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Hört! Ich mache Euch einen Vorschlag. Bittet den König, daß er Euch das Ehrenwort zurückaebe. Versteht Ihr? Ich sehe ihn heute er kommt hierher, ich werde ihm zureoen. Werth, verbindet Euch dann mit mir. Ich habe einige tausend Mann zur Hand, nehmt sie und fangt den Kardinal. Er hat Truppen. Gut, an Euch ist es, sie zu schlagen. Ist er unschädlich, ich schwör's Erich keine Stel­lung in Frankreich soll so hoch sein, daß ich sie Euch nicht verschaffe. Hört Ihr?"

Vergebt", sagte Jan, aber der Prinz raunte ihm zu:

Still. Da in den Büschen sehe ich einige Kavaliere, die verteufelt nach jungen Walfischen aussehen. Kommt!"

Ah! Da ist er," rief Frau de Guebriant, die ihnen mit zwei anderen Damen entgegenkam. Sie klatschte in die Hände.Herr von Werth, Ihr betragt Euch wahrlich wie ein König und laßt Euch suchen!"

,Zch überlasse Euch dieser angenehmen Gesellschaft," sagte der Prinz lächelnd.

Wißt Ihr, daß es nicht hübsch von Euch ist, Euch zu verstecken?"

,L)h," rief Jan und bot ihr den Arm,ich habe Euch wahrlich gesucht. Vielleicht war ich zu kühn, wenn ich alaubte, Euch in der Einsamkeit dieser verlorenen Winkel suchen zu müssen, wo ich Euch zu finden hoffte ver­träumt, mit sehnsüchtigen Augen, voll holder Wünsche?"

Ihr werdet noch ein so' guter Franzose wie mein Vetter, der Marschall!"

Sie schlug die Augen zu ihm auf.

Aber kommt, wir versäumen das Ballett!"

Vor einer leicht ansteigenden, viereckigen Wiese, die zu beiden Seiten von hohen und dichten Buchenhecken be­grenzt war, saß man auf weißen Bänken, die von einem purpurnen Zeltdach überspannt waren. Jenseits der Wiese war der stille Spiegel eines Teiches, der sich dem Blicke ins Unendliche zu dehnen schien.

Zum Klange einer unsichtbaren Musik tanzten Mäd­chen, hochgeschürzt, einen Reiaen. Aus dem Wasser tauch­ten Nymphen auf, die ihre Menschenschwestern belauschten. Sie stiegen auf im Glanze ihrer besonnten Leiber. Sie mischten sich in den Tanz. Waldungeheuer brachen aus den Büschen, zottig wie Auerochsen. Sie verfolgten mit plumpen Sprüngen die ängstlichen Mädchen, die ihnen in Zierlichen Windungen zu entgehen strebten. Von ferne tönte dumpfer Paukenschall. Verfolger und Verfolgte standen in Gruppen und lauschten. Trompeten klangen herein. Die Ungeheuer tauchten im Walde unter. Die Nymphen glitten in ihr heimisches Element. Indessen strömte Land­volk herein. Und sofort erschienen auf dem Wasser große Barken, von Kriegsleuten besetzt und Musikanten. Die Schiffe legten an. Die Musik schwieg. Me Krieger spran­gen ans Land. In wohlgereimten Worten fragte ein Mäd­chen, woher sie kämen.Aus der Rheinfelder Schlacht." Und ein Krieger schilderte diese Schlacht, die den Ruhm Frankreichs bis an die Sterne getragen habe. Und was habt ihr gewonnen?"

Da wurde ein Blinder herbeigeführt, dem silberne Locken auf die Schulter fielen. Die Zuschauer flüsterten. Frau de Guebriant raunte Jan zu:

Das ist Philipots, der Savoyarde, der Liebling des Königs!"

Sing du den Franzosen, was wir gewonnen!" rief der Krieger.

Der Savoyarde trat drei Schritte vor und neigte sich mit Anstand. In der kurzen Pause tauchten im Gebüsch me Köpfe der Waldungeheuer wieder aus. Aus dem Wasser, zwischen den Barken, erhoben die Nymphen ihre Leiber und lauschten.

Der Savoyarde zählte die Befehlshaber der deutsche: Armee aus. Es waren viele klangvolle Namen, aber de klangvollste war: Jean de Werth. Und alle wiederholten Und Jean de Werth." Wir haben die Deutschen ge schlagen, ihre Soldaten, Wachtmeister, Leutnants, Ober sten, Generale und Jean de Werth! Und Hean d P ec J$ TT cr zählte die Gefangenen und Jeai be Werth! Er Wählte die erbeuteten Heerpauken un! fin a9 * e tv n , - bie Standarten und Fahnen. Und Jean h. Werth! Und immer kehrte dieser Name wieder, zum imme arößeren Jubel der Mitspieler und schließlich auch der Zu hi tX sangen den Re rain mit:Jean de Werth", glück lich upd lachend, uph a s der Savyhgrde geendet, erhol

sich alles und klatschte Beifall. Jans Freundinnen brachen Eichenzweige aus den Büschen, banden sie mit eifrigen

t änden zum Kranz, und indessen ^wei den widerspenstigen an festhielten, drückte man ihm oen Eichenkranz aus das Haar. Der König trat heran und rief:So ist's recht!" Er nahm Jan unter den Arm und fragte ihn, wie ihm die französische Geselligkeit gefalle. Da konnte Jan nichts ande­res sagen, als daß sie ihm gut gefalle.

Wenn Ihr befriedigt seid," sagte der König,dann seid Ihr vielleicht auch gestimmt, mir einen Gefallen zu tun?"

Der Prinz Gaston machte hinter dem Rücken des Kö­nigs Zeichen, damit sich Jan an das Gespräch erinnere. Aber Jan tat, als wenn er es nicht bemerkte, und sagte zum König:Befehlt über mich."

,/Oh, es ist eine Kleinigkeit, müßt Ihr wissen. Es be­trifft jenen Herrn Durante. Er ist hier."

Jan fuhr herum.

Wo, wo?"

Vor Euren Augen könnte man sich fürchten! Aber hört. Der Herr Kardinal hat ihm befohlen, nach Parisj zu kommen. Denn ich habe darauf bestanden, mein Herr, mit Bestimmtheit darauf bestanden! Der Herr Kardinal hat ihn aber auch vertraulich wissen lassen, daß es hen Handel mit Euch betreffe. Und denkt: er ist trotzdem ge­kommen! Ihr schweigt? Ich bin entzückt von diesem' Mut, diesem echt französischen Mut, mein Herr. Hätte er nicht ebensogut für eine Weile nach Deutschland gehen können, um Euch auszuweichen? Aber nein, er ist gekommen, er ist nach Paris gekommen! Sagt, verdient das nicht Be­wunderung?"

Sire, ich wüßte nicht"

Wie? Ah, geht, Ihr seid ein Barbar, ja, ja, das seid Ihr. Sonst müßtet Ihr sagen: er hat Mut, und der Mut verdient Belohnung!"

,L>b er Mut hat, wird sich weisen, wenn wir die Degen kreuzen!"

Ihr besteht wirklich noch darauf? Ich gestehe Euch, daß es mir lieb gewesen wäre, »venn Ihr nicht darauf bestanden hättet. Ihr wollt Euch durchaus schlagen? Dann laßt Euch sagen, daß Ihr in Gottes Namen in Euer Ver­derben rennen mögt!"

Er ließ ihn stehen. Der Prinz Gaston raunte ihm zur Habt Ihr es ihm gesagt?"

Nein, Frankreich führt nach allen Seiten Krieg. Im Innern noch einen entfesseln? Fm übrigen: was kümmert mich Frankreich?"

Und er ging wütend von dannen, um zu erfahren), wo Durante abgestiegen sei. Aber er wurde von einem Kavalier ausyehalten, der ihm die Einladung des Kardinals überbrachte, jetzt mit ihm zusammenzutressep.

(Fortsetzung folgt.)

'Neo. der Gauner.

Eine Südseegeschichte von L. Becke.

'Reo war ein kurzer gedrungener Malaie mit einem Gesicht wie ein Engelfisch, abgesehen von seinen Augen, die aus langen engen Schlitzen bestanden und offenbar nichts als höchste Gleich­gültigkeit gegen die Welt im allgemeinen ausdrnckten. Aber bis­weilen leuchteten sie doch mit einen: lustigen Zwinkern auf, wem: per alte Spitzbube einige seiner früheren Schandtaten zum besten gatz.

Er kam nach Samoa in alten, lange vergangenen Tagen lange bevor wir armen abgehetzten Händler uns etwas von Ver­trägen, kaiserlichen Beamten und anderen schönen Dinge:: träumen ließen. Er schien direkt vom Himmel gefallen zu sein. Eines Nach- mittags, als Tom Denison, der Superkargo, mit einigen seiner Freunde auf der Veranda Charleys, des Russen, saß und Lagerbier trank, kam er auf sie zuspaziert, ließ sich a::f den Strifen niedeo und sagteGuten Abe:w!"

Vcuw! ne: ^cylluer. der K'apttan derAnna Godeffro^. .Wer bist Du? Woher kommst Du?" r

'Reo beschrieb mit einem kurzen schwarzen Tonpfeifenstummel einen Dogen in der Luft und antwortete unbestimmt:, von irgendwoher."

Einer lachte, indem er richtig aenua mutmaßte, daß er von einen: Schiff desertiert fei; dann fiel ihnen ein. daß seit einech Monat kein Schiff Apia anaelaufen hatte. (Später ^zählte <t Denison. daß er von einen: Guanoschtffe. als dieses die Küste ent- "der Bord gesprungen und an Land geschwommen sei. Er sei dann an einer 20 Meilen von Avia entfernt liegenden Stellt ön« Land gestiegen. Die Eingeborenen ill den verschiedenen Düring