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<* frtaem Eintritt ins öm empsielstt, ..ist Folgsamkeit und Duldsamkeit. Man mutz dmxckaus fid> im Militär gewölmeu. nickt allein ollert Befebieu. foubeiu aud; allen Winken, allen ®ebifhid>fu imb 5?er kommen. so widersprechend und nachteilig einem auch die So^e scheinen mag. Folge zu leisten. Wer di^ nicht in jeder Hinswit tut. wird so angesehen, als iwiltc er etwas besonderes vorstcllen, und dringt dadurch schon unvermerkt sowohl ferne Kameraden als höhere gegen sich auf. Dies ist der erste Schritt zu einen, nach teUlgen Verhältnis. »velches eine Menge von Unannehmlichkeiten nach sich zredt." Unter Duldsamkeit versteht der General das Ertragen von kleineren Ungerechtigkeiten. ..Es ist nicht möglich, das; man im Militär Menschen von solcher Moralität und Einsicht in allen Graden hat. das; sie die Gesetze dem Geiste nach zu vollziehen imstande sind, und gewöhnlich vergehen sich hierin diejenigen am meisten, welche persönlich die nxmigste Achtung verdienen. Man hat dalrer im allgemeinen angenommen, datz diese Ungerechtigkeiten unvermeidlrch seien und nun einmal zu den Nebeln des Militärs gehören. Sie nicht ertragen »vollen, zeigt also den Mangel einer richtigen Beurteilung seiner Verhältnisse und erzeugt also-in jedern Full eine nackteilige Meinung von sich. Sind es zu ausfallende Ungerechtigkeiten, so sagt man sie seinem nächsten Obern, nicht sogleich als Klage, sondern nachher gelegentlich, aber immer doch nur. »renn sie »viederholt eintreten: denn es macht schon bei den Hähern einen nachteiligen Eindruck, »venn der Niedere verlangt, das; »non itm mit so vielen Rücksichten behandeln soll, datz nrcht einnral ihm eine Ungerechtigkeit widerfahren sollte." Das Wichtigste aber ist und bleibt Gehorsam. „Bor allem mimt Du Dich gewöhnen, alle Deine Vorgesetzten von. dem Karabinier (Gefreiten) an als Deinen gesetzmäßigen Obern zu bctrachtcir, ohne aus seine persönlichen Eigenschaften zu sehen. Deine Obern sind dazu von den höchsten Behörden angesetzt, mrd Du »vürdcst Dir selbst bei Deiner Biloung die grössten Vorwürfe machen müssen, wenn Du nicht in diesem höheren Gesichtspunkte zu handeln imstande wärest." Sollte er in Rücksicht auf die Lohe Stellung seines VaterS besondere Vergünstigungen erhalten können, so möge er davon keinen Gebrauch machen, denn ..Du »virst bei Deinen StV meraden dadurch unendlich gewinnen." Ans ein gutes Verhältnis zu den andern aber kommt sehr viel an. „Ich habe immer keine gute Meinung von einem jungen Menschen, den seine Kameraden nickst leiden mögen, und ich habe bemerkt, datz nichts sicherer die allgemeine Achtung erhält, als die der Kameraden. Hiermit will ich nicht sagen, daß man mit ihnen gemeinschaftlich sich unanständig betragen, unanständige Oerter besuchen und geniein sein soll: das aber, was sich schickt, must man mit ihnen mitmachcn, inan gewinnt selbst dadurch nach und nach einen Aszendent über die Unanständigen und Unmoralischen."
verinischtes.
* Variier Amateur-PNege.rinnen. Eiaenartige Szene'! aus Varifer Lazaretten werden in einen; Briefe der römischen »Tribuna* geschildert. Tie Damen, die die Pflege von Verwundeten übernommen haben, »übertreibe»/ manchmal ihre Ausmerkiamkeit und den Euer ihrer Hille. So kommt es. datz niancher Soldat e- bei weitem vorzieht, von einer be»,llsmäbtge>» Pstegerin bedient zu werden als von einer dieser Damen. In einein Lazarett, das von einer ausländischen Kolonie in Par>S eingerichtet worden war, wurde vor kurzen; ein Negerjungltng ein- geliefert, um den sich verschiedene aristokratische Tainen wie verrückt geberdeten. Alle überhäuften ihn mit Zärtlichkeiten und Geschenken, atS ob es sich um da« reitendste weihe Baby gehandelt hätt«. Eines Tages waren wieder die Geschenke aus daS Belt de« Schwarzen herabgeregnet, aber der Pstegling erschien doch weniger vergnügt als sonst. Ein Sturm von fragen ging ans ihn nieder, die Tan»en zeigten ihn, ihr holdestes Lächeln, sie wetteiferten, ihm hundert schöne Sachen zu versorechen. Eine der Dainen hatte schließlich eine Idee. Sie eilte hinaus, svrang in ihr Automobil und nach einer halben Stunde kehrte sie nut einem prächtigen Spielzeug zurück. Tie anderen Damen hatten unterdessen einen Soldaten holen lassen, der arabisch verstand und den Schwarzen fragen sollte. Ais der Dolmetscher eintrat, drehte der Neger gerade das Spielzeug, da« die besorgte Taine ihn, eben gebracht hatte, zwischen den Händen, ohne zu wissen, was er damit sollte. »Wolltest du das haben f“ fragte ihn der Dolmetscher. Der Neger schüttelte den Kopf und sagte mit einem traurigen Seufzer: »Nein/ »Aber was willst du denn eigentlich?* fragte der weihe Soldat, worauf der Neger ihm zustüsterte: „Ein Stückchen Brot." . . Ein anderes Mal wurde in ein Lazarett ein Verwundeter eingeliefert, dessen Sauberkeit alle- zu wünschen nbkig lieh. Er kan, augenscheinlich direkt anS den, Schützengraben bei schlechten, Wetter. Die vornehmen Pflegerinnen weigerten sich ganz entschieden, ibn an-rz»,kleiden, da der Geruch, den der Unglückliche verbreitete, zu fürchterlich ,var. Es muhte also eine richtige Krankenpflegerin konunen, die ohne weitere- ihre Arbeit verrichtete, den Soldaten entkleidete, wusch und seine heftig schinerzenden Wuiiden behandelte. Als nun die Damen sich dem Bette des irisch gewaschenen und wieder menschenähnlichen Verwundeten näherten, sahn sie, dah sie augenscheinlich einen jungen Mann an« sehr vornehmer Familie *
vor sich hatten und sie erfuhren. dah er den Namen eines der ältesten französtfchen Adelsgeschlechter trug. Jetzt drängten sie sich an fein Bett und ivolltei, ihn alle pflegen. Aber der junge Mann blieb völlig ungerührt und würdigte sie kann» eines Blickes. »Wenn Sie irgend etwas brauchen, rillen Sie!" sagte eine der Damen. »Es rvird uns ein groheS Vergnüge», sein. Sie zu bedienen/ .Tanke," anlwoitelc der Soldat, »ich ,vüi,sche nur. dah die brave Pflegerin, die n.ich geivaschen hat. auch weiterhin meine Pflege übernimmt!* Tie Damen versta»lden die Leklio»,.
* Irischer K r i e g s h n m o r. Das irische Volk ist seit alterd durch seinen originellen Humor bekannt: und wenn den Iren in Irland unter dem eisernen Drucke der etiglild>eit Sckreckcnsherrsd^ast gegenwärtig der Humor wohl vergeht, so lassen sich dafür ihre Lands und Volksgenossen in den Vereinigten Staaten umsoweniger den Mund stopfen, und sie »nachen aus ihren Gefühlen gvgen Englaird und seine Bundesgenossen keinen ehl. So dient in einer seiner letzten Nuinmern der „Gaelic meriran" den Verbündeten Mit einer Anzahl von sehr witzigen und zugleich beißenden Vorschlägen zu Kriegöanzeigen, von denen auch deutsche Leser mit Vergnügen Kenntnis nehmen werden.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummeirr Sperber, Gerber, Berber, Werber.
Schrlstleituna: Ang. Goetz. - RotationSdriick und Verlag der Brnhl'fchen UnmersitälS-Buck,- und Stemdruckerei, N. Lan<,e (Bicfjeiv


