Ausgabe 
3.4.1915
 
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Ostern 1915.

Frühtioldun,säumt b\t lullen Frühlinqsweiten llnb emt sich qlorienhatt zum Strahlenkranz:

»iiS wolle durch de,, O'termorgeu schreiten ^.er Heiland selbst im Aukernehung-glöuz.

^.ie stm.re Erde bebt irr beilaen Schauern ^ramrrterse rriebt ein Beten durch da- IMfl

<r e JJ Herland brach die feile», GrnbeSnrarrcrn ^-ett von den Türmen rnit der Glocken Schall

Die grobe Siegeskunde in die Lande:

^br sollt nickt h<'ff>,un^tarnre Wege gehn:

^er rsurst de- Gebens lan, von, Tode-stra»de «nd gruvt euch froh: es g i b t ein Wiedersehn l

^aS zittert gläubig drrrch das Hruhl rrg rverden,

J 0 -' raus^t die Meerflnt. die dern Liebste- deckt

^as dröhnt durch Schlachte.,klau Und rin.rS auf Erden * >al lrcht cer Lenz die Fahnen nuigesteckl.

^ 0 . 0^'uüe deinen Heiland voll Vertrauen, luin richte deine liefe toanenirÜrts!

^inft gibt's ern Wiedersehn in ew'gen FrühlingSanen ! t)alte Ostern. zager Mcnschenhe.z!

Sophie Nebel von T ii r k h e i in.

Jan von Werth.

Roman aus dem Dreißigjährigen Krü>ge von Franz Herwig.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

In dieses Morden stießen die Regimenter Karls von Lothringen.Weiter, Jan! Die schwedische Batterie dort drüben!" Bergan? Uno auf Kanonen? Er zog seine Netter im Schuh eines Wäldchens etwas höher hinauf und brach daitn aus der Flanke los. Drei, vier der langen blanken Ungeheuer bekamen sie noch herum, aber ihre Schüsse waren die letzten Schreie der sterbenden Batterie Und weiter! Weiter!

Ueberall ,var schwedischer Rückzug, und wo die Wert schen Reiter zustießen, wurde er unsinnige Flucht. Ke Haufe wartete den Stoß ab. Wenn die Reiter ihr schrei schleuderndes Werth - Werth!" brüllten, flogen d Waffen zu Boden, und wer ein Gebüsch sah, lief hinein.

Aus einem Bauernhause knatterte es noch. Jan lii ckbsttzen und stürmen. Als die Torflügel brechend ineinande stelen und Jan als erster zusprang, stieß er auf Horn ai Horn, den Feldmarschall. Der hielt seinen Degen mit de. Griff abwärts und sagte mit heiserer Stimme-

cm "r e t keine» Zweck mehr Ich bin Euer Gefangene Wer seid Ihr?"

Jan war fast uin zwei Kopf kleiner als der General, i^ r nf r r mächtig in die Brust und verneigte sich

mit Anstand. ö 1 w

Werth," sagte er, und um seinen Mund zuckte es von niedergehaltener Frerü>e

Ihr seid der Werth? Wollte lieber, ich hätte Euren Degeit, als daß Ihr meinen habt."

,4ttieg3fauf, Herr Feldmarsthall," sagte Jan und ging stolz neben ihm her. Jose Maria stieg vom Gaul und ließ den ^Gefangenen aussitzen. Darm ritten Jan und Horn lang­sam der Hohe zu, denn die Schlacht war aus.

*

Zlvei Tage später war Dankgotlesdienst in Rörd- lingen angesagt. Bor St. EKorg statiden Rad an Rad die eroberten schwedischen Geschütze anfgefahrerl. Sie um- wogte die farbige Menge der Offiziere.

Der Kurfürst Maximilian, der soeben in einer blau silbernen Kalesche feierlich dahergefahren kam, stieg würde voll aus, und als er Jan sah, der ein wenig abseitK. stand, winkte er ihn zu sich l>eran.

Bleibt Bayern treu, Werth," sagte er nnd hob mah- ncnd die Rechte,eifert nicht Aldrrnghen nach, dem Gott gnädig sein möge. Und überlebt Euch nicht. Ich habe Euch zum General ernannt, aber Euer Uebereifer hätte auch leicht üble Folgen"

In diesem Augenblicke kan» rasch ein schlanker, groß­äugiger Jüngling heran, des Kaisers Sohn, Ferdinandus von Ungarn.

äugiger Jüngling heran, des Kaisers Sohn. Fernandus von Ungarn .

Grüß Gvtt, lieber Werth?" rief er laut, und im Ueberschumng umarmte er den krebsroten, kleinen Jan Euch dankt die gemeinsame Sache den Sieg, Euch und dem Herrn Herzog von Lothringen. Liebwerter Bruder/« rief er dem Herzog zu.umarmt euch?"

Haben's schon besorgt," lachte Karl.

Maximilian stand grämlich babei

Dem Herzog von Lothringen sind die zweiundsechzig Fahnen in die Hand gekommen, die mein EKueral Werth erobert hat," sagte er scl-arf.

Zweiunbachtzig! Kurfürstliche Gnaden. Die Frau Kö­nigin von Frankreich der ich sie mit Werths Permission schicke, wird weinen vor Freude."

Wieder eigenmächtig, der Werth," knurrte der Kur­fürst und ging ohne ein Wort davon.

Die Dankmesse begann. Bor dem Altar stand der Feld­probst, Jose Maria, und zelebrierte. Seine hohe, brokat- nmwallte Gestalt kniete nnd neigte sich und schritt mit fürstlichem Anstand.

Dann setzte die Orgel aus. Rasselnd erhoben sich die Massen der Krieger, die den gewaltigen Raum füllten, nnd standen wie eine Heerschar von Erzbildern. Lautlose Stille.

Joss Maria hob langsam die Arme, und bis in den ernsten Winkel der 'Gewölbe drang seine bebende, bellt Stimme: