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das andere Ende des Kanal- erreicht. Die Fische stammen aus dem Mittelmeer, die Muschel aus dem Roten Meer. Muscheln und Schnecken können als Angehörige der Küstenfauna nur langsam in den Kanal Vordringen und müssen sichetappenweise" r>or- schieben, waS ziemlich langwierig ist. Hat doch der verstorbene Geograph Friwrich Ratzel eininal berechnet, tzxaß eine Schnecke 600 Jahre brauchen würde, um den Erdgleicher zu umkreisen da mag auch ihrer meerbewo hüten Verwandtschaft das altererbte Schneckentempo" zur zweiten Natur geworden sein. Wie bemerkt, hat unter diesen Umstünden denn auch erst eine Muschelart den nur 160 Kilometer langen Kanal in zwölf Jahren zu passieren vermocht und auch diese wahrscheinlich nur durch die kluge Be­nutzung einer besonderen Gelegenheit: es handelt sich nämlich um die M i e ß m u s ch e l, die sich mit Borliebe zeitweilig an Schiffs- Planken fest setzt und so ausgedehnte Spazierfahrten macht, vis ihr irgendwo ein neuer SiedlungsPunkt gefällt. Den schönen Küstenkorallen bleibt der Suezkanal ewig verschlossen. da sie bei dem ständigen Schiffsverkehr, der häufigen Baggerei und dem jarckngen und wnigen Untergrmrde keine Lebensmöglichkeit hier Nnden. Schwämme, Seepocken und die sogenanntenBlu­mentiere" sind beinahe ebenso schlecht daran: die meisten von ihnen aber wissen sich auf eine ebenso ein­

fache wie praktische Weise zu helfen, indem sie selbst in der alten Meeresheimat bleiben und nur ihre Eier. Larven oder ihre sogenannte Freischwimmende Generation, ein Zwischenglied in der Entwicklung manÄ>er Seetiere, als Pioniere in die fremde Ferne senden. Die kräftigsten von diesen gelangen nach allerhand Schick­salen schließlich an die Küsten des Suezkanals, nw sie sich fest­sten und zu vollkommenen Tieren auswachsen, die ihrerseits wieder neue Entdeckerschwärme aussenden und so die Art langsam über das aanze Kanalgebiet verbreiten. Für die Tierwelt des mikroskopischen Hochsee-Planktons" bieten die ewig aufgewühlten Wasser des Suezkanals gleichfalls kein günstiges Lebensgebiet. Im sswßen und ganzen hat sich heule nach 45 Jahren durch den Kanal der Austausch der Tierwelt, sotveit es möglich ist, restlos vollzogen. Leider wird die Feststellung der neueren Tienvanderungen durch die vorgeschichtlichen und historischen Wandlungen sehr erschavert, dre die Walserverbindung des Mittelländischen und Roten Meeres erlwt hat. In der Diluvialzeit ttennte nur ein schmaler Land­streis dre beiden Ozean buchten, der noch dazu von einem Arm des alten" Nil durchzogen und überflutet wird. d. h. Wanderungen der Svettere ermöglichte. Spater begann Ramses II. einen Kmial- bmi mit Einbeziehung der Süßwasserseen, der auch einige Zeit in Betneb war: Pharao NeckZo soll von einer geplanten Erlveiterung Zvstcrnd genommen haben,weil er damit nur den Barbarei Vorschub leiste" doch must die Wasserverbindung noch be­standen haben, da unter seiner Regierung die einst viel bezweifelte, heute geschichtlich gesicherte Umfabrt um Afrika stattfand. Erst Darrus vollendete einen neuen Kanal, der wieder die Nilseen einbezog. In allen diesen Zeiten ivaren die Tierwanderungen sehr enchwert. da sie aus dem Meerrvasser durch süßes und brackiges Wasser führten; stattaesunden haben sie aber, wie genug Fossilien- fmwe beweisen. Es ist aber sehr schiver zu trennen, welche von den noch leberwen Arten durchd en neuesten Suezkanal oder einen der anttken oder me vorweltliche Nilverbindung hinübergewandert sind Wdatt hier der Meeresfvrschung auch künftig noch dankbare Ans. Wcken blühen.

vermischtes.

Ballonphotographie im Kriege. Die Photo- araphle vom Luftschiff oder Ballon aus. die eine so große Be- deutung für die Kenntnis des Geländes und den Ueberblick über hle feindlichen Stellungen bat. ist wohl zum erste,» Male 185V auf Anregung Napoleons III. in Anwendung gebracht worden, wie ein Aufsatz in der .Natur^ berichtet. Der Luftschiffer Godard und der bekannte Photograph Nadar stiegen vor der Schlacht bei Solserino zu'ainmen auf, um die österreichischen Stellungen zu erkunden, und damals gelang es Godard, die erste Ballonanfnahme zu machen. Im amerikanischen Bürgerkriege wurden später ähnliche Versuche mit gutem Erfolg unternommen, und von da ab hatte sich die Ballonphotograph,e als militärisches Hilfsmittel einer gewissen Be­achtung zu erfreuen. Immerhin mögen diese ersten Ausnah,neu, die T ev stallfanden, wo die Photographie noch m den Kinder- ' S^inlich roh gewesen sein. Einein Engländer. gfS» gelang es zuerst, aus der beträchtlichen Höhe von 900 Metern Aufnahmen zu machen, die alle Einzelheiten der Voden- S-skaltung und der Bebauung unterscheiden ließen. Weiterhinahm u e ? ^^uche an und erreichte seinerseits gute Erfolge. Allerdings bedurfte es noch emeS fyste.natischen Aus-

r* um b i c m o ,, l li Ä f ?? en Schwierigkeiten, die Aufnahmen von, ^stschtffe aus bieten, endgültig zu überwinden, s * 1 2 3 4 o I!f! be 7, eflun ® * e3 Fahrzeuges, sowie die veränderte Brechung N/ltrahlen wirken störend. Es mußten eigen« Apparate und b r l be'onderen Zweck geschaffen werden. In Veriadre» d'e Photographie ans der Höhe ein neues

ln i S(, rf i K l 'Ä n günstige Ergebnisse der Erfinder Albrecht Z bonbhXühli dresdener Ausstellung zeigte. Ter schwerfällig zu handhabende, ein immerhin beträchtliches Ziel bietende Ballon,

der von Menschenhänden geleitet wird, wird ersetzt durch eine vtakett, bic Geländeaufnahn,en aus 600 Metern Höhe ausführt. Tle Richtung läßt sich vorher bestimmen. In 7 Sekunden führt die auf,leigende Rakete den ihr mitgegebenen Apparat in die ge­wünschte Höhe, wo dann durch einen pneumatifch-elektrifchen Kon- takt der Verschluß ausgelöst ,vird. Ein kardanischj anfgehängter Kreisel sorgt für die Einhaltung der geivüuschlen Richtung. In dem Augenblick der Auslösung deS Kontakts rvird ein Fallschirm srei, hat er sich enthaltet, so trennt sich der Apparat in zwei durch einen etwa i0 Meter langen Gurt verb»mdene Teile. Während , bar am Fallschirm die Kainera hängt, schivebt der Rest y Estser. Dadurch wird erreicht, daß dein, Auftreffen auf

den Boden der mn ein wesentliches Gewicht entlastete Fallschirm die Kamera fast stoßfrei landen läßt. Z,lm Abschteßen der Rakete wird eine ungefähr 400 Kg. schwere Lafette benutzt, die eine Ziei- vorrlchtung besitzt. Geringe Bedienungsmannschaft, rasche Bereit- der Ersnidu^b Sichtbarkeit und relative Billigkeit sind die Vorzüge

vüchertlsch.

. .Bon England festgehalten.- Unter diesem Titel veröffentlicht in einem soeben im Verlag von I. EngelhörnS Nachf. in Stuttgart erschienenen Bändchen Dr. Albrecht' P e n ck, Pro­fessor der Erdkunde an der Universität Berlin, seine Erlebnisse wahrend des Kriege« nn britische,! Reiche. Der Verfasser, der be- kannte Geograph der Berliner Universität, hat in Australien kurz vor AnSbruch und ivährend des Krieges gelegentlich der 84. Per- ammlung der Britischen Assoziation für die Förderung der Wissen­schaften Reisen geinacht und zwar als Gast der Anstraltfchen Re­gierung. Er schildert, was er bei Kriegsausbruch in Australien erlebte, wie anfänglich vielfach sehr de»,tschfren»idliche Stinnnung -um Ausdrucke kam, die aber mehr und n,ehr infolge snslematischer Ausstreuung falscher Nachrichten durch die Presse erlosch. Selbst bet den Gelehiten schlug die Ctiinlnung alliiiählich um. Seine Heimreise im Kreise von Mitgliedern der Assoziation bot daher sehr viele peinliche Momente und er wurde bei der Landung tu London polizeilich per,io,innen infolge von Anschuldigungen seiner Mit,eisenden. Obwohl er mit cinen, Geleitbriese der Australischen Regierung reiste, und obwohl sich der Ehes der Londoner Kriminal- Polizei überzeugte, daß er ein rein wissenschaftlicher Reisender ge­wesen. wurde er doch unter nichtigen Borivänden durch zehn Wochen m London festgehalten. Während dieser Zeit bewegte sich Professor Penck aus fieiem Fuße und ka,n vielfach mit leitenden Gelehrten, Industriellen, sowie auch mit Deutschen in London zu­sammen. Ans Grund der dabei gewonnenen Eindrücke entwirst er ein lebhaftes Aild von London während des Krieges und der dortigen Stmimnng. Er führt naineullich ans. wie die öffentliche Meinung auch in England dlirch Aufstachelung durch die Presse zu emer deutschfeindlichen geworden ist und bringt davon eine Menge von Belegen bei. Tie Heiinfahrt von Australien geschah von den Eocoskeeling-Jnseln bis Aden in steter Furcht vor deutschen Kreuzern. Eines der packendsten Kapitel des Buches behandelt die Fluch: vor der Emden: ein anderes die Fahrt durch den Suezkanal

- ,? *L ?!'U'ri-g 191 4-19 15. linier Verwendung von rzeldpostbrieien Uiid Berlchten vou Augenzeugen dargestellt von einen, y l n g t e ch n t k e r. Mit Genehmigung des Kgl. Pre» KrlegsministertnniS und des Kais. ReichSmarineaints. Leiviia' Hesse & Becker Verlag. Neben den Schiffen auf dem Meere und den Unterseebooten erscheinen in dem Weltkriege zum ersten Male Lustkrenzer und Flugzeuge und vermehren die Art der Waffen aber auch die Schrecken des Krieges. Was diese verderbenbringenden modernen Kriegs,vaffen bis jetzt geleistet haben, uub auf welche Weise ihnen d,e Feinde beizukommen suchen, datz ivird in dem stattlichen Bande von einem gut unterrichteten Fachinann an der Hand von Feldpostbriefen und andern Berichten anschaulich und fesselnd dargestellt. Hierbei erhalten ivir auch ulanche», Ausschluß über den Bail, die Taktik und die Art der Verwendung von Luft- krenzern und Flugzeugen. Ein Vorzug des Buches besteht in den zahlreichen Textbildern und etwa 60 Abbildungen in Tiefdruck die fast sänitliche Flugzeugarten und Luftschiffe, auch ausländische bringen lind deren Vorlagen, wie die Verlagshandlung inttteilt' zum Teil sehr schiver zu beschaffen ivaren. '

Magischer Quadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sind

die Buchstaben A A A DEEHHOORRS8 8 T derart einzutragen, daß die ivagerechten u. seukrecht.Reihei, gleichlautend folgendes bedeuten-

1. Nordische Gottheit.

2. Ein Nagetier.

3. Nebenstuß der Weichsel.

4. Ainerikanischen Maler Auslösung in nächster Nummer.