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Tod. den er sicl» ersehnte, geworden — keiner hätte vor mir „ein groß' Wehklagen Horen" sotten. _ , , tT
Ihre Wangen brannten, sie war schon und erhaben anzusel^en. wie eine göttlich Inspirierte.
Der Bildhauer hob, svrtgenssen von ihren Worten, ihre Hände, die noch immer seine hielten, an seine Brmst.
Sie sind eine Heilige und zugleich die stärkste Frau, die ich kenne', Bettina. Unb Sie verspreäZen mir, daß es auch um mich kein „groß' Wehklagen" geben sott, toenn ich — —
Das verspreche ick) Aber ich fühle es: Sie iverden unversehrt wiederkommen. Sankt Micl>ael, den Sie einmal modellierten, wird Sie schützen." . . '
Und wenn ich ivieder komme, Bettina, was dann ?
Sie sah sich nach ihren Kindern um, ob die nicht eben zwischen den Bildwerken nud Kunstaeräten Unsug anriästeten. Die aber waren artig dabei, Ztvei Plüsrlrrssen nnd eine japanische Puppe, wie sic sür die Modellkinder hier bereit lagen, zu zärtlicher Gruppe in einem Sessel zu vereinen ; .
„Ich habe dir mitgebracht, was mir das Liebste ist. Du wirst sie sehr lieb haben müssen, und es wird dir nicht schlver werden." sagte sie einfach.
Er hob die Hand wie zum Schwur, dann beugte er sich zu ihr nieder. , _
„Segne mich für meinen Weg, Liebste/
Da küßte sie itm auf die Stirn, dann aus die Augen und zuletzt aus den Mund. Und sie hielten sich fest in den Armen, zwei stolze und selige Leute. __
vermischtes.
• Die St rieo 8 f o metcn. Auch Im Laufe des letzten Jahres sind am Hrmmel wieder jene merkwürdigen Vchiveiisteme aulgelaucht» dle ein alter Volksglaube von jeher mit de»»» Eintritt irdischer Katastrophe,», besonders mit dem Kriege in Zusammen- hang gebracht hat. Diese Kometen sind den Astronomen nur zum Teil unerwartet gekommen. Man erwartete schon die Wiederkehr des sogenannten Enckeschen Kometen. Aber dieser verspätete sich oder wurde zu spät — es war am 39. September 19 >4 — all Sternchen 14. Größe in Hambura-Bergedort wieder entdeckt. Der Enckesche Körnet ist zum ersten Male 1786 gesehen worden, aber erst 1818 stellte der Astronom Encke seine Identität fest und berechnete seine Umlaufs,eit in elliptischer Bahn um die Sonne mit 3'/, Jahren. Er hat damit von allen die Sonne umkreisenden Kometen die kürzeste Umlcmfszeil. Tiefe hat sich übrigens in den letzten Jahren entgegen den Berechnungen EnckeS verkürzt. Der Komet bewegt sich außerordentlich schnell. Für Berlin stand er im November in, Zenith. Am 87. Oktober war er der Erde an» nächsten. Neben diesem erivarteten Gast sind aber auch mehrere unerwartete Kon»eten am Himmel erschienen. So »var schon a»n 16. Mai 1914. wie Adolf Pa eh in der .Natur" berichtet, ein Komet von ZiatinSky entdeckt »vordem Nach sechs Wochen erschien ein neuer koinetartiger Stern in» Bilde des Schuhe,», der von der Sternwarte in Pulkowa gesichtet »vurde. Er besaß die Helligkeit eines Sternes von 12,5 Größe. Er trägt nach seinen» Entdecker den Namen Neujmin. Als dritter fei der Kritjinger Komet 1914 a noch erwähnt, besten Helligkeit außerordentlich gering ist. Einige Tage, bevor der Enckesche Koinet wieder ausgeiunden »vurde. erfolgte die Entdeckung eines neuen Kometen in A»nertka durch den Astronoinen Campbell. Das Äestir»» »var anfangs sogar mit bloßem Auge sichtbar Tie Bezeichnung ist Koinet Campbell 1914 e. Ter erste Komet dieses Jahres, Komet I91b & Mellijh, »vurde iu Cambridge Mast, entdeckt. Er »var von 1V. Größe und erreicht »in Juni sein Maximum mit der 4. Größenklasse. Jedoch schon Ende Mai ist er unserem Auge entschwunden und nach Süden ab- gewandert. Der eigentliche Kriegvkoinet aber »st schon in» Dezember 1913 von Delavan entdeckt worden. DaS Eigenartige mar, daß inan ihn, bevor er in die Nähe der Sonne gekommen war, entdeckt hatte. Seine Helligkeit betrug die eines Steines 10. Größe, ' wuchs jedoch so. daß er Juli und August 1914 sür gute Augen ohne optische Hilfsmittel sichtbar »var. Er bestand auS einem sehr scharf ausgeprägten Kern, der von einer dichten, schwefelformiqen Nebelhülle umgeben war. Zn Anfang de« JahreS 191b verschwand er. Es wird vicllelcht möglich fein, ihn noch 6—7 Jahre lang zu beobachten, womit natürlich nicht gesagt ist, daß auch der Krieg so lange dauern muß.
• Der schlesische Krieger und da« vlattdeutsche Buch. Ein Hamburgischer Kaufmann teilt der niederdeutschen Vereinigung „Quickborn" in Hamburg das folgende drollige Kriegs- erlebnis mit: »Für einen weihnachtlichen LiebeSgadentransport nach dein Osten, bet den» speziell norddeutsche Truppenteile bedacht iverden sollten, hatte auch ich einige Pakete beigesteuert und jede,n ein Quickbornbuch beigelegt. Durchs irgendwelche Umstände sind nun zwei dieser Pakete damals an ein schlesische? La»»dwehr-Regi- inent gelangt, nnd als ich von einen» der Empsängsr eine» Dank für das »Büchel" („Holstenart" von Joh. Htnr. Fehrs) erhielt, da hielt »ch da« fiir die Ausgeburt eines grimmigen Humors, der ergaben ist über die Anre>npel»mgen deS Schicksals. Nun wird aber dieser »Büchelbesitze»" verwundet, und der Zufall »vill, daß er hie»her »»iS Lazarett V(Navigationsschule) kommt, »vo ich ihn auf'
suchte. Er heißt Schastrauek, Emanuel, ist Schlosser und stainint auS jener südöstlichen Ecke »mseres Vaterlandes, deren Orte »vir nicht mehr aussprechen können. Auf meine schüchterne Frage nach den» Buche sagte Schastrauek ganz treuherzig: „Ich Habs sreiltch nicht verstehen können, aber einige Gtatzer (!) sind in der Koin- pagnie gewese»». die haben gesagt, das sei genau ihre Sprache, und sie haben mir's übersetzt." Daß das niederdeutsche Sprachemvsinden viel »veiter südlich geht als die. sogenannte plattdeutsche Sprachgrenze, lst ja eine bekannte Tatsache (ich hatte z. B. einen Freund, der au« Arnstadt gebürtig, ule in niederdeutschen Gebieten ansässig gewesen »var, und dennoch mit Vorliebe Plattdeutsche« las und verstand), aber daß Leute von der österreichischen Grenze darin ihr Heiinattdiom wiederzuerkennen glaiiben, ist dock» bemerkenswert und ein Zeichen für die starke Lebenskraft unserer Muttersprache."
"Käse als Munition. Während ei,»es Krieges der argentinischen Republik mit dein Nachbarstaats Montevideo, al« sich der berühinte Kon»modore Eon in» Dienste Montevideos und Adrniral Brown als Verteidiger von Buenos Aires gegenüber standen, ereignete sich ein drolliger Vorfall. Während eincs Gefecht« hatten beide Parteien ihren Vorrat an Munition verbraucht. Ein Le»»1»iant meldete dem Kommodore, eS sei fein einziger cd)n& mehr an Bord und der Feind »veiche immer noch nicht. Pulver fei freilich noch genug da. Da erinnerten sich beide Herren, daß sie zum Frühstück holländische»» K,»gelkäse erhalten batte»», der durch die lange Lagerung so hart geworden 'var, daß man ihn weder hatte schneiden noch beißen könneii. Solche Kugeln waren noch einige Dutzend im Vorrat. Mai» vers»»chte, und sie paßte»» in einen Achtzehnpfünder hinein. Nun >nurde damit geschossen. Eine Käse- Granate traf dicht neben den» Admiral Brown den Hauptmast, zerstob in viele kleine Stücke und jagte den Befehlshaber in die Flucht. Ein zweiter Schuß tötete zwei Menschen. So folgte Sch»,ß aus Schuß; die Segel wurden zerrisien, Ver>vüst»l>»gen angestellt. und Admiral Brown mußte sich schließlich zurückziehen. da er die Beschießung nicht erividern konnte. Vielleicht gibt diese Reminiszenz dem MnnitionSminister in England, Lloyd George, einen wertvollen Fingerzeig. Tie holländischen Käsesabnkaiiten streiken nicht, nnd wenn amerikanische Granaten nicht gegen die Neutralität verstoßen, »verden eS die Edamer Käse auch nicht.
vüchertlsch.
— .Die Varusschlacht". Schauspiel in 5 Akten von Adolf Römheld. Verlag W. Häitel & Co. Nachs. Leipzig Preis: drosch. Mk. 3.—, geb. Mk. 4.—. Ter Verfastcr wagte sich hier an eine hohe A»»sgnlie, die er glänzend löste. Sprache, Charaktere und Handlung verraten den echten Dramatiker. WaS das Werk de»» Geschichtsforscher nnd jede», Freunde der heimatlichen Ge schichte besonders wertvoll ,nacht, ist alißerde,»» die Vorrede, in der Römheld nnf Grund von Forschungen, die er an Ort und Stelle in Gießens Umgebung vornahm, ganz neue Momente über diese- große Zeitereignis bringt und c« zu einem Geschrchtsiverk im ivahren Sinne des Worte- stempelt.
— „Die Stimme der 42er" nnd andere Meisterschöpsungen de« Karlsruher Künstler- Ha,»4 Schroedter nebst einer stimmungsvollen Abhandlung über dessen Schaffen a»,S der Feder Gorch FockS bringt das Jnnihest der »Bühne und Welt", Monatsschrift iür daS deutsche Kunst- unb Geistesleben, herai,-gegeben von Wilhelm Kiefer. Zeichnet sich schon der Bildcrteil ganz hervorragend auS, so bietet der literarische nicht 'minder Wertvolles, lieber „Tie Tragrk der Hohe,lzollern" spricht darin Ulrich v. Wila- „» o w i tz - AI o e l l e n d o r f. Außerde»»» finden ,v»r in den» Helte folgende Beiträge: Gadnelle D'Annunzio (Wilhelm Kiefer); Hermann Krumm (Adolf Barte IS): Aval»»,, (I. Stolzi»»g); Dichter und Manierist, eine zeitgemäße Abrechnung von Ernst Adolf G reiner; Germanisch-dichterisct e Monumentalknnst (Paul Schulze-Berqhos): Theaterprovinzen (Friedrich L i e,» h a r d); Die Sorge um die deutsche Opernbühne (Walter D a h S); Toten- klage um einen Helden (Richard Schau k a l). — Da« Hest ist durch jede Buchhandlung, durch die Post oder d»irch de>» Verlag zu beziehen. Der Preis für daS Einzelheit beträgt 60 Pig., für bei» HalbjahrSbezng 3,59 Vtark. — Verlag von »Bühne nnd Well" MonatSschrist für daS deutsche Kunst- und Geisteslebe,», Han»burg 36,
Logogrwtz-
Schreibst d»»'S »nit „b". läuft drüber mancherlei.
Wählst du dafür ein „d", geht'S nicht so leicht entzwei, Schreibst d»,'S mit bist du eS selbst sogar. —
DeS Rätsels Deutung ist dir »vohl schon klar?
Auslösung in nächster Num»ner.
Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Kanin daß wir spielten auf der Väter Knien.
Wird bald das Grab der Almen uns umgeben . . .
Den Wotkenschatter». die in» Strome ziehir,
Den» Hauch an» Spiegel gleichet unser Leben. Petösi.
Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck nnd Perlag der Brnht'schen U»»iversitälS-Bnch- und Steindnickere», R. Longe, Gieße»»-.


