Ausgabe 
19.4.1915
 
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gffeoe id) mtd) rasch zu entledigen. Ich wünsche es für jene Lame, das; sie nie in meine Pläne tappt, nein, nicht einmal nnt einer Fußspitze an sie rührt. Versteht Ihr?"

,,Dat Eure Emiiienz noch Befehle für inich?"

Nein. Ich hoffte, mit Euch etwas plaudern zu kön­nen. Aber geht. Ihr seid ein Starrkopf."

^>an lachte.

Ist nun einmal meine Art. Bin damit immer gut gefahren."

Lebt wohl, Werth. Und gebt mir die Haiid. Kann ich Euch einen Wunsch erüllen?"

Es hat keinen Zweck, Euch zu bitten, daß Ihr die Ver­handlungen lvegen meiner Auswechslung beschleunigen föchtet, denn ich weiß zuversichtlich, Ihr hintertreibt sie. Ehr seht, auch ich weiß manches."

Werth, por politischen Interessen muß der Mensch zurückstehen. Wenn ich Frankreich diene, indem ich zu der-

Indern suche, daß Ihr uns zu rasch wieder verlaßt, könnt Ihr es schelten? Ich weiß: Ihr r ' ' ' ~ ^ "

ehrlich."

$an schivieg und zupfte an seinem Schnurrbart. Aus den Garten klang lauter Gesang; man hörte den Refrain. Und Jean de Werth".

Und übrigens," sagte der Kardinal und begleitete Jan bis zum Ende der Terrasse,wäre es grausam, den guten Parisern, die Euch so liebeü, daß sie auf Euch Lieder ar?r^ cil r ®uic Gegenwart nicht noch ein wenig zu gönnen.

seid geduldig und barmherzig. Und damit Gott besohlen!"

12. Kapitel.

Jose Maria fällt vom Pferd, und Jan steigt wieder in den Sattel.

^Ludwig der Dreizehnte hörte jeden Morgen die Messe in ^ainte-Chapelle. Eines Tages begab auch Jan sich dort-

und richtete es beim Verlassen der Kapelle so ein, daß er dicht am Portal mit dein Köiiig zusanimentraf. Der winkte f^^^ßend mit der Hand. Jan konnte nuii nicht anders, als draußen dem Könige seine Reverenz zu machen m ,/ /2 ? l . e Ibht es Euch, Werth? Es ist hübsch, daß Ihr an Gotteshäusern nicht vorbeigeht. Uebrigens bin ich Euch dankbar, daß Ihr Herrn Durante halbwegs ain Leben qe- asfeu habt. Er sagt, Ihr hättet ihn ebensogut abstecheii tonnen, denn Ihr rväret ein Meister."

Sire, als er den ersten Stich lveg hatte, schwor er, damals nur deshalb so rasch iiach Frankreich abgereist zu )cui,_ weil er Euer Majestät eiiien wichtigen Dienst leisten zu musten glaubte." ^

Sagte er das? In der Tat? Und darauf habt Ihr ihm vergeben? Ihr seid wirklich ein Edelmann, und ich bin Euch von Herzen gewogen."

Jan kiißte die Hand des Königs.

Darf ich es wagen, Eure Majestät urn einen Gefallen zu bitten?" '

Ludwig sah sich unsicher um und rieb sich die Hände. Er wußte nicht, was er sagen sollte.

Bagatelle, Sire. Ich kenne hier in der Nähe eine runge Witwe der der Kardinal, jedenfalls aus guten Grün­den, nicht sehr gewogen ist. Eine Frau de Jussac, Sire ^e ist ein wenig unvorsichtig, wie Frauen so sind. Und da ich ihr von früher her verpflichtet bin und sie vor ärgerem bewahren möchte, wäre ich glücklich, sie warnen zu können. Das heißt, aus mich wurde sie nicht hören. Wenn ich daher Suer Majestät anfleheu darf, ihr zwei Worte zu schreiben, etwa so.Haltet Euch riihig iind gehorcht Seiner Eminenz denr Herrn Kardinal" nichts weiter, so würde ich Ge­legenheit haben, ihr diese Zeilen zustellen zu lassen."

Werth, ich tue Euch gern jeden Gefallen .aber»"

Dank, Sire, ich wußte, daß Ihr meine Bitte gewähren wurdet!" '

Der Herr Kardinal würde sehr ungehalten sein, daß in r f eine Angelegenheiten mische. Wenn Ihr ver­brecht, and) iin Namen der Danie, daß er nichts erfahrt...

ßnt tommt in zwei Stunden in bcn Louvre, und man s en W anshändigen. Oder besser, kommt 5nw ^ue auffallen; :rf) werde Euch den Zettel schicken, imir nühi'p r Euch verpflichtet bin, Werth. Und geht ligeu Augen'an."" ® aimhw ^hen Euch schon mit eifersüch-

Jan entfernte sich zwei Schritte und.blieb dann stehen E..ler der Edellente hatte in der Tat höchst ungehörig

Blicke uus ihn geworfen. An diesen trat er heran urid sagte verbindlich lächelnd:

Ihr etivas von mir? Ich bin Werth."

Franzose verneinte sehr höflich. Jan ließ ihn stehen liJi pulsend davon. Nicht sehr weit. Dicht dabei war ^ne Garküche, wo man ihn kannte. Dort ließ er sich eineii dom Rost braten, und nachdem er seinen Hunger gestillt hatte und selbstverständlich seinen Durst auch, ging er zu^einem. Klciderhändler, erstand ein himmelblaues Atlas- »PB auf und ritt nach Vincennes zurück. Der Brief i Honigs war fchon da, gesiegelt, woran Jan am meisten lag. Dann hielt er Jose Maria eine kleine, hübsche Rede, 'S 11 darauf eigenhändig den Bart in eine so abenteuer- nche Form schnitt, daß Herr de Meillerahe, als er in der ^?ch/^orung den Donjon, in einen großen, schwarzen Mantel gehüllt, verließ, anhielt, da er ihn nicht erkaniite. w ^/^ a . n ^at geheimnisvoll, mit Augenzwinkern und halben .heoen, jo daß der Kommandant jedem geschworcil hätte, Jan ginge zu einem intimen Stelldichein.

, Gegen zehn Uhr des Abends klapperte der Galoppschlag eme§ gehetzten Pferdes auf dem Schloßhof von Corbeil. Ein Retter nn jchwarzen Mantel sprang ab und rief stuckend nach deni Befehlshaber der Wache. Der eilte herbei.

. ^s von Seiner Majestät. Führt mich zu Frau

Eile " ^ 2lbCV Va ä) ' lDenn§ ® ucf) ^fällig ist. Ich habe

V.. Der Offizier hielt die Laterne hoch und sah das könig­liche Siegel. Zögernd trat er zur Seite und sagte:

- m * r - Seid Ihr vom Gefolge Seiner Ma­

jestät r

Seltsame Frage, mein Herr."

Weil ich Euch nicht kenne."

Ich war zwei Jahre beim schwedischen Heer. Aber letzt habe ich Eile, mein Herr."

Marie-Anne war noch nicht zur Ruhe. Als sie in das Zimmer trat, verstört und äiigstlich, da maii ihr von einen: dringenden Brief des Königs gesprochen hatte, sah sie den Boten unsicher an. Der trat rasch auf sie zu.

Hört uns niemand?"

Wer seid Ihr? Um Gott Herr Jan!" m . 3?? hob mahnend die Haiid. Dann verbrannte er den Brief über einer Kerze und sagte:

So. Wir köiinen drei Minute:: plaudern."

Herr Jan! Daß Ihr an mich gedacht habt! Als ich - n £, er Kirche sah, war ich glücklich wie ein Kind. Wo ist Gr:et?"

Mein Weib ist tot. Laßt das! Ich habe gelitten aper reden wir nicht davon. Wenn sie mich hören kann, wird sie nicht böse se:n. Denn ich habe Euch etwas zu gestehen, letzt gleich Ihr verzeiht, aber die Zeit drängt."

Sprecht!"

Habt Ihr zuweilen an mich gedacht? Sprecht auf­richtig!"

immer an Euch gedacht. Immer! Wußtet Ehr das nicht? An Euch gedacht wie nie an einen Mann " Ich würde Euch sagen, Marie-Anne, daß ich Euch liebe, wenn nicht"

Sie sah ihn mit leuchtenden Augen an.

-Dorr Jan!" flüsterte sie und nahm seine Haiid. Mar:e-Aniie, weshalb habt Ihr jenen Jussac ?" Ich wußte keinen Ausweg mehr. Und auch Griet. Uebrigens war er nicht schlecht der Jussac."

1 r "W war also gut, und Ihr wart ihm deckbar,

ohne Zweifel, und mochtet ihn gut leiden, und"

Er hatte eineii bösen Klang in der Stimme. Marie- Aiine richtete sich stolz auf und sagte verweiseuo:

Herr Jan!"

Dann glaubte sie zu verstehen, welcher Gedanke ihn so bewegte, und sie nahni feine Hand und spielte mit ihr, und indem s:c ihren Kopf ganz tief auf sie neigte, flüsterte sie stockend und leise:

Er hat mich nie berührt."

Die Röte der Scham lauf ihrem Gesicht- wurde mu R öte des Glücks, denn Jan warf seine Arme um sie und preßte seinen Münd auf den ihreii. Dann war ein tiefes«, seliges Schweiger:.

Plötzlich ließ Jan sie frei.

Die Zeit drängt. Ich muß fort, ohne aufzufalteu. Sag' rasch darfst du das Schloß verlassen?"

^Mit Begleituiig ja."

Gut. Von heute in einer Woche, um acht Uhr in der Däninierung reitest du aus. Auf bem Miesenweg nach La