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formen ankommen, um sich Geld zu holen. „Dir Edward Greh zahlt den Verbündeten jeden Sonnabnrd ihren Sold," so ist diese deutsche Karikatur unterschrieben. Dem stgt das „Journal" hinzu: „Tie Deutschen glauben, daß der Latz Englands gegen sie so weit geht, daß dieses die Kriegskosten der ganzen Welt bestreitet. Ach nein! Jeder muß sein Terl zahlen; für England macht dies ebenso wie für uns ungefähr 50 Millionen Franks am Tug. Sir Edward Grell gibt uns nichts da^u." Ist es nicht zum Lachen, wie selbst aus diesem Kommentar oie Sehnsucht nach dem englischen Gelde klingt? Ein anderes Mld aus oem „Simplizissimus". In einem Schützengraben versteckt liegen mehrere Franzosen und schauen sehnsüchtig nach einer ans dem deutschen Schützengraben anfsteigenden kleinen Wolke. „Zum Teufel. Diese Deutschen brauen sckwn wieder Kaffee. Wie das gut riecht!" Hier greift das „Journal" zur gemeinen Lüge, um das Mld zu erklären. „Unsere Soldaten — so behauptet es kühn — leiden an nichts Mangel. Aber die Deutschen müssen sich kompagnielveise ergeben, tv<il sie nichts mehr zu essen haben." Vielleicht macht das „Journal" seinen Lesern nächstens noch weis, daß nicht wir, sondern die Franzosen im Laufe des Krieges über eine Million Gefangene gemacht haben. Ter „Ulk" zeigte jüngst, lvie Uncle Sam im tiefen Gebet vor dem deutschen Michel liegt. Die Karikatur roar unterschrieben: „Nun Jonathan, warum betest du zu Gott? — Damit er dich alle die Kanonen erobern läßt, die ich den Feinden Deutschlands liefere. Und warum Das? — Dannt diese dann neue bei mir kaufen müssen." Dazu liefert das Pariser Matt folgenden Kommentar: „Wir stellen alle unsere Kanonen selbst her, ja wir verkaufen sogar noch welche an unsere Verbündeten. Und die Deutschen haben noch nicht eine einzige davon erobert. Wohl aber Möchten sie gern alles das, was ihnen fehlt, in Amerika kaufen. Lknerika kann und will ihnen aber nichts mehr liefern." — Ms letztes Mld bringt das „Journal" eine Karikatur Sir Edward Greys von Gulbransson, dre unterschrieben war: „England kämpft bis zum letzten Pfennig . . ." Das roch dem französischen Zensor zu sehr nach Wahrheit und der Setzer muhte diese Unterschrift aus der Zeitungsplatte wieder heraus- mnheln, so daß ein weißer Fleck entgegcngähnt. Nur die französische Erläuterung ist geblieben. Sie lautet: „Die Deutschen wol> len uns Franzosen einreden, England führe den Kriegmit nn-> serem Leer. In Wirklichkeit führt es den Krieg mit unserer Flotter was es an Soldaten besaß, hat es auch an die Front geschickt. *** Deutfthe wird längst niedergerungen sein, ehe wir unsere letzte Million Menschen überhaupt nur mobilisiert haben." Soll man lachen oder die Leichtgläubigkeit der französischen Zeitungsleser bedauern?
vermischtes.
'Deutsche Kriegs -Buchhandlungen. Am Fuße der täglich erscheinenden »Ltller Kriegs,,achrichten" befindet sich seit einiger Zeit eine fettgedruckte Anzeige, die ans das Bestehen einer Kriegs-Buchhandlung in Lille hinwetst. Diese ist im Hause des Nachrichtenoffiziers des Gouvernements untergebracht, wo auch ein Lesezimmer für Offtztere und Mannschaften mit den neuesten Zeitungen und Heilschrtsten eingerichtet wurde. Als Verkäufer sind Mdgraue Buchhändler tätig, und wenn der Absatz einen Maßstab kur den Erfolg eine- Unternehmens bieten kann, so hat sich dieses bewährt, zumal es Bücher in jeder Preislage, UnterhaltuugS- ichrmen, wie wissenschaftliche Merke zu kaufen gibt. Der Reinertrag dieser Buchhandlung wird übrigens zur Deckung der Unkosten verwendet, die durch die Herausgabe der „Ltller Kriegs- zettung" und der »KriegSnachricbte.ck entstehen. Tiefe Ltller Buchhandlung hat aber in dem Dörfchen V. bei Lille bereits eine Vorgängerin gehabt. Dort liegt eine Kompagnie deS Landsturm- batarüons Göttingen und in der neuerrichteten Wirtichait »Gasthof zur Stadt Göttingen" gibt eS neben Schinken, Bier, Wurst und Kaie auch Bücher mancherlei Art zu kausen, so daß ein Nebenschttd die stolze Firmenbezeichnung »Universitäts-Buchhandlung' trägt. Ten Grundstock dieser Buchhandlung bildeten gegen 260 Bücher in emem aus einer deckellosen Kiste gefertigten Regal. Sie alle, zumeist ReclainS Universalbibliothek entstammend, sind in wenigen Dagen ln die Schützengräben der Sachsen gewandert, selbst Feiichterslebens »Diätetik der Seele" in mehreren Exemplaren. Auch geographische Postkarten, die eine farbige Darstellung der slandrtschen Gebiete geben, ianden reißenden Absatz. Reben diesen »setzhaften KrtegS-Buchhandlungen gibt es aber auch fahrende-
^ ^arkedenter führen nämlich außer deutschen Zeitungen ouch bllUgere Unterhaltungsschrlsten im Preise von wenigen Groschen mit sich, die von den Truppen gern gelaust werden, i - r ^ " garnS Erdgas schätze. Erdgasquellen, die man »eit längerer Zeit in den Vereinigten Staaten und in Kanada kennt und wirrschastlich ausnützt, sind tu den letzten Jahren m ^'Mltchem Maße auch in der oberungarischen Tiekebene und in Siebenbürgen aufgesuuden worden. Bis heute sind, so schreibt Dr -veri'mg nn »Prometheus", bereits 16 Quellen bekannt, die eine tägliche Gesamtergiebigkeit von mehr als 2X Millionen Kubik- lülu i* ^igen. Schutzungen amerikanischer Geologen über den ^ehalt der Siebenbürgener Erdgaslager belaufen sich auf nicht Kbm., wobei aber keineswegs gesagt t't, daß die tatsächlich vorhandene Menge nicht um das Vierfache
die Schätzung Übersteigt. Damit würde die ungarische ErdgaS- Produktion die der Vereinigten Staaten, welche im Jahre löiO 11 600 Millionen Kbm. betrug, übertreffen. Bisher ist freilich in Ungarn wenig von den vorhandenen Erdgasschätzen für die technische Verwertung nutzbar gemacht worden, da es wegen der hohen Anlage- und Betriebskosten zunächst großer Kapitalanlagen, ,vie sie nur von großen Gesellschaften geleistet werden können, bedarf. Tie Versuche haben sich bisher aus die Beleuchtlmg der Staatsbahnen und einiger Ortschaften beschränkt. Trotz der kleinen Betriebe stellt sich das Erdgas schon billiger als daS Steinkohlengas; es ist auf den Kubikmeter um 4 1 /, H. billiger als dieses und kostet nur 2,4 H. Weiter sind in einer dazu gegründeten Versuchsanstalt Untersuchungen im Gange, um das Gas für die Zwecke der Landwirtschaft, z. B. der Gewinnung des Luftstickstoffes, dienstbar zu machen. Werden nach Beendigung des Krieges die Projekte aus- geführt, so wird das ungarische Erdgas Oesterreich-Ungarn von der Abhängigkeit der fremden Kohlenlieferanten befreien. ES wird aber auch möglich werden Oberungarn und Siebenbürgen zu industrialisieren.
"Die 9t i v a l e n. Eine tragikomische Geschichte von dem berühmten Klaviervtrtuoseu Godow sky wird aus Amerika erzählt. Godowsky befindet sich dort auf einer Konzertreise und sollte so eines Tages auch in Baltimore spielen. Aber nach seiner Ankunft erfuhr er, daß auch E a r u s o für dasselbe Konzert gewonnen war. Ter Künstler, der seiner Kunst augenscheinlich nicht so viel zutraiite wie dem hohen C des berühmten Tenors, verließ daraufhin höchst entrüstet die Stadt und schrieb der Konzertdirektion folgenden Brief: „Es ist höchste Zeit, daß das Vorurteil deS Publi- kuins zugunsten der Gesangskünstler endlich einmal aufhöre. Die Begabung und die Arbeit, die in der Entwicklung eines Jnstru- meutalkünstlerS zur Entfaltung gelangen, und die kulturellen Segnungen, die aus seiner Kunst entstehen, sind zum mindesten gleichwertig dem rasch verfliegenden Vergnügen, das mit dem Genuß einer gesanglichen Leistung verknüpft ist."
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend erwünscht.)
Fischauslauf von Pellkartoffeln. (Jede Fischort.) IV» Psd. Fisch, 2 Psd. Pellkartoffeln, 20 Gramm Parmesankäse, yi Liter saure Sahne vder Milch, 2 Eßlöffel Mehl, 20 Gramm, 20 Gramm Fett. Me Fischreste werden lagenweise mit in der Schale gekochten, in Scheiben »geschnittenen Kartoffeln und Parmesankäse in eine gut ausgestrichene Auslaufform eingeschichtet, saure Milch oder Rahm, Satz, Mehl werden verquirlt und darüber genossen. Oben darauf gibt man Butterstückchen, Parmesankäse und geriebene Semmel und backt den Auslauf eine halbe (stunde.
Stock-ober Klippfisch mit SauerkrautUnd Bratkartoffeln. V» Psd. trockener Fisch 1 Psd. Sauerkraut, 60 Gramm Fett, 2 Psd. Kartoffeln, Satz. Das Sauerkraut wird mit 20 Gramm Fett und etwas Wasser gar- geschmort (2 bis 3 Std.). Der Fisch wird gut bedeckt mit kaltem Wasser und — bei Stockfisch — mit ettoas Satz mir den Herd gestellt und langsam ins Kochen gebracht. Er muß l /i Stunde ziehen, nicht kochen. Dann läßt man ihn gut ab- laufen, entgrätet ihn und mischt ihn mit dem Sauerkraut durch. Dazu werden die Kartoffeln in der Schale weich gekocht, geschält, in Scheiben geschnitten und auf der Stielpfanne in 40 Gramm Fett gebraten.
Arithmogriph.
12 3 4 2 3 ein Spiel.
3 3 V 10 4 aflatifches Reich.
3 8 9 10 8 deutscher Dichter.
4 6 8 9 1 8 ein Insekt.
5 10 10 4 Stadt ln Westfalen.
6 4 9 10 ein Fluß.
7 4 3 10 1 9 10 10 eine Krankheit.
8 9 1 6 10 nützliches Metall.
9 1 2 3 4 italienische Insel.
10 8 2 3 8 10 ein Fahrzeug.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter bezeichnen der Reihe nach, von oben nach nnten gelesen, ein berauschendes Getränk. (Auflösung in nächster Nummer.)
.Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer r Weiß. Schwarz.
1) 8d 6 — e8 K d 6 — e 4.
2) Se 8 - fö -f und Matt.
A) 1). S e 3 n. c 4 oder anders.
2) L a 6 - b 7 -f- unb Matt.
B) 1). beliebig anders.
3) Dame, Turm, Springer, Matt.
Kchrtstlettung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Äleßen."


