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Gesichtern lag ein maßloses Erstaunen: der junge Herr öffnete den Mund ebenso weit »vie die Augen.
Klaas und Fritz standen in der schmalen Tür im Anschlag.
Langsam hob der alte Herr beide Hände, gleich ihm die andern, zum Zeichen der Gefangengabe. Die Gewehrläufe senkten sich. „Sre gestatte,!, das; »vir ein büschen Mitfahrer» und Sie solange einschließen!" sagte Klaas, „Haben Sie Waffen, — Revolver — yes?" **
Einige Brotvnings und andere Schießprügel nmrden ausgehändigt.
Ter alte Herr hatte indes die Sprache wiedergefunden. In seinem schlauen Fuck^gesicht erschien ein verkniffenes Lä<i)eln. „6up ok tea, 8ir?" fragte er, aus die »varme Teekanne deutend.
Tanke!" versetzte Klaas, schlug die Tür zu und schloß sie fest ab. Peter blieb als Wache davor. Auch der Steuernrann wurde auf Massen untersucht, dann durfte er seinen Bootsmann, der sich außenbords angeklammert hatte, wieder an Bord ziehen. Indes stießen Klaas und Fritz ihren Baumstamm beiseite, Fritz nahn, das Ruder, ließ den Motor angehen, und plckepacke, pickepacke! ging's in schneller Fal>rt durch das aufrauschende Wasser.
Schnell näherte man sich »vieder den englischen Stellungen. ,,Jetzt heißt's aus unsere Gesangenen aufpassen, daß sie keine Zeichen geben!" sagte Fritz Snut.
Peter Darms in die Kabine mit aufgepslanziem Seitengewehr!" befahl Klaas. „Wer sich mluckt. den stichst du nieder." Peter schloß auf und blieb in der' Kabine. Der englische Steuer-« mann mußte steuern, der andere im Ausguck stehen, während die beiden deutschen Matrosen, hinter der Schanzkleidung knreend, Gewehr im Anschlag, unsichtbar blieben.
So ging's rasch unter der Brücke durch und »vie im Fluge längs der feindlickxm Stellung hin. Als sie an der Mündung jenes Grabens das Ende erreicht, konnten 's die beiden nicht lassen. Sie wendeten und sandten aus dem Maschinengewehr einen Geschoßregen hinüber. Dann aber fort! Tie ihnen nach- knallenden Ähüsse schlugen viel zu kurz ins Wasser.
Bald sahen sie am anderen Ufer die ersten deutschen Vorposten. Sie »varcn samt ihrer Prise und ihren Gefangenen in Sicherheit.
„So!" saate Fritz Snut, „jetzt »vollen »vir dem alten Herrn seinen oup oi tea genehmigen. Hoffentlich haben sie nicht inzwischen daS ganze kreakkast allein geschafft."
Lin Heldpostbries
(in Reime geletzt).
Hab' schönen Tank, mein Mutte,lein,
Tein Jeldrostbrtes tral beute ein.
Tie Tinte war wohl mit Master vermischt,
Tie Aufschrift war ein wenig verwischt.
L»der fiel in die Schrift eine Träne hinein k Ich küßte die Stelle, es kann woll sein;
Roch manche Stelle küßt' tch t>n Brief,
Bis daß ein Alann in die Echtacht mich rief. Ich locht auch jetzt in der vordersten Reih' Und doch — ich war nicht wie sonst dabei.
Ich bin noch fo jung und seufzte oll tie*.
Mußt' t»nmer denken an deinen Brief.
Tu darfst nicht sch> eiben vom frühen Tod,
Ter t»n sield ja jedem Soldaten droht, k? Mutier, die mir das Leben gab.
Tu darfst nicht schreiben vom frühen Grab. Ich mußte daran denke»!, wie du nitr schriebst Toß du mich so ganz unsäglich liebst,
Und fruqst, ob ich meine Eigenatt In dieiem schrecklichen Kriege beivahrt,
Und ob du erleben würdest hinieden Ten lange ersehnten großen Frleden.
Meine gute RuNer. das darfst du nicht.
So etwa- leicht »ntr da- Herze bricht.
Es macht nitr da- Herz so bana und schwer.
O glaub' doch an »neiue Wiederkehr
Und schreib' mir von meinem grünen Rhein
Und »„einer Heimat Sonnenschein,
Auch wie die Mädel- stch darin geschickt,
Tag ihre Liebsten ins Feld gerückt.
Tu hast mich trüber doch selbst gelehrt,
Was da- Leben allem macht lebensivert,
Taß denen, die Gottes Willen verstehen,
Tie Tinge allen zum Beben gehen;
Ich Hab' ihn verbanden aul meine Art Und den leben Glaube» mir treu bewahrt, Taß ich stehe auch hier in dem Feindesland In Lottes aeiv Ui »er Datei Hand.
AlS Junge lenkten du meinen Sinn
Aul Preußen- edelste Königin,
Ten Schutzgelft jener sireibeit-scharen,
Tie meiner Jugend Träuine waren.
Wie stets getan diese hehre Iran,
Aul den Sieg der guie» Sache vertrau'.
Wie vr>e eil bu jenen Fretheitsbeld.
Ter Gtucklichlien einer in dieser Welt,
Ter all' das Glück, das de Welt ihm gab,
Vertauschte >>'it einem Soldatengrab,
Tu femift seine Leger, du kennst sein Schwert,
T»l nanntest sein Schicksal begehrensrvert;
Gs schien dir das schönste auf Erden,
E>n Jüngling »vie er sollt' tch »verden.
Und »veißt du noch, wie da« grausarne Lo- J»n Spiele »nicb »nachte zun, roten »»ranzoSk Ta Halen die Graiie» da haben die Blauen Ganz elendiglich mich zujaininengehauen,
Ta halten du kein Bedauern für »nich,
Tie deiitjchen Vie e erfreuten dich.
C, glaube auch jetzt aus große Gelingen,
Taß deut che Hiebe den Sieg erringen.
S' ist iv> hr, iveun e»n Tierchen ich leiden sah,
Tann waren nur immer die Trä»,en nah;
Pteine Dtuiter. ich bin nicht »netzr, »vte ich war;
Ich bracht' »neinem Herzen ein Spier dar.
Und wüßtest dl> von den gre»ilichen Horden,
T»e Mütter schänden und Kinder »norden,
Tn lrügest »nich nicht, ob ich Eigenart In diesem schrecklichen Kriege bewahrt.
Hab' he»,te so einen Burschen gelangen,
— Am besten hält' »nan ihn a»>fgebangen —
Er bat um Gnade, ich gab sie ihn» nicht; denn auch er »var so ein elender Wicht.
Verzeih' meine Mutter, ich werde hart;
Toch das ist einmal so Soldatenart.
Und »venn tch i», Kriege mein Träumen verlor Und wenn ich nicht bin mehr ein reiner Tor.
Meine liebe Mutter, sei drum doch »roh,
Ich kom»ne bester d»»rch's Leben so.
Der de»ltsche Michel iil endlich erivacht Und hat mich zu dem. wa- ich bin, gemacht.
Und in eS bestimmt, daß im fremden Land Ich falle durch eines Heinde« Hand,
U»,d läßt mir Golt eine Spanne Zeit, siür den Weg mich zu rü'ien zur Ewigkeit,
Tanu will ich die Schweller, die er mir gesandt,
Zur letzten Botschai« tn's Heimatland,
Bor'in Scheiden bitten im flüsternden Ton:
„Grüß' meine Mutter von ihre», Sohn;
Sie soll mich beivei >en als deutschen Mann,
Ter als braver Soldat feine Pflicht getan.-
Karl Stein berge r.
ttönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weif« miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schach, breit — siel- von einem Feld au- auf ein benachbarte- übergeht.
ge
wel
chem
wel
glück-
chem
zwar»
du
weißt
nicht
UN
tag
er
lag
schen
te
solch
herz
herz
zwi
rtch
reiz
ein
im
ge
ein
o
und
dran
fiel
mensch
Pflicht J
Auflösung in nächster Nummer.
--- J a
Auflösung deS Ergänzungsrätsels in voriger Nummert
Sorge und Plage Wächst alle Tage;
Mußt sie verjagen Oder ertragen.
Schrlstleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversitälS-Buch- und Steindruckerei, R. Longe, Gieße»»


