m

bogen herauf, tute dies beim Abdrücken der yall \)t. Dre neue Methode labt die Fingerszntzen der Verbrecher nicht rollen. ,ondern mittels eines besonderen Apparates abdrücken. Dr. JSrgensen ver­mag auch mit Hilfe eines sinnreich konstruierten Apparate- die Schlingen-, Wirbel- und Bogenmuster der Fingerabdrücke in viel reicherer Weise als bisher §u klassifizieren, nämlich in zirka UX) Hauptklassen. Bei der analytischen Untersuchung letzt er daA>Genncht auf gewisse typische Eigentümlichkeiten, welct-e häufig in den Finger­abdrücken Vorkommen und immer eine entscheidende Rolle für die Identisizierrmg gespielt haben. Mit Hilfe eines Millimetergrad- messerS werden diese dann noch des Näheren untersucht. Die Kombiuationsmöglichkeiten für dies neue System sind mit zirka 10 000 Millionen berechnet worden, d. h. mit einer bisher noch nie erreichten Zahl. Vergegenwärtigt man sich nun. daß es auf Erden nur rund 1500 Millionen Menschen gibt, so nnrd man daraus die absolute Sicherheit dieses Identifizierungssystems erkennen. Das neue Verfahre,! ist leicht faßlich und kann daher von jedem Beamten schnell in die Praxis übertragen tverden. Da hilft auch eine wesent­liche Verbesserung der Fingerdruckabnahme. Das zu den Abdrücken verwandte Papier wird einem besonderen Gelatineversahren unter­worfen, damit die vorher mit Eisendoppelchloridlösung bestriche­nen Papillarlinien beim Berühren der Gelatine in schöner grüner Farbe hervortreten. Die Fingerabdrücke werden weit schärfer als bei dem alten Verfahren, und die (Ausrüstung für diese monodaktylo- skopische Registratur wird vereinfacht. Das neue Verfahren, das eine große Zukunft hat, eignet sich auch zu einem internationalen Mitteilungsmittel. das eine Identifizierung durch Fernsprecher und Telegraph und.die Uebertragung des wichtigeren Inhaltes der Registraturen, namentlich bei internationalen Verbrechern, in soge­nannte Verbrecher! exika gestattet. Dadurch ist die Möglichkeit für eine zuverlässige, umgehende und handliche Identifizierung ge­schaffen.

Kokainsucht in Paris. Dian hat in Paris den Teufel mit Beelzebub au-getrieben, als man den Absinth aus allen Kaffee- häusern und Schanklokalen verbannte, denn nun tun Morphium und Kokain in noch ausgedehnterem Matze al- früher ihr düstere» Werk, um den Parisern über die traurige Kriegszeit wegzuhelfen. DaS Laster der Betäubung durch Kokain hatte ja in Frankreich bereits vor dem Kriege erschreckende Formen angenommen; nicht nur die Bohömekreise de» Montmatre suchten darin neue Sen­sationen, sondern die Kokainsvritze war selbst schon die Geiährtm etniacher Arbeiterinnen geworden. Am Kokain hängt, zum Kokain drängt nun alles, und wenn auch verhältnismäßig wenig davon an die Oeffentlichkeit kommt, so ist eS doch genug, um einem der fchönfärbenden Londoner Berichterstatter in Paris zu einem bedenk­lichen Stirmrunzeln Veranlassung zu geben. Ter Pariser Mit­arbeiter de»Daily Telegraph* weist aui eine Gerichtsverhandlung hin, in der sich ein bereit« viel bestrafter Kokainsüchtiger Henry Iarzuel, der sich geradezu zu einem Propheten des Kokain auf- geschwungen hat, wegen deS Verkaufes dieses Betäubungsmittels im Groben zu verantworten hatte. Unter denen, die er mit diesem Gtil versorgte, befand sich auch ein Soldat, der unter dem Einfluß des Kokain desertiert war und nicht zu seinem Regiment zurück­kehrte. Ter Gerichtshof verurteilte Iarzuel zu einer hohen Geld­strafe und zwei Monaten Gefängnis, vorher aber mutzte er sich noch eine Lobrede de« Kokainfanatiker» aus da» betäubende Gilt anhören; der Angeklagte erklärte, daß Kokain heutzutage vielen Parisern zur Leben-notwendiqkeit geworden fei und daß man seinen Siegeszng" trotz- aller Bestrafungen nicht aufhalten werde. Er sprach von den Anhängern de4 Kokain, die sich auch in den höchsten Kreisen befänden, und von seinersegensreichen Wirkung".In kleitren Dosen genossen*, so predigte er,ist das Kokain ein heil- sanreS Mittel, da« einen großen Einfluß aus die Phantasie auSübt und di« geistige Entwicklung befördert. ES hat auch einen be­wunderungswürdigen Einfluß auf den Charakter und macht die, die er ständig nehmen, freundlich, höflich und liebenswürdig. Vor zwei Jahren war ich verrückt, jetzt bin ich gesund und geheilt dank den, Kokain. Kokain macht stmg, frisch und kraftvoll. Ich selbst diu der beste Beweis für das, wa» ich sage/ Der Richter unter­drückte beim Anblick der vorzeitig gealterten, eingefallenen und schrvächlichen Jammergestalt, die diese Worte anSsprach, das Lächeln, da« ihm schon auf den Lippen schwebte. Daß die Sucht aberwirk- lrch in weite Kreise gedrungen ist, das zeigte sich bei der Ent­deckung einesKokain-Hotel-*, die kurz darauf glückte. Eine junge Dame, ein Mädchen aus reichem und angeseheirem Hause, fiel eine» TageS plötzlich auf der Rue Berthoulet in Ohnmacht. Sie wurde in einen benachbarten Laden gebracht und hier stellte ein kundiger Polizist ,eft, daß sie unter dem Einfluß de« KokatngenuffeS bewußt­los geworden war. V an forschte nun den Gängen diese» Fräu­lein« an« guter Familie nach und fand, daß e» häufig ein Hotel t»n Montmartreviertel besuchte und daß es auch am Tage vor dem Unfall bis 0 Uhr nachmittags dort gewesen war. Die Eltern ahnten natürlich von diesen Ausflügen nichts. AlS aber nun die Polizei unvermutet des Nachmittags in den, Hotel erschien, sa»,d sie dafelbst eine große Anzahl junger Männer und Mädchen, die sich alle de»n Kokainqenuß Hingaben. Man vereinigte sich hier zum Fünf-Uhr-Tee", aber statt des TeeS wurde Kokam gereicht, das ein Drogist au» der Nachbarschaft in jeder verlangten Menge lieferte.

Vüchertllch.

tin neue» Kaiserbtld. Ter Schöpfer des im Der läge von D. A. Sceinann in Leipzig erschienenen kraftvollen neuen Katserbildnisie» ist trotz feiner jugendlichen Jahre kein Unbekannter und Unbewährter mehr. Erich Grüner ist zuerst mit graphischen Arbeiten hervorgetreten; seine Radierungen zum The,na deS Judas* zeigen ihn mit Erfolg auf jenen Bahnen vorwärtsstrebend, die durch Klingerd gedankenvolle Zyklen der deutschen graphischen Kunst erschlossen waren. Objektiv und frei von stilisierenden Neigungen gibt sich Grüner im Porträt, rvosür der überaus ähn­liche Kaiserkopf ein glänzendes Beispiel bildet. Die kräftige ent- fchteoene Pinselführung ist den» Charakter des Dargestellten an­gepaßt, tu dessen Zügen Entschlossenheit und Willensstärke vor­herrschen. Mit wenig ftdjeveu Strichen ist die Uniform behandelt, farbig diskret, um nicht ungebührlich das Interesse von dem Kopf abzuleuken. DaS Gaiize ist in seinem wuchtigen, knappen Ernst sicherlich ein« der besten Verkörperungen deS Kaisers, dte wir au» Künstlerhand erhalten haben. Und ebenso ragt auS der Ueber- maffe der btSherigen Kriegsbilder GrnnerS GedenkblattIch hatt'einen Kameraden* heran«, das, auf eigenem Schlachterlebnis beruhend, eine Kampfepisode ohne jedeAufdringtichkeil ins Heroische steigert und somit als wirtlich künstlerischerKriegswandschmuck empfohlen werden kann.

Um Vaterland und Freiheit. Im Verlage von Hermanii M o n t a n u s in Siegen uiid Leipzig erschien in der Sammlung M o n t a n u s - B ü ch e r vor kurzem unter deni Titel Um Vaterland unb Freiheit* ein Kriegs werk von be­sonderer Bedeiltung. Der erste Band diese» Kriegswerkes »vurde in einer Ailllage von 30 000 Exemplaren gedruckt, welche binnen kürzester Zeit verkauft wäre»». Ein zweiter 30 000 Druck diese» ersteii Bande» befindet sich «rugenbltckttch in Vorbereitung. Vor »mS liegt nunmehr auch der zweite Band dieses Kriegswerkes und dieser zweite Band »st wiederum ganz besonders wertvoll. Er enthält über 200 Wtrklichkcitsausnahuien anS dem großen Kriege, die uns mitten hinein in die Kämpfe im Osten und Westen führen. Wir sehen unsere großen Feldherren und Staatsmänner bet Er­füllung der Forderung des Tages. Wir lernen aus deutlichster Anschauuntz die fortgeschrittenen Kriegsmittel von Freund und Feind, sowie die Einrichtungen zur Linderung der KriegSnot kennen und wir folgen »mferen tapferen Truppen in Schützengraben, Unter­stand i,nd in die Schlacht hinein. Der äußere 11n schlag bringt in trefflicher Ausführung da» Bild des Kronprinzen ju Pferde. Eine Duplex-Autotypie deS Generalfeld,narfchalls v. Hindenburg in packender Wirkung befindet sich am Anfänge des wertvollen Buche». Der Herausgeber Walther Stein berichtet in der Einleitung kurz, übersichtlich und fesselnd über die Kriegslage, soweit sie in den Mitteilungen der Generalstäbe geschichtlich sesigelegt ist. Da» Werk wird lisch einige wenige Bände gleicher Art in sich vereinen und abgeschloffen wohl das rvertvollste Bildwerk über den Krieg sein. Jeder Band kostet 2 Mark.

Mit bei» Feldgrauen nach Belgien hinein. Kriegserlebniffe und Schilderiiugen. Herallsgegebeu von Wilhelm v. Trotha, Oberleutnaiit a. D. M,t zahlreichen Bildern. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. 240 Seiten. 1,50 Mt. Ober­leutnant Wilhelm v. Trotha, bekannt durch mehrere BolkSerzäh- lungen und Romane, gibt in dem trefflich aiisgestatteten Buche eine zusammenhärigeude Darstellung der Eroberung Belgien», da», wie man weiß, sich von England und Frankreich hatte verleiten lassen, die Neutralität zu brechen. Der Verfasser, der selbst al» Feldgrauer Belgien durchwgen hat, stützt sich vornehmlich aus Feldpostbriefe und andere Berichte von Augenzengen, steuert abet auch manche- au» eigener Anschauung bei und vermittelt dem Leser auf' diese Weise ein packendes Bild der kriegerischen Er- eigniffe und der scheußlichen Frcmktireurkämpfe. DaS Buch, daS mit Bildern, u. a. dem des Kaiser», geschniückt ist, darf ohne Be­denken ailch als Lektüre für dte Heranwachsende Jugend empfohlen werden. -

Silbenrätsel.

a, bi, binSk, bur, chart,, er, fa, fa, fan, gaS, o, kalt, li, i,a. ne, ni. in, re, ri, ry, ter, the, u, um.

AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen zehn Wörter gebildet i»nd derart untereiiiander gesetzt werden, daß dte Anfangs­buchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines bekannten Gelehrten und deffen Heimatland bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes: 1. Stadt an der Wolga.

2. Gerinanifchen Volksstamm.

3. Fluß in Rnßland.

4. Ein Betäubungsmittel.

5. FlüfsigkeitSinaß.

6. Ein Signal.

7. Italienischen Staatsmann.

8. Griechische Göttin.

9. Nebenfluß der Donau.

10. Stadt in Bulgarien. (Aust. in nächster Nr.)

Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer r

Weiß. 1. 8 f 1 h 2. Schwarz. Beliebig.

2. v. T, S gibt Matt.

Sebrlftleltnngr Aua Goetz. - Rotationsdruck und Derlaa der Brübl'schen UniversitälS-Buch- und Stetndrnckerei. R. Lanae. Gießen