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fo viel« mit ©ennmbcruitd f: trat auf bfe Veranda jmauS,

T, hinter seinem te jmM Da»

,Meür gnMgeS JräaiKtn, verzeihen Sie gÄHdll Ich B Sie mit roter Tinte schreiben, wrriaieren an diesem si

Nun ^*- - 1 -

»V-'her da -

I; ich foU anoern, um es mtt roter zruue tun, vamu oer Maue Herr sogleich scheu rann, »vierveit ich ihm zu Willen ändere. . rem gnädiges Fräulein, glauben Sie mir, ich hätte es nie ge­wagt aber wo soll ich 'hier zwischen den Bergen rote Tinte her nchnren? Und der Mann bedrängt mich so arg . .

v^ie war aufgestanoen, rückte ihm zu und reichte ihm jdas kleine Füßchen Tinte, auch den Halter. Und er Nahm beides, hielt ihre Hand fest und beugte sich galant darüber.

Erst nach dem Handkuß stellte er sich vor:Professor Mittel­bach !

Ihren Namen verstand er nicht, so leise sprach sie. Oder gab er so wenig acht, weil ihn die Äugen, diese tiefen Augen viel mehr beschäftigten?

Sind Sie Schriftstellerin?" zeigte er auf die Korrekturen. Da müssen Sie mir erzählen, wir müssen Freund« werden. Ich vabe mehrere Freuiide, die Schriftsteller sind. Aber eine Tame... hie habe ich mir immer ganz anders gedacht, alt und ehrwürdig, mit einer großen Brille."

^ie lachte hell auf und ließ sich von seinen Schmeichel- worten emfangen, Mit ihm zu plaudern. Die Terrasse stiegen sie hinab und wanderten in den Wald. Srachmittags holte er sie ab, speiste abends mit ihr. Sie wurden an diesem einen Tage ehrliche Freunde und sprachen sich vieles vom Herzen, Pläne, Hoffnungen ffip Träume. Sie mußte ihm auch erzählen, was sie schriebe. Emen RoMan von eineni Leutnant. Sie wolle darin den neuer? Keift unserer Zeit der Technik und seinen Einfluß auf den Offiq ner ausdrücken. Ein Flieger sei dieser Leutnant, keiper von den Mgen, süßlicheti Flirtfiguren, die es »vohl auch gar nicht mehr M der Arn^ee Mbe.

/ ~ . "öch/' bestätigte ihr der Professor und bekannte,

Mber Offizier der Reserve zu sein. Das Thema interessierte ihn, ttoch mehr dre finge, junge und so ohne Vergleich schöne Schrift­stellerin. Nach Tagen war er sich gewiß, daß er sie liebte.

Immer sprachen sie von Problemen und Themen, auch von sich selber, zumeist von dem Roman.

Wie soll er deim heißen? Wann erscheint er?"

-Da will^ich c sein Hetz: ,Leuttrant Zottikfer."

S 'es Orches

den, Titel .

in seiner Geldtasche verwahrte.

Den nächsten Tag und die folgenden sprachen sie auf einmal nicht mehr von dem Buche, auch nicht mehr von sich selber: die Ereignisse der Welt draußen stürniten auch über daS stille Bad Kentleaenen WaÜrtal herein. Der Krieg drohte! Er brach auS. llftd Professor Mittelbach mußte abreisen, wie die meisten Männer.

WZ dE gmg er mit seiner neugeivonnenen Freimdiu ^rch den Wald. ES war ein schnelles, bnLigendes Wandern und M zwn'Ab?Med^^ ^ tTjre Herzen schlagen. Und küßten

* '^P n f F wiederkomme, Liebe, Liebste-hier wollen wir

nnS Wiedersehen, wo »vir uns zueinander fanden!"

J? o- f Ä? ure £ 1*2* »u- Und er schied, tfyrc Blumen, ihre Jefcteh J3ie& e S(jnt&e mtretieuj Händen. Weinend winkte sie ihm nach. kamen Mvergende, schwere Wochen für beide. Kamen

Är ^ J lllj 5 bin.Ich bin gegen Rußland!" schrieb

tr ihr.Und es geht hart her."

^ebwigte zitterte um ihn vergaß ihre Kunst, ihr Buch, ba« unbemerkt in bat^ erften ßodyen des großen Krieges erschien, «lumen, kleine Angebinde, Leckereien schKt« sie ihm, und hatte ^wch Nie so wunderschön, so innig geschrieben, als in den Begleitbriefen zu icdem Päckchen.

S Slber Me ©eniungtntoten alle nacheinander jurütf. «er- urile«! ÖUf nb äsenden, nachher Mcfi noch:

Sie nagte »or allen Türen um Rat, wollte die Adresse des gefangenen in Rußland erfahren. Wochen vergingen, flirchtbare ' «^a,kmn Antwort vom Nachweisebureau: Ein Offizier ff iZ Monieren namens Mittelbach, ArHtekt von Zivilberuf, tft nicht unter den deutschen Gefangenen in Riißland.

varU'vZckNL^"^ " Um % 0(3 gültig. Er

MNdringlichc TrauerNetder, denn er d. 'Vj V der Welt noch ein Fremder gewesen, und sie «JjJ« rL w der Me»is<tieii, aber ttef iin Herzen, la

ungekanntes Grab und dachte immer mit 5 h al o t lc ^ cn und gescheiten Frermd, der so uni

2"Lklt tn ihr Leben getreteii »var, sie ganz bezaubert hatte und ? J U Statten lpar. Die Monate gingen hin, halbes Jahr. Es fai^ciu iteueS Jahr, ein neuer Frühling, nb faßte neue -L-chaffenSpläue und vergaß den Freunds chr Buch vom Leutnant Zollikofer, an dem der Tote Jett Swonwien hatte, ging weite Wege in der: Krieg Dieser Krieg bewies eS, daß der Offizier «in anderer ge^

iwrben war, als ihn bi« süßlichen alten Jungfern in ihren Büchern malten. Er war «in Held! Und was ein junges Frauenhirn von den Offtziersflteaenl erträumt hatte, ward zur Tat. Sie leisteten so Uebermenschiiches und Herrliches, daß Generalseldmarschall Hrndenburg selber des Lobes davon voll war.

Und einen kleinen Abglanz dieses RuhmeS trug das Buch bom neuen Geiste des deutichen LOttnants ourch die Heere.

. Aberids im Unterstand ging es von Hand zu Hand. Sogar der Brtgadegeneral, der überhaupt nicht viel von Büchern hielt, lobte es.

Allerhand Achtung vor so einem Frauenzimmer, das Buch da zu famüzieren, meine Herren. Mrklich ausgezeichnet. Exzellenz haben das auck) gesagt und gemeint, es könne gar nichts schaden, wenn wir der Dame mal dicrch ihren Verleger ein Sammellob zukommen ließen. Schließlich sind wir doch kompetent, na, und Zeit haben wir auch gemrg gerade jetzt. Ist ja auch für den Offi­zier sozusagen Pflicht, nicht, sich gegen Damen stets dankbar zu zeigen? Na, vielleicht ist sie auch jung und hübsch. Man kann nie wissen. . ."

Die Leutnants waren begeistert von der Idee, und dt« Stabs­offiziere sagten nicht nein, schrieben ihren Namen alle in den großen, schrvungvollen Huldigungsbrief, den der Brigadeadjutant aufgesetzt hatte.

Wirklich, Exzellenz waren ganz begeistert von dem Buche. Natutten die Verfasserin eine geistvolle Person und meinten, mmt habe ihr ganz gehörig dankbar zu sein."

Dieser Brief erfüllt« die Dichterin mtt einer wehmüttgen Freude. Werm er das erlebt hätte! Nun stand er »oieder leb«idig vor ihr. schwärmend und werbend. Sie starrte fröstelnd in den neuen Frühling und fühlte sich einsam. Oft. gar oft hatte sie darüber nachgesomren, ob denn die schnelle, simg« Liebe damals wohl das rechte für si« beide gewesen wäre, und hatte doch nur tmUrer zu dem einen Schlüsse gefunden: Er liebte dich und er ist verschollen, ist tot! Liber dann war eS ihr imrner, vollends jefei tit dem neuen Frühling, als lebe er, lebe irgendrvo und würoe wiederkommen.

Sie reiste in daö Waldbad und wartete. Wenn sie eS sich auch nicht eingestehen wollte, es war doch ein drängendes, weh« Warten in ihr, ein Sichfreuen.

Wieder wurde es Sonünev, Sommer wie vor einem Jahre, als der Liebste LLbschied nahm. Ihr Verleger kam, sie zu besuchen und vat:Rerseii Sie hier loeg, liebes Frän'ein! Das ist doch hier nichts für Sie . . . Ins Lchen!">

Sie spazierten iM Walde, und er erzählte vvn sich, von seinen Geschäften, bon ihrckn Buche.

j, ... . Da ist mir letztens etwas Seltenes widerfahren. Denken Sie nurr Ich erhalte ein Schreiben vom Armee-Ober- komMando-Ost, iuiS dem ich zuerst gar nicht klug geworden bin. Ich habe es Ihnen des Interesses halber mitgebvacht."

Er blieb stehen, zog einen dicken, gelben Amtsbrief auS der Tasche und wollte ihn entfalten. Da streckte sie schon die Hand danach aus, gebieterisch:Geben Sie!"

Erstaunt reichte er ihr den Brief, llnd sie riß das lveiße, engbeschriebene Blatt heraus. Ihre Hand zitterte heftig.

3Mm Tieferbetten einiger von den Russen zu flach angelegter Gräber aus den ersten Kriogswochen haben wir letzthin Mich em paar unermittelte deutsche Soloaten aufgeflinden, darunter ein Mann, der unzweifelhaft ein Offizier und aus besserenr Stand geweseii ist. Leider ist er nicht mehr erkennbar, hat auch kein Erkennungszeichen, keinerlei Wertsachen oder sonstiges bei sich ge- baR. Glatt ausgeraubt von den Russm. Nur in der geleerten Geldtasche fand sich ein abgerissener Notizbuchzettel mit den beiden Worten: Leutnant Zollikofer, in flotter Bleisriftschrift. Ein deutscher Offizier diese- Namens fanb sich jedoch nirgends in den Listen. So wirrde der unbekannte Tote wiederum beigesetzt, ohne fest- aestellt zu sein. Gr ist in ein Grab für sich gebettet. Das Grab!- krenz ist ohne Inschrift. Beim Nachforschen deS ausgezeichneten NamensZollikofer" hat sich dann berausaefteNt, daß es ein Du ck dieses Titels gibt, das sich der gefallene Loldat »vohl ausgezeichnet hatte, um es sich vielleicht später zu kaufen oder zu enlleihen. Ein Offizier beim Oberkommando kantitc das Buch selber und er­klärte, es wäre in einzelnen Heeresteilen sehr bekannt uiid ver­breitet. Durch ilm erfuhretl wir auch Ihren Verlag und teilen Ihlten alS dem Verleger des Büches den Vorfall mit, ohne an­nehmen zu »vollen, daß Sie vielleicht zur Rekoanoszieruiig des unermittelten toten Soldaten beitragen könnten. .Andernfalls »vollen Sie jede z»veckdie»iliche Auskunft . . ."

Das Briefblatt flatterte auf den Waldboden. Der Verleger bückte sich, es aufzriheben.

,DaS Mich man Ge»Msse»lbaftigkeit nennen, rnckst »vahr?" richtete er sich »vieder auf. Und verstiimntte jäh. Er blickte i»t ein totenbleiches Frauenantlitz.Llber verehrteste Freundin!"

Kommen Sie! Ich »oill Hinreisen u»id den Nameti auf daS leere Grabkreitz schreiben," flüsterte sie tonlos u»id zog den Ver- »vunderten, Erschütterteri mtt sich.

In Chxfurcht sch»oiea der Wald u»id»npfte die hastigen Schritte des jimgen Wewes, daS nach dem Grabe seiner Liede drängte. _