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Uebrigens wird mancherorts das ü,»führen auch an» letzte,; .;pr geübt, und man hat sogar die Meinung ausgeiprochen, daß e, von diesem Lern,in einfach aus den 1. Mai ausgedehnt worden W. Andere freilich erblicken darin eine selbständige Matsltte.

' Hohenzollerfches Zahlenfp , el. Fünfhundert Jahre sind am 30. April verflossen, seit der erste Hohenzoller den brandenburaischen Nurhut erworben hat; in dieser Zelt haben 30 Herrscher Brandenburg-Preußen» Thron innegebabt; aut zeven käme ein Vrertelrahrhundert. (LS ist ein eige,»artiger Zwall, daß gerade d»- beiden Herrscher, denen die Geschichte den Namen des Großen gegeben hat. am längsten regiert haben. Friedrich Wil­helm, der Große Kurfürst, kam schon mit 20 Fahren, aus den Thron. seine Regierungszett umspannte 46 Fahre. »Ter hat viel getan ' ist da» knapp geprägte, vielsagende Urteil, das der anoere groß»' Hohenzoller einst an seiiiem Grabe gefällt hat. Friedrich de» Großen Regierung »der Große' wird er gesang der Kunstgenoffenschaft voll Emmerich vom 20. April 17vä genannt war nur um zwei Fahre kürzer, und sie scheidet sich genau in eine Krieasbätsle. biv zi.m Hubertlisburqer Friede,,, 17oJ, und in eine FrirdenShälste, je von 23 Fahren. Mehr als 40 Fahre, von 1797 bis ^840, hat auch König Friedrich Wilhelm III. regiert, inehr als 30 dte Kurfürsten Friedrich II.: Elsenzahn, Joachim Nestor u.id Foachinr Hektar. Fast genau dem Durchschnitt ent­sprach die Regierimgszeit des letzten Kurfürsten und ersten Königs, Friedrich III., bezw. I., »md diese Zeit ist wieder, rn der Mute ge­teilt durch dte Erhebung zur Königs würde, 1668 bis 1<0l, 1<01 bis 1713 Die kürzeste Regierung von nur 100 Tagen war dem zweiten Hohenzollernkaiser Friedrich III. beschicden. Das höchste Alter uiiter den Hohenzollern. säst 91 Fahre, hat der erste Kaiser, Wilhelm I., erreicht: Friedrich der Große starb mit 74, Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, mit 68 Fahren. Zu bemerken ist noch das Fahr 40 des Jahrhundert» als Todesjahr eine» Hohen- zollern-HerrlcherS: 1440 starb Kurfürst Friedrich I-, 1640 Kurfürst Georg Wilhelm, 1740 König Friedrich Wilhel, 1640 Röuij Friedrich Wilhelm HI. ^ v

- - England als angeblich eKriegSzufluchtder Vögel. Einen beweglichen Appell an die Vögel, die jetzt aus ihren Winterquartieren in ibre Sonrnrerhcitmat zurückkehren, richtet ein Mitarbeiter der ..Time»". Wie viele dieser gefiederten Gäste, die ihre Wohnstätte un Herbst noch unversehrt verließen, werdet» ihr Heim nur noch als Ätiegäruine lviedersindcn? Wo sollten sie es nun besser haben als in England, das allein vom Kriege uti* berührt geblieben ist?! Hier können sie jubilierend zum Himmel cmporsteigen, ohne auch nur durch ein einziges Schrapnellwölkchen in ihrer Bewegunassreiheit behindert zu werden. Und sollte selbst einmal ein Zeppelin sich zeigen. so richtet er ja bekanntlich nur geringen Schaden an, und erst eine einzige Amsel ist bisher der Bombe eines Aeroplans zum Opfer gefallen. Aber leider ist dieser schöne Frühlingstraum, das britische Reich in ein jubilierendes Vogelparadies zu verwandeln, nur schwer erfüllbar, er scheitert an dem ganz ausgesprochenen Heimatsinstinkt der Vögel, der erst durch die trüben Kriegserfahrungen dieses Jahres allmählich in eine andere Richtung gelenkt werben kann. Es ist ja am Anfang des Krieges sogar vorgekommen, daß dichte Schwärme von Schwal­ben vor ihrer Herbstreise sich auf ganz zusammengeschossenen Guts­gebäuden am Rande des Schlachtfeldes häuslich niederlieben. Sicherlich waren die einst in den Obstbäumen halb verborgenen roten Dächer dieser Häuser seit undenklichen Generationen der Sammelplatz für die in den Süden ziehenden Schwalben gewesen. Nun war der Krieg darüber gekommen und hatte die roten Dächer hinweggefegt und die Obstbäume bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Aber die Schwalben liefern sich ihr angestammtes Recht nicht nehmen: dicht aneinandergedrängt saßen sie ans den zackigen Rän­dern der armseligen Mauerreste und auf den abgebrochenen Zweigen der Apfelbäume. Der Kampf war so nah, daß die Luft beständig vom dröhnenden Donner der Geschütze erfüttt war, und wenn eine belgische Batterie eine gar zu nahe und deutliche Sprache redete, dann gab es ein unaehcures Flügelrauschen in der Luft von all den verängstigten Vögeln, die sich den Gefahren dieser sonderbaren Welt durch einen stürmischen Flug in die Höhe zu entziehen suchten. Gleichwohl wird ihr Heimatsgefühl sie wieder an diese Stätten der Verwüstung zurückführen, und auch die Nachtigallen werden die heimatlichen Gefilde der Wälder an der Marne und Aisne wieder aufsuchen, und wenn sie nur noch etwas von dem Gehölz, in dem sie im vorigen Frühling ihr Nest bauten, unversehrt wiederfinden, so iverden fie in der Feuerlinie es wieder ausbauen und ihren Familien ein neues Heim zu bereiten suchen. Tann kann es ivohl geschehen, daß in stiller Mondnacht es in den Schützengräben aus beiden Seiten lebendig wird und daß ein Kops nach dem andern, ungeachtet der Gefahr, sich hervorwagt, um den» süßen Nachtigallengesange bei silbernen! Mondlichte besser lauschen zu können. Und der Gesana ergreift immer stärker da» Herz, bis die sich gegenüberliegenden feindlichen Truppen wahrhaft ungefährdet sind, iveil sie das Schießen vergessen. Ganz besonders erfreut es den englischen Berichterstatter, nachdem er dies lieb­liche, aber leider umvahrscheinliche Mondidull in der Feuerlinie ausgemalt hat, daß auch die verbündeten Russen in den Karpathen nun den Nachtigallengesang kennen lernen, denn dort gibt cs diese gefieberten Sänger im Ueberfluß, während die armen Russen

doch zum Teil aus Breitengraden kommen, in denen der lvundevi volle Gesang noch nie gehört wurde. Ob sie dies über ihre schweren Verluste und die Vergeblichkeit ihrer immer erneuten Bemühungen wirklich trösten wirb? ä . _ ..

' D i e zwölf Weisen von Lo» Angeles. Fn der kalifornischen Stadt Los Angele» Hot an einem der letzten Tage des Monats März ein originelle» Klubmahl statlqefunden. ES war die» das Fahresfest der sogenanntenzwölf Weisen". Diese zwölf Weisen von Lo» Angeles zählen zusammen 1019 Fahre; ihr Alter». Haupt steht gegenwärtig im 93. Jahre, während der Bejamin der Gesellschaftoch ein reine» Kind von 83 ist. Der Klub ist vor FahreSirist gegründet worden und hat sich für seine Mitglieder all sehr wohltätig erwiesen; die .Weisen' erklären überetnstimmend. daß das Klubleben aus ste verjüngend gewirkt habe, und wirklich hoben sich dte alten Herren während de» Festtnahle» über neu» Anzüge, intercffante Krawatten und ähnliche Tinge lebhaft unter­halten, dis sonst nur jüngere Leute zu interessieren pflegen. Bier von den zivölf hoben »roch Abraham Lincoln gesehen und sprechen gehört: mehrere von ihnen haben am Bürgerkriege teilgenommen, sie sind aber alle Anhänger der Friedensbewegung. Einer von ihnen ist während des ersten DcreinSsahres gestorben; sein Ersatz, mann ist gegenwärtig der älteste unter deir Greisen. Ilebrigeu» haben sie es sich beim Festmahle sehr gut schmecke,» lassen »md hoffen allesanit, arlch an der gleichen Feier un März 1916 teil- nehmen zu können. __

vüchertlsch.

Vincent d'Jndy über die deutsche Musik. Ter berühmte französische Komponist Vincent d'Jndy stimmt nicht der törichten Verbannung der deutschen Musik bei, d»e man in Frankreich durchzuführen sucht. In einem Vortrag, den er jüngst in Baris hielt, skizzierte er kurz, wie die deutschen Musiker, durch d»e minderwertigen Leistungen der Italiener aus dem Theater verdrängt, sich vor etwa 100 Jahren der »reinen' Musik zu- wandten, für die sie eine wundervolle Form gesunden haben, dt« der Sinfonie. ..Ihr Ahnherr, Job. Seb. Bach, hatte all» dem Studium unserer Klavier,neisler die Klarheit des lateinischen Ge­schmackes geschöpft: dadurch sind seine Nachfolger Mozart. Haydn, Beethoven mit unserer Kunst verknüpft. Dieser Sinn für Reinheit und Wahrheit stndet sich ckuch in Wagner wieder, der der letzt« deiltsche Klassiker ist. Ich habe 1870 mitgekäinpst," fuhr Vincent d'Jndy fort, und mein Sohn steht jetzt im Felde. Ich darf wohl sagen, daß ich ein Patriot bin, aber ich kam» nicht den Feldzug mitmachen, den man gegen den Schöpfer des Parsifal unternimmt. Ein Genie löscht man nicht aus, und wen» es auch unser Tod­feind wäre. Und ich hoffe doch, daß man die Bilder von Holbein »lud Dürer nicht aus den Boden des Loitvre stellen wird. ,verl die Deutschen mit uns Krieg führen.' D'Jndy ivendet sich gegen dte Anschauung, daß Wagner mit seinem LustspielEure Kapitulation- Frankreich und inSbesoudece die Pariser habe beleidigen wollen.

Tie Kapitulation von Pari» fand am 27. Januar 1871 statt; Wagner schrieb dte seine im Oktober 1370, also noch vor der Ein- scbließung'der Hauptstadt. Und diese ziemlich nichtssagende, aber durchall» nicht beleidigende Posse verspottet die Kapitulation der deutschen Theater vor den französischen Stücken. Mai» sieht, daß unsere Eber »licht aus dem Spiel steht. Was heut aber aus dem Spiel fleht ist das Interesse der Kunst. Ein Land, da» vorgtbt, die Musik, zu ehren und zu pflegen, hat nicht da» Recht, von Tristan, den Meistersingern und Parsifal plötzlich nichts mehr wissen zu »vollen, von Kunstwerken, die bisher »rnerreicht dastehen." Nach d'Jndy» Meinung beginnt allerdings nach 1370 ein Niedergang der deuifchen Musik; Strauß und Mahler unterzieht er einer strengen Kritik. _

Logogriph.

Blutdürstiger Vogel mit einem »Sp',

Doch ehrsamer Handwerker bin ich mit Und wer mich ,B" in dem Haupte sah,

Dem künde ich Wunder aus Afrika.

In früherer Zeit mit demW' im Haupt,

Ta Hab' ich manch jugendlich Glück geraubt,

Tie Burschen trieb ich zu blutigem Streit.

Nicht ungern feh'n mich di« Mägdelein heut.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung deS Geographischen Verschiebrätsels in vorig« Nr.r

W'lorenz

Berlin

Pari»

München

Gra«

Brvslau

Wien

Karlsruh«

Hamburg

Karlsbad

Wiesbaden

Franzensbad.

Kchrlstleitung: Aug. Goeti. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UntverfitäkS-Buch- und Stetndruckrrri. R. Lange. Gletz««»