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eine unartige Veränderung der Name ^Schwabe" geworden ist: urü» wenn wir daS unangenehme Ungeziefer nach seiner Herkunft ..Nüssen" Venennen, so lyeiftt es dafür bei unseren östlichen Nach­barn wie^xTTPraußen". indem sie behaupten, daß die aus dem siebeniLüngen Kriege heimfebrenben russisären Truppen das Insekt mit in das heilige Rußland gebracht hätten. In ähnlicher Weise kennt man in Nordamerika eine Fliegenart, die die hessische Fliege heißt und von der berichtet wird, daß die mit englischem Gteft* gemieteten hessischen Hilfstruppen im Jahre 1776 bei ihrer Landung auf Lang Island in dem nritgebraästen Stroh die Larve dieser Insektenart (Cecidomyia destructor) eingeführt hätten. lieber- Haupt schieben die Völker und Erdteile sich gegenseitig die Ein­führung verschiedenen Ungeziefers zu. So sollen wir in Europa die liebliche Wanzeden .Kreuzzügen verdanken, durch die sie aus dem Morgenland? zu uns herübergebracht ivorden sei: die Ameri­kaner aber behaupten wickerum, der Floh habe in der ameri­kanischen Tierwelt nicht existiert, bevor die spanischen .Kriegsheere diesen Plagegeist mit übers Wasser gebracht hätten. Sie berufen sich darauf, daß noch heute gewisse Indian er stamme, ivenn sie einen Floh sehen oder haben, von ihm als dem ..kleinen weißen Mann" sprechen. Auch im Pflanzenreiche gibt es verschiedene Arten, von denen die Ueberlieserung berichtet, daß ihre Geschichte in engem Zusammenhänge mit der der europäischen Kriege steht. Do soll in der Umgegend von Paris seit dem Jahre 1871 allerlei Gewack^ gedeihen, das ursprünglich in Schlesien zu Hattse ist und daher von dort Mitgebrackt worden sein müßte, und ebenso wollen Wiener Pflanzenforscher etwelche Bestandteile der Wiener Flora auf die Belagerung der Stadt durch die Türken zurückführen. Sind doch auch die Kornblume und die .Klatschrose möglicherweise erst von den Kreuzrittern aus dem Morgenlande zu uns herübergebracht worden! Ob wohl der furchtbare Weltkrieg auch ein so anmutiges Andenken in der Pflanzenwelt hinterlassen wirb?

vermischter.

* 3u cf er feilen. Bisher ist Zucker bisweilen zu billigeren 6eiien als Füllmaterial hinzugesetzt worden, jetzt, da die Fette, die zur Seisenherstellung benutzt werden, knapp geworden sind, ist c9 durch ein neue# patentiertes Verfahren gelungen, Zucker bei der Seiieutabrikation so zu verwenden, daß er geradezu an Stelle des Fettes treten kann und nicht nur als Verschönerungsmittel dient. Wenn auch die iZrage nach der Wirkung des Zuckerznsatzes noch nicht völlig geklärt ist, so sind doch, »vie iin »3entral1lQtt für die Zuckerindustrie* geschrieben wird, die Nebennmstände, die mit dem Gebrauch der Zuckerselie eingetreten sind, so günstig, daß sie an und für sich schon genügen, diese Seile einzubürgern. Nach den Erfahrungen Mr Grobwaschanstalten können mit solchen Seifen Stoffe gewaschen werden, die früher zu ihrer Reinigung in chemische Waschanstalten gebracht werden mußten. Auch lassen sich feine, empfindliche, sogar seidene Gewebe mit ihnen waschen. Tie Festig­keit der Gewebe wird selbst durch atzdauerndeS Waschen nicht ver- mindert, während andere bisher verwandte Substanzen die Fasern empfindlich angriffen. Ferner treten die Farben leuchtender her­vor. Als iveiterer Vorzug ist zu erwähnen, daß die Seile im Wasser schivimmt und schließlich, daß man auch scknvach salzhaltiges Seewasser, iine ba§ der Ostsee, benutzen kann. Diese Tatsache ist besonders für die Marine von großer Bedeutung. ES wäre recht erfreulich, wenn auch hier die deutsche Zuckermdnstrie, die unS während des Krieges schon mehrfach zu Hille gekommen ist, indem sie Alkohol und Hefe aus ihren Beständen Herstellen ließ, als Netterin auS der Fettnot hervorträte.

* D a s G e s p e n st e r k l o st e r. Eine lustige Geschichte von den schwarzen und iveißen Bundesbrüdern wird in den »Daily NewS* aus Frankreich erzählt: Ein C i ft e r a i e n \ e r f t o ft e v locir zum großen Teil in ein Lazarett verwandelt worden, so daß nur ein Flügel und die Kapelle für die Mönche lreigehalten wurde. Bis vor kurzem war dieser Teil durch hölzerne Wände von dem übrigen Ban gOtrennt; erst nach langem Kampf wurde die Zurück- llrzogenbrit der Mönche noch iveiter gestört, inde»n man die TrennungSmauern niederriß. Unter den Verwundeten ivaren viele Schwarze, die, kaum verbunden, nach ihrer Gewohnheit im Bau heruinzufpazieren und zu untersuchen begannen, tvo man sie eigent­lich untergebracht hatte. Sie wählten für diese Belustigung gerade die Zeit zwischen zwei und drei Uhr tnorgenS, in der die Mönche zum Gottesdienst gegangen ivaren. Manche legten sich in die Betten der Mönche und ließen eS sich wohl sein. In gemessenem Schrttt kamen die Mönche zurück und nun gabs eine entsetzliche Aufregung. Tie Schwarzen glaubten, al« sie die weißen Gestalten durch den Korridor wandel,! und in die Zimmer koiumen sahen, daß das Gebäude von Gespenstern bewohnt sei, rvährend die Mönche, als sie plötzlich einer schwarzhäutigen Menge gegenüber landen, ,ucht minder entsetzt waren und böse Geister vor sich zu sehfn venneinten. Beide Parteien begannen mit der Wut der Angst zu schreien. Glücklicherweise rief der Lärm einen Mann der beide Patteien über daS eigentliche Wese«, der Gespenster ausklaren konnte.

^L'Klt-nli-be im Tierreich. Die Florentiner ^euschrtp »Diana berichtet über einen interessanten Fall von

Nächstenliebe im Tierreiche, dessen Held ein fleiner, schlanker, braun imb weiß gefleckter Rattenfänger im Alter von S Jahren ist, der in der Nähe des Irrenhauses in Lucca lebt. Im Garten des Irren­hauses war eine Katze gestorben, die zwei kleine Mietzchen hinter- lassen hatte: die beiden lagen in einem dichten GesträMh versteckt und wären an Hunger gestorben, wenn sich nicht ein Han-freund ihrer Mutter ihrer erbarmt hätte. Dieser Hausfreund war Pierinc, ? er Rattenfänger. Wie wiederholt beobachtet wurde, schlich er leben Morgen in den Garten, um die beiden kleinen Kätzchen zu besuchen; dann faßte er eine mit dem Maule am Genick, trug sie durch den Garten aus die Straße, sprang eine Treppe hinauf, überquerte mit seiner Last eine Terrasse und l» sie endlich neben emer Milchschüssel »lieber, die eigentlich für ihn hingestellt tvorden war. Hatte sich die eine gesättigt, so trug er sie behutsam in ihren Busch zurück und holte die andere, um den Vorgang mit ihr zu wiederholen.

* Der Fernsprecher als Wecker. In Stockholm wird der Fernsprecher in recht zweckmäßiger Weise dazu auS- lle'mtzt, Personen, denen es sauer wird, das Bett rechlzeiktg zu verlassen, zum Ansstehen zu nötigen. Beim dortigen Fernsprech­amte ist eme eigene Abteilung errichtet, die »VernuttlungSbureau* heißt und bei der sich jeder, der einen Fernsprechanfchluß hat, für eine bestimmte Summe abonnieren kann. Das Fräulein aus dem Fern sprechamte hat dann die Verpflichtung, den Abonne>iten an- fenlem Bette herauSznklingeln, eine Aufgabe, die allerdings nicht muner leicht fein soll. Fürgeweckt* gilt der Abonnent, tvenn er dem orräuletn mitHallo!* antwortet.

Süchertlsch.

Kunst wart. Zweites Iuniheit. KriegSansgabe zuin halben Preis. Verlag von Georg D. Callwey, München.) Größere Aussätze: AvenarinS. Ja. auch Italien! Franz Gürtler. TageSerzengnisie und Musikkritik. Erich Vogeler, Kriegsbilder. AvenarinS. Die Sage lebt. Lose Blätter: AuS NatorvSTag des Deutschen*. Die Rtmdschau enthält n. a.: Bendixen, Sprach- neuheiten. Düset» Literattirdramen. Stapel, Austanschsiedelnngen. Gregori, Vom Ersatzbataillon. Hammer, Den Wandervogel stark halten l Ferner: Haß und Zorn, Nachruf ans Max Buri. Ge- melndliche Kriegschroniken. Die »Aufklärungsarbeit* des Drei­verbandes ln Jlalien. Die hausmütterliche Tätigkeit als Beruf. Denkmäler für unfere Krieger tifiv. Bilderbeilagen: HanS von Volkmann, Deutsches Land. Fritz Dolizeite, Landschaft. Ferner: Drei Entwürfe zu Kriegerdenkmälern. Nolelibeitage: Hermann von der Vfordten, Das Lied von Hiudenburg.

»Warum ich auf den Erfolg Deutschlands im Weltkriege hoffe* überschreibt Prof. Dr. Gustaf F. Stefien- Etockholm, Mitglied der Ersten Kau,,ner deS schwedischen ReichS- tages, seine bedeutsamen Betrachtungen über die gegenwärtige Weltlage m der soeben erschienenen stummer 3755 der »Leipziger Illustrierten Zeitung*. Steffen betont in seinen von warmem Ver­ständnis für deutsche Art und deutsches Wesen getragenen "Aus­führungen, »daß er auf den Sieg der deutschen Waffen im Völker- riitgen deshalb hoffe, weil er überzeugt fei, daß das deutsche Volk aber sicher nicht das englische, französische, russische oder ita- lieuische die für eine gute Ausnutzung des Erfolges im Interesse der ganzen Menschheit vor allen Dmgen nötige kulturelle Einsicht und Weikherzigkeit besitzt.* Ter Einzelpreis der »Illustrierten Zeitung* beträgt I, Mk., im VierteljahrSabounement kostet diese älteste und bedeutendste deutsche Wochenschrift 9, Mark.

Kürschners B ü cb e r j ch a tz. Die neueste Erscheimmg der Sammlung Band 1011, Hermann villger Verlag. Berlin- Leipzig stellt eine gute und fesselnde Erzählung auS dem Berliner- Leben »Kampf umS Dasein* von En,il P e s ck k a n dar.

Sitatenrätsel.

AuS jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt:

1. Nimm, ich kann sie nicht verdienen,

Deine Kroile, nimm sie hin!

3. Wenn der ÜKat eines Toren einmal gut ist, so muß ihn ein gescheiter Mann anSsühren.

3. Alles Höchste, cs kommt frei von den Göttern herab.

4. Kannst bu nicht Allen gefallen durch deine Tat und dein

Mach' es Wenigen recht: Vielen gefallen ist schlimm^stweik. b. Still mit dem Aber! die Aber kosten lleberlegung.

6. Spar' deine Worte: willst du helfen: gieb!

7. Nicht in die ferne Zeit verliere dich,

Den Aitgenblick ergreife, der ist dein.

8. DaS Glück der Schlachten tst das Urteil Gottes.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer: liegen Knfel Ilm Nebel Haube Oder L.achS Horn Hauer Hs che «alle - Alfter Saub;

Reinhold BegaS.

SchrW-Ituna: A»g. Goetz - Ro,a,io»,dr»rk und Verlag der BrNHI'schen Uiv.rsItA.««ch. und Sleindruckrr«>. N. Longe. (Sieben