sich jeder Erdboden für die Anpflanzung, und in Europa kann eine Futterpflanze wie der Daikon, wenn er hält, was er verspricht, Erfolg haben, und dem Riesen-^Rettich bald einen hervorragenden Platz unter den Nahrungsmitteln verschaffen.
Vermischte».
• Wie Kaiser Wilhelm I. zum ersten Male die Wacht am Rhein* hörte. Der KrefelderMusikdirektor Karl WLll>elnr hat in einer glücklichen Stunde im Jahre 1854 die Melodie zu dem Liede seines Freundes Schncckenburger gefimden; aber zunächst kümmerte man sich nur wenig darum. Tenn noch weniger als im übrigen Deutschen Reiche gilt am Rhein der Prophet etwas im V ater l ande. Zudem zuckte inan über den guten
Karl Wilhelm dieATYfel: ,Was konnte der wohl zustande bringen, — der trank ja.* TaS war sreilich wahr, aber es hinderte den wackeren Johann Diedrich Eickhofs, der, ein Schüler und Freund Ludwig ErckS, seit einer Reihe von Jaliren dessen Stellung als Musiklehrer am Lehrerseminar im benachbarten MörS bekleidete, nicht, mit echtem Musikerinstinkt sofort zu erkennen, welcher Schatz iu dieser Melodie für den Männergesang zu heben war. Er war selbst nicht nur ein Kenner, sondern auch ein Könner. Dafür zeugt heute noch die Melodie zu Beckers .Rheinlied*, die wir dem Mörser Musiklehrer verdanken. Dieser also war eS, der am 10. September 1*61, als Wilhelm I. sich als neu gekrönter Herrscher den Rheinlands,i, die noch wenige Jahre vorher nichts von ihni hatten wissen wollen, vorftellte. ihm das Schneckendurgersche Lied und die Karl Wtlhelinschc Komposition gewissermaßen als den Ansdruck der rheinischen Volksstimmung vermittelte. Er zog mit seinem gut geschulten Ehor junger Seminaristen nach Schloß Benrath, wo der König beim Prinzen von Hohenzollern Quartier genommen hatte. Aui dem Hole des alten BarockscbloßchenS erklang, unter der be- geisterten Takttührnng Eickhoffs, zum ersten Male an daS Ohr des MamieS, der ein Jahrzehnt später seine Erfüllung in stolzer Freude erleben sollte, da« Gelöbnis:
.Lieb Vaterland, magst ruhig sein,
Fest fleht und Iren die Wacht am Rhein.*
* D^on der Herstellung des Eisernen Kreuzes. Das Eiserne Kreuz, der schönste Ehrenpreis, den der Krieg unseren Helden spendet, wird heute nicht mehr in derselben Weise hergestellt wie sein Vorgänger in den Jahren 1813 und 1870. Die Fortschritte der modernen Technik haben auch die Erzeugung dieser Kriegsauszeichnung umgestaltet, und ganz besonders kommt dabei jetzt die Elektrizität reichlich zur Verwendung. Die Kreuze werden nicht etwa gegossen, sondern mit Hilfe kräftiger Stanz- und Präge- Maschinen aus Eisenblech verfertigt. Rach dieser Rohbearbeitung werden sie einer Prüfung unterzogen und kommen sodann in die Silberschmiede, wo die Lötarbeit vollzogen wird und wo sie mit dem schmalen Stlberrande versehen werden. Schließlich geben Frauenhänd« dem silbernen Kreuzrande mit elektrisch betriebenen Schleis- und Polierapparaten den letzten Schliff.
* Nix Marschall stab. Unsere Befestigungsarbeiten waren vollendet, so erzählt uns ein Mitarbeiter ans Belgien, die Feld- dienftsähigen wurden frei für die Schützengräben. Etwa 500 Mann traten wir morgens au, alle voll Freude, daß wir nun endlich an den Feind kommen sollten. Tie Sonne leuchtete, die Musik spielte, brausend klang unser Gesang. Da trat plötzlich unser Oberst vor die Front und hielt eine begeisterte Rede auf das Vaterland. Für Deutschland sollen wir uns jetzt schlagen und sollen uns gut schlagen. Dem Mutigen gehört im Felde mehr als anderSwo die Welt, riet der Oberst, daran sollt Ihr denken. Auch heute ?tlt noch daS Wort Napoleons Jeder Soldat trägt seinen Marschallstab im Tornister.
. . Wir suhlten unsere Herzen höher schlagen, wir sehen uns also schon Heldentaten vollbringen, das Eiserne Kreuz erster brannte auf imserer Brust. Nur in dem Gesichte meines Nebenmannes, eines biederen Mecklenburgers, veränderte sich keine Miene. Ihm schien die Welt iu diesem Augenblicke entschieden für seine Begriffe romantisch. Seine Augen schienen sich iu den realen Inhalt seines DorntsterS zu vertiefen. Er traute offenbar seinen Augen mehr als allen anderen Beweisen der Welt. Unser Oberst sah diese seltsame Unbewegtheit. Er trat, als unser Hurra verklungen war, aus meinen Nebenmann zu und fragte freundlich: .Also, mein Lieber, was tragen Sie nun iu Ihrem Tornister?* Der Mecklenburger sah den Oberst fest und treu au und dann sagte er mit dröhnender Stimme: .Zellstöcke, Herr Oberst!*
* Die Mongolen in Rußland. Unter dem Völker- gemisch, das Rußland in seinem Innern birgt, und dessen Typen in unseren Gefangenenlagern in reichlicher Fülle auftauchen, stehen nach dem Hauptvolk, den Russen slavijcher Abstanunung, die mon- golifchen Völker gleich in zweiter Reihe. Sie gliedern sich, wie Prof. Hertzberg im Geographischen Anzeiger ausführt, in die Finnen, Türken und eigentlichen Mongolen. Die Finnen ihrerseits zerfallen in Ost- und Westsinnen. Letztere werden von den Esten und Finnländern repräsentiert. ES sind dies die einzigen Völker, die dank deutscher Kulturarbeit zu Kulturvölkern auf- geniegen sind. Don den echten Mongolen unterscheiden sie sich in ihrem HabituS, der an germanische Elemente erinnert. Durchaus mongoloid sind Lappen und Samojeden. Ostfinnen finden wir an der Wolga in den Wolgafinnen, den Stämmen der Tfcherennffeu
und Mordwinen. Zu den Ostfinnen gehören auch, obgleich sie bisweilen eine türkische Sprache sprechen, die Wotjaken im Kamagebiet, die Pernrier, Syrjanen und Wogulen. Eine zweite große mongolische Gruppe bilden die verschiedenen türkischen Völker, die als Tataren bezeichnet werden. Sie sind mohammedanischer Religion. Bekanntlich haben die Tataren im Mittelalter Rußland erobert. Heute sind sie als nüchterne Kutscher und Kellner in Rußland beliebt. Auch die Baschkiren, die sich von der Kama bis -um Ural ausdehnen, sind türkisch-finnischer Abstammung, während die Kirgisen mongolischen Typus aufwt-llen, der sich bei den Kalmücken zu echt mongolischer Häßlichkeit steigert. Erst seitdem */-.9ahrhuudert in Europa eiugedruugcn, sind sie noch Buddhisten. Ihre Bevölkerung nimmt durch Krankheit und wirtschaftliche Notlage stetig an Zahl ab. _
vüchertisch.
— »Der V ö lk e r k r i e g.* Jedes Volk hat seinen nationalen Eharakterfehler; bei den Franzosen ist es die Nuwahrhaftigkeit, bei den Engländern die Unverschämtheit. Im Kriege, wo die ent- ieffeite Leidenschaft die inneren Werte und Unweite der Völker hemmungslos nach außen kehrt, zeigt sich ihre Rationaluntugend am unverhüNtesten. Wir begegnen ihr z. B. ans Schritt und Tritt, wenn wir — wie uns dies in den Heften 29 und 80 der Kriegs- zeitschritt „Der Bolkerkrieg* (Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart, Preis pro Hest 30 Pfg.) ermöglicht wird — die inneren Verbaliniste Frankreichs und Englands während des ersten Kriegs- halb;ahrS eingeljender betrachten. Ob man mit wachsender Empörung den vor allem aus die öffentliche Meinnug der neutralen Länder berechueteu Bericht dersranzosiick)en Untersuchungskommission über die Verletzung der Menscheni-echte durch die Teutfche'i liest, ein von bewußten Verlenindimgen strotzendes Machwerk, oder die theatralischen Ministerreden und Präsidententelegramme, ob man die Knnst des französischen Finanzministers bewundert, aus Papier — um mit Dr. Heister ich zu sprechen — wieder Papier zu machen, ob mau über daS Treiben der Lebewelt in der Kriegshauplstadt Bordeaux den Kopf schüttelt oder die naive Verblendung frau- zosischer Kleim'tädt.'r belächelt, die trotz der Besetzung ihrer Stadt durch die Deutschen immer noch behaupten, diese seien hier geschlagen worden; stets verblüfft derselbe bedauerliche Mangel au Wahrheitsmut. Tie beiden Leste des „Völkerkricgs* geben em anschauliches und geschloffenes Bild von den inuerpolitische» Zuständen bei uusereu Gegnern; vorzügliche Bildnisse der feindlichen Heerführer und Staatsmänner sind beigegeben. Den Abschluß des 30. Heltes bildet eine intereffante Schilderung des .Krieges der Jntelleltuellen 1914*.
— Der K r i e g in i t Italien hat daS Interesse deS Publi- tums dem neuen Kriegsschauplatz im Süden zugewendet, und die Leipziger »Illustrierte Zeitung* (Verlag I. I. Weber) weiß diesem Jutereste in der neuesten Kriegs,inmmer 44 Rechnung zu tragen. Der in ganz Tirol vergötterte Oberkommandiereiide der gegen Italien operierenden österreichisch-ungarischen Slieitkräste, Generaloberst Erzherzog Eugen von Oesterreich, wird unS in einen! ganzseitigen Bilde nach einer meisterhaften Radierung von E. Heer- u'.ann vor Augen geführt. Hans Treiber zeigt in einer lebendigen Zeichnung eine österreichische Gebirgspatrouille, die einer in Süd- lirol vorrückendeu Abteilung italienischer Alpini auslauert, Alex Kircher schildert in einer anderen Zeichnung den erstell Eriolg der österreichisch-uilgarischen Flotte im Kampfe mit italienischen Tor- pedobootszerstörern. Weitere Bilder haben daS von österreichischen Fliegern bombardierte Arsenal in Venedig, die unter Feuer genommene italienische Adriastadt Ancoria, sowie Ansichten von Trient und Triest zum Gegeustaud, um deren Besitz der Krieg vom Zaune gebrochen wurde. Ter schändliche Treubruch Italiens wird in dem Leitartikel „Der welsche Verrat* von Dr. Hermann Diez mit scharfen Worten gegeißelt und darin zugleich das Verhältnis Italiens zu Deutschland historisch gewürdigt. Auch sonst enthält die Stummer eine Fülle iuterestauter Bilder und Ttxtbeilräge. Von den Artikeln verdienen .Der Wettstreit zivischeu Geschoß und Panzer* von Prof. Adolf Keller und „Welche Pflanzenrohstoste können uns die besetzten Telle im Westen und Osten liefern 7* von Pros. Udo Dämmer besondere Ausmertsamkeit und Beachtung.
Silbenrätsel.
a, an, der, bri, ch, d, den, go, he, heiu, mai, na, nar, ne, ge, ses, sil, t, ti.
AllS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines bekannten Märchendichters ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes: 1. Eine Inselgruppe: 2. Heldin einer griechischsn Tragödie; 3. Oströmischen Feld Herrn; 4. Ein Metall; 5. Arbeitsames Tierchen: 6. Ein Kleidungsstück. <Aufl. in nächster Rr.)
Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nnmmer: ' ^
Weiß. 1. D d 1 n. d 2 f Schwarz. T e 2 n. d 2.
2 Tc3 — e 3. beliebig.
3. T oder L gibt Matt.
Schrlstleituna: Äug. Goetr. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lcb-n UniversitätS-Buci,- »ud Steindruckerei. R. Lange, (Ließen.


