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Kunst war natürlich rein deutsch: auch die Züge und Trachten ihrer Gestalten, und ebenso ist es die Malerei. Scheint dach selbst Mbrecht Dürer dem Zauber gefolgt zu sein, den Krakau danialS auf die Kunstwelt ausübte, und während seiner Wanderjabre dahin gekonmven zu sein! Er l-at später mehrere Aufträge für Krakauer Bürger auSgesührt, und zwei seiner Brüder haben sich dort niedergelassen. Andere deutsch Maler arbeiteten ebenfalls für Galizien und ihre Werke wirkten auf die Kunst aller Karpathen- länder. Selbstverständlich lvaren auch die polnischer! Hof- und Stadtmusikanten Deutsche. Tie Buchdruck er kunst braä-te ein Verwandter DürerS, Johann Haller, der wohl mit ihm zusammen nach Krakau kam. in die galizischen Lande. Deutsche Studierende strömten nach der Krakauer Universität, an der ebenso wre in Lemberg deutsche Wissenschaft ihren Sitz lyattt. Die Aufführung deutscher Mysterien und Schauspiele vervollständigte das reiche Bild deutschen Kulturlebens, das sich im Mittelalter und der Renaissance in Galizien entfaltete.
vermischte».
• Nachtwache au! dem Torpedoboot. Den schweren, die höchsten Ansprüche an die Nervenkrast stellenden Dienst auf einen, Torpedobootzerstörer schildert ein englischer Seeoffizier, dessen Schiff zu dem im östlichen Mittelländischen Meer gegen die Türken operierenden Geschwader gehört, in einen, Briefe: ..Ich will Euch erzählen, was aus so einen, Zerstörer in, Kriege Leben heitzt. Wir haken hier keine Landbasts irgend ivelcher Art uub gehen deshalb niemals an Land; dann und wann ankern wir für einen Tag oder eine Nacht unter dem Schutze iiner Insel, die wir blockiereii, und jede Nacht, wenn wir auf Patrouille sind, ja sogar auch vor Anker an unserer sogen. Ruhestätte, sind ivir in Sicht der feindlichen Batterien und Scheinwer er. Wir müssen uns sehr vor Treib,„inen m Acht nehrnen, denn die Türken haben solche Dinger anSgclegt, wo sie nur konnten. Drei haben wir bereits an unserer Anke» stelle aulgesischt. Die gan^e Nacht sind Leute mit Gewehren ausgestellt, um deswegen auszupassen. Jetzt bläst ein scharfer Südivest mit Hagelschauern rede Stunde. Es ist pechschwarz, so dunkel, daß ,nan nicht einen Zoll wett sehen kann. Weit fort an, dusteren Horizont ist ein unruhiges Flimmern, das Licht der seindlichen Scheu,,verirr, die durch den von, Winde gepeitschten Hagel und Regen hrndirrchstechen. Schwer kämpsl unsere Masch „e gegen den Seegang- wir ton,inen nur langsam vorwärts; das Schiff schwankt und schaukelt wie eiue Nußschale, und stets, ivenn es ntedersaust, stürzt der Gipfel einer Welle direkt über die Brücke, das Vo,der- deck und meist auch über den Zwölspsünder, der da steht. Diese schwarze eisige Flut, die mit einen, geivaltiqen Rollen über daS Echtst hinwäscht, ,st eine fürchterl,che Tusche für die Wachthabenden. An jeder Kanone und jedem Torpedorohr hat ein Mann Wache und versucht, durch die Finsternis und den Hagel zu sehen, indein er sich mit aller Kraft in dieser Hölle von Kälte und Nässe aufrecht hält. Ai, jeder Kanone und jeden, Torpedorohr liegt ein undeutlicher Hauten von Wachstuch oder ,nanchmal auch zwei oder drei je nach der Lage der Kanonen oder des Torpedos — daS ist e>n Offizier oder Matrose, der schläft oder zu schlafen versucht in dieser Stellung, bereit, ganz wach zu werden, wein, die Reihe an ihn kommt. Die Wache vollzieht sich folgendermaßen; Ein Mann geht z. B. um 6 Uhr nachmittags auf Wache bis um 8 Uhr. Dann hat er eine halbe Stunde fürs Abendbrot, aber meistens hat eine böte Welle das Herdfeuer ansgelöfcht und es gibt nur Fleischkonserven und SchiffSzwieback. Ilm 8 Uhr 30 Minuten geht er wieder an seine Kanons nnd versucht hier bis Mitternacht zu schlafen, dann beginnt seine vierstündige Wache. Um 4 Uhr morgenS kai,n er sich wieder im Windgebraus, von Slurzivellen überflutet, hinlegei» bis 7 Uhr. Tann koinntt das Tageslicht und die Nachtwache hat ein Ende. ES ist keine Kleinigkeit, diese dreizehn Stunden im eivigen Hagelschauer und Windgeheul zu verbringe»,. und es geht manchmal über die Kräste der Mannschaft. Ich habe den, Schiffskoch besohlen, jede Nacht für die Männer auf Wache Kakao zu kochen, heißen, dicken, öligen Schiffskakao. Und einmal jede Stunde schwankt eine dunkle Gestalt an Deck, mit der einen Hand sich mühsan, festhaltend, mit der andern einen Einier mit Kakao balancierend, und man kann von Glück sagen, wenn er die Hüllte des Inhalts zu den Leuten bringt. Nicht selten aber.spült eine Welle den Eliner über Bord, und dann gibt eS keinen Kakao, und man fühlt sich wie tot von 4—6 Uhr nwrgenS. Kommt dann das Tageslicht, so schaut es auf blasse, zitternde, übermüdete. dninpf blickende Männer, die sich »nühselig nach dem Mestedeck schleichen, um hier zu trocknen, z,l estei,, und dann in den, muffigen, niedrigen, überfüllten Na,une zu schlafen, wo sie sich auch noch fest aittlainmeru n,listen, um nicht fortgerollt zu werte»,^ 2luf der^ Brücke sind die beiden Scheinwerfer- u>,d die beiden Signal-Männer. Cie inüsten auch ans dein Teck der Brücke schlafen. Hier hat der Kapitän seinen Posten »ind bleibt hier dle ganze Nacht, mu Ausnahme vo», 10 Minuten dann unb wann, ivenn er nach der Karte sehen geht oder etivaS Kakao im Kaneu- hans unter der Brücke nimmt. Wenn ivir drei Offiziere Wache haben, dann schlafen wir bei unserei, Kanonei, mit den Mann- schatten so gut eS geht. Am Steuer iestgeleimt, steht der Steller
mai,n 6% von diesen 13 schweren schwarzen Stunden; die anderen 6>* schläft er am Fntz der Brücke, weil», er abgelöst ist. Ist die Nachtwache vorüber, dann müsteiH wir Ossiziere beim Tageslicht erst das Schiff geiiau untersuchen, und dani, beginnt von 9 btö 12 Uhr eine neue harte Arbett, um den Schaden auszubessern, de», die See deS Nachts ai,gerichtet, und die Kanonen und Torpedos 8» reinigen. Jeden Tag um 5 Uhr nachmittags wird das Schiff inspiziert, auf seinen Gefechtsweit untersucht und muß für die Nacht bereit feilt. -
• 1 0 0 0 englische Zensoren. In, englischen Oberhaus fand eins erregte Debatte über die Handhabung der Zensur durch die Negierung statt, und dabei kan, auch die überraschende Tatsache zur Kenntnis, daß die englische Regte,iing bei der Aus- Übung dieses schwierige», Anttes gegen 1000 Personen beschäftigt. Lord Bryce wünschte die Rainen sämtlicher Zensoren zu wissen und geiiaiie Angaben z», erhalten über die Vorschriften, die ihnen erteilt iverden. Es rdmeit nämlich die ungeheuerlichsten Ding« vor; Privatkorrespondenzen, deren Inhalt nicht das geringste mit «nilitärtsche», und poltliichen Dingen zu tun hätten, würden erbrochen und ziirückgehaltei, und ii, vielen Nachrichten, die vo», der Behörde verbreitet würden, spräche sich ein „närrischer OptinnS- muS- ans, der nur schwere Enttäuschungen her, o,Ulfen könne, wenn man dam, die Wahrheit eriahre. Lord Ereive, der für die Regierung antwortete, sagte, es sei ihn, leider uiiinöglich, eine Liste der Namen aller Zensoren voizulegen, beim es seien gegen 1000 Personen, und es sei and) nicht angebracht, daß das Land Genaues über die einzeluei, Persönlichkeiten erfahre. Auch andere LordS be tagten sich lebhaft über die Mißgriffe der Zensur, die mehr Unheil anflifte als nütze; es gäbe eine Menge Tatsachen, die n,an den, deutschen Generalstab unmöglich verhetnilichcn könne, da er sie sehr genau kenne, und von dene>, doch daS englische Publi» fum nichts erfahre. _
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringeich erwünscht.)
Fischauflaus mit Blumenkohl. (Jede Fisch- art.) I 1 /* Pfd. Fisch, 10 Gramm Parmesankäse, 50 Gramm Fett, 80 Gramm Mehl, 1 Eigelb, Salz, V* Zitrone (Säst), 1 Blumenkohl. Der vorbereitete Fisch wird in Salzwasser gargekocht, der Blumenkohl ebenfalls. Wenn der Fisch Har ist, wird er enthäutet und entgrätet, der Blumenkohl in Röschen «gebrochen und mit dem Fisch in eine gut ausgestrichene Auslaufform geschichtet, die fertige Sauce darüber gegeben, mit dem Parmesankäse und etwas geriebener Semmel bestreut und mit Butter beträufelt. Der Auslauf wird in ö0 Minuten schön braun gebacken.
Nönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Welle miteinander verbinden, daß man — wie der König auf de»,, Schach- breit — slelS von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeht.
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Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr ---- Treff, p — Pique, e — Coeur, car = Carrean trB = Treff-Bube, pA — Pique-Atz, cD — Eoeur-Tame usw.
Der Spieler satz in Vorhand nnd spielte, da alles gepatzt hat, Pigue-Solo bei folgender Kartcnve,tetlung: Vorhand: trA, trZ, pK. pD, p9, p8, p7, carA, carZ, carK; Mittelhand: trK, cB, carB, pZ, cA, cD, c7, car9, car8, car7; Hinterhand: trB, pB, pA, trD, tr9, tr8, tr7, rZ, c9, carD. Skat: cK, c8.
Die Gegner erhielten in den ersten vier Stich«,, = 25 Augen, im fünften Stich: V. p7, M. cB, H. trB —4 .
mithin insgesamt: 29^lugen^
da der Rest de,n Spieler znsällt; dieser bat somit sein Pique-Solo ohne sechs Matadore mit Schneider geivonnen.
Schrlftleitung: Ai,g. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitälS-Buch- und Steindruckerei. N. Longe, Gießen.


