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haue, maskierte Löcher, in denen spitze Pfähle eingerammt waren usw. Nach ihm wurden die römischen Legionäre mit Spaten ausgerüstet, so »vie es heute »nieder bei unfern Truppe»» der Fall ist. Zn der »nodernen Kriegsgeschichte hat nach -Briaunont Karl V. das Verdienst, als erster neuerer Heerführer die Wichtigkeit der Feldbefestigungen erkannt zu haben. Er fügte jeden» Regiment seiner Landsknechte eine Kornpagnie von 400 Pionieren bei, die die Schanzarbeiten auszuführen hatte. Diese Vorsicht »var sehr allgebracht, denn der Landsknecht liebte das Arbeiten mit Spaten und Hacke durchaus nicht i»nd verwarf es als „unter seiner Würde", so daß »nan Bauern daz»» zwingen mußte, die aber nicht immer zur Hand »varen und die Verschanzungen nicht sachgemäß anssührten.
In der Zeit der Manövriertaktik, da sich die Heere oft monate-, selbst jahrelang gegenüber läge»», wurde»» die Feldbefestigungen noch viel eifriger gepflegt als in der Epoche der Landsknechte. Tu re»» ne ver»ve»»dete sogar seine Reiter — was an die Beschäftigung unserer Kavallerie eriirnert — zum Grabenausheben; jeder berittene Mann hatte an seinen: Sattel eine Schaufel und eine Hacke hängen; es bedurfte freilich der strengsten Disziplin, um die kecken Gesellen zu diesen Arbeiten zu zwingen. A»»ch Friedrich der Große ist ein überzeugter Anl)ängec der Berschanz»»ngen gelvesen. „Der Offizier, sagte er, „»nutz sehr Vieles wissen, aber eine der wichtigsten Kenntnisse ist für ihn die der Befestigung." Das befestigte Lager, das er 1761 bei B»»nzelwitz bezog, hat lange für ein Muster einer befestigten Anlage im Felde gegolten, und er zog für seine Strategie a»»s den Schanzarbeiten die größten Vorteile. Erzherzog Karl, der Sieger von Aspern, ist ebenfalls ein Lobred»»er der Verschanzungen. „Das Aufiversen von Befestigungen in» Felde," sagte er, „hat solvohl eine»» moralischen alo physischen Wert. D»e Berschanzirngen setzen der Kühnheit des Feindes ein starkes Hindernis entgegen, und sie schützen ihre Verteidiger gegen das Feuer der Gegner; sie machen auch unerfahrene Offiziere fähig, an »vichtigen Punkten standzuhalten, und lassen ihn in keine»n Zweifel über die Ver»oe»»dung der Truppen und Kanonen. Aber »vie jedes Werkze»»g verlieren sie ihren Wert, »venn man von ihnen einen falschen Gebrauch »nacht, d. h. wenn nran sie ohne Kunst und Verstand anlegt und ohne Tapferkeit verteidigt."
Napoleon dagegen, der „seine Kriege mit den Beinen seiner Soldaten getvann", hielt von den Berschanzungen »venig, da sie nach seiner Ansicht den Gang des Krieges verschleppten und die Entscheidung anshielten. Er hat Schützengräben wenig verwendet: bei der großen Rechenschaft aber, die er aus St. Helena- »nit seinen Taten und Anschauungen abhielt, fein Bedairer»» darüber »nit den Worten ausgesprochen: „Diejenigen, die die Hilfe le»»gnen, die die Kunst des Ingenieurs einem Heere in» Felde getvähren kann, berauben sich damit »»»»vernünftigerlveise eines stets ver- tvendbaren, immer nützlichen und oft unentbehrlichen Hilfsmittels." Freilich n»uß zu diesen Aeußernngen großer Feldherren bemerkt werden, daß die Feldbefestigungen der Berga ngeriheit sich doch in wesentlichen Punkten von den heutigen Schützengräben im Stellungskriege unterschieden.
vermischtes.
• K v ätzen als Bombe u w erfer. Ein Naturfreund teilt uns »olgende iuteresianle Beobachluna mit: An einer B»lcht der Nordsee ,st der GraSrand des AnbendeichS gegen Beschädigungen durch Ebbe und Flutstrom mit Ziegelstetneu abgedämmt. lieber Dieser schräge»» Cteinfläche sah ich kürzlich eine Anzahl Krähen sich ".»»'er wieder etwa 10 Bieter hoch in die Lüste schwingen, daun ".»en Augenblick in der Lrüt »erhalten und endlich steil wieder niedergehen. Dieses sonderbare Spiel fesselte meine Ausmerkiau». »e»h ruld zivar noch mehr, als ich zu beobachten glaubte, dag die krähen regelmäßig ans der Höhe eil,eil Gegenstand auf die Steine Mdea ließen. Mein Vergrößerungsglas bestätigte dies liiid ließ cud\ erkeliue». daß die kleine,» Bomben, »velche die Krähen ,'atlen ^ leiden, beim Aufschlag auf die Steine krepierten. 'Aufs höchste in- » uiiieit, ging ich näher und stellte fest, daß es sich mit Muscheln !'!. E' welche die Krähen auf diese Weise auskuaclten, um den fetten Inhalt dann zu verzehren. War das geschehen, so Holle die » etreuende Krähe (es handelte sich ansnahmSloZ mn Nebelkrahen)
1 10, J, r neue Binsrheln und lies; diese »vieder nnerinndttü 7* »e ansgrsprunge»» »varen. Da ich etivaS AchnlicheS »"-her nie gesehen habe, kann es sich, ,vie mein Begleiter scherzeiid «uiieit«? f nur um Krähen handeln, die Zeppeline oder Flugzeuge
beim Bombemversen beobachtet haben »mb sich diese Kenntnis nun zunutze »nachten. Als die Flut dann kam und die Muscheln de» deckte, hörte das Spiel natürlich aus. Meine Krähen hatten offenbar t,och kein b'-Boot gesehen, sonst hätten sie sicher auch noch nach weiteren Muscheln getaucht!
«k dG^hEilte »tödliche Verletzungen". Von einer Anzahl merkwürdiger Verwundungen, bei denen eine Kugel ein unbedingt lebenSnotivendiges Organ schtver verletzte, ohne daß eS oen Tod zur Folge batte, wurde in einer Sitzung der Aerzte de- Loudoner Bartholomäus - Kriegslazarett» berichtet. Eine Kugel wurde durch eine Röntgenaufnahme in den Herzmuskeln eine« Soldaten direkt eingebettet sestgeüeUt. Tie Kugel ,var zimächst durch die linke Schiilter des ManneS gedrungen und hatte sich dann so tief eiugebohrt, dgß sie bis ins Herz drang. DaS Wunderbare au dein Fall »var aber, daß der Soldat »nit der Kugel im Herzen noch 3 Kilon»etec »veit bis ztnn Verbandsplätze ging. Er erklärte, daß er gar nicht gewußt habe, daß er vertvundet ivorden fei, bis er Blutflecken an seiner Unform sah. Die Kugel ivurde »ncht entfernt, »md doch blieb der Mann ain Leben. Einne andere ähnliche Fälle, in denen ein Soldat mit einen» Fremdkörper in entem der wichtigsten Organe werterlebte. »vrtrden durch sehr sorgfältig ausgesührte Röntgen-Photographien erwiesen. So >var eine Kugel einen» Manne in die rechte Lunge gedrungen: die Wunde war, ,vie sich ans der Photographie dentlich erkeinien ließ, etwa 1K Zoll lang. Eine andere Ausnahme zeigte eine Anzahl von Lchravnellstückei» in der Schädelhöhle dicht über den» Anne unter- h>lb des Gehirns. Das Schrapnell trat bei der Verwundung aus der ciueu Seite der Backe ein »md drang ai»T der anderen »vieder Hera»»».
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend erwünscht.)
Apfel fnrtoffel mit Speck und Knackwürsten:!^ Pfd. Kocbäpfel, 3 Psd. Kartoffeln, Satz, 100 Gr. geräucherter Speck, Zucker, Essig. Die Aepfel werden getvaschen, in Stücke geschnitten, »nit Vs Liter Wasser gar- gekocht, dnrchtp'strichen und mit Z»»cker abgeschineckt; »venn die Salzkartofseln aargekocht nnd abgegossen sind, wird das Apfelmus gut durchgemischt, »venn nötig, »vird noch ettoas Essig darangegeben. Der Speck »vird in Würfel geschnitten, ausgebraten, und das Gericht bamit begossen. Dazu werden 2 Paar Knackivürste gegeben,
Herrn gskartosfeln. 3 Pfund Pellkartoffeln, Vs Liter Milch, »/, Liter Wasser. 20 Gramm Mehl. etlvaS gehackte Zwiebel, Pfeffer, 2 gewässerte Heringe. Milch und Wasser werden »ns Kochen aebracbt, das »nit etwas Wasser angerührte Mehl dazugegossen nnd aufgekocht. Pfeffer und Zwiebeln werden dazu getan. Der fein gehackte Hering nnd die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln werden in die Sauce geschüttet und das Gericht an eine warme Herdstelle zum Ziehen gestellt. Nach etlva 5 Minuten wird das Gericht abgeschineckt, ob es genug Salz hat.
Schach-Aufgabe.
Von ®. I. 0later. Schwarz.
Auslösung des Logogriphs in voriger Nummer: Hase, Nase.
Kchrsitleitung: Aug. Goch - Rotationsdruck nnd Verlag der Vriihl'scben HniversitätS-Buch- nnd 3
teinbnicfcve», R. Lange, Gießen.


