Donnerstag, den 27. Mat

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Lurück zur Schotte.

Nomon von Ewald Gerhard Seeliger.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Ob ich wohl mal tanze?" fragte Karl Zdurotschin unternehmungslustig.

Mer Moritz Gassel widerriet es ihm, gestützt auf seine traurigen Erfahrungen.

Prost!" rief Karl Zdurotschin glücklich.Und Hinunel- fahrt komm ich nach Britzkawe. Menschenkind, werden die Zdurotfchiner Äugen machen!"

Moritz Gassel erwiderte nichts. Karl Zdurotschin bot ihn: eine Zigarre an, und beide qualmten schweigend und schauten in das Tanzgewühl. Hedwig war mitten drin. Sie tanzte schon wieder mit Thomas Hauschild.

Dem Kerl brech ich die Rippen!" knurrte Karl Zdurot- schin und ballte die Faust.

Moritz Gassel beobachtete die beiden längere Zeit. Tho- inas Hauschild bemühte sich, während des ganzes ein Ge­spräch anzuzetteln, doch Hedwig verhielt sich ablehnend. Moritz Gassel schloß das aus ihrer abweisenden Miene.

Ich glaube," erwiderte er,die beiden haben wohl doch nichts miteinander."

Das möcht ich dem Schubiak auch geraten haben!" brummte Karl Zdurotschin und öffnete die Faust wieder.

Thomas .Hauschild erkannte endlich das Vergebliche seiner Bemühungen und kümmerte sich plötzlich gar nicht mehr um Hedruig. Er wollte sie eifersüchtig machen. Mer sie beachtete ihn nicht, wenn er auch noch so toll durch den Saal fegte. Denn er war ein vorzüglicher Tänzer. Hedwig schenkte ihm keinen Blick mehr. Darüber giftete er sich so sehr, daß er sich ins Spielzimmer setzte und anfing &u mauscheln. Und er hatte, wie immer, Glück bei den Karten, rückte zum Bankhalter auf und vergaß, was um ihn her vorging. Am Nebentisch spielte August Knorreck mit drei Förstern einen Dauerskat und dachte an die Aussaat. Das konnte er sich schon leisten, denn das Spiel war nicht so auf­regend, weil es nur um halbe Mennige ging. Frau Knorreck aber nährte sich inzwischen redlich von Kaffee und Kuchen und ließ sich von ihren'Freundinnen alle Familienbegebeu- Heiken der näheren und weiteren Umgegend haarklein er­zählen. Zum Dank dafiir berichtete sie mit Stolz von .ihrem hoffnungsvollen Söhnchen Hugo, der in Halle so schrecklich viel studieren müsse, um Theologe zu werden. Sie sagte nicht Vastor", das Wort war ihr nicht vornehm genug. Um Hed­wig brauchte sie sich nicht zu kümmern, die war von den jungen Herrn immer umschwärmt.

Da trat der Oberförster K>ochalke unter den Kronleuch-. ter, klatschte schallend tu die Hände und ries:Damenwahl.

Die Stadtkapelle spielte eine flotte Polka. Die Mädchen schwärmten aus und hblten sich ihre treuesten Ritter heran. Sogar im Spielzinuner machten sich die Folgen bemerklich

Thomas Hauschild ließ sich von seinem Nachbar vertreten und stellte sich an die Tür. Mer Hedwig schritt auf Pest Tisch zu, au dem Karl Zdurotschin mit seinem jüngsten Freunde saß und qualmte. Als er Hedwig kommen sah, legte er sofort die Z,igarre nieg und erhob sich langsam. Seine grauen Augen funkelten wie zwei Perlmnttknöpse in der 'Sonne.

Herr Gassel!" rief Hedwig.Wenn ich bitten darf."

Karl Zdurotschin sank plump auf den Stuhl. Moritz Gaffel wurde krebsrot. Das hatte er nicht im Traume ep« wartet. Neberglücklich stürzte er sich in das wogende Gewicht und hatte, dank ihrer .Hilfe, geschwind den Polkaschritt heraus.

Sehen Sie, daß es geht!" rief sie triumphierend.

Ich, wahrhaftig!" lachte er verdutzt.Ich hätte eS nicht geglaubt!"

Karl Zduortschin aber qualmte wieder. Er hatte sich schnetl beruhigt. Das kleine Schulmeisterlein wurde ihm weiter nicht gefährlich!

Ich glarcbe," sprach) Moritz Gassel mutig,jetzt kann ich auch Walzer tanzen. Mer nur mit Ihnen r

Mgemacht!" lachte jic fröhlich.Versuchen toir's nach­her. Ich warte auf Sie. Halten Sie besser Takt."

Wechselt Tritt!" kommandierte er.Es stimmt wieder nicht. Und ich bin doch sonst nicht so dumm."

Erschöpft hielt er inne. Da war auch die Musik zu Ende. Thomas Hauschild machte sich sprungbereit. Jetzt kam esn Walzer, dchch einmal wollte er sein Glück bei Hedwig ver«, suchen. Doch Moritz Gassel kam ihm um drei Nasenlanger zuvor. Da schlich der Wrrtschaftsgehilfe ingrimmig zu Herr Karten zurück und übernahm wieder die Mauschelbank. Und er gewann. Zwei Stunden weiter in diesem Tempo, und et konnte morgen sein Reitpferd bezahlen! Denn an diesent Tische wurde nicht um halbe Pfennige gespielt, da flogen Taler.

Nach verzweifelten Anstrengungen hatte Moritz Oktffel den Walzertritt endgültig ausgegeben und Hedwig ans den Platz zu rückgeb rächt. Sie hatte' ihn nach Kräften, jedoch vergeblich, bemuttert und tröstete ihn. Aber bald wurde sie ihn: entführt, und er fand sich zu Karl Zdurotschin zurück.

Antreten zur Polonaise!" schrie der Oberförster Kochalte und engagierte die rundliche Gattin des Zucker- siedereidirektorö, der diesem Inspektorenball schon aus Ge­schäftsinteresse nicht fern geblieben war.

Das ist leicht!" rief Moritz Gassel und sah Karl Zdurotschin herausfordernd an.

Ich kann mir's leisten, nicht zu tanzen!" enoiderte der eigensinnig.

Außerdem hatte, er schon zu viel getrunken. Moritz Gassel blieb bei ihn), denn Hedwig war bereits von dem langen Zuckersiedereidirektor engagiert worden.

Um zwei Uhr legte August Knorreck die Karten hin > bezahlte.

Wir fahren in einer halben Stunde!" sprach er im