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1813, DÄr-.-Daigfcher 80 Gr. statt 120 Gr. im Jahre 1813. «aittec kostete 1816: 9 0 Pfg daS Pfmrd. Tie Fleischpreise blieben
ganzen dieselben.
Das Jahr 1817 brachte infolge der dauernd anhalteichen nassen Witterung eine vollständige Mißernte. Die Lebensmittelpreise erreichten eine solche Lohe. daß ste namentlich für die ärmere Bevölkerung unerschwinglich lvaren. Eine ganz außergewöhnliche Löhe erreichten die Fruchtpreise. Kostete 1816 ein Achtel (200 Pfd.) Weizen 27 Mk., so wurde jetzt dafür 44.20 Mk. bezahlt. Der Preis für ein Achtel Korn stieg von dem schon im Jahre 1816 hohen Latz von 22 Mk. auf 30,60 Mk Das Achtel Gerste, das 1816 noch 8.60 Mk. kosleie, wurde mit 30,60 Mk. bezahlt. Laser mit 13,70 Mk. Während 1816 der 4 pfundige Laib Brot 60 Pfg. kostete, mußte man 1817 dafür 96 Pfg. zahlen. l-K,z.-(3-Pfa.)- Milchbrot, daS 1816 noch 45 g wog, hatte 1817 nur ein Gewicht von 26 g. 1 Pfd. Weizenmehl, das 1816 ,wch für 16 Pfennigs erhältlich lvar. wurde 1817 mit 32 Pfg. bezahlt. 1 Pfd. unge^ schälte Erbsen war 1816 noch für 9 Pfg. zu haben, 1817 nicht unter 21 Pfg. Ter Preis für 1 Pfd. Ochsensleisch >var um 17 Pfg. gestiegen: eS kostete 1817: 50 Pfg. Für Rindfleisch mußte man jetzt 44 Pfg. zahlen statt 23 Pfg. im Jahre 1816. Der Preis für Schtveinefleisch stieg von 36 Pfg. auf 44 Pfg., der für 1 Pfd. Schzveinefett pon 63 Pfg. auf 90 Pfg. Zahlte man 1816 für 1 Pfd. grob geschälte Gerste 21 Pfg., so war jetzt dafür 36 Pfg. zu zahlen. (Die hier ermittelten Preisverkältnisse für Lebensmittel sind, wie man damals rechnete, in der Guldenwährung angegeben und ionr- den hier in die Markwährnng umgeivandelt.)
Erwägt man, daß die Einkommensverbältnisse sehr mäßig, der Arbeitsverdienst von damals nur den fünften Teil von heute betrug und der Geldwert mindestens dreimal so hoch war wie heute, so würde man. mit den heutigen Verhältnissen verglichen, Zahlen feststellen, die das Bild der damaligen Teuerung in geradezu erschreckender Weise beleuchten. Ueberalt wurden Suppeuanstalten errichtet, um der Not der ärmeren Bevölkerung zu steuern. Die Gießener Armenkasse half, soviel sie konnte. Die Stadtkasse schaffte Zaatkartofselu an, die an dürftige Personen abgegeben wurden.
Zum Glück brachte das Jahr 1818 einen Rückgang der unerschwinglichen Lebens mittel preise von 1817; immerhin waren sie noch hoch genug: denn sie bewegten sich zun, Teil noch über den Sätzen von 1816. Erst 1820 war wieder der Preisstand von 1813 erreicht. _____
vermischte».
'«Er haut drein w i e D e t t e >, h o f e r*. Auch tu Galizien wieder, wie schon zu verschiedenen Malen in diesem Kriege, haben die bayerischen Truppen besondere Tapferkeit gezeigt. Dabei mag daran erinnert ,verden, baß eS lange im deutschen Heere eine sprich- wöttliche Redensart gab: „Er hant brciii wie Dettenhoser*, die ans eiii Vorkommnis ans dein 70er Kriege znrückzuführen ist. Franz Dettenhofer, Korporal des Königlich Bayerischen 3. Chevauxlegers- Regiments, erhielt am 7. Dezenlber 1870 nach dem Gefecht von Meung abends den Befehl, auszukundschasteu, ob eine am Tage besetzte Batterie noch im Besitz der Bayern sei. Mit acht Mann ritt er vor imb bemetfte plötzlich ans eine Entfernung von 70 bis 30 Schritt eine französische Abteilung von etwa 25 bis 30 Mann, französischer Infanterie, Me bäuerische Gefangene, darunter einige Offiziere, eskortierten. Einer der- Gefangenen rief Detteu- hofer zu: .ChevauxlegerS, wir sind gelangen, reitet zurüch so,ist ergeht es euch ebenso !* Und gleichzeitig begannen die Franzosen aus die bayerischen Reiter z,l schießen. »Bei uns werd nix g'fangt,* antwortet Korporal Dettenhofer lind cnU seinen Leuten zu: .Haut's z,^ was könnt'sl* Und fällt mit seinen Leuten über dre Franzosen her. Er tötete 8 Mann, machte 14 Gefangene und befreite die gefangenen Bayern. Von seinen Leuten ,var nicht einer verwundet. Bald fand sich ein bayerischer Volksdichter, der die Tat des tapferen Franz Dettenhofer, der später in Freising bei München etil bekannter Hotel,virt war, tu einem zun, Volksliede gewordenen Gedicht in bayerischer Mundart besaiig, in deni es heißt:
»Mir ian net g'fangt — Schwalanaschier haut's dreiii,' Schreit Dettenhofer, sprengt uiiter sie 'nein.
Hurra! Tie tapfer,! Schwalangschier,
Die hauen frisch ein, ganz ohne Schenier."
* Au» der chinesischen Medizi,,. Eigenartige An« schauuugen über Natur und Bedeutung de» Pulse- bei den Chinesen wiegeln Mitteilungen a»lS der ärztlichen Wissenschaft des Volkes der Mitte ivieder, die Tr. H. Vortisch van V l o t e n in dem Archiv für Schiffs- und Tropenhygiene gemacht hat. Danach halten die ch'ne,ischen Aerzte, di« übrigens weder z»ir Wissenschaft, „och zu den vier aneickannten Ständen, sondern mit Wahrsagern, Schauspielern und Barbieren zu den »Nenn Unstäten* gehören, den n « ic H ü0in Blute erzeugt, da? nach ihrer Ansicht in den Benen feststeht, sondern von der .Lebenslust*. Das Anssetzen de« Beziehungen zur Lebensdauer. Setzt er einmal bei 50 schlagen ans, so ist der Mensch gesund, bei 40 Schlägen stirbt
er in 4, bei 10 Schlägen in einem Jahre. De»n Patieliten, besten Puls zum Metall gehört, droht im 7. oder 8. Monat der Tod: wenn er dann nicht stirbt, wird er wieder gesund. Außer dem Pulse, der zun, Metall gehört, gibt eS a,ich solche, die zu den anderen Ele,nenten. Waster, Feuer, Holz, Erde in Beziehung stehen. Der Arzt richtet sich in seiner Behandlung nach den, Grundsatz« Lüvllis. dissimilibus, d. h. er kuriert mit den» Mittel, daS die entgegengesetzte Wirkung hat: also gibt er bei »Heißem Feuerpul»* eine »kalte WasseraiHnei*. _
vllchertisch.
— Unser Seeheld Weddigen. Au- der Schar der namenlosen Helden, die zu Abertausende,, in treuer Pflichterfüllung und freudiger Hingabe den Opfertod für unser Vaterland erleiden, ragen einzelne hoch empor: die Führer und Liebling« in dem furchtbar blutigen Ringen um Dentschlaiids Ehre i»ud Freiheit. Unter ihnen nimmt Otto Weddigen einen ersten Matz eil». Da ist es eine Pflicht der Dankbarkeit gegen ihn und sein treildeutsche» Heldentum, ,venn wir in Stnndeu füllen G.deukenS den Entwicklung-- nnd Werdegang des nnvergeßlichen Kon,Mandanten von „U 9* und »11 29* mit liebevoller Andacht verfolgen. Dr. Otto Weddigen, cm Namensvetter des vor den, Feinde gebliebenen Unterseedootführers, zeigt uns in lebendiger, packender Sprache Otto Weddigen als Mensch und als Soldat, als Offizier. Wir dc- gleiten ihn durch die Jahre seiner Jugend- nnd Knabeuzeit, bis er Seekadett der Kaiserlichen Marine ivtrd, nnd verfolgen von da an mit regeu, Interesse seinei, Lebensiveg bis zu lenem großen unvergeßlichen Augenblick, da eS seiner Tatkraft und Unerschrockenheit am 22. September 1914 gelang, mit seiner kleine!,, tapferen Schar drei englische Linienschiffe in den Grund zu bohren. Das Buch (Preis 1 Mk.), da« im Verlage August Scherl, G. m. b. H., Berlin, erscheint, enthält 80 Seitei, Text, ist mit einem künstlerischen Umschlag versehe,» „l,d mit 10 Abbildungen geschmückt.
— »Der letzte Dl a n n*. Der bekannte Marinemaler Professor Han» Bohrdl hat uns itt seinen, Monnmental-Gcmälde »Dar letzte Mann* ein eindrucksvolles Kriegsdild geschenkt. Der Vorwurf knüpft an den heldenhaften Untergang unserer Uebersee- Flotte bei den FalklandS-Jnseln an. Deutscher Seen,anirsn»ut und deutsche^Treue, so oft im deutschen Liede geleiert, sind in der ruhmreichen Seeschlacht bei de,r FalklandS-Jnseln wieder einli, al herrlich zur Tat geworden. Gegen große Uedermacht haben deutsche Schiffe sich dem Gegner zu offeiter Schlacht gestellt, und Deiitschlands Schiffe »Gneisenau", .Scharnhorsts, „Nürnberg* und „Leipzig* haben bei ihren, Untergange nach tapferen, Kampfe auch den letzten Mann mit in die Diese genoinmen — nur keine Gnade von dem verhaßten Gegner! Ja, selbst im letzten Augenblicke, als die versunkene »Leipzig* noch einmal kieloben treibt, ersaßt ein bereits mit den Wetten ringender Matrose noch eine deutsche Bootsstagge und erklimmt mit ihr de», an» dem Waster tauchenden Kiel des Schiffes. Mit nerviger Faust den abziehenden und brennenden englischen Dreadnoughts drohend, schwingt dieser »letzte Mann* „och einmal die schwarz-weiß rote Flagge fürs Vaterland. Der Verlag von Otto Gustav Zehrseld in Leipzig hat das Bohrdtfche Gemälde durch Vervielfältigungen den, Knlisthandel zugängig gemacht und dadurch ein würdiges Schinuckstück für das deutsche Heiin geschaffen. (In künstlerischen, Vierfarbendruck Mk. 4.-). - — Kürschners B ü ch e r s ch a tz. Als 1010. Band ist unter dem Titel „Aus M a s u r e n s Wäldern" eine Sammlung von vier größeren Erzählungen aus der Feder Fritz S ko wrönne ks erschienen. Der Verfasser, der seine mahiriiche Leimat kennt wie fcinn ein anderer, schildert uns mit der ,hm eigenen Frische. Lebendigkeit und Ursprünglichkeit die bisher in Deutschland so rvenig bekannt gelvesenen Gegenden unseres Vaterlandes, die durch die unsterblichen Siege Hindenburgs mit einem Schlage in den Mittelpunkt imseres allaemeinen Interesses gebracht worden sind. Alle, die diesen Band lesen und ztvar nicht nur die Feldgrauen allein, werdendem Autor dankbar sein für die vortrefflichen und lebenswahren Schilderungen, die er uns hier von seinen engeren Deimatsgenossen entworfen hat.
Tauschrätsel.
Segen — Onkel — Aln, — Hebel — Taube — Ader - DachS — Horn — Mauer — Asche — Falle - Elster — Hand.
Die Anfangsbuchstaben vorstehender Wörter sind mit anderen Buchstaben derart zu vertauschen, daß man ebenso viele neue Wörter erhält, deren Ansaugsbuchstaben den Namen eines Bildhauers ergeben. Atlstösung in nächster Nmnmer.
Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer r
-Faß daS Leben schnell:
Laß keiner Stunde Zeigerschlag vorüber,
Wo du nicht sagst, der Augenblick war mein,
Ich habe feine Freude», auSgekostet,
Kein Tröfleiu Balsam ließ ich in den, Kelch.
Die Zeit ist schnell, noch schneller ist daS Schicksal.
Wer feig des einen Tages Glück versäumt,
Er holt- „tcht ein, und wenn ihn Blitze trügen. Körne
vchristkektuug: Aug. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UniversitätS-Buch- und Eteindruckerei. R. Longe. Gieß,»*


