«mit dem Jungen über den Leib. Träumend lieh er dnn Schim­mel wieder die Zügel frei und sah erst wieder auf. al- der Mengst im fcofe des KruaeS wiehernd den brannten Stall grüßte.

Wieder wie schon so oft scholl wildes Zechen auS den geöffneten Fenstern der Rose auf den in Sommernachtsträumen liegenden Marktplatz. Die Bürger, die etwa noch vorübergingen, sperrten Längst die Mäuler nicht mehr auf, sondern hatten sich daran gewöhnt, itt dem Quartier der Offiziere so etwas wie ein Sodom und Gomorrha zu sehen. War nicht gar so scUimm. Die Fünf« hielten sich im allgemeinen an des RosenwirtS trefflichen Roten, und wenn ja einer mit einer Stadtdirne scharmuzierte, geschah- am Hellen Tage und störte -einem die Nachtruhe.

Ter schaoar^e Rittmeister hatte scharf getrunken, lehnte weit hintenüber in seinem Sessel und hatte sein Vergnügen an des Fähnrichs Versuchen, ein Wort von Traute zu erhaschen. Als die auf einen Augenblick an den Rundtisch trat, zog der Fähnrich sieh eins den Wachenvott, dachte der Rittmeister ein weißes Tüchlein aus dem Koller.

Wollt mir gestatten. Euch einen Verlust tvickec zu bringen, Jungfer. Fands heut früb im Bucheuschlag, als Ihr meinen Schimmel schrecken wolltet."

Und hielt Traute den Fund hin. Ungeschickter hätte ers dem Mädchen nun nicht macheil können. Zornflammen flogen ihr überS Gesichtlein. Gilts dir nicht inehr, werili ich dtrs möglich mache, ein vertraulich Wort ;u sagen. alS daß du vor deinen Kumpanen damit zu prunken suchst? Meinthalb! Und mit bebender Stimme:

Was bild't der Fähnrich sich ein? Ich ihm den Schimmel schrecken? Ich sollt ihm auflauern uiid ihm im Wald die Wege verstellen, daß er denkt, ich Hab ein Aug ans ihn? M<m drei Stallmagd geivesen sein! Paß ich einem auf, müßt- -ein Fähw- rich sein." Und int Davongehen über die Schulter:Oder nit gar so grün!"

?lber da- hatte besessen. Nach anfänglichem Verblüfft sein, lachten die Offiziere ihr dröhnendsteS Lachen. Nur der Weibev- kenner Brenckeufeld tat einen langen gedankenvollen Zug und dachte: Holla. eS donnert nirgends. eS hat denn zuvor geblitzt. Ter Fähnrich aber hatte einen anderen Gedanken: Au- ij» ganz uiü) gar.

War ein paar Tage vor dem hochheiligen Pffngstfeste, als de- Maien Herrlichkeit in den vollsten-Tönen jubelte und fancr Mitten auf denr Markte hatte der Rai den Egestorffern zwei Faß vom Ratslvein aufbauen lassen, um, die wilden Gäste dafür zu lohnen, daß sie noch keinem Mtrircher den HalS umgedreht hatten. Aller- Hand fahrend Volk hatte sich in ben letzten Wochen um die Sol- baten einaefunden, unh als es auf die zehnte Wendstunde ging, drehte sich unter den Dkrrktlinben beim Fackelschein manch fand-

E Dirne mit den Kürassieren im Tanz. Lärmen und Kreischen und die Dohlen im Rathausturm konnten nicht zur Ruh« n.

Ta raste wie da- Wetter krachend eine Patrouille aufs funkcn- fprühende Pflaster. Zwei Reuter warfen sich von abgeiaaien Rossen und stürmten wie toll tu die Wirtsstube, wo sie sctzoeiß- u

staubbedeckt einem Ue} daS Blut aus einem klaffenden Ri, an der Stirn vor die Offiziere donnerten und in stramnrer Haltung herauShacklen: Obernr Wald zieh'n an zwanzig Pascher

f gen die Grenze. Pe Hälfte han schwere Waffen wollten : halten tragen scheint- verbotene War' lvarsen den roten mning au- dem Sattel, schlugen dem Dannecker da- Roß zu­schanden und stachen ihn sckblst zu Tode wir zween konntet nichts auSrichten wenn man ihnen fort und gleich an die Fersen geht, könnt Man sie noch alle zum Teufel schicken. Braucht ihnen nur droben am Kreuzweg den Pfad zu verlegen, ehe sie hinwmmen. Mer Eil tut not?"

(Schluß folgt.)

Vermischte».

* War die englische Kavallerie hinter der Front tut. Die englischen Kavalleristen sind fett fünf Monaten §itr Untätigkeit gezwungen. »Da die Reit»'» düngen, die immer fort- geführt werden," so schreibt in der »Daily Mail" W. Beach Thomas aus Nordirankreich,weder die Zeit ausfüllen noch ihre Kraft er- fchopien, müssen sie sich andere har»nloje Betätigungen suchen. Die Beschäftigungen deS Winters sind vorbei. Die Spürhunde sind längst nach Hause zurückgekehrt, da die Schonzeit de- Wilde- be­gonnen hat. Was soll man da machen? Auf die Beantwortung vieser Frage wird viel Gefchickltchkett und Mühe verwandt. Letzte Woche z. B. wurde eine Vlerdefchau abgehalten, von der nach Meinung der ansehnlichen Zuschanerschaft die »Olympia* viel hätte lernen können. Wenn der Krieg nicht- andere- für die Kavallerie getan hat, so hat er sie die Kunst de- Hinderni-nehmen-gelehrt. Daß Wettrennen mit Hindernissen, da- hier gezeigt wurde, Übertrag an Scharfsinn, wenn nicht an Zähigkeit, alles, was man bei der »Grand National* oder derOlympia" sehen kann. »Wenn e- so weitergeht/ sagte ein Zuschauer, »werden die Pferde bald Stacheldrahtverhaue nehmen können.* Aber Pferdeichaustellungen sind nicht der einzige Sport, der getrieben wird. Ein paar Kavalleristen, die neulich von ein paar Tagen Urlaub au- England

zurückkehrt-n, waren mtt einer Angelrute und mit verschiedenen Angelkorken au-gestattet. Es gibt zwei Arten der Fischerei in Belgien und Frankreich. In einem Strom gibt e- Forellen, die auf die übliche Weife durch Fliegen gefangen werden, aber da- ist theoretisch, den»! nicht selten versuchten die Kavalleristen vergeblich, sie durch die appetttltchste Märzfliege anzulocken. Die Forellensiüfse sind selten und der Fischer muß sich oft mtt einfacherer Beute zu­frieden geben. Auf dem Grundstücke eine- alten Schlosses befindet sich ein breiter Graben, in dem sich eine Sorte Fische tummelt, die den Naturforschern Kopszerbrechen macht. ES ist eine Art Fisch mtt einem Batt, von gelblicher Farbe und einem Durchschnitts­gewicht von etwa einenr Pfund. ES ist weder ein Schlei noch ein Karpfen. Mit der Verfolgung dieser geheimnisvollen Geschöpfe könnt ihr einige unserer prächtigen Kavalleristen oft stundenlang beschäftigt sehen, durch die erbitternde Eigenart des Fisches, immer nur an dem Köder zu nippen, in steter Erregung. DaS sind die Künstler. Tann gibt eS wieder andere, die eine schnellere und un- barinherzigere Weise deS Fischen- vorztehen. Die begeben sich zu de« Teilen des Kanals, wo man grobe Mengen von Plötzen und Weißsischen vermutet. Dem Angriff geht, wie bei jedem modernen, ein Aufwand an Sprengstoffen voran. Ader in diesem Fall mackst eS keine großen Kosten. Ein kleines Bündel Schießbaumwolle, das unter der Wasseroberfläche explodiert, ist genug für alle Fische, die sich in der Nähe befinden. Ein paar Augenblicke nach der Ent­ladung sieht man die untere Seite der Piötzeir und Weißsische an der Oberfläche anftauchen. Ter Frühling hat auch das Golf- spielen wieder möglich gemacht, jetzt, wo sich nicht mehr jede Kugel gleich eingräbt, wo sie auch hinfällt. Wir scheine»! un- ein großes Stück Weges von dem Urteil des alten Froiffart- entiernt zu haben, der einmal sagte, daß die Engländer sich tra!»rig, gemäß der Sitte ihrer Lande-, amüsierten. E» ist unmöglich, eine heiterere, kühnere Menschenvereinigung zu finden, als diele spielende englische Kavallerie . . . .* Hinter der Front, wie htnzuz»»sügen ist.

* D i e wirkungsvolle Kriegserklärung. Lin lehr hübscher Witz von Gne»senau ist wenig bekannt. Als man im März 1813 in BreSlau darüber beriet, wie die Kriegserklärung an Napoleon abzulassen sei, wurden allerlei Entwürfe vorgelegt. Einer davon hatte de»! damaligen Gehetlnen LegationSrat, späteren Etaat-mtntster Anctllon zum Verfasser. Der Genannte las seinen Entwurf in einem kleinen Kreise vor, zu dem auch Scharnhorst und Gneisenau gehörten. Scharnhorst aber, der zu jener Zeit mit Arbeiten überhäuft und daher außerordentlich rnüde war, schließ al- Ancillon seinen »vortretchen, aber gedankenarme»! Entwurf mtt einem Aufwand von Pathos vorgelefen hatte, ein, worauf Gneisenau ganz trocken jagte: »Ja, meine Herren, ich stimme für die Arbeit des Herrn Geheimen LegationSrat- Ancillon; sie wird unsere Feinde einschläfern I" _

vüchertlsch.

Eberhard Büchner. KriegSdokumeute. Der Weltkrieg 1014/15 in der Darstellung der zeitgenössischen Preffe. Zweiter Band: Bon der Vogesen schlacht biSzurEin- nahmevon Suwalki. Titel-, Umschlag- und Einbandzerchnung von Proleffor F. H. Ehmcke. Geheftet 3 Mk, in Leinen gebunden 4 Mk. Verlag von Albert Langen, München. Eberhard Büchner hat dem von der Preffe mit einhelligem Beifall aufgenommenen ersten Bande seiner »KrtegSdokumente* in verhältniSinäbtg kurzer Frist nun den zivetten folgen lassen. Der Kreis der von ihm durch­gearbeiteten Zeitungen Ist mzivischen offenbar noch beträchtlich qe* wachsen, und man stellt mit Befriedigung fest, daß die Auswahl unter Beiseitesetzung aller Vorurteile und Parteiintereffen getroffen wurde. Mehr und mehr zeigt eS sich dabei, daß diesen! Unter­nehmen nicht nur ein außergeivöhnlicheS zeitgeschichtliches Interesse tnnewohnt, sondern daß eS auch berufen scheint, einen bemerken-- werten Platz in der die Geschichte der modernen Zeitung be­handelnden Literatur einzunehmen. Der zweite Band timtafU den Zeitraum von der Dogcsenschlacht bis zur ersten Einnahme von Suwalki und gibt in einen! farbigen Mosaik von bestrickendem Reiz einen lückenlosen Ueberblick über die Geschichte jener glor­reiche»! Stegeswochen. Wiederum ist neben den großen Ereig»»tffen das kleine Detail mit besonderer Liebe berücksichtigt worden, und eS ist Büchner gelungen, eine Fülle von Material yeranzufchaffen, das auch dem. der eine Reihe Zeitungen zu verfolgen psiegt, völlig unbekannt geblieben ist.

Magisches Quadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrat- sind die Buchstaben AAAAAADDIMMORR 9 8 derart einzutragen, daß die wagerechten i|, senkrecht.Reihen gleichlautend folgende- bedeuten: X. Fluß in Bayern.

3. Ein Mineral.

S. Biblischen Namen.

4. Orientalische Gotthett.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des LogogripyS in voriger Nummrrt Trappe, Treppe, Truppe, Truppen.

^chrtftleltung: ^lug Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Vnch- und Steindruckerei. R. Lange. Gieße»