m
einen wehrlosen Feind zu töten, dann aber ein hochnotpeinliches Pflichtbewußtsein, seine Schuldigkeit tun zu müssen, daS selbst bet einem Feinde, der eben erst zwei Kameraden getötet und einen verwundet hatte, seine Anerkennung fand*
* Wie KriegSgerttchte entstehen. Im vorigen Herbst trat, wie erinnerlich sein wird, eine« Tage» mit der größten Bestimmtheit die Meldung aui, daß grobe russische Truppenmassen über Arckangel und Großbritannien aus den ivestlichen Kriegsschauplatz beiSrder-1 worden seien. ES wurden so bestimmte Einzelheiten mitgeteilt, daß kein Zweifel an der Nichtigkeit der Tatsache möglich sein sollte. Wie dieses Gerücht entstanden ist. erklärt letzt in der „Times* ein Mitglied deS Press eburecnls der englischen Zeniur, und er liesert damit einen Bestrag zur Psychologie der KriegSgerücbte, durch die die Oefientiichkeit immer wieder erregt wird. Die Erklärung ist recht einfach. Eine ziemlich große Zahl von russischen Offizieren kam damals in England an, die einen mtt dein Auftrag, Munition zu kaufen, die andern, um sich 51 t den verschiedenen Generalstäben an der Front im Westen zu begeben, denen sie zugeteill waren. Russische Soldaten, Ordonnanzen usw. begleiteten sie, und so war es eine ganze kleine Truppe, die von Archangel zu den schottischen Häfen reiste. Natürlich wurden sie von verschiedenen Personen gesehen. In dein Augenblick ihrer Ankunft beschloß nun infolge eines rein zufälligen Zusammentreffen« das englische Kriegsministerium, mehrere Lager, die zur Ausbildung der Terrt- torialtruppen dienten, zu verlegen. Diese Verlegung wurde sehr geheim vorgenommen. Die Vorhänge der Wagen in den Trans- portzüqen waren sorgfältig herabgezogen, damit niemand sehe, daß eS sich um einen Truppentransport handelte. Selbst da« Zugpersonal wusste nichts über die Bestimmung der Züge, die e« leitete. Angestellte, die der Ankunft der russischen Offiziere und Soldaten beiqewodnt und die geheimnisvollen Züge im Vorbei- fahren gesehen hatten, glaubten natürlich, daß zwischen den beiden ungewöhnlichen Ereignissen eine Beziehung bestünde, und iiiehr war nicht nötig, um daS Gerücht voni Eintreffen eine« russischen Heere« entstehen zu lassen, daS seinen Weg von Mund zu Mund nahni, in neutrale Länder überging und nun durch den Draht in alle Winde gemeldet wurde.
' Die Entwicklung der Feldmütze. Die Feldmütze der Soldaten hat nicht immer die Form gehabt, wie ste-feyt getragen wird, sie war auch ursprünglich nur ein« — Schlafmütze, und dankt als solche ihre Entstehung dem praktischen SparsamkeitS- sinn Friedrich Wilhelm« I., des Later« Friedrich« de« Groben, der im Jahre 1714, um die damals sehr kunstvoll auSqesührten Puderfrisuren der Soldaten zu schonen, den Befehl erteilte, auS den abgelegten Wollwestew der Mannschaften Schlasmützen anzusertigen, richtige Zipfelmützen mit einer Quaste an der Spitze. Da die Farben der Westen je nach den Regimentern verschieden war, so erschienen denn aiich demgemäß die Soldaten mtt Zipfelmützen in den verschiedenen Farben. Es scheint dann, daß di« Schlafiiiühen auch am Ta^ getragen wurden, da später am unteren Mützenrand ein Regimentsabzeichen angebracht wurde. Weiter wurde darin verordnet, daß die Zipfel nur bis zum Mützenrande reichen dursten, mit Ausnahme der Zipfel an den Aiützen der Husaren, welche daS Privileg hatten, die Zipfel bis auf die Schulter fallen zu laffen. Diese Zipfelmützen wurden biS in die RegterungSzett Friedrich Wilhelnis III. getragen, der den Befehl erteilte, sie anstatt auS den Wollweiien au« den abgelegten Oderuniformen herzusiellen, so daß die Farbe der Mützen >iun mst denen der verschiedenen Uniformen übereinstimmte. Auch wirrdeii sie irun „Zeltinützen* genau, it. Im Jahre 1808 wurde der Zipfel abgeschafft und dafür herunterknöpsbare Ohrenklappen eingesührt. Am 18. Juli 1813 wurden dann die Ohrenklappen abgeschafft, die Teckel wurden breit gen,acht, ein lederner Schirm wurde angesetzt, so daß die jetzige Feldmütze entstand, die auch von dieser Zeit an von Offizieren getragen wurde. Im Jahre 1843 erhielt dann die Mütze den Schmuck der Kokarde.
* B e r st e t n « r t e Brote. In einer Zeit, da daS Brot in gewiffer Beziehung eine Kostbarkeit geworden ist, darf wohl auf jene sagenhaften Vorgänge hingewiesen werden, die von der tief im Volke wurzelnden Wertschätzung deS Brotes Zeugnis oblegen. J>l verfchiedeiien Orten, in Kirchen, Stadtinuseen usw., werden näinlich Steine gezeigt, die der Lokaljage nach versteinerte Brote sind. Tie Brote sind zu Stein geivorden, weil ihre Besitzer entweder mit dieser GotleSgabe lästerlich unigeganqen sind oder der Armut gegenüber sich hartherzig erwiesen haben. In der Marienkirche zu Danzig wird solch Stein ausbewahrt. Der Sage nach hat eine reich« Frau zur Zeit grober Hungersnot, nachdem sie frisches Brot vo,n Bäcker geholt, die Krume aus dem Brote gelöst, um ihr schönes Kind damit abzureibeu. Unter der Hand soll ihr das Brot zu Stein geworden sein i,„d sie nicht gemerkt haben, daß sie durch das Reiben mit dem Steine dem Kinde tätliche Wunden zufügte. Ebenfalls in Danzig, in der Pfarrkirche, ivird ein Brotstein gezeigt, von dem die Sage geht, daß ein Franziskanermünch während einer HimgerSnot einem armen Weibe, das ihn für daS hungernde Kind um Brot bat, die Gabe versagte unter Dem Borgeben, er habe keinS; worauf daS arme Weib den Fluch aussprach, daS Brot, das er unter feiner Kutte berge, solle sich in Stein verwandeln. Eine ähnliche Sage knüpft sich an einen Stein, der in der ebeinaligen Kirche deS Kloster» Oliva gezeigt wird. Hier
wetaerte sich ein Schuhknecht, der während einer Hungersnot Im Kloster ein Brot erhalten hatte, auf dem Heimwege einer B-ttlerln etivas abzugeben, und auch in diesem Falle erfüllte sich der Fluch der Bettlerin, fein Brot verwandelte sich in Stein. Freilich knüpft sich an dieses Brot noch ein« andere Sage. Danach sollen lutho- rische Soldaten des SchwedenkönigS Gustav Adolf bet der Plünderung deS Klosters mit ihren rohen Händen sich an dem gewethtezz Brote vergriffen habe»,, um eS zu verzehren, beim Htnembeiße» aber gemerkt haben, daß es zu Stein geworden war, und auch noch jetzt werden die Zahnjpnren gezeigt.
— Ein Massenheiratsgesuch aus dem Urwald. Man denkt gern, wenn vom amerikanischen Farmerleben die Rede ist, ein bischen an den geliebten Robinson Crusoe zurück. Aber däk Freuden so eines einsamen Robinsondaseins sind allem Anschein «rach nicht ganz ungemischte, und so haben denn ihrer 40 Junggesellen, die da im Tale des Frazer Rivers sich angesiedelt haben, sich zusammengetan und einen „Notschrei auS dem „Urwald" vom Stapel gelassen, der dem Herausgeber der „New Port Evenin» Post" eine heitere Stunde bereitet haben mag. Jedenfalls prangt dieses Massenheiratsgesuch aus dem Urwald auf der Titelsette deS Blattes und wirklich verlohnt es sich, zu versuchen, diesen Ruf nach einem liebevollen Herzen wiederzugeben, soiveit man die Originalorthographie und die Interpunktion in der Uebersetzung nachatznen kann. „Herr Herausgeber Geehrter Herr Möchten sü Gütigst mir Erlauben Diese paar Zeilen an sie zu richte« »vir sind Ungefähr vierzig Amerikaner Sitzen am Frazer River f# dein Wundervollen Tal und wir sind beinab alle Juhnggesellen und auS diesem gründe benutzen wir die Gelegenheit mit thpet erlaubniS zu versuchen mit Einigen jungen Damen mädchsn ob« Witwen bekanntschaft zu nrachen die Ernsthaft zu heiraten Fuft» haben und da wir alle zwischen zwanzig und vierzig sind wird fl» Alle eine gute gelegenheit und wenn einige Arbeiterin ädchen odeff nitnwn mit uns in Briefwechsel treten Möchten ist die Adresse Box 63 Mc Bridge British Columbia und sie werden merken DK eS nicht so sehr schwer ist Einen Guten Gatten zu Finden De wü alle Heiraten Möchten und hier draußen noch keine Frauen sind Da es eine neue Gegend. Ist Hoffend sie Geben dieser Zuschriw ihre Freundliche Aufmerksamkeit und Onkeliams Kindern gut vlü» wainsmend Verbleiben Wir Eine Einsame Herde Junggesellen."
vücherlisch.
** "Buch Widmungen an den Kaiser. Kaiser Wilhelm II. hat im Groben Hauptquartier zwei Bücher eine« hesfffchen Verlage- angenommen; e» sind dies die historische Erzählung ,9)1 ichel Mort* und Charakter - und Zeitbilder gu» dem religiösen Leben von Vergangenheit ünd Gegenwart, beide au» der Jeder deS Herrn Professor« Otto Gros, Oberlehrer an der Oberrealfchule am FriedrtchSplab zu Offenbach a. M. — Daß die in diesen dargebotenen beiden Dchrntsß betätigte vaterländische Gesinnung die volle Anerkennung deS Katferß geiunden hat, ist durch die Königliche Preußische Gesandtschaft zu Darmstadt ausdrücklich ausgesprochen worden. — Beide Büche« sind im Verlage von Emil Roth in Gießen erschienen.
Xönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weife miteinander verbinden, daß man — wie der König aus dem Schach» brett — stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht.
rem
schwe
mei
de«
wei
schlag
fett
nur
born
ter
chet
morS
er
deS
körn
he
tief
steck
mar
sich
sprü
ernst
mü
heit
blei
ver
des
den
ne
dem
wahr
chet
fei
nur
der
rauscht
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung deS Arithmogriphs in voriger Numm«r — Ala — Rap3 — 8alias — Ilias — Far5 - As — Laar; Parsisal.
Schrsstleitnng: Aua Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Drübl'kiben UniversitätS-B"ch- und Stei„d,-ucker-r. N Lange, Gießern


