Farbe ihres Schnabels: bei den Männchen ist er goldgelb, jedoch erst, wenn sie beinahe ein Jahr alt sind. Er bleibt auch zeitlebens gelb, während er beim Star im Herbste grau wird, um erst im Frühjahr wieder, die gelbe Färbung anzunehmen. So angenehm die Amsel für den Unbeteiligten ist. so verhaßt ist sie stellenweise dem Beteiligten: will sagen, dem Oost- und Weinzüchter. Die Am-
! el, einer unserer größten Singvögel, verbraucht viel Nahrungs- toste und ist daher außerordentlich gefräßig. Fast alles Genieß- 'are ist ihr recht, stamme es nun aus dem Tier- oder Pflanzenreiche, und sie paßt ihren Speisezettel immer der Jahreszeit an. Im Frühjahr und im Sommer haben die Obstpflanzungen, im Herbste die Weinpflanzungen erheblich unter ihrer Gefräßigkeit zu leiden. Es ist einwandfrei festaestellt, daß die Amseln eines Gartens in wenigen Tagen einen Kirschen- oder Mirabellenbaum so vollständig plündern können, daß für den Obstzüchter auch nicht eine Frucht übrigbleibt. Auf den Azoren hat man der Amseln wegen die Erdbecrzucht aufgeben müssen, und es vergeht kein Jahr, in den: nicht die Obst- und Weinzüchter gerechte Beschsverde gegen die Amseln erheben. Tie Amsel gehört zu den wenigen Vögeln, die in kurzer Zeit ihre Lebensweise vollständig verändert haben. Nock vor wenigen Jahrzehnten galten die Amseln als außerordentlich schüchtern: in den letzten Jahrzehnten aber ist aus dem schüchternen Waldvogel ein kecker Stadtvogel geworden, der es sich in Park- und Gartenanlagen wohl sein läßt, und seine Scheu vor dem Menschen vollständig aufgeaeben l)at. Es ist infolgedessen — auch unter den entschiedensten Anhängern des Vogelschutzes im allgemeinen — ein lebhafter Streit darüber entbrannt, ob die Amseln schädlich oder nützlich seien und ob zu ihrer Einschränkung ettvas geschehen müsse. Man wirft dem schwarzen Sänger nämlich — und mit Recht — vor, daß er sich nicht nur an Obst und Wein vergreist, sondern sich auch nicht scheut, die Gelege von nütz- üdyai Singvögeln auszunehmen: außerdem wirkt die gefräßige Amsel stellenweise durch die Vertilgung von Regenwürmern schädlich. Zu einer Einigung sind die streitenden Parteien noch nicht gelangt, allein wohl oder übel wird man sich doch dazu verstehen müssen, wenigstens in großen Gartenanlagen gegen das Ueber- handnehmen der Amsel einzuschreiten.
vermisstes.
• Eine erschütternde Episode deS Luftkrieges wird in englischen Blättern geschildert. Ein Leutnant als Beobachter mit einem Sergeanten als Führer war von der französischen Heeresleitung beauftragt, eine verdeckte deutsche Batterie fesi- . xustellen, deren Feuer großen Schaden anrichtete. „Als wir über die deutschen Linien kamen/ erzählte der Flugzeuaiührer, „wurden wir von einem furchtbaren Granatfeuer begrübt. Wir stiegen höher und sahen endlich nicht eine, sondern drei Batterien/ „Ta sind sie alfo!" sagte der Leutnant und ballte die Faust gegen sie. Dann rief er zu mir gewendet: „Unsere Aufgabe ist erfüllt, schnell zurück." Ich wandte rasch, aber wir waren kaum 5ü0 m weil gekommen, als der Regen der Schrapnells schlimmer denn je wurde. Der Rauch hüllte unS in so dichte Wolken, daß eS unmöglich war, tO m wett zu sehen. Wir verslichten aus dieser Hölle htnauSzu- kommen, aber Schrapnells, eins immer bester gezielt als das andere, explodierten gerade über unseren Kopien mit entsetzlichem Krachen. Einen Augenblick glaubte ich, daß mein Gehirn zer- fprungen sei. Gletchzeittg fühlte ich mich plötzlich krank; dann schnitt mir mit einem Male dichter Nebel jede Aussicht ab, so daß ich wie irr Nacht faß. Trotz meiner Schmerzen hielt ich die Maschine in derselben Höhe, um den Geschossen auSzuwetchen, die seltener wurden. „Sind Sie gesund, Leutnant?" rief ich, aber ich bekam kemeAntwort. Da ich glaubte, daß er inich nicht gehört hatte, wiederholte ich meine Frage und öffnete dabei meine Augen. Aber ich empfing wieder keine Antwort, und ich sah nichts als tiefe Dunkelheit um inich her. Ich befand mich allein int wetten ^aum, 6000 Fuß über der Erde. Ich fürchtete mich unb be'ahl ©ott meine ©cele, denn ich fühlte, mein letzte« Ständlein sei ge- kommen. Da ich jedoch die Batterien der Feinde unter mit hörte, |o hatte ich nur den einen Gedanken, zurückzukehren, koste es, was es »volle, und die Dieldung zu überbringen. Geleitet von dein Geräusch der Schrapnells unter mir wendete ich die Maschine in der Richtung, in der ich zu meinen Kameraden zu konimen hoffte. Ich silhr in dieser Richtung ungefähr zwei Minuten, als der Leutnant zu meinem Erstaunen plötzlich ausrief: „Achtung, Mann. Hoher hinauf!" Ich riß das Flugzeug so rasch empor, daß es hinauf schoß und dabei die Wetterfahne eines Kirchtiiriiis mit lort-
? n ij em k* e Maschine um ein Haar zerschmettert wäre.
'l ni i ? ert Leutnant/ sagte ich. „Sie müssen eiitschuldigen. aber ich faitu nichts sehen. Sind Sie verwundet?* „Ja/ antwortete er, „ich glaube, schwer; ich suhle micti sehr schlecht/ «tonn sagte er: „Wenden Sie jetzt nach links, noch mehr noch links, ist's gut. Nun gerade vorwärts I" Bald zeigte mir ein irischer Kugelregen an, daß wir ivieder über ben Linien der Deutschen waren. Etwa drei Minuten später ries die Stimme deS Beobachters: „Ohm sind wir da. Ich sehe unsere Leute, die auf lins warten. "aßt deii Apparat medergehen I" Ich hörte nichts melir, aber bald landeteii »vir ans festem Gruiid und Boden/
Den Wartenden, die daS Flugzeug umringten, bot sich ein erschütternder Anblick dar; der Flugzeugführer war erblindet, für tinmer deS LlchteS beraubt, und neben dem bleichen Mann mit den toten Augen lehnte der lebloie Körper deS Offiziers, der soeben seinen leisten Alemzuq getan hatte.
* E1" e Krieger martert. Aus uiiseren Friedböien müssen wir heute so manchen Helden zur Ruhe denen, der iu der Heimat für immer von ben Wunden genas, die er draußen für u»s euipfing. Dieses Los erlitt auch im Jahre 1871 ein wackerer Bayer, der 23jäbrige Schonaauer Sebastian Burker, Kanonier im 4. Artillerie-Regiment. Zum Tanke ward ihm eine Grabschrist, deren ergreifende Schlichtheit heute ganz besonder« an daS Herz rührt. Sie lamet:
„Ein braver Soldat ist er gewesen.
Bei siebenthalb Schuh hat er gemessen.
Er zog für König und Vaterland Htneni mit ins Franzoienland.
Einen Fuß mußt' er in Frankreich lassen Und hier dann ganz zu Tod erblassen.
O heiligste Dreifaltigkeit,
Alach' ihm den Hinnnelsweg nicht wett.
Mit eineni Fuß, an seiner Krücken Kaiin er die Slrnße nur langsam hinken;
Und heißt es einmal: Auseritehnl Schenk' ihm den andern Fuß zum Gehn,
Dainit er bei der Parade droben,
Dich recht kann mit zwei Füßen loben!"
vüchertisch.
— Wie sieht eine Festung auS? ist eine Frag«, die heute ost tm Publikum gestellt wird, in erster Linie auch, von, unserer Jugend. Moderne Festungswerke mit Panzertürmen kann jeder selbst bauen mit der von dem bekannten Verlag I. F. S chr ei- ber in Eßlingen und München soeben herausgegebenen Modelliermappe: Schreibers moderne Festungswerke. Preis 2 60 Mk. Ein Panzerfort, wie sie bei Lüttich, Antwerpen -und an der Maas von unfern Truppen in glänzendem Siegeszuge überwunden wurden oder wie sie an der Westgrenze noch teilweise den Weg ins Herz Frankreichs sperren, entsteht hier vor unfern Augen in naturwahrer Nachbildung. Unsere Jungen brauchen solche Festung, um rlir Spiel nvit Zinnsoldaten „kriegsmäßig" zu gestalten, und sie können ein Sperrfort, eine Stadtumwallung oder nach Belieben eine Küstenbefestigung mit Hasen, Untersoe- und Torpedobooten durch Umstellen damit bauen.
— Bongs Kriegs-Kalender mit Illustrationen. Soeben ist fceft 8 erschienen, welches die Zeit vom 1. bis 26. Februar 1915 umfaßt. In bekannter treuer und sorgsamer Bearbeitung werden hier alle die denkwürdigen Heldeiitaten der deutsck>en und österreickfisch-ungartschen Truppen aufgeiührt, welche sie gegen die Franzosen, Engländer und Russen vollbracht haben, und auch die Käinpfe zur See und in den Kolonien sowie das große Ringen der Türken in Persien, Aegypten und im Kaukasus stnden eingehende Berücksichtigung. Auch dieses Heft ist wieder mit Bildern gesckMÜckt, welche die denkwürdigsten Vorgänge zu Wasser und zu Lande darstellen. Bongs Kriegs-Kalender mit Illustrationen (monatlich ein Hest zum Preise von 20 Pf., DeutsckieS Berlagshaus Bong & Eo., Berlin W. 57) zeichnet sich neben seiner praktischen Uebersichtlichkeit durch seine Jllustrationsbeigaben aus. _
Nönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise mitetnaiider verbinden, daß man — wie der König auf dein Schach-
ersten
sen
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dem
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besten
riffe
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Auslösung in nächster Nummer
Auflösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: GanS, Lang.
Kchrlftleitung: Auq. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brüb>'schen UniversitälS-Buch- und
itembmcfcret, R. Longe, Gießen.


