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beeren dürften sich mit der Zeit ebenso großer Beliebtheit — und durch veilungs Prozesse ebensolcher Notwendigkeit erfreuen- )me die Traubenkultur. Jedenfalls ist sie gegen Rheumatismus der schrvierigen Zitrvnenkur vorzuziehen, da sie die Berdauungs-; organe nicht angreift.
Einen breiten Platz nimmt die Erdbeere in vieler Beziehung aus Medizinischen Grundlagen ein, denn die Landbevölkerung, die ihre Veilkräfte vielfach selbst aus der Natur gewinnt, die durch Uebcrlieferung so manches Veilkräutchen nutzbar gemacht hat. iveist der Erdbeere reiche Heilkräfte zu. Die zarten grünen Blättchen der Walderdbeere geben einen heilkräftigen Doch der in keinem'Landhaushalt fehlt, der von alten -väuslern lagsaus, tagein getrunken wird und nebenher gesagt, ausgezeichnet schmeckt. Vielfach mischt man ihn mit zarten Brombeerblättern und erzielt dadurch ein Getränk, das an den chinesischen Tee erinnert. Selbstverständlich iver- den die Blättchen getrocknet
Auch in der Kosmetik hat die Erdbeere, besonders die Waldfrucht, sich heimisch gemacht. In alten französischen kosmetischen Werken plaudern die Toilettenkünstlerinnen aller galantem Zeiten von der Erdbeere als Verdrängerin aller Teintfehler und als Zeiti gerin zarter, schmelzreicher Haut.
Man war vom Waschen in jenen Tagen viel weniger überzeugt als von einer dirstenden Sasbe oder einem weichen Puder. Da entdeckte ein ftndiger Kopf, daß der Saft der Erdbeere den Sonnenbrand heilte — und die Sommersprossen vertrieben . . . Man hat ihn nicht über die Achsel angesehen und Kritik geübt, als er diese Erfahrung der Welt kuirdtat. Tenn mit den Sommersprossen, die so unheimlich »veit von der OSbrhaut entfernt liegen — ich glaube, ihre Existenz beginnt erst in der dritten Schicht der Epidermis, und man kann ihnen infolgedessen schwer beikommen — ist das solche Sache mit den Heilmitteln. Ich schwöre nicht daraus und werde mich hüten, Gläubige zu suchen, Hingegen kann ich versickern, dcch frisch zerriebene Walderdbeeren stark verbrannte Vaut tatsäc^ich bleichen —- mehr als das, die Haut brauner Hälse, dre durch zu steife Stehkragen gelitten haben, gewinnen Zartheit und Werche imebcr, wenn man ihnen während der Erdbeerzeit täglich einen inehrstündigen Valsumschlag von gequetschten Erdbeeren macht. Auch ftir verbrannte vände nutzt diese Prozedur. Anderer- snts haben wir heute mehr Ursache, die nützliche Frucht als Nahrungsmittel zu benutzen, als sie tausendpfundtveise in die Kessel der kosmetischen Fabriken wandern zu sehen, »vo man die Erdbeercreme fabriziert, der als ein lvahres Berjüngungsmittel gepriesen wird.
Mian^ wird ist diesem Jahre Marmelade kochen und sie un-
lLpfereN- Feldgrauen hinaussenden, damit sie sich daran erfrischen, und -safte, die kühlende Getränke geben, werden auch nicht unerwünscht sein. _
vermischtes.
* Der Tambourftock des l. G a r d e - R e g i m t n t S. iln den Stock des Tambourmajors vorn l. Garde-Regiment knüpft nch eine geschichtlich denkwürdige Erinnerung. Der Stock ist ein anderthalb Meter langes, schlichtes Ban,busrohr mit silbernem Knauf und silbernen Troddeln. Zur Zeit Friedrichs des Großen war es bet den Offizieren bekanntlich Sitte, einen Stock zu tragen. Er galt als Zeichen ihrer Würde und wurde nicht allein als Kon,- mandostab, sondern nötigenfalls auch wohl „zur Aufrechterhaltung oer militärischen Ordnung" gebraucht. Nun diente damals in dein Garde-Greuadier-Bataillon, auS welchem später das Erste Garde- Regiment zu Fuß bervorgegangen ist, ein Kapitän von Rohdick, welcher mit Hilfe dieses Stockes in der Schlacht bei Prag wichtige Erfolge erzielte. Er hatte mit seiner Abteilung von 100 Mann euren vorgeschobenen Posten zu verteidigen und entledigte sich die,er schwierigen Ausgabe mit ebensoviel Tavierkeit ,vie List. Um deri Femd b,S zum Herannahen von Verstärkungen hinznhalten, gab er fortwährend mit seinem Stocke die verschiedensten Kon,. mandoS, indem er bald nach dieser, bald nach jener Richtung bin- ztttgte, um den Schein einer größeren Trnovenschar zu e,«ecken.
Es gelang ihn, in der Tat. den Feind zu täuschen, um. ihn dann nach Eintreffen der erwarteten Verstärkungen zu schlagen. Zur Erinnerung an diesen Vorfall schenkte Kapitän v. Rohdick, welcher spater zun, Geneneral anirückte. seinen, Bataillon den Kommando- stab, der noch heute beim 1. Garde-Regiment hoch in Ehren ae- halten wird. "
L* c * So nennt man nach dem wohlschmeckende Erer legenden Vogel nicht nur die Zuschauer dein, Kartenspiel — die Bezeichnung für diese ungern gesehenen Drei,weder kommt bereits nu 16. Jahrhundert vor — sondern auch in der österreichischen
kommt dieser Name vor. Der beruh,,,te Feld,,,arschall Radetzky hatte ihn aufgebracht: er nannte seine Ordonnanzo'siziere so. und sie selbst nannten sich dann auch so .nach dem Vogel der unermüdlich hin und her fliegt, seinen Weg durch Röhricht'und u.toor, durch Sumpf und Gestrüpp sucht und dabei immer heiter und wohlgemut ist, wie auch ein richtiger Ordonnanzoffizier sein o r ' .Holländer, der 18-19 im Hauptquartier Radetzkys, als erster Kiiegsbertchterftatter, den österrcichifch-sardinischen Feldzug mir- ^..d'? 5 t"e in einem Bericht für die „Augsburger Allgemeine ^»eUung d,ese scherzhafte Bezetchnung erwähnt, und die Herren
Ordonnanzoffiziere waren deshalb dem Schriftsteller sehr böse. Als dies dem Feldmarfchall zu Ohren kam, bemerkte er eines TageS sehr taut und deutlich, daß er nichts Verletzendes in HackländerS Bericht gefunden: „es sei denn, daß welche von ihnen sich schämen, auch öffentlich als die braven Kiebitze des alten Radetzky genannt zu werden, und die mögen sich nicht genieren, die» zu sagen."
Vüchertlsch.
— Gute Bücher für unsere Feldgrauen! Dieser Grundsatz ist in allererster Linie bestimmend für den Herausgeber Jf n . " rschners B »', cherscha tj", der bekannten Sammlung
Hlujtnerter Romane und Novellen. Daß dieses rühn,licke Be- streben auch anerkannt wird, geht hinlänglich aus der Tatfache bervor, daß sich seit dem Beginn des jetzigen Weltkrieges der Absatz der jedem bekannten hübschen und handlichen rotbraunen Bände ganz bedeutend erhöht hat. Der neueste Band der San,ml,mg — ^-mann Hillger Verlag, Berlin-Leipzig — Ist als Doppelband i^tr. 1008/V) — erschlenen und bringt einen ausgezeichneten Roman von Edela Rüst „Die Goldsucher". Die Verfasserin, die sich on^ch manche andere Werke ihrer Feder einen ausgezeichneten Ruf als Erzählerin erworben hot, bringt auch in diesem Ron,an, der ^ n Ostpreußen, zun, Teil in Berlin spielt, alle Vorzüge ihre Schreibweise anSzeichnei,: vor allem emen fröhlichen Hninor, eine prächtige Eharaktertsiernng der Figuren und eme ganz vortreffliche Darstellung einer reichbewegten, packenden Handlung. Der wirklich gute Ron,an, der zun, Preise von 40 Pfg. überall erhältlich ist, wird sich sicherlich auch über die Kreise unserer braven feldgrauen hinaus viele Freunde erwerben.
r Ar ehms Tierleben. Kleine Ausgabe für Volk und Sckmle. Mit über 500 Abbildungen im Text und etwa 150 Tafeln m Farbendruck, Kupferätzung und Holzschnitt. Dritte Auflage, nach der von Professor Dr. Otto zur Straffen herausgegebenen vierten Auflage des HauptiverkeS vollständig „eubearbeitet von Tr. W.
4 ^nbe in Leinen gebunden zu je 12 Mk. Band II: Die Fische, Lurche und Kriechtiere. Verlag des Btblto- graphychen Institut» in Leipzig und Wien. — Mit den, soeben in dritter Auflage erschienenen zweiten Bande der kleinen AuS- gabe von „Brehn,» Tierleden" ist ein Buch in die Hände des Publikums gelegt worden, da- weiteste Kreise nicht weniger feffeln wird als der vorangegangene, bic Vögel behandelnde dritte Band des melsettig anregenden und gehaltvollen Werkes. Hier werden unS die Fische, die Lurche und die Kriechtiere vorgeiührt — Geschöpfe, die vom Laien meist als wenig begabt ,md langweilig an- 'werden, tatsächlich aber in ihren LebenSgewohnhetten, Eigen- lumlichkeiten und Instinkten durchaus nicht geringere« Interesse verdienen als die Säugetiere oder Vögel. Gerade dafür ist die lebensvolle Darstellung diese» Bandes ein schlagender Beweis, und gerade darum wird er Tierfreunden, insbesondere Aquarien, und ^-Errariendesihern. hoch willkommen sein. Seme Bearbeitung hat sich natürlich streng nach dem bewährten Plane gerichtet, der für den ganzen „VotkSbrehm* gilt. Zugrunde gelegt sind die ent- prechenden Bände der unter Profeffor Dr. Otto Straffen» Oberleitung von hervorragenden Gelehrten geschriebenen vierten Auflage der großen Ausgabe von Brehms klassischem..Tierleben", aber unter besonderer Berücksichtigung der einheimischen Formen selvstandlg gekürzt und geschickt bearbeitet für die Bedürfnifle aller derer, die von der Anschaffung des Hauptwerkes aus äußeren Gründen absehei, müssen, sowie für die Benutzung durch die Fugend und »n der Schule. Darum ist das Schwergewicht auf Lebens- schuderungen und Beobachtungen der neueren Tierpsychologie, daneben auch auf die Darstellung des anatomischen Baues der Tstere gelegt, auSgeschieden dagegen alles, was die Unbefangenheit junger Seelen gefährden könnte oder nur für Fachleute Interesse bietet. Alcht genug gerühmt werden kann die bildliche Ausstattung deS auch mit einen, ausgezeichneten Register versehenen Werkes. Sie i!t ganz außergewöhnlich reich, und neben den vielen Bildern im Teil fallen als herrliche Beigabe die von den angesehensten Tier- malem geschaffenen Farbentaseln, etiva der Forelle, des Herings de» Ha,es. der Zanneidechse. der Kreuzotter in die Augen. Unmittelbare Blicke aber in da» Leben und Treiben der Tiere gewahren die oft mit unendlicher Mühe und Geduld gewonnenen Naturphotographien, die wohl das Schönste und Lehrreichste sind ,va» auf diesen, Gebiete vorgelegt werden kann. So sind Tert und Illustration des höchsten Lobes würdig und ganz danach an- getan, auch diese», Bernde rascheste und weiteste Berbreituna in Hau» und Schule zu sichern. b
Versteckratsel.
. Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in solgendeu Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer*.
Jena — Biedermann — Angstschweiß — Staminbaum — Zuckerrüben — Fastenzeit — Hauptwort — Jhua — Duderstadt — Tanzschnhe — unterdrückt.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Königszugs in voriger Nummer:
Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen.
Kchrlsllellu»!,: SI„,. öioctz, - 3iolnlioi.8bn.cr und Verlag ber Bnchl'jchkn Nniv«>s»m».Buch- imb glcinbiurtcrei, R. Lgnnk. ®I<W


