vermischter.
* Unsere Höhlenbewohner an der Aisne. Der Kricaömaler Ernst Vollbehr, der mit unsern Feldgrauen in den Höhlen und Steinbrüchen an der Aisne gelebt hat, schildert seine Erfahrungen in einer fesselnden Plauderei, die er in der Umschau veröffentlicht. Die Höhlen, die natürliche, starke Festungen darstellen, scheinen zum Teil aus der Zeit der Höhlenbewohner zu stammen: sie gewähren mit den gewaltigen verwittertest Riesensäulenklötzen, die die Decke stützen, einen malerischen Anblick. Vollbehr gewöhnte sich bald an das Höhlenleben und an den Kanonendonner und malte die mannigfachen Bilder des Soldatenlebens, die sich in den romantischen Höhlen entfalten. Hier waren Soldaten dabei, ein Wein fast zu leeren, das ihnen als Beute zugefallen war, dort zahlte an einem Tische ein Untier- offizier das Monatsgehalt aus, während ein anderer zahlreiche Postamveisunaen ausschrieb, durch die die Soldaten das Geld in die .Heimat schickt«!, dann sah man wieder Schuster und Schneider bei der Arbeit. Gewehrappell wurde abgehalten, an anderer Stelle spielte man Karten oder rüstete zur nächsten Mahlzeit. Ganz im Hintergründe schliefen einige hundert Pioniere, die in der Nacht an den Schützengräben gearbeitet hatten. Während über dem Eingang die Granaten himvegzisclüen, fühlten sich die Soldaten unten in den Höhlen sicher und wohl. Ein Bild wie aus den ersten Zeiten der Christenheit entfaltete sich, wenn an den Sonntagen die Soldaten aus den Schützengräben kamen und sich um den auf« gestellten Altar zum Gottesdienst versammelten. In einer unterirdischen Küche fand Vollbehr am Herde einen Soldaten, der als Koch berühmt )var und sich gerade damit beschäftigte, Fleisch zu braten. In der Decke waren Äranatlöcher mit Stroh ausgestvpft, die Fenster auf der Feucrseite ivaren mit Türen verrammelt, und der Kock) „Karl" war lvütend, weil ihm am Morgen die Küchenuhr und einige Gläser durch Schrapnellschüsse vernichtet waren. Trotzdem schmeckte das Essen hervorragend. Auster der unterirdischtm Kück-e gab es noch eine Reihe tiefer Keller, die etagenartig untere einander lagen und in denen die Soldaten, tvenn sie aus den' Schützengräben abgelöst waren, bombensicker ruhen und aus schlafen konnten. Auch das Bureau des Majors und die Verbandplätze ivaren unterirdisch. Als eines Abends die Soldaten in der grasten dunklen Höhle bereits schliefen und nur noch ein kleiner Teil im Mondschein vor dem Eingang säst und Heimatslieder sang, kam völlig erschöpft ein Soldat nnt der Meldung angelaufen: „Die Engländer sind im vordersten Schützengraben/' Im Augenblick 'war alles aus dem Schlaf und stand marsch- und kampfbereit vor der Höhle, um im Laufschritt gegen den Feind vorznaehcn. Die Wache batte jedoch bereits den Angriff zurückgescklagen, so daß sich die Soldaten wieder in die Höhlen zurückziehen konnten.
Wie R a d e tz k y im ö st e r r e i ch t s ch - i t a l t e n i s ch e n Kriege zum Schnurrbart kam. Im österreichischen Heere war bei den Offizieren außer bei den Husaren vor dem Jahre 1548 der Bart verpönt, bei der Mannschaft indessen war der Schnurrbart obligat. Co erregte eS große Sensation, als der Krieg-- minister Feldmarschalleutnant Peter Hanini, der sein Amt am 3. April 1848 antrat, sich bald darauf einen Schnurrbart, das Abzeichen der militärischen miner» vleb3, stehen ließ. Ter Osfiziers- schnurrbart wurde allgemein »nt Jubel ausgenommen, und selbst diejenigen mußten ihn sich nach solchem Vorbilde nun auch noch stehen lassen, die eben nicht gerade verjüngt durch ihn auSsahen. Bald trugen alle einen Schnurrbart, bis auf Radetzky, den obersten Feldherrn selbst, der über achtzig Jahre alt war. Im italienischen ^eldzuge nun, im Jahre 1848, als er einmal in sehr heiterer Stimmung beim Frühstück war — es war kurz nach dem siegreichen Gerecht bei Mortara — fragte ihn, als der vortreffliche Nostrano-Wetn bereits alle recht angeregt hatte, Graf Pachtha, der Generalintendant der Armee, warum er noch immer glatt rastert
? n '"Einte der greise Feldherr: »Meine grauen Stoppeln , nussen sich wahrlich gilt genug ausnehmen; laßl's ,nich auS mit eurtn Geschichten, ich habe nach dem Reglement so lange Jahre leinen Bart mehr getragen und werde doch jetzt nickt wieder damit anfangen tollen l" — »Aber/ entgegnete ihm der Feldzeug- melster v. Schönhal«, .die ganze Armee trägt jetzt Bärte und nur ihr Führer, Euer Exzellenz, nicht!" Nun stimmten alle mit Bitten M, Radetzky möge sich auch einen Bart stehen lassen, die lustigsten E, malle wurden ersonnen, aus die der Feldherr in gutgelaunter Weile mit Scherzen etnging, und schließlich sagte er : »Jetzt pastt'S nur au», ich will euch was versprechen : wenn rvir die Ptemontesen m einer großen Schlacht tüchtig klopfen, so lasse ich mir '„en ^cknurrbart wachsen !* Ein allgemeiner Jubel folgte diese,» Ver. sprechen, frohgelaunt gingen die Offiziere auseinander, und schnell verbreitete sich im österreichischen Heere die Nachricht. Radetzky lasse ,ich den Schnurrbart wachsen, wenn der Feind tüchtig geschlagen ! l \i c m 8 ,üar am Vortage zur Schlacht von Novara, und vielleicht hat Radetzkys Scherz auch dazu beigetragen, daß die Oester- reicher einen großen Sieg davontrugen: jedenfalls mußte sich der cu.jeit nach der Schlacht bei Novara einen Schnurrbart stehen
©.. .. /00 Fremdkörper i m Magen. Einen wahren t hatte ein Holländer, vor, dein die „Gazette Medicale berichtet. Man hat schon oft von Kranken gehört, die
Aug. Goetz. -
in einer Art Wahnsinn einen unwiderstehlichen Drang verspüren, ihrem Magen die unverdaulichsten Dinge zuzilführen, aber dieser neue Fall stellt doch einen Rekord dar. Ter Patient wiirde wegen einer immer schlimmer werdenden Schlingbehinderung vor 14 Tageil im Hospital eingeliesert und leugnete bis zu seinem Tode, der durch eine Rippensellentzündung herbeigesührt wurde, irgend einen Fremdkörper verschliickt zu haben. Die Eezterung brachte die erstaunlichsten Dinge zutage. Ji, der Seitenwand der Speiseröhre ,var eii, Teil einer Türklinke in der Größe einer Nutz. Der Plagen, dessen Inneres Gelchivürnarbrii zeigte, rvar mit den verschiedensten Gegenständen aus Kupfer, Eisen, Blei, Ziiik, Glas, Stein und Kork attgelüllt. Darimter waren Stücke von Ketten, von Schlüsseln, ein kleines TascheiiNlesser, zwei Pfropfenzieher, ein Pfropfen einer Celterflasche, zahlreiche Ringe, Manschetlenknöpfe, eine Kartätsche mit Kugel. Tie Zahl dieser Dinge betrug 400; sie hatten ein Gewicht von 750 Gramm.
Einer deutschen Braut ins Kriegs-Gebetbuch.
Hast deinen Liebsten du rm Kriege stebn.
Dann -mußt du also bei Gott beten gehn:
„Du starker Gott? Du Herr von Tod und Siegt Der, den ich liebe, steht i,n großen Krieg.
Wie mußt' der Krieg ihm hehr und heilig sein,
Daß er fein liebstes Mädel liest allein!
Run will ich meine größte Not dir klagen,
(Du darfst es aber keinem weiter sagen):
Nicht Leid upn ihn, daß er das Schwert empfing!
Nur Leid um mich, daß ich nicht mit ihm ging!
Und willst du weinen heißen Wunsch erfahren.
Dann nrustt du treulich mir sein Herz bewahren!
Tenn träf' ihn falsche Lieb und tödlich Blei,
Da riß auch mir mein armes Herz entzwei!
Da, wo er steht, last ihr, als Held nur stehn,
Und — must es sein — als Held ihn untergehn! Konmlt er nicht tvieder, dann behalt ihn du!
Ich gönn' ihm nur bei dir und mir die Ruh!
Und kommt er wieder, nnrst er Sieger sein!
Ein Sieger oder tot — der Liebste mein!
So liegt sein Leben zwischen dir und mär:
Als Sieger mein! — Ms toter Held bei dir!
Mäi 1915. Ludwig Nüdltns.
vüchertlsch.
— »Bühne und Welt". 'Aus dem reichen Inhalte deS MaihefteS der von Wilhelm Kiefer herausgegebenen »Bühne und Welt*. Blätter für das deutsche Kunst- imd Geistesleben, feien hervorgehoben: »Das eiserne Kreuz am weißen Baud", vom
Herausgeber; — »Hindenburg als Erziehers Waller von Molo; »Kunst und Zukunft", HanS von Wolzoaen; — »Schiller als unser geistiger Führer im Weltkriege", Prof. Dr. Karl Berger; — Bor die Schranken", Adalbert Luntowski: — »E,n Wort an bieflrlt&er", Prof. Dr. Theobal Zlealer; — »Musikalische Zeitgeschichte", Walter DahmS: — »Vaterländische Stoffe", »Alexander von Gleichen- Rußwurm; — »Wölund der Schmied", vom Herausgeber; — »Ahnungen und Mahnungen für unsere Zeit", Prof. Dr. Fritz Ludtn. — Unter den Rubriken „Zuschriften" und »Zur Kritik der Gegenwart" wären weitere nennenswerte Beiträge zu erwähnen. Der illustrierte Teil enthält vier Radierungen zur Wölund-Sage von Prof. Ludwig Fahrenkrog. Der Preis für das Heit beträgt 60 Mg. — Ein Halbjahrsbezug während des Kriege- 3,50 Mk. — Probehefte durch den Verlag kostenfrei. Verlag von »Bühne und Welt", Hamburg 36.
5kat-Ausgabe.
Vorhand spielt im Besitz folgender Karten Pique-Solo i r
Das Spiel wird verloren. — Was für Karten hatten die Gegner und wie wurde gespielt?
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: Sarajate - Otto — Karft — ttastatt — After — Taffo — Ero5 - Saar;
SokrateS.
Kchriftleitun
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gieße,».''


