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,M2chen, du reifet mich ja um!" meinte er lächelnd und sah an fernem Bein herunter.

Mimi folgte seinem Blick dann liefe sie ihn los trat einen Schritt zurück legte die Hand aus den Mund und hauchte: Tein Fufe?"

Ja" nickte Georg.

Mimi stand immer noch und starrte das leere Hosenbein an.

Georg aber sah sich ungeduldig um, sah über all die neugierig und mitleidig ihn Umringenden hinweg und sagte:

Wo ist denn Lotte?"

Mimi sah ihn verständnislos an.

Er mufete wiederholen:Wo ist Lotte?"

Sei man froh, dafe die nich gekommen is!" meinte Mimi. Wenn die dich so gesehen hätte"

Georg lehnte sich gegen den Bahnhofspfeiler und schwieg. Warum ihn die Leute wohl alle anstarrten? Er fühlte, wie er zornig wurde. War denn die Lotte wirklich nicht da? Wie er sich gefreut hatte auf diese Minute, auf dies Wiedersehen! . . . Dafe die Lotte ihn umarmen würde. Die hätte ihn auch umreifeen dürfen . . .

Mensch du wirst ja ganz blaß!" rief ihn seine Schwester an und packte ihn am Arm. i

Georg winkte ihr ab und richtete sich auf am Pfeiler. Immer stramm nicht schlapp werden.

^Mimi faßte ihn unter:Lafe man wenn sie dir ooch nu nich mehr jern haben sollte bet hochmütige Fräulein denn; find't sich eben 'ne andere"

Aeorg antwortete nichts darauf. Schwerfällig humpelte er an der Seite seiner Schwester den Bahnsteig entlang. Jetzt empfand er erst, wie schwer es ihm wurde, mit dem provisorischen Apparat, den sie ihm im Lazarett angeschnallt hatten. Solange er beim Arzt gewesen, hatte er es nicht so sehr bemerkt. Hatte der ihn doch immer versichert, dafe er wieder wie früher aussehen werde, wenn erst das künstliche Bein fertig sei. Er sollte nur warten, bis es soweit sei. Aber ihn hatte es nicht mehr int Lazarett gelitten. Er tarnte erst einmal nach Hause zu Lotte. . .

Und nun war sie nicht da.

,,Wo wo ist denn Lotte?" fragte er, als er vorsichtig am Gelander entlang die Treppe hinabstieg.

Heute sollen Verwundete kommen. Und da haben sie im Laza­rett ihre Arbeit, um alles in Ordnung zu bringen. Alles frisch be­ziehen und scheuern und einrichten."

Wann kommt sie denn?"

Na, das wird wohl ziemlich spät werden," erwiderte Mimi, ttnmer bemüht, ihn zu stützen.Sie will sich doch nicht extra frei rttaqjen!' fügte sie mit einem heimlichen Vorwurf hinzu.

Na ja das geht auch nicht!" verteidigte Georg seine Braut. Erft müssen die Verwundeten alle versorgt sein. Das ist nu mal nicht anders."

Sie standen unten in der Halle.

Is denn Mutter nicht da?" fragte Georg.

Mutter kocht Kaffee. Damit du jleich was Warmes hast, wenn du kommst."

Mutter iS immer praktisch!" lächelte Georg. Und dann mach­ten sich die beiden Geschwister auf und gingen heimwärts Mimi immer bemüht, ihren Bruder zu stützen, ihm den Weg so leicht wie möglich zu machen. Und auch bemüht, ihn abzulenken von seinen Gedanken, ihn zu unterhalten und ihn zugleich daraus vorzuberetten, dafe seine Braut über seine Verstümmelung nicht entzückt sein würde ja, dafe sie sich wahrscheinlich von ihm abweuden würde. Denn Mimi konnte sich nicht denken, dafe man einnl solchen verkrüppelten, zerschossenen Menschen noch lieben Jömte. Als Briefträger konnte er doch nun auch nicht mehr gehen Na und wer stellte denn so einen einbeinige Menschen an?

Georg aber dachte nur:

Lotte war nicht da Lotte war nicht da. . . Sie hätte sich natürlich frei machen können. Wenigstens aus eine halbe Stunde Um ihn zu begrüßen. Das batte er schon von ihr erwartet

Lotte war nicht da Lotte war nicht da . .

Allzuweit hatten sie es nicht bis zur Wohnung der Mutter Sre wohnte nur wenige Minuten entfernt vom Bahnhof weil zuck das Postamt in der Nähe war, und er es nicht bei all seinen Wegen auch noch weit bis zum Amt haben sollte.

Vielleicht war Lotte bei der Mutter. . .

Vielleicht wollte sie ihn dort überraschen.

Sie stiegen die paar Stufen hinauf, die vom Hofe aus zur Wohnung führten. Wie sauber war die Treppe gescheuert! Wie blinkten die Meffingarme der Gaslampen! Ja, ja, wo Mutter die Dausreinigung hatte! . . *

Soll ich voraufgehen und Mutter vorbereiten?" fragte Mimi

schüchtern.

Georg schüttelte den Kopf. Die Mutter würde doch nicht zu- rückschrecken vor chm. . . die eigene Mutter. . .

Als sie ihn auf der Treppe hörte, machte sie schon die Küchen­tür auf und kam ihm entgegen mit offenen Armen:

Junge, Junael Da biste ja wieder!"

Und sie zog ihn behutsam die Treppe empor. lKein Wort sagte sie über sein Bein.

mn Wort sagte sie über sein Bein. Führte ihn nur lanasan »um Küchentisch, auf dem schon die Kaffeetassen und der Milchtop wanden und der KuchenteNer in der Mittel Und dann ließ ft

Aen Sohn sanft auf den Stuhl nieder, der zwischen Herd und Lisch stand:

So da is es doch am wärmsten!"

Mit dem einen Arm auf seiner Schulter, blieb sie vor ihm stehen, streichelte ihn und sagte stolz:

Ick wußte doch, dafe du das Eiserne mitbringen würdest Ja, bet wußte ick!"

Unb bemn war sie geschäftig um ihn herum, goß ihm Kaffee ein Milch dazuda haste een Stück Kuchen! . . . Un nu ife man noch. Eens is jarnischt. Mußt dir doch wieder ordentlich er­holen! Mußt doch wieder Blut kriegen. Wirst ja genug verloren haben . .Nu nimm dir man noch een Stück. Mim: und ick haben schon jetrunken."

Ach zur Gesellschaft trink' ich noch mal mit!" meinte .Uiimi^iinb jog sich die zweite Tasse heran, die auf dem Tisch stand.

"Die sollte doch für Lotte sein!" rief Mutter Krüger.

Wer weife, ob die kommt?" meinte Mimi und lächelte ein wenig zweiflerisch in die Tasse hinein.

Mutter Krüger war erst sprachlos. Dann sah sie ihren Sohn an. Und nun wußte sie, warum er so still war. Diese wenigen' Worte, die eben gewechselt worden waren, enthüllten eben das' was sein Herz bewegte und erfüllte

Nun wurde Mutter Krüger aber aufgebracht:Was redest du denn sur dummes Zeug!" schrie sie ihre Tochter an.Du bist dock ein zu dummes Ding! Du weifet doch, dafe heute wieder ein Lazarettzug kommt. Lotte wird schon kommen. Wie ick ihr kenne!.. Nee sowat macht das Mächen ihrem Bruder unnütz das Herz schwer ! Lotte is doch nu mal so: erst de Pflicht, erst de Arbeet und denn alles andere. Des finde ick nu ooch sehr verständig. Del is de richtige Frau fov- Georg! Mt der wird er schon vor- wartskommen. Un bet is ja doch de Hauptsache!"

Das rote Gesicht von Mutter Krüger glänzte vor Eifer.

Mimi aber beugte sich über die Kaffeetasse und schwieg tot* legen.

Georg sah seine Mutter an. Wie sie ihr Gesicht bald ihm

Olebe, bald der Tochter vol( Strenge zuwandte. Und nun! fühlte er sich wieder heimisch. Ja so war Mutter nun mal sie mufete was haben, an dem sie austauen konnte. Ihre Ohren» glühten ordentlich. Fast so rot, wie das Feuer, das durch die ab­genutzten Ringe auf deni Kochherd leuchtete. Ihm wurde es ordentlich behaglich. Er streckte sich und dehnte sich.

aus:Du Zigarren haben wir auch für dich! Und sie lief ui die Stube, um sie zu holen

Willst du dir nich lieber aufs Sofa legen?" fragte Mutter Krüger.Wir haben vorne geheizt."

Na Mutter, in der Woche? Wird das nicht zu teuer?" scherzte Georg.

Na erlaube mal!" lehnte seine Mutter gekränkt ab , So knauserig bin ick doch nich!" Sie wollte ihm aufhelfen.

Laß mJarc ick rauche lieber hier meinen Glimmstengel!"

Unsinn! Jeh man nach vorne!"

Na bet »var doch sonst verboten, in Mutters juter Stube zu qualmen!" meinte Georg neckend.

Nu jeh schon!" munterte sie ihn auf.

Na denn: mit Berjnügen!" Er rappelte sich aus und wollte nach dem vorderen Zimmer gehen.

Seine Mutter machte sich daran, die Lampe anzuzünden.Nee wat die Dvae jetzt kurz sind!" Sie nahm die Glocke ab und» holte die Stteichhölzer vom Herd. So loaren Mutter und Sohn allein beisammen. Uiid als nun das Licht aufflammte und sie seine Augen ans sich gerichtet sah, in boxen sie eine stumme Frage an die Zukunft zu finden glaubte, da streckte sie ihre Hand aus, um ihm über das Haar zu fahren.

Ehe sie soweit kam, hatte er ihre Hand mit beiden Händen gefaßt und drückte sie.

Dir der Postnieister hat mir neulich jesagt wenn dir ooch wat passieren würde for dir tatre tmimier 'ne Stelle da. Du hätt'st doch schon verschiedene Prüfungen iemacht"

Weiter kam Mutter Krüger nicht. Die Tür tourde aufgeris- sen. Ein junges Mädchen in Helferinnentracht stürzte herein. Sie fiel über Georg her:Junge!"

Dann riß sie ihn empor zu sich, hielt ihn fest und suchte mit ihren roten Lippen seinen noch ein loenig blaffen Mund. Als Ge­org sie auf sein künstliches Bein aufmerksam machen wollte, schüttelte sie nur den Kopf und drückte ihn umso fester an sich.

Da sagte Mutter Krüger:Ick jloobe, et is Zeit, det ick de Lampen uff de Treppe anstecke."

Und leise ging sie aus der Tür.

Line franzSsische Karikatur deutscher Karikaturen.

Das PariserJournal" veröffentlicht duInteresse der Wahr­heit" eine tzhtzahl Karikaturen anS deutschen Witzblättern, glaubt (tbcr zum besseren Verständnis seiner Leser diese noch besonders erläutern zu müssen. Diese Erläuterungen zeigen nun hesser als lange Mtikel, WaS die Pariser Zeitungen ihren Lesen: vorzusetzen wagen und wie sie aus der Wahrheit selbst eins Karikatur macken. Da sthen wir zuerst auf einem Bild derLustigen Blätter" Sir Greu am Kassenschalter, während Rußland. Frankreich. Belgien, Serbien. Mouienearo und Japan in zerschlissenen uni"