Zurück zur Schotte.
Nomsn von Ewald Gerhard Seeliger.
^ (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Schwauun drüber, Bruderherz!" rief Karl Zdurotschü und umarmte ihn, denn er war schon wieder rosiger Laune 2ne Dummheit von mir. Ich hab's eingesehen dich. Trink! Du sollst nicht zu kurz kommen!"
"3ch sih nämlich in einer ekligen Brenne!" sto!)ut< yugo. Ich habe meinem Vater versprochen, nichts nrehi von ihm anzunehmen."
„Menschenkind, Bruderherz!" schrie Karl Zdurotschir und lreß chm dröhnend die Faust auf den Rücken falle,i Yrt im ^orae Du kriegst deinen Wechsel. Ich laß dick studieren. Ich kann mir's leisen!"
Hugo kiel ein schwerer Stein vom Herzen, und er sch
?Mch«'> »oriR öcüd hielt z»r Gesellsckiust mit. Ivenn° ihm auch nicht leicht wurde. Ader es n»aren ja Ferien! Frau siegelt hatte leider keinen Sekt. Sie mußten sich mit Rot spon begnügen, die Flasche zu zwei Mark fünfzig.
„Ich muß mein Testament ändern!" brüllte Karl Zduro tschin, als es zu dunkeln begann. ^,Was soll ich mit den verdammten Geld machen. Ein gutes Werk will ich tun Prost ihr Bruder, Prost! Euie halbe Million schreib id WßigwAch^ ^ Öat0n ' &Ür<fcteöOÜ Ötscher krieg
~ H«Äv- „Ich möcht eine Zeitung fiii
Jndrvrdualisten gritnden."
„Was sür'n Ding'?" schrie ihn Karl Zdurotschin an aber er verstand das Wort doch nicht, obgleich es ihm Smm breimal silbenweise ins Ohr brüllte.
„Das muß n»as ganz Verrücktes sein!" konstatierte e, dann. „Langen fünfzigtausend?"
„hunderttausend?" Mug Hugo vor. „Und das bald Zwanzig Jahre kann ich nicht irmrten."
du nicht, Bruderherz!" gelobte Karl Zduro. Zchni. „Wenns ein gutes Werk ist, dann tu ich's gerne. Komm mal übermorgen m mir. Und du, Schulmeisterlein^ „Ach, ich!" seufzte Moritz Gassel und ließ seine Wünsche fliegen. „Wenn ich das nötige Kleingeld hätte, kaufte ich nsir ern Gut von ziverhundert Morgen. Primaboden. Und do wurde ich L>aatgetreide ziehen. Prima Sorte A. I mit dem steril. Denn gerade beim Saatgut, da sehlt's am nwisten "
Und dann ftng er Ml zu dozieren, daß Karl Zdurotschin die Augen zusielen. Hugo hörte überhaupt nicht zu, er dachte an ferne Zeitung für Individualisten.
„Schön!" sprach Karl Zdurotschin, als Moritz Gassel ittlt seiner Abhandlung über die Notu»endigkeit der Berede
luna des Saatgutes fertig war. „Das sollst du haben. Auch hunderttausend Mark bar auf den Tisch. Das ist ein gute- Werk. Du sollst keine Schulkinder mehr prügeln müssen. Und das andere, was übrig bleibt, das vermach ich —"
Hedwig! wollte er sagen, aber er verschwieg den Namen, weil Thomas Hauschilo hereintrat und um die Erlaubnis bat, sich an den Tisch setzen zu dürfen. Karl Zdurv^eÄn betrachtete ihn mit argwöhnischen Blicken.
„Setzen Sie sich ran!" munterte ihn Hugo aus. „Karl Zdurotschin ist grade beim Erbschastsverteilen. Wollen Sie Mich was haben?"
„Wenn ich was kriege!" lachte Thomas Hauschild.
„Was wollen Sie denn damit machen?" fragte Karl
Zdurotschin neugierig.
„Ich kauf mir ein Gut und züchte Pferde," sprach der Gehilfe schnell. „Beste Rasse. So ein schöner, kaltblütiger Schlag fürs Land sollls werden."
Und dann predigte er, ähnlich wie vorhin Moritz Gassel, über die Notwendigkeit der Aufbesserung der Pferderassen.
„Abgemacht!" schrie Karl Zdurotschin und reichte ihm dre Hand. „Du sollst auch hunderttausend haben. Ich mach Ernst! Ich kann mir den Spaß leisten. Und in einem Jahr komm ich mir euern Kram ansehen. Bin neugierig, wer's dann am weitesten gebracht hat."
Und damit hob ein Zechaela-ge an, das erst kurz vor Mitternacht beendet wurde. Denn der Rotspon ging endlich aus. Karl Zdurotschin konnte nur schtver auf die Füße kommen. Ms er aber erst stand, blieb er auch stehen. Hugo und Thomas griffen ihm unter die Arme und führten im hrnaus. Moritz Gassel machte den Beschluß. Am Himmel hing die schmale Mondsichel und leuchtete. Hugo verabschiedete sich zuerst. Er sah Pelagia Dilbin am Zaune des Pfarrgartens und schwenkte zu ihr hinüber. Daniel Zpuppack. der rm Schatten aestanden hatte, schlug sich seitwärts in die Büsche. Auch Thomas Hauschild hielt nicht lange ans. An der ersten Waldecke drückte er sich. Moritz Gassel aber blieb an Karl Zdurotschins Seite bis an die Britzkawer Grenze.
Karl Zdurotschin sah nicht mehr deutlich, was er sprach, schwankte heftig und wurde endlich bockl^inig Er verlangte, allein zu gehen. Doch wrorntz Gassel wollte ihn nicht loS- lassen.^
„Schulmcisterlein!" schrie er trnld und verdrehte die Augen. „Du willst mich schulmeistern! Marsch zurück! Ich sind m^nen Weg allein."
Moritz Gassel ließ ihn los, nahm höflich Abschied und ah Karl Zdurotschin eine ganze Weile nach lvie er den chmalen Fußsteig herüber- und hmübersctmZankte, aber mmer nneder die rechte Richtung fand.
Da wandte sich Moritz Gassel und kehrte nach Britz^ - kawe zurück.
Karl Zdurotschin aber strebte nach seiner Stiefvaterstadt.
In seinem Hirn überschlugen sich die Gedanken Ball» sah er Hedwig, bald sein Testament, bald die drei jungen Leute, mit denen er gezecht hatte, und bald den Baron.
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