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„Mt? Mein Herz bleibt ewig jung. Mt? Meine Liebe wird immer neu sein!"
Er sagte es ein wenig pathetisch, denn er war bei der zweiten Flasche.
,Ach bitte Euch, lieber Herr Jan, sprecht nicht so laut. Ein junger Bürger sitzt dort drüben, der sich Hoffnung auf meine Hand macht. Er blickt schon zornig."
Jans Schnurrbart begann zu zittern.
i,,Wo ist er," fragte er und schob die schillernden Fe dern eines Pfaues auseinander, dessen gigantisches Rad gerade ihm vor der Nase schimmerte. Er sah einen blassen, verhockten Jüngling ihn mit unsicheren Augen anschauen.
„Der?" sagte Jan mitleidig und ließ die Pfauenfedern zurückschnellen, „der? Armer Mensch. Ich werde ihm die Ohren abschneiden, denn er wird in Ohnmacht fallen, wenn er eine blanke Klinge sieht."
Man hörte Jofs Marias klangvolle Stimme:
.„Ich danke ehrerbietigst für Eure Güte, hochwürdigster Herr. Ihr habt ohüe Zweifel recht. Wenn man einen solchen Freund hat wie ich, bann gehört man nicht ins Kloster."
„Mer man soll mit gottlosen Menschen keinen Um- gang haben," sagte Lamormain.
„Er ist nicht gottlos Wollte Gott, alle Menschen wären so voll ehrlichem Christentum wie er. Aber Ihr habt dennoch recht: man urteilt mehr nach den Gebärden wie nach dem Herzen."
.„Nur Gott schaut ins Herz."
„Wirklich, hochwürdiger Herr? Dann würde auch ich unter den ehrwürdigen Vätern stets Mißverständnissen ausgesetzt sein. Ich werde also mit Herrn Werth nach Italien gehen. Der wenigstens kennt mich." —
„Spielen wir doch ein wenig, Fräulein Agnes. Würde es denn nicht möglich sein", mw Jan neigte sich zu ihr, „Soldat zu sein und winters, wenn das Heer im Quartier! liegt, in die Arme seiner Hallsfrau zu eilen?"
„Also eine Winterehe, Herr Jan?"
„Mit Sommerglut, Jungfrau Agnes." —
Obell an der Tafel entstand eine Belvegung. Der Kurfürst brach auf, mit ihm Collalto, und sie schleppteu den ganzen Schwanz von Soutanen nach sich. Die beiden Bürgermeister, einige Generäle begleiteten sie bis zur Treppe, da winkte der Kurfürst und sie kehrten um. Sogleich wurden die Stimmen lauter. Einige Ausrufe flogen über das Rauschen der Reden, Frauenlachen stieg hellauf, bis es von dem t,ef- gründigen Gelächter der Männer eingeholt und gefangen wurde. —
„Der Teufel von Almaden soll mich holen," rief Spi- Nvla.und schlug auf den Tisch, „weshalb gingt Ihr angesichts des Feindes über den Fluß? Wie ich weiß, macht der Fluß dort einen Bogen, nun gut, und der Feind war auf der Außenseite. Ihr hättet auf der Sehne des Bogens marschieren müssen, und so viel der andere sich abgelaufen hätte, Jhp wäret immer zZiülf Stunden eher dagewesen und hättet übers Wasser gehen können, indeni Eure Musik ein Kirchenlied spielte." —
„Und Ihr, mein Herr," sagte die üppige Dame zu Jan, ,Lhr rntet nun so immerzu?"
„Nickt immer," erwiderte Jan und drückte Jungfrau Agnes' Knie.
„So zum Erempel nicht, wenn ich schöne Frauen sehe. Dann bleibt mein Gaul voii selbst stehen."
„Ihr seid galant," sagte die üppige Dame und lachte und ihr Busen schlug Wellen. Irgendwo begann jemand zu singen.
„Ihr seid falsch!" sagte Jungfrau Agnes. „Jetzt tut Ihr schon mit einer anderen schön!"
„Sprecht noch ein Wort, und ich küsse Euch mitten auf den Mund!"
„Vor allen Leuten?"
Ihre Augen flackerten, ihre Hand preßte die seine . ;$? r , J a l Ien Leuten! Das heißt, im stillen Kämmerlein tät »ch's lieber!"
„Ach," sagte sie und wurde traurig, „Herr Jan. Ihr redet nur so. Wie zu mir, so zu allen!"
„Jan!" ries Joss Maria. „Dein Wohl! Was wir lieben l"
c , £ cufe * Wa^ wir lieben. Ich habe ein wenig zu schnell getrunken. Liebe ich diese? - Fan lebt und Jan ist treu. Wer hatte das aesa§t? Richtig: er selbst
ich einen Soldaten rum Eheherrn hätte," Jungsrau Agnes, „so sollte der mir nicht lange
Soldat bleiben. Meint Ihr, meine Macht sei so klein? Oh. ich getraue mir schon, einen Mann zu halteir. Meint Ihr nicht?"
Sie neigte ihren Kops und sah ihn eng an.
„Meint Ihr nicht?"
„Gewiß," saate Jan und reckte sich aus. „Ohne Zweifel. Es kommt auf den Mann an. Was ein rechter Kerl ist, der nimmt sein Weib ins Lager mit —"
„Gott im Himmel."
,O>der er läßt sie eben zu Hause, und keine noch so weichen Arme halten ihn. Aber allerdings muß er ein rechter Kerl sein."
„Wie meint Ihr das?"
Jan trank.
„Wenn ich eine Laute hätte, würde ich Euch ein Lied singen..." er sah sich suchend um, „ein Lied, welches heißt: der Soldat und das Mädchen."
„Ach bitte, Herr Kavalier," ries die üppige Dame, „singt es doch!"
„Wer singt?!... Er soll singen!... Singen wir!" ries es durcheinander.
„Eine Laute," rief die Dame.
Man reichte eine her, sie tanzte über die erhobenen Hände der Gäste und ihr Kasten brummte verheißungsvoll. Jan stand auf.
„Tadirilarilah," intonierte ein Spaßvogel.
„Jan! Jan!" rief Jos6 Maria über den Tisch und drohte.
„Schweigt, Herr Schulmeister!" ries Jan zurück, „es ist em moralisches Lied und läuft auf Ermahnungen an einen Säugling hinaus!"
Und er sang mit seiner hellen und fröhlichen Stimme dieses Lied:
Das M ädchen: Wenn die Kartaune gräßlich blitzt:
Pardibautz und Bum und valdera,
Wohl, daß mein Schatz am Ofen sitzt.
Ach. ach. ja. ja.
Der Soldat: Fahrwohl! Ick reit' frisch drein:
Pardibautz und Bum und valdera.
Kann nicht mehr bei dir sein,
Ach, ach, ja, ja.
DasMädchen: Und wenn dre Kugel schießt dick tot:
Pardibautz und Bum und valdera.
Dann wein' ich mir die Augen rot,
^ ^ Ach, ach, ja, ja.
Der Soldat: Mein Kamerad soll bei dir sein:
Pardibautz und Bum und valdera.
Der schließt dich in sein' Arme ein,
.?lch, ach, ja, ia.
DasMädchen: Und wenn mem Knäblein kommt zur Welil
t ardibautz und Bum und valdera, ein Vater liegt aus weitem Feld,
Ack, ach, ja, ja.
Der Soldat: Dein Vater starb den Tod der Ehr:
Pardibautz und Bum und valdera,
Werd groß und stark mein Jung wie er,
Ach, ach, ja. ja.
Jan war immer ernster geworden. Er sah Agnes, indeni er die Laute noch fest im Arme hielt, groß an, uufc fie schlug die Angen nieder. Gelächter stieg auf, als er geendet hatte. Spinola sang aus vollem Halse dazwischen:
„Und wenn mein Knäblein kommt zur Welt: Paribautz und Bum und valdera. . . ."
Und die Damen kreischten auf und mittenhinein schmed- terte die Musik die erste Tanztveise. Da erhoben sich alle und die Herren stampften breit auf, um zu. sehen, ob die Beine noch sicher genug wären, daß sie einen Tanz riskieren konnten. —
„Ich würde sterben," flüsterte Jungfrau ?lgnes in Jans Arm leise.
„Wir leben rwch!" rief Jan. „Zum Tanz!"
Ueber den Fußboden schleiften schon einhundert Sohlen, Da riß Jan sein Fräulein hinein in das Gewühl,
(Fortsetzung folgt.)
Von Hans
Heimkehr.
Ostwald (Zehlendorf).
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^ mn, iajue eine iwiDUrtj dann warf sich ferne Schwester ihm entgegen Armen seinen Hals und fügte ihn.
Georg mutzte sich mühselig an dem Pfeiler halten
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umfaßte mit beiden


