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wohl folgende: die Bedienung des Maschinengewehrs, die sich ttt der vordersten Linie und in der Flanke des Feindes befindet, gibt durch willkürliche Aenderung des Ratterns des Maschinengewehres Morse-eichen für die rückwärts gelegenen Batterien. Selbstverständlich wird damit gerechnet, daß diese Zeichen, die „aeschickt werden", auch vom Feinde verstanden werden. . . Fern, dickt bei der Front, bewegt sich etwas im Schnee. Der Weg hebt und senkt sich abwechselnd, und schließlich erscheint ein Wagen, dahinter eine lange Reihe Soldaten, weiter eine Patrouille berittener Gendarmen. Der Wagen ist nrit allerhand Gerätschaften hoch beladen. Es ist eine Gruppe, die aus dem Schützengraben kommt. Die Männer grüßen ernsthaft. Ihre Gesichter sind abgemagert, doch sehen die Männer gesund und kräftig aus. Sie erzählen allerhand von der Kräste-t anspannung im Schützengraben, wo sie ein paar Tage ununterbrochen tätig waren. Nach einem Kriege von vielen Monaten, nachdem sie Regen, Kälte, Schnee, Eis und allerhand Entbehrung ausgehalten haben, und die Kameraden um sich haben fallen sehen, nachdem sie Artillerieseucr und Bajonettangriffe überstanden haben, sind sie noch guten Muts und munter. Allem es fällt auf, wie ernsthaft sie aussehen. Sie zeigen einen Ernst und eine Entschlossenheit, die vor dem Kriege niemand bei diesem lustigen und spotte süchtigen Volke erwartet hätte. . .
vermischte».
* Der Triumph des Periskops. Wir leben heute im Zetalter des Periskops, so schreibt Gino Calza-Bedolo in einem Londoner Briefe des Giornale d'Jtalia. Vor den: Kriege haben auch wohl Männer von akademischen Graden nichts vom Periskop gewußt; hatten doch die Deutschen seine Nützlichkelt der Kultur- weit noch nicht praktisch vorgestihrt. Jetzt gibt es in London kein Kaufhaus von Bedeutung, das nicht Periskope ebenso selbstverständlich auf Lager hat wie Rasiermesser. Nach den Anzeigen zu urteilen ist heute ein Periskop für das Leben ebenso notwendig wie eine Zahnbürste. Es gibt solche von allen Größen und in allen Preislagen, feite und tragbare, gerade und krumme, für das Land und für die Stadt. So bin denn auch ich in ein Kaufhaus in Bond Street gegangen, um mir den Gebrauch deS Periskops erklären zu lassen. Ich genierte mich ein wenig, nach den» Periskop- lager zu fragen, »vie jemand, der in einem Kanarienvogelgeschäft sich nach dem Preise eines Elefanten erkundigt. A»»f meine Frage aber erhielt ich die Gegenfrage: „Wüilfcht der Herr ein Periskop für den Schützengrabe»», ein Bootsperifkop oder ein Wohnungs- veriskop?" Als ich mich von meinem Staunen erholt hatte, sagte ich schüchtern: „Ich »nächte alle Qualitäten sehe»». . / Fünf Minuten später schwamm ich in eine»»» See von Periskopen. Ter Verkäufer erklärte mir, daß er im Durchschnitt fünf Schützengrabeu- periskope täglich verkaufe. Er pries seine Ware in allen Tonarten: »Sie werden begreifen, daß es sehr angenehn» ist, mit 40 Schilling die Haut einer lieben Person vor Schade»» zu bervahren . . Sehei» Sie, dies ist eii» billiger Typ. unsere eigene Erfindung. . In sechs Monnten, wenn der Krieg fo lange dauern wird, »vird jedes Paar Soldaten fein gutes Periskop haben, und dann »vird jeder Soldat in dem Schützengraben so sicher fein »vie 31 t Hause. Er braucht seinen Kops nicht inehr hera»»szustecke>» und den deutschen Kugeln auszufetzen. Sehen »ind selbst nicht gesehen werden, das ist das Geheimnis. . .* Als der Mann sich überzeugte, daß ich selber nicht für den englischen Schützengraben in Betracht kam, bot er mir, allerdings im ,ve»»iger zärtlichen Tor», das Hausperiskop a»»: »Sehen Sie, mit diese«»» h»er kön»»en Sie jede»» »»nliebsainen Besuch vermeiden. . / Ich wurde aufmerksam. Das HauSperiskop ist in der Tat ja nichts weiter als der modernste Ersatz für die „Spione" der g»«tei» alten Zeit, die Spiegel, die »»»an draußen a»n Fenster anbrachte, um die Straße z»» beobachten. In England ist die Anwend»»ng dieser Spiegel »»icht möglich, weil die Dienerschaft im Untergeschoß woh,»t und a»»S der Tiefe mit ih»n nicht sehen kan»», was oben vorgeht. Das Periskop hat das schwierige Problein gelöst; eS kann z»»m Untergeschoß »vie zum obersten Stock eines Hause- das Hera»»nahen des »»»»erwünschten Besuchers ohne weitere- melden. So hat das Periskop von den U,»terseebooten zu den Schützengräben, von den Schützengräben zu bei» Prioatwohnungen seinen Trinmphmg fortgesetzt, und es »vird überall in» tägliche,» Leben feine Rolle spielen. »Sehe»», ohne selbst gesehen zu werden," wird auch im Frieden viel Vergnügen machen, und die Fülle der Möglichkeiten, die sich hier auf allen Gebieten erschließt, ist garnicht auszudenken. . .
„Such, Milo, such!" Lange bevor offiziell beim deutschen Militär KriegShnnde eingeführt wurden, was bekanntlich erst in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geschah, gab es bei den Truppen vereinzelt H»»nde, die in Krieg und Frieden die Soldatei» begleiteten. So z»lm Betsviel „Milo voin 1b. Re- g»n»enl", der eine Kompagnie des 1 b. Jnfanterie-Regilnents in Minden in die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 begleitete und »nancbe g»:te Dienste den Truppen leistete. Er »var bei Beginn des SchleZwig-Holsteinischen FeldrugeS mit einem Splitter' im 33etn der Truppe zugelaufen, als drese irgendwo Rast «»achte; ein Weslsutc namens Milo zog den» Ht'.nde den Splitter heraus, wusch uud verband die Wunde, und der Hund, der nun nach jenern
Soldaten benannt wurde, blieb auS Dankbarkeit bei der Truppe, zu der er in großer Treue hielt. Besonders verdie»»t »nackte er sich 1870 i»» denjenigen französischen Q»iartieren, ,vo die Leute alle Eßwaren vergraben, verma»iert oder sonstivie versteckt hatten und der Einq»»artierung die »»öttge Nahrnng vorei»thieltei». Ta »var eS den»» der treue Milo, der in Ha»»s, Hof »n»d Garten herum- scknupperte und jene Schätze zumeist schnell entdeckte. Ans den Befehl: „Such', such', M,lo, hier gibt's was zu essen!" »nackte er sich auf die Entdeck»u»gsfahct, und wei»n der braun »»nd »veiß gesteckte Hühi»erh»»nd n»it seiner Rute »vedelte, dan»» bra»»chte man nur der» Spürer» nachzugehei». In» Feldzüge 1866 hatte Milo ein ins Wasser gefallenes Kind vom Tode gerettet, wurde aber selbst i»n Gefecht bei Kissingen ver»vni»det »»nd lag sechs Wochei» im Lazarett neben einen» Unteroffizier seines Regin»ents. Auch im Deutsch-Französischen Kriege erkrankte er unb mußte der Behandlung eines französischen Tierarztes übergebe,» »verden. Doch konnte er glücklich mit seiner Truppe heimkehren und in Minden, geschmückt mit einem Eisernen Kreuz, das die Soldaten ans ge- fan»melten bleiernen Geschossen für ihr» gegossen hatten, mit der Truppe festlich einziehei», doch war er altersschwach. Indessen starb er erst, dank der treuen Pflege, die ihm in der Kaserne z»rteil »vnrde, i»n Januar 1876. •
* Uebertrumpft. Bon dem kürzlich verstorbenen Florentiner Theateckritiker Jarro, der in ganz Italien bekannt und »vegen seiner scharfen Z»»»»ge gefürchtet war, erzählt ein Freund folgendes Gefchichtchen: „Ich traf ihn einmal in einer Schenke zusammen mit dem Marchese Torrigia,»i, einen» großen Jäger vor de»»» Herrn. Ma»» sprach vo>» der Jagd, »,,»d jeinand i>» der Gesellschaft, bemerkte, daß die Ktlnde des Lockvogelruss unter dei» Anhängern des edlen Waidiverks doch entschieden abnehme. »Ich habe einen Bekannten/ sagte da ein andere- Mitglied der Gesellschaft, das »vegen seines Jägerlateins berühmt war, »der den Ruf deS Distelfinken so a»»sgezeich»»et nachmachen kann, daß soiort, wenn er es tut, ganze Scharen von Vögele herankoinmen." »DaS ist noch garnichts, fiel da Jarro ein, »ich halte einen Freund, der, »venn er das Krähen de- Hah»»eS am Abend nachmachte, damit sofort die Sonne aufgehen ließ." _
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend erwünscht.)
Stock- oder Klipp sischfrikan bellen. V 2 Pfd. trockener Fisch. 2 alte Semmel, Pfeffer, 1 Ei, etwas Petersilie, 1 Eßlöffel geriebenes Brot, 60 Gramm Fett, 6 Eßlöffel Milch oder Wasser. Der Fisch wird 24 Stunden mit kaltem Wasser hingestellt, dann mit frischem kaltem Wasser aus den Herd gesetzt und lcurgsam gekocht, bis er ganz weich ist, dann von Häuten und Gräten befreit und sehr sein gehackt. Das in Wasser ausgeweichte und sehr fest ausgedrückte Brot wird mit 'Qn, dem Gewürz und dem Fleisch recht aut durchgearbeitet, von der Masse Koteletten geformt, diese in geriebene Semmel gewendet und in dem heißen Fett gut braun gebraten. Man gibt Kartoffelsalat dazu.
Vüchertisch.
— Meister der Farbe. Gen»älde moderner Meister in farbiger Wiedergabe. 12.Jcihrgang 1915. Inhalt des Januarheftes: F. Eourtens, Allee im Sonnenschein. Charles De
Groux, Zu spät! I. Montigny, Belgischer Wi»»ter. A. Steven-, Ferne Gedanken. A. Baertson, Ansicht von Ge»»t. Kare! OomS, Verbotne Lektüre. Abonnementspreis des Heftes Mk. 3.—. Verlag von E. A. Seemann in Leipzig.
Skat-Ausgabe.
Nach den ersten vier Stichen 1 .
besitzt der Spieler noch folgende Karten: Pique-König, -Dame -Sieben, Carrea»»-Aß, -Zehn und -König), wobei er noch einen Stich abzugeben hat. Gleichwohl gewinnt er das Spiel mit Schneider. — Wo sitzt der Spieler, »vas spielt er, wie sind die Karten verteilt und w»e ist der Gang des Spieles?
9 Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Arithmogriphs in voriger Nummer: 8 chach — Ohina — Heine — Ameise — Unna — lkssain — Wahnsinn — Eilen - Ischta — Aachen; Schaumwein.
Schriftleitung: Aug. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniverkitälS-Buck- und Eleindruckcrei. R. Lanae. Hießen.


