fein (ttutcd. Wir WinkclbcrgS haben immer einen schönen, teichten Tod gehabt. Bis auf meinen Pater. Der könnte heute noch leben, wenn er nicht an dieser Iran gestorben wäre. Ich habe es ihm prophezeit. Wo halt sie sich übrigens aus?"
„CMjunft es nicht," antwortete August Hnotrcd und Hub die r^chnUern. „Vielleicht bei ihren Verwandten hier in der^Nähe."
„>^ind Kinder da?" fragte der Baron intb schritt weiter.
Anglist K norreck schüttelte den Kopf.
Dann stiegen sie langsam den Hügel lviedcr hinunter. Der Wald licknete sich plötzlich. Links und rechts breiteten sich niedrige Schonnngen aus. die kaum zehn Jahre alt waren, lleber der einen schwebte ein großer Raubvogel. lln zählige Wildspuren schnürten über den Weg. Gleich darauf schlug August Knorreck seinen Stack in den Schnee Da klang cfa Stein.
m ' Die Grenze!" sagte er und blieb stehen. „Hier fangt Britzkawe an."
stritz von Winkelberg tat noch einen Schritt und schaute sich um. Hier und da ragten einige dünne Gruppen hoch stämmiger Kiekern über die Schonungen.
„Das ist der Wald?" fragte er enttäuscht.
„Im ^üdrevier ist eS noch schlimmer," meinte der Inspektor kleinlaut. „Die alten Bäume, die stehen geblie bcn sind, kann man an den Fingern abzählen. Der alte Herr von Winkelberg hat alles herunterschlagen lassen. Die zehn Jahre an der Riviera waren nicht billig!"
„Ich weist es!" nickte Frist von Winkelberg. „Diese Frau hat ihn ruiniert. Was für ein Geschäft hat sic übri gens m,t dem dicken Fricdländcr gemacht? Ich hörte unter wegS so etwas."
August Knorreck stiest rinnt tiefen Seufzer ans. Wenn er an das Geschäft dachte, lief ihm die Galle über.
„Heraus damit, Knorreck!" rief der Baron. „Ich biii auf alles gefaßt. Und wenn sie das ganze Schloh hat ans räumen lassen bis auf die Gardineiihaken "
. < 3 ?. rtr ? n!</ stöhnte der Inspektor. „Wenn's nur das
wäre: Aber sie hat außerdem das gesamte lebende und tote Inventar des Gutes zu einem lvahren Spottpreise ver chleudert. Bon dem ganzen Majorat Bristkawe. einschliest- i^n^^^onverkcS Aiederbristkawe. sind nur noch die leeren Gebäude und der Grund und Boden übrig. Sogar die Dienst leute hat man abgclohnt und sortgeschickt."
...., r ,n wir die Ucbernahme des Majorats zur Unmöa 'Äl '"Ochen," sprach Frist von Winkelberg langsam. „Fch hatte von der Frau nichts anderes erwartet"
Derr Baron dürfen mir glauben." fuhr August Knorreck fort, „daß ich nur die gröhtc Mühe gegeben habe H n>tnf 5U i ^ n». Der alte Herr von Winkelberg hatte sie W «? Umoey (Jlci-bm eingesetzt. Vielleicht gehen der derr Baron gerichtlich vor."
„Nein!" entschied Fritz von Winkelberg, und seine
feil ” Wnn fic den Raub b'b.„
nirf,t ' vb >ch unter diesen Um standen das Maiorat übernehmen kann "
eifria^D^Ldaron müssen es tun!" rief der Inspektor emm. „Der Herr Baron brauchen nur Kapital zu schaf
. ..^"^^lntal?" lachte Frist von Winkelberg hell auf. „Wo naten^!^^^"^ Levisohn haben schon vor sechs Mo 1 ^ "Nistte mir IN London eine nntergeord-
eristie^en^^!!!, Bankhause suchen, um überhaupt ^istirren zu könnrn. Und Sie, meni bester .Knorreck sprechen nur von Kapital!" ,pic
SnfÄTrS “" b '"üsse" cs flcbcn’" stieß der
. f l nb fl " Grenze der Leistungsfähigkeit a»ge
ge Fabre die i» h" b '" d"'ch die lau
v hvniiiii-n m-rbirtrf,! habe, dermaßen über
lch kemem Menschen raten kann, mir auch nur dfettmg zu leihen. Bristkawe wird die Nebenlinie über Ls^bn müssen. Ich gehe nach London zurück, schreibe Briefe,
ae U) ! b 1,1 bre i& ifl Jahren meine Schulden
^^en, wenn ich das Kunststück fertig bringe, mit
Odrmifeit 1 «LT ÖCr ^lfte meines Gehalts zu leben, «-wer wissen Sie einen anderen Ausweg?"
jawohl, Herr Baron, ich weist einen!" ries Auanst lchE u-.d sah [einem Vrn offen inö Gesicht! „virtKU. hier ut Bristkawe! Es wirst im Durchschnitt Mguzig Prozent Brutto ab. Bartenstein und Levisohn müs
sen heran! Ich glaub's nicht, daß sie nicht können. Sie wolleii nicht. Das ist die alte Ausrede, um die Prozente höher zu schrauben."
„Was würde cs Helsen?" fragte der Baron nachdenklich. „Ich reite mich nur noch tiefer hinein. Und »venu Miß- ernten kommen? Bristkawe gehört mir ja gar nicht. Ich kann damit nicht tun, was ich will. Ja, lvenn es kein Majorat wäre!"
^..Herr Baron!" sprach August Knorreck mutig und ivarf die schultern zurück. „Ich bitte meine Offenheit nicht übel zu nehmen Für Bristkawe ist es ein großes Glück, dast es ).tajorat ist. croitft war es längst in kleine Stücke zcrfcstt oder bi».' über die Giebel belastet. Die Herren von Winkel bcrg waren nie gute Hanshalter."
. „Knorreck!" rief der Baron froh und schlug ihm freudig aus di-' Schulter. „Knorreck, endlich reden Sie Deutsch. Nun aber auch mit allem herunter, was Sie ans dein Herzen haben!" ^
„Wie der .Herr Baron befehlen!" sprach August Knorreck und suchte nach dem alten korrekten Ton.. „Wenn ich hier Gutsherr wäre, ich »vürde Bristkalve halten, und faste ich noch dreimal ärger in der Tinte."
.. „Knorreck, Knorreck!" lachte der Baron belustigt. „Sie lvmen ,a noch garnicht, wie tief ich drin sitze!"
„Der Herr Baron haben hier einen Freund," fuhr der Inspektor fort und trat mit dem Fuste auf. „Einen bessern finden der Herr Baron aws dieser Welt nicht wieder. Das ist der Boden, den die Herren von Winkelberg schon zwei- htliii.ert Jahre lang ^bewirtschaften. lind einen solchen treuen Freund sollten der Herr Baron nicht im Stiche lassen. Nur Mut müssen der Herr Baroii haben!"
„Den hätte ich schon!" antlvortete Fritz von Winket- berg. „Nur lassen ^ie endlich den „Herrn Baron" weg'"
„Herr Baron!" erwiderte August Knorreck eigensinnig .Das sind Dinge, an denen man nicht rütteln darf Wir smd hier in Deutschland!"
„Ganz gleich!" meinte der Baron und schritt rüstig weiter. „Ich werde cs Ihnen schon abgewöhnen!"
Doch der Inspektor schüttelte den Kops. Bei der Lärchen- schonnng bogen sie nach rechts ab. auf die Waldecke zu. wo yedlrlg warten sollte. Doch die ivar noch nicht so weit.
Ten glatten Chausseeweg von Luschelau bis Podraschke hatte sie un schritt zurnckgelegt, doch die beiden Rappen waren damit nicht einverstanden gewesen. Schaum troff ihnen von den Gebissen, und oft stiegen sie hoch. Aber Hedwig lkep nicht locker, so sehr sie auch schnauften und die Köpfe schüttelten.
Nnd doch war ihre Hand unruhiger als sonst. Sic mußte immer lmeder an den Baron denken. Er sah so ganz anders aus, als vor dreizehn Jahren, wo er zum letzten Male auf Urlaub gekommen »var. und sie, die damals kalim sieben Jahre zahlte, aufs Pferd gesetzt und durch den Hof geführt hatte Das war ihr erster Ritt gewesen und auch ihr letzter denn Pater war gegen das Reiten Damals war der Baron ein langer, schmächtiger Leutnant gewesen. Heute war er ein großer, mächtiger Mann mit breiter Brust und einem dichten, blonden Vollbart, Nur seine Augen konnten noch genau so heiter blicken wie damals.
Hedwigs Unruhe übertrug sich bald ans das Gespann, Milten tu Podraschke entglitten ihr die Zügel, Aber sie konnte sie lum Glück noch erhaschen, Das Sattelpferd schlug über den Strang, Ein Bauer, der gerade des Wegs kam beruhigte es wieder, Fester fahle sie die Zügel mit ieiden Händen, Die Peitsch« legte sie weg. Aber das Schellengeläut ba^dw Rappen ans de», Rücken trugen, klang unruhig und
(Fortsetzung folgt.)
Der plan Napoleons.
Skizze von Georg Per sich (Charlottenburg).
^9kun. was habe ich Ihnen neulich gesagt?"
Wir hatten uns begrüßt, und da der Platz zu meiner Rechten im Ltraßenbahnwagen noch frei war, machte es sich der Doktor baram beaucm und nur unbequem.
Was hatte er gesagt? Ich entsann mich nicht, denn imr batten uns Mindestens drei Dock)en lang nicht gescl)en.
Wette annehmen sollen, die ick' Ihnen anho k f ic Statt verloren haben."
Welche Welte meinte er? Zch wMr i$n keiner.


