und öffnet'« nicht nach seiner Wahl

DaS Schönste Des Unglücks Alan «vnnscht

drin man liest e« nicht zweimal ke te zeigt sich osi genug.

Schon hat de- Tode« Blatt

das Blatt, drauf unsre Liebe stand,

man «n de» Hand.

«christleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der

Brühl'schen Universitäis-Buch- und Steindrnckerei. R. Longe. Gießen.

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