Ausgabe 
5.6.1915
 
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argen, wenn ick auch dk-mal nicht fäntf. Denn ln« meisten Förster und Jager seien doch einge»oqen, Mld solle aber im Interesse der L«nd intb Volkswirtschaft tn diesem Jahre noch nveKr abge­schossen werden ... na, für», der Brandes machte seine Sache sehr vorzüglich! Käthe war ja zunächst durchaus nicht einverstanden, weil sie. da ihrer in der Einladung mir mit Grützen herzlich ge­dacht war, doch nicht gut mitkommen konnte; als ich ihr dann aber eingehe >rd auSeinmrdersetzte, wie gesund für mich fettansetzcnden! Schulmeister die Bewegung n der frischen Landluft sei, ganz ab­gesehen von dem vaterländischen Verdienst, das ich mir durch flottes Wildahschiehen in dieser ernsten Zeit erwerben würde, da hatte sic ein Einsehen und putzte mir sogar selber meine alte Knarre. Na. di« Hab' ich dann samt Gamaschen. Rucksack u,rd so weiter aus der näch­sten Station, wo ich den Berliner Schnellzug bestieg, in Ver- ivahrung gegeben, und dann bin ich eben hier und hoffe, datz du dich sehr fteust." ... . _ _. f ,.

Ich freute mich wirklich sehr, und nur verlebten drei schone Tage. Daniv schlug, just als die Eroberung Antwerpens gemeldet wurde und die Wogen der Begeisterung besonders hochgmgcn, leider schon die Scheidesttrnde. Beim Abschied batte ich die dunkle Empfindung, als ob bei dem guten Erich daheim doch nicht alles so glatt ablausen würde; doch er Taufte ruhigen Gemütes einen feisten Wakdhaseu, den er lder lieben Gattin alsselbfterlegte Jagd­beute" mitbringen wollte, versprach mir. sogleich zu schreiben und dampfte mit fröhlichemWeidmannsheil" ab.

Schon nach zwei Tagen hatte ich folgenden Brief:Na, alter Junge, da tvär ich beinahe übel hereingefallen, wenn mein Weib­lein schlieft!ich nicht doch ziemlich verständig wäre. Aber ein neues Winrerkoftüm hat's trotz der teuren Zeft gekostet? So »vas! Diese Rassinierthcit! Ich hätte sie bei meiner guten Käthe wirklich nicht vermutet! Aber ich iveitz jetzt, datz alle Adams- rippen uns intuitiv überlegen sind. Wir suchen sie mit Finten hrnters Licht zu führen, sie aber parieren uns mit Finessen, da können wir einfach nicht mehr mit! . . . Höre also? Alles ging soweit gut und glatt. Ich nahm in K. weine Knarre und sämt­liches Jagdgerät wieder in Empfang und tarn abends mit aus­gezeichnet markierter .großer SehnsnckÄ" Heine. Käthe ivar über­glücklich; wenigsten- tat sie so. die Schlange? Ich mutzte ihr nun ausgiebig von der Juad erzählen, und ich flunkerte, daß ein alter pensionierter Oberförster mich gewiß beneidet hätte? Also: ich hätte 23 Karnickel, 11 Hasen und einen Fuchs erlegt, und es ser sehr nett gewesen, so nervenstärkend und so weiter, aber am schönsten sei cs, zumal in dieser ernsten Zeit, denn doch daheim beim lieben Weibchen. Und den Hasen da hätt' ich persönlich geschossen und ihr nun mftgebracht. Und, nicht zu'vergessen, der Baron ließe sie -erzlichst grüßen. . .

Ta lächelte sie so malaztös, wie ich sie noch nie hatte lächeln sehen, und meinte mit kühler Ueberlegenheit:Zeig mir doch mal dein Gewehr?"

Hier," sagte ich ziemlich verblüfft.Na." sprach sie trocken und machte sich an der alten Knarre zu schaffen,was steckt denn hier im Lauf, du gewaltiger patriotischer Nimrod?"

Und . . . und mit einem Male zog sie mit dem kleinen Finger die zusammengerollte Einladung des wackeren Brande- heraus, auf die sie noch mit eigener Hand die Worte geschrieben hatte:Ich glaube dir ja den Schwindel doch nicht, du alter Sünder!" . . .

vermischt«».

* Die durchschossene Postanweisung. Tie selt­same Geschichte einer Postanweisung, die in einem älteren Soldaten- blatte von einem preußischen Postbeamten mttgeteilt wird, wird in jetziger Kriegszeit gewiß erneutes Interesse erregen. Im Jahre 1866 kam eine in Porta-HauSberge bei Minden ausgegedene Post­anweisung über 5 Taler in Flensburg an den Gefreiten Keller- meyer von der 4. Kompagnie des Magdeburgifchen Füsilier-Regi­ments Nr. 86 an. Ta» Regiment hatte sich eben in Marsch ge­setzt, die Anweisung wurde nachgescmdt und wurde endlich in Altona dem Empfänger ausgehändigt. Damals bestand die Ein­richtung, daß der Empfänger einer Geldsendung die Amveisung erhielt und sich da» Geld aus der Post abholen mußte. Wegen schleunigen Abmarsches konnte in Altona nicht das Geld erhoben werden, und da Kellcrmeyer keine Brieftasche hatte, in welcher er da» kostbare Papier hätte auibewahren können, übergab er eS einem Kameraden, der die Einweisung zusammengefaliet in seine Brieftasche steckte Dieser Kamerad aber siel im Gefecht, und die Kugel, die ihn tödlich getroffen, war durch die Brieftasche ge­gangen und zwar so, daß au» der Postanweisung der Name de» Empfänger» herausgeschossen war, der zwar nun au» dem Nach­laß der gefallenen Kameraden sein Wertpapier empfing, doch so, daß eS vor der Hand wertlos geworden war. Erst Monate später, nach allerlei Ermittelungen ist dann da» Geld endlich tn die Hände de» Empfänger» gelangt, trotz der durchschossenen Postanweisung.

* Auch ein Berus. In einer Pariser Kaserne, so erzählt der ,Cri de Pari»*, sind eine Anzahl Männer, die kürzlich zum Hilfsdienst einberufen wurden, soeben angekommen, und ein Unter-

ofstzier fragt sie nach ihren besonderen Eigenscboste>i, um fest­zustellen, wie sie am besten verivendet würden. »$Ba4 waren Sie in Ihrem bürgerlichen Beruf f*Ich bin RechlSanwalt* ,Gut. Und Sie?" »GerichlSschreiber.* »Gut. Und Sief* »Meine Frau ist. . . Tänzerin.*

vüchertlsch.

Shakespeare in deutscher Sprache. Herau»- gegeben, zum Teil neu übersetzt von Friedrich G u n d o l f. Ge­samte Ausstattung von Melchior L e ch l er. Mit dieser vor einigen Jahren begonnenen Veröffentlichung ivill der Verlag Georg Bon di tn Berlin eure Deutsche Monumental-AuSgabe von Shakespeares Wecken bringen, die den strengsten wiffenscha klicken und dichterischen Anforderungen entspricht, indem sie einem höchst gesteigerten Vera»,tivo,kungvgesülst gegenüber Shakespeare in der deutschen Sprache Ausdruck verleiht. Nach der Absicht des Ver­legers wird der Grundstock eines klaff,schen^deutfcden Lhakespeare, A. W. Schlegels 17 Ueberiragungen, als Ganzes übernommen, aber einer allseitigen und planmäßigen Revision der inhaltlichen Verstöße, der sprachlichen Schiefheiten und der zahlreiche ab­schwächenden Verseriveiterungen unterzogen. Dazu kommt eine völlige Neuübeitragung der nicht von Schlegel verdeutschten Haupt­werke. Daran schließen sich dann die relativ besten gleichfalls revidierten älteren Ueberiragungen der geringeren Dramen. Z'i diesen: Unternehmen hat der Verlag einen Amor gewonnen, der durch seine dichterische , ähiakeit und durch philologisch- Schulung, sowie durch jahrelange Beschäftigung mit Shalei?eare ihm dazu besonders berufen schien. Er gehört dein Kreise Stefan George» und der Blätter für die Kunst an, dem selbst von Gegnern die Be­herrschung der Form nicht bestritten wird Seine Uebertragirng so-lgt de»n lebendigen Temperament und der mannigfaltigen Wucht der Shakespeare'schen Diktion, gleich u eit entfernt von starrer Manier, vo>r Glättuiig, von blassem Aesthetentum. ivie von naturalistischer Stillosigkeit. Die Resultate einer gründlichen Tertkril'k liegen der Uebersetzung zugrunde und 'Anmerkungen am Schluß jede- Bande» mit vielen neuen Gest l tspunkten für LeSart und Deutung des eng­lischen Textes machen daS Werk auch dem Fachmann unentbehrlich. Der gesamte Buchschmuck: Emband, Titelzeichnnng. Umrahmungen, Initialen sind von der Haiid Melchior Sechters; da- Format und das eigens ange'ertigteIndia paper a tiqne entsprechen dein monumentalen Zioeck des Werkes, ^eroch aeltende Subski ipt'onS- preis beträgt pro Band brach. Mk. 6, 0, in grün Leinen gebunden Mk. 7,60, in bestem grünem Bock-Saffian Mk. 1-.50. Ei»i in Schweins- leder gebiu,dener Ll,rnsband kostet Mk. 17,50.

In der Nmnmcr 3752 der LeipzigerIllustrierten Zeitung* ,vird in aus ührlicher Weise Italiens Eintritt in den Weltkrieg bildlich und textlich behandelt Ncbrn zahlreichen Por­träten der Männer, die Italien in das a iurbe Kriegsabenteuer gestürzt haben, finden >vrr in dem He t eine Reihe weiterer aktueller italienischer Bilder, darunter ganzseitige Tar ellungen der hailpt- sächlichsten Militär- und Flotleutyvei,. ioiv e eine höchst lehrreiche große Reliefkarte der österceichis -italiemichen Grenzgebiete. Die plastische Geläiidedarstcllnng an' dieser Karte gib! eine Vorstellung von den Schwierigkeiten, mit denen die militärischen Operationen ans diesetn von der Natur juni größten Leil so auSgtebia ge­schützten neuen Kriegsschauplatz verknüpft find. Von den im Felde befindlichen Sonderzeichnern der »Illustrierten eni,ng" sind Fritz Grotemeyer, Professor HanS v. Hayek, Felix Lchwormstädt, Victor Schramm »mb W. Gause mit mehr oder minder umfangreichet, Beiträgen vertreten. _

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Ochrlstleitung: Äug. Goetz. - RotationSdnick und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange. Giebel