Ausgabe 
13.3.1915
 
Einzelbild herunterladen

164*

Damals äutzerte du Freund KuropatkinS au ten Hemden MilttLr- nttod^®: werden uns zunächst allmählich zuuickziehen, ohns

uns ln einen Kamps mit überlegenen Krci ten ein-lilaNen. So

werben wir uns büt Ende Diät zu'a>n»»»e»»gezogen und <zernüv-

knngen hsrangebracht haben; dann tritt d»e grobe IH c g e »» Periode ein, die -wel Ätonale dauert und »vahrend der alle Operationen ganziiid a»lS.»eschiossen sind. Nach Beendig»»ng dieser Regenten »verden »vir stark genug sein, zum Angüsse "derzugehen. Aber, o Enttäuschung, der Tropenregen. auf den man üU «ijhw-

gen offen rechnete, trat nicht ein und in» August, als rnan mit den

Operationen begtn»»en »voliie, »var daS Schicksal des Fudzuges durch d»e Schlacht bei Liaoyan schon entschieden. Ebenso blieb m» zweiten KrieaSjahr die Reaenpertode a»rs, auf die tKujien ihre strategischen Bläue a»»fbatl:eu, auS. Und auch setzt kommt schon »vreder der Frühtn»g, und in derMmterschlacht" si»»d die Russen vernichtelid geschlagen »vorde»i.

* Wo man vom Weltkrieg noch nichtS ,v e lb. Man kann gewib annehmen und es ist nicht überraschend, dab i»»anck>er Stamm irn innersten Afrika oder etn entlegenes Asiaten- dois in Tibet oder in» Hnualaja livch keine Ku,»de oavon erlitten hat, dab In Europa nun schon so lange em blutiger Krieg »«net Es haiidelt sich bei diese»', um »vilde Böikerscha'ten, die jeder Ber« brndilng mit der 5f»»U»tc entbehren. Dab eS aber auch in der kulnoi^rten Welt v«ute gibt, die vom Weltkrieg i'.och nichts »vmen oder erst ga>»z kur.sttch von ihn» gehört haben, »vird in einem Artikel der .Tailn Alail" behauptet Bor t»,rzem »vurde der»nerk- würdtge Fall berichtet, datz ein cngli cder Legier »»» einen Aasen von Südafrika e»nl»es »nrd daß iei»»e Biantlschaft im höch)le>» Matze überrascht ,var, als sie hörte, datz En stand feit sechs Atonalen in eitlen Weltkrieg verw»ckelt wäre. Zn den»»dern, zu denen die Kunde vom Kriege noch nicht gedrungen »st, gehört allen» Achcbein a»»ch die Insel Tristan de Euuha, die mitien tm Atia»»tischen Ozea»» liegt. Diese Inseh d,e sich im englischen Besitz benndet, »vird vo»» 80 oder 90 Personen bervohnt, die von schistbrnchigen Matrosen abstaniw.en. Die Bewohner vor» Tristan de Euuha erhalten »me einmal in» Jahre die Pon, die tfjnen Dainpser vorn Kap der gute,» Hoffnung bringt. Noch haben sie durch diese regelmätzige Verbin­dung mit der übrigen Welt die Nachricht vom Kriege nicht er­halten und die Insel genießt, während sonst die gai»ze Weit im tiefsten erschüttert ist, ihre Ruhe und »mgeuörten Friede»».

'Tie Khaki mode und ihre Fei »»de. Khaki ist in Parts jetztgroße Mode", und alle Parüermnen wollen ntchl nur Toiletten, m der Uniformfarbe, sondern auch im militärischen Stil habe,», so dab die beUebtesten Jacken jetzt mit so langen Schützen zuqeschniiie»» »verden. wie sie derPioupiou" zu seinem Diltz- vergnügen mit seinem Unilormrock schleppen muß. Natürlich dar man auch den /»eben Verbündeten" über dem Kanal. die ja in Modesachei» nur ein Ableger vrM Baris sind, die neue .kriegerische Tracht" emgeiührt und »nan erwartet von ih»»en, denen d»e Fran­zosen sich mit Haut und vaar verswrieben habet», daß sie sich für all die groben Dienste wenig >e»»S damit revanchieren, indem sie die Pariser Modelle gehörig kaufe»». Tie E.-gianderinnen aber wollen dieKhakunode" nicht mitmachen ; sie rümpfen die Nase über denfrivolen Geschmack", der so ernste Di»»ge wie den Krieg z»i einer Idee für die Toilette verwendet. Die Inhaber einiger großer londoner Modesirmen lehnen diese Neuigkeiien entschieden ad. .Keine Engländern»", so sagte einer, .»vird ein Kostüm auS Khaki tragen »vollen oder emen Kranen, der ihr Kleid der Urrtiorm ihres ManneS gle»chmacht. Wir haben keine Ansträge INr Khaki- kleider oder Rocke tm Mililärfchnitt. Die Damen beg,»üge>» sich da,n»t. ihre Liebe zum Heer durch Broschen mit dem Abzeichen der ei,»zelnen Regimenter auSzndrückeiEin ariderer »nettue: Ich habe so viele Aufträge für T auerkleidec, das; ich für solche unwürdige Scherze keine Zeit habe. Ich glaube r»»cht, datz grauen, die Angehörige an der Front Haber», durch das Khakr ihres Kleides oder deu Schnitt ihres Rockes au die Trauer ihres Herzens neiä gemahrrt werden wollen. Wenn d,e Pariserin at» solcher» Dingen Gefallen sindet, so berveist sie eine Le»chtfe»tigkeit, die der Eng- länoertn sernltegt."

BlSmarckS Legitimation. Datz jetzt an ur»seren Grenzen eine scharke Baßkontroll a»»sgeübt wird, ist selbstverstäiid» lich, »ind wer in« ne»itrale Auslaiid oter leibst nach Oeiterreich re»'', darf nicht veraesie»», feinen Patz mlrzunehmen, wie e-S übe»'» hanpt rat'am erscheint, jetzt stets seine» Paß bet sich zu haben. In früheren Zeiten rvar das anl Resten anef) innerhalb deS Vau e* überhaupt selbstverständlich. Fürst Btsniarck erzählte ernmal, daß er in Miriden d»wch die strenge Grenzkontrolle sehr »l'iangenehn» überrascht worden sei, da er gar keine Legitimation bei sich batte. Um so n»ehr »var er dar»»» erstaunt, das; der bet der latzrevtston aintiereude Beamte ihn, oiu»e daß er noch An­stalten gemacht, sich z»i legitimieren, mit einer sehr höflichen Ver- keuaulrg passieren ließ. Als er bei» Bea»,»ten daraus fragte, ob er il»n denn kenue, antwortete der Mann zuerst in seiner Ber- legenheit ,'ichtS. dann aber stammelte er das eine Wort: Kladderadatsch!"

Die Küche im Kriege.

(Nachdritck dringend envünscht.)

Salzhering in weißer Sauce mit Pell­kartoffeln. 29 Heringe £24 Stunden gewässert). Ve Liter Essig, etwas Senf, 1 große Zwiebel, Pfeffer, etwas Salz. Die Heringe werden gehäutet, aetvaschen und in Stücke -geschnitten. Die in Scheiben geschnittene Zwiebel svird mit dem Gewürz ln den: Essig gargekocht und ab­gekühlt. Die Heringsmilch wird mit Sens und Gewürz» fein verrührt, mit dem Essig gemischt und über die Herings­stücke gegossen.

G e b a ck e u c iK l ö ß e a n S K a r t o f f e l n n n d M o h r- rübe n. 2 Pfd. Kartoffeln, 2 Pfd. Mohrrüben, 2 Eßlöffel Milch, Salz, Pfeffer, 60 Gramm Fett, zur Sauce 1 Etzlöfset Fett. 2 Eßlöffel Mehl, 3 /« Liter Momrübenwasser, Satz, 1 Eßlöffel Petersilie, etwas Zucker. Die Kartoffeln werden gargekocht und durch ein Siel» gestrichen und mit den gar­gekochten und durchgestrichenen Mohrrüben mit Salz und Pfeffer gemischt, aus der Masse werden Klöße geformt, etwas platt,gedrückt und in der Stielpfanne in dem Fett braun gebraten. Die Sauce stellt man sich her, indem man Fett und Mehl gell' röstet, mit dem Mohrrüdenwasser anfgießi, gut durchkocht, mit Salz, Zucker und Petersilie abschmeckt.

vüchettlsch.

D e r Schatzgräbe r". Bon den bekam» len roten Bänd­chenDer Schatzg»'äber" berauögeaeben vom Tnrerbund (Kunst- waickverlag Georg D. N. Callwey in München) sind »nieder vier ne»u» Bändchen, und zivar die N»im»i»ern 8994 erschienen. Nummer 89 Ter le tzte C enta u r" bringt eine köstliche Sckn»»»rrc von Paul Hehse. Ein Centaur, aus jahrtause»»dl<rngem Schlafe er- ivaclst, gerät in ein Tiroler Gebirgsdorf. Das Zusammc»»treffen, dieses heroischen Fabellvesens mit »»nserrr nrodernen, cntgötterten Welt zeitigt einen Konflikt, der in seinem tragiko»nischen Heraang das Interesse des Lesers bis zum Ende fesselt. Rumnter 90Die A »t g e n der E r i n n e r»»n g" von Heinrich Seidel er- ählt »ms von einem Fabrikanten, der im besten Mannesalter er- lindet, sich aus der Erinnerung l^eraus eine »reue schöne Welt in seine»n Innern aufbaut, eine Welb. die ihn zum Dichter macht, und Saiten seiner Seele ankltngen läßt, die sonst für i»m»rer stumnr geblieben wäre»». N»unmer 91, Wilyelin Weigand,Der Messiaszüchter". Der Titelheld ist hier eine Literaturgrvtze, die vo»n beste»» Bestreben geleitet, der Welt neue Talente zuzu- siihrei», nach Jahren erkennen nruß^ datz die »venigsten seine Hofs- »mngen erfüllten, die meiste»» aber rm ntlchterrrften MaterialiSmits des Alltags endeten. N»»unner 92, E. G. K o l b c n h e y 11 , Kl ein -Rcg a", ist ein Meisterstück vorbildlicher ErztehunaS- rraft. Die Geschichte einer Dreijährigen, die aus ihrer ersten Kindereinsanlkeit, deren sie sich bei der Änkuirft eines Sch»»>ester- chenS ausis schmerzlichste bewußt wird, zum ersten Erleben der Mtenschengemeinsamkeit gelangt. Nummer 93,A°l l e r l e i" von Paul Kouewka, Nummer 94,Schattenrisse" von Karl rohlich. Alletlei Schattenbilder zun» ergötzlichen'auen für ung und Alt füllen das erstrre, das durch eine die Sckjatte»»- ritzknnst charakterisiere»»de Einleitung von ?lveuari»rs »»och beson­deren Wert enthält. In letzterem »oird dem Leser neben einer AuSwabl entzücke»»der Schattenschnittbildchen ein ausführlicher er- läMernder Slvriß der Geschichte der deutschen Schattenristkunst ge­boten und seine künstlerischen Möglichkeiten, Gre»»zen »ntb Wir­kungen erörtert.

Ter Tnrerbund gab ferner im Vertag von Georg D. W. Call- wey. München, als Hilfsinittet zu seiner Kriegsarbeit sotgeirdes heraus : Ein Singbüchlein fürSoldaten (Heer und Flotte gewidmet). Preis 10 Pfg., 100 Stück 6 Mark. Das seitens der militärischen Behörde»» sehr beifällig ausgenommene und heute schon in vielen Tausende»» verbreitete Singbltchlein enthält die schö»t- sten Soldatenlieder und bringt zu den »veniger bekannten auch die Melodien. Heimatgrütze für Heer u»»d Flotte. Je vier Seiten in Vers und Prosa in einer Folge von 10 Grützen. Preis 20 Pfg. Tiefe Heinratgrütze gab der Dürerbund auf dringendett W»»usm vo»t Offizieren, Aerzten, Geistliche»» u. a. heraus. Sie sollen dazu dienen, die Verbi»»dung zwischen Volk und Heer aus- reciit zu erhalten. _

Loqogrlph.

Hurtig durchlauf ich die Felder, bin nützlich, aber auch schädlich; Aenderst du meinen Kopf, »verd' ich eln Teil von dir selbst. Auslösiing in nächster Nummer.

Auslösung des Silbenrätsels in voriger Ninnmerr Voh'» ^ltöttine ~ Silber Kffli Ischttd Bidje Scheren berzx Krbfen;

Das Niese ngebirge.

Kchristleitung: A»»g Goetz - Rotationsdruck »,nd Verlag de» Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Cteindrilckerei, R. Longe, Dieben.