Zn Nacht und Schnee an der Akne.
Eine packeitde Milderung von einein zurückgeschlagenen frani zSsischen Sturmangriff in Nacht und Schnee an der Aisne cntr- wirst „ein Berichterstatter in der französischen Front" in der bei der Deutscksen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „lieber Land und Moor". Bor dem Ort Attichh gelangt er in die Schützengräben der Franzosen und wird dem Kommandanten des 161. französischen Infanterieregiments vorgeftellt, das hier liegt. Die Franzosen schnarck>en in ihren Unterständen: es ist bitterkalt: Mond und Nebel weben geisterhafte Stimmungen durch die Dunkelheit. „Plötzlich, was ist das, wird die Ruhe noch un- heimlicher? Was geht in der tiefen Schwärze vor sich, in der Schwärze, die mysteriös vor uns liegt? Ohren und Augen schärfen sich, und nichts vermögen sie zu erkennen. Ein kurzer Hauch streicht über unsere Köpfe, danu wieder StilVe. Alles Sein konzentriert sich von neuem im Auge und im Ohr. Aber vergebens. Der Puls jagt wie eine anstürmeude Truppe durch Nacht und Nebel. Plötzlich knackt es im nahen Wäldchen. wie das Aufschlagen eures Nachtvogels. Dann wieder Stille, Stille die die Nerven tötet. Dew Wald bat aber die Nacht und der Nebel noch im Arm, den Wald, der in Waffen starrt . . . Eine Wolke deutscher Flintenschüsse faucht über unsere Köpfe. Die Grabemvache antwortet und pufft ihre blauen Bohnen ins Dunkel der Finsternis. Im Hallo ertvachenr die Schläfer in ihren Kasematten und stürzen zu ihren Waffen. Welch Durcheincnwer! Soldaten tauchen ihre Bajonette in ein Gefäß vergifteten Fettes, wie es bei den Franzosen in Friedens- wie Kriegszeiten üblich ist, daun setzen sie noch einmal die Kognakoder Branntweinflasche an beu Mund, um sich Mut anzutrinkeu, denn »ohne Rausch ist auch der tapferste Franzose ein Waschlappen. Die Salven tönen herüber und hinüber." Die tapfern Feldgrauen sind kaum 20 Meter entfernt: ihre Sigeln fauchen den Franzosen um. die Ohren, die das Feuer fieberhaft erwidern. Plötzlich hört das Schießen auf deutscher Seite auf. „Ermüdet sinken die Mannschaften hin, die Kehle trocken, die Hände an den heißen Flintenläufen verbrannt: die Finger zittern und die 2lngen tränen. Ein jammernswerter Anblick! Wie Säue stürzen sie sich auf die mit * zweifelhaftem Wasser gefüllten Behälter und leeren sie aus. Der Typhuskrankheit, die in den französischen Schützengräben so arg grassiert, wird dadurch noch Vorschub geleistet." Rasch müssen sie sich aufs neue bereit macken, denn man erwartet eineil zweiten Ansturm der Deutschen vor Tagesgrauen. „Die Franzosen haben sich nicht getäuscht. Bon neuem beginnen über unfern Köpfen deutsche Kugeln zu pfeifen, und das Geknatter kommt von Minute zu Minute immer näher. Diesmal schleick>en sie sich nicht lautlos mehr l>eran. sondern mit dem kräftigen Gesang: „Deutschland, Deutschland über alles!" stürmen sie uns entgegen. Hell und fest klingt der Trouipetenschall, der im Wald sein Echo wiederfindet:. Ruhig und ernst erwarten die Franzosen den deutschen Ansturm. Ab und zu heben einige deir Kops über die Ecdbrüstung, um zft sehen, ob sie bald komrnen, aber meist bezahlen sie das mit ihrem Leben. Plötzlich gibt es einen hellen Schein am nächtlichen Himmel und die französische Feuerliuie ist in Sonnenhelle getaucht. Das tut den Franzosen nicht gut, wenn ihre heimtückischen schwarzen Augen vom glanzvollen Strahl eines deutschen Scheinwerfers getroffen, werden. Sie sind geblendet und sollen jetzt noch kämpfen?" Ter französische Oberst meint, dem Feinde zuvorkommen zu müssen und bestehlt seinerseits den Angriff. „Der Mäjor eilt noch einmal durch die Reihen, erteilt kurze Befehle: „Nicht schießen? Bei jedem Halt sich auf den Boden werfen. Nach jedem Geschoßregen auf und vorwärts, gegen die Maschinengewehre zuerst? Mut, meine Kinder, und euren Mund halten bis zum Wald." Die Krankenträger haben nun auch den letzten Verwundeten.aus dem Graben gebracht. Und mit einem Male steh das Regiment dem Sensenmann gegenüber, der Wirklichkeit des Todes. Darüber denken sie nicht nach, dazu läßt die Phantasie keinen Raum mehr. „Nicht mehr feuern! Vorwärts mit dem Bajonett! Für Frankreich!" ruft der Major. Die Gesichter der Franzosen sind blaß, verzerrt. Wie Teufel rennen sie, durch Schnaps betrunken »jeder französische Soldat erhält täglich 1 Liter Rotwein und >/s Liter Branntwein, Kognak oder Rum) der feldgrauen Menschennmuer entgegen. „Ihnen voran der schmächtige Oberst. Sie alle rennen das tolle Rennen des Sieges! Das gewohnte Summen der Kugeln über unfern Köpfen: die Feldgrauen schießen zu hoch. .Hier und da krepieren einige Granaten, und dann setzt das rhythmische, aber schreckliche Ta-ka-ta-ka der Maschinengewehre ein. Tie Franzosen liegen platt aus dem Bauch und versuchen w-eiterkriechend an den Feind heranzukommen. Aber vergebens! Die Reihen lichten sich bedenklich, mancher strauchelt und mancher bleibt stumm liegen. Was für ein Hagel von deutschen Kugeln! Und welch schrecklicher,, höllischer Granatentanz in der Nachtluft! Immer wieder fahren sie dahin und säen dort und da den unerbittlichen Tod. Kriechend und schießend winden sich die Franzosen über den blutigen Schnee, über bereits erkaltete Kameraden. Da plötzlich schweigt das Feuer. Deutsche Trompeten blasen zum Sturm. „Auf! Marsch! Marsch! Marsch! bricht es mit Hurra.und Hoch aus dem dunkeln Wald hervor. Voran ein Hauptmaun, dann zehn, hundert, tausend Feldgraue. — „Hurra!" — „Sprung! Auf! Marsch! Marsch!" Nichts vermag den deutschen Ansturm zu brechen. Ein furchtbarer
Nahkampf
8 ft'
beginnt. Mann aegen Mann ermorden Küchen, Wehklagen und Röcheln. „Zurück! Zurü- liehend der Rest der Franzosen. Mutige Bajonette du ihre Leiber, Getvehrkolben prasseln wie Keulenschläge über
Köpfe. In Blitzeseile vollenden deutsche Bajonette ihr, blutiges ein Häuflein Rothosen auf" Attichy zu. Ein donnerndes „Dürra
Werk. Blaß vor Aufregung und Wut, ol
»hnmächtig im Zorn j Ein donnerndes
der Kaiser" fliegt aus dem eroberten Graben wie rauschende Wv- gm zu uns hinüber."
vüchertisch.
ft. Wieland, e i n e d e u t s ch e W o ch e n f ch r t f t. ES Ist nicht in letzter* Linie beweiskräftig für die ungebrochene Kraft deutschen Handelns und Denkens, wenn mitten im Kriege die Gründung einer neuen Zeitschrift erfolgt, die alles das auf ihr Programm gesetzt hat, waS unsere Feinde unS um die Wette ab- zustreiten und Hera bz»,setzen sich mühen: die Pflege von Kunst, Kultur und Menschentum. „Wenn tu den Jahren vor dein Kriege Kunst und Literatur oft seltsame, dem Volksbewußtsein fremde Wege gegangen sind," so heißt es in dem Vorspruch, den der Verlag der erste»! Nummer des Unternehmens voranschickt, „ringt jetzt wieder in Dichter- unb in Bildwerken daS lebendige Einpfinden der Nation nach seinem stärksten, reinen Ausdruck. Tiefer neuen deutschen Kunst soll „Wieland" dienen .... Er soll der Sprecher der künstlerischen Kultur des deutschen Reiches werden, daS aus Not und Kampf neu geordnet und gestählt zu neuein Lebe»» erstehe«» will." — Eine Ausgabe, des Schiveißes der Edlen »vohl »vert. Unter den Na,neu, die sich unter dieser Alifgabe zufammenfmden, sind solche, die die Gewähr für ein hohes Maß deS Gelingens geben. Wir lesen Angela Jank, Behre»»s, Lieber m an n, Orlik, Kreis, Pankok, weiterhin Bahr, v. Bode, D e h m e l, Hanpt mann, Hesse, Kerr. Die Ausstattung deS uns vorliegenden ersten Heftes — acht Seiten Großformat — ist textlich und bildnerisch hervorrage»ld. Gerhart Hanptinann schrieb als Vorivort ein kraftvolles, ivuchtigeS Gedicht-Programm: Wieland. Ter Einzelpreis deS Heftes des für alle Volksschichten bestimmten Werkes ist 30 Pfg., der Vierteljahrs-AbonneinentSprets 3,60 Mk. Aiit Bruno Paul als Herausgeber erfcheir,t die Zeitschrift in» Verlage von Julius Bard, Berlin W. 15, Bis 6 Monate nach dem Frieden gehört der Reinertrag dein Roten Kreuz.
— ..D e r K a i s e r in Feldgrau." Ernstes und Heiteres. Johannes Baun» Verlag, Berlin W. 30. Preis broschiert Mk. 3,—.) Von den Tagen, die der Mobilmachung vorausginqen, bis zu der» letzten großen Ereignissen »intsaßt das außerordentlich übersichtltch angelegte und fesselnd geschriebene Btlch alle Phasen aus dem feldgrauen Leben unseres Kaisers. ES zeigt den Monarchen im Haupt- quartier und in» Schützengraben. bei feilten Söhiten und bei beu Söhnen seines Volkes, bei den Verwundeten imb bet dem Tischlein deck dich unserer Trtipoen, bei der „Gulaschkanone".
— E i n farbiges H i n d e >t b u r g b i l d. Im Aufträge des GroßherzogS von Oldenburg sind im Hauptquartier Ost vom Meislerphotographen Perscheid die Züge HindenburgS mitten auS feinem Wirken heraus auf die Platte gebannt ivorden. Der Deutsche Verein iür Sanitätshunde, 511 dessen Besten die Ausnahme bestiinnit »vurde, gibt nach dieser vorzüglich gelungenen Aufnahme ein schönes farbiges D indenburgbild heraus. (Kunstverlagsanstalt Gerhard Stalling in Oldenburg i. Gr. Preis Mk. 3.—). In feinem Viersarbenkunsldruck hergestellt, ist das Blatt von einer imposanten Wirkung. (Format 48: 60,5 Zentimeter.)
5kat Ausgabe.
Mittelhand tourniert mit folgenden Karten:
Sie ivendet Pique-Dame und findet noch Eoenr-Aß. DaS Spiel verlältft für Mittelhand so ungünstig, daß sie schwarz »vird. —- Wie ging das zlt?
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer r v A S ft g t c e a
Dach shund A g e s i 1 a 0 b S t a h 1 w e r k u a e n 0 r d b k
Kchristleitnng: Äug. Goeh. - Rotationsdruck tmd Verlag der Brühl'schen Uuiversitäls-Bl,ch- und Cleindrnckerei, R. Longe. Gießen.


