Ausgabe 
4.3.1915
 
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inzwischen die Magd einen strengen Befehl ihres Herrn auögestihrt

hatte.

Mein Marjettckren will ich haben!" zeterte die Klameiten,und die Ferkel dazu. Und mein Pony will rch haben urtd niein Hünd­chen, inein liebes roo sürd die Ferkel, du alter Satan?"

Diese liebliche Anrede galt der Magd, die hämisch lächelnd die Bucht aufschloß. wo die rosa Mama mit drei Sprößlingen grunzte.

Luise Klameit aber mochte schreien und heulen, so viel sie wollte, sie bekam nur drei von den rosa Kindern.

iDas gelbe Pferdchen war rund und fett geworden, und der kleine Hund wollte sich gar nicht von der Mamsell trennen, die ihn so gut verpflegt hatte.

Aus der Freitreppe stand Herr von Plorkitten und wartete, was nun noch kommen werde. Es kam aber nicht einmal ein Wort des Dankes von der enttäuschten Alten. Schimpfen durfte sie auch nicht, denn man wußte, daß der gnädige Herr auch zuweilen sehr ungnädig werden konnte. Als sie aber schon am Hoftor an­gekommen war, rief er sie noch einmal zurück und beschloß, ein salomonisches Urteil zu erlassen.

Klameiten," sprach er leise zu ihr, da sie die Stufen hinauf­geklettert war und nun, halb wutschnaubend und halb angstbebend vor ihm stand,ich will Ihnen die Wahl lassen mit dm Ferkeln. Entweder es erfährt niemand von Ihrem niederträchtigen Gelüge, und Sie schenken dann freiwillig sechs von den Ferkeln dem Noten l>tteuz für die Lazarette. Oder Sie weigern sich dann behalte ich die z e h n Stück, und Sie bekommen nur die drei dort. Außer dem erfährt alle Welt natürlich die Wahrheit."

Luise Klameit rechnete fix im Kopf das Geschäft aus und fragte, schon mit hellerer Miene:

Wenn ich die sechs also hinschenke, darf ich mir noch vier nehmen? Sieben für mich und sechs für die Lazarette?"

Plorkitten nickte langsam und gewichtig wie der Komtur.

Na ja," sagte Luise, einen schweren Seufzer unterdrückend, dann soll eS mir ja auch nicht drauf ankommen. Man gibt ja gern was fürs Vaterland."

Auf diese Weise entdeckte die Klanreiten ihre Vaterlandsliebe.

Die rosa Familie aber ward herzlos auseinandergerissen und wanderte zu sechs Dreizehnteln in die Lazarette.

getreten und fuhren als Kennzeichen bett schwarzen Ueberdruckr -Bel iten 8 6, 10, 25 Centime-«. Da- Gleiche ist mit den 6. und 10°Pfenntg-Postkarten geschehen. Tie Türket hat mit als erste« Zeichen dafür, daß sie sich von allein Ausländischen lretmachen will, die fremden Postämter innerhalb ihrer Grenzen geschlossen und aus diesem Anlaß eme Soliderausgabe geschaffen mit einem zweizeilige,i türkischen Aufdruck in arabischen Buchstaben, deffen Uebersetzung lautet:Aufhebung der Kapitulationen®. Alle dies« RriegSmarken von 1914 und 1916 werden sicherlich einst einen hohen -llert haben imb von den Sammlern estrig gesucht werden.

lrrkegrbrlefmarkn.

< ^e jeder Sport, hat auch das Briefniarkensaliuneln seine Moden und die neueste große Mode sind die Kriegsbriefmarken. Tie bedeutende Anzahl von neuen Marten, die dem Krieg tbren Uriprung verdanken, hat nicht nur daS lebhafteste Interesse der Sammler erregt, sondern auch ein großer Teil des sonst nicht Brief- inarken saminelnden Publikums ,vill diese Marken haben. In London hat auch bereits eine Ausstellung von KriegSmarken lind -Postkarten ihre Tore geöffnet, und der Sammler erfährt dort zu feinem Erstaunen, daß er sich für die Kriegsmarkeil schon fast ein eigenes Albu,n anschaffen muß. ES gibt schon 153 verschiedene Kriegsmarken, von denen der größere Teil von unseren Feinden ausgegeben ist. 95 Marken koininen aus die Engländer und Fran- zosen; 56 rühren von Teutschen, Oesterreichern und Türken her, 2 von einem neutralen La,ld, Rumänien. Tazit koinmen dann noch besondere Nuancen, ,vle sie durch n,erkwürdjge Jrrtümer und andere zufällige Merkinale geschaffen sind. Die rumänischen 5- niid 10-Bani-Marken mit dein AufdruckTirnbrn de Ajntor" haben den wie es die Aufschrift zeigt, für die in Rumänien durch deu Krieg geschaffene Lage durch ihren Erlös einen Beitrag zu ststten. Auch die beiden in De»ltschland herausgegebencn halboifiztellen Post­karten sind für ivohltätige Zwecke bestimmt. Tie Rote Kreuz-Karte des Deutschen Reiches zeigt auf der Vorderseite die Inschrift: Deutsche Kriegskarte 1914®, ein rotes Kreuz uiid die Worte:Auf Beiebl S. M. des Kaisers zu Gunsten des Rote,i Kreuzes®. Die Rückseite zeigt das Brustbild des Kaisers und die Worte:Ich kenne keu.e Parieien mehr, ich kenne ,iur noch Deutsche.« Tie Rote- Krenä'Karte für Bayern trägt den AusdruckKriegskarte 1914, ein "iit der Uelerschrikt:Zu Gunsten deS Noten Kreuzes«' die Rückseite zeigt daS Bild Königs L.ldwigS III. und als Unter- schrtt d,e Worte:Viel' Feind', viel Ehr'!« Wie Dr. Kamnitzer m .lieber Land und Meer« auSsührt. hat Oesterreich-llngarn die meisten Wohltatigkeitsmarken ausgegeben. Zu Gunsten deS Roten Kieuzes werden zwei Marken zu 5 und 10 Heller Nennwert mit dem Bildnis deS Kaisers und der Jahreszahl 1914 mit einem Auf­schlag von 2 Heller verkauft, der dem Rote>i Kreuz zufällt. Ungarn verdruckte zur Unterstützung von Witwen und Waisen KrieaS- nemuener feine Serie von 125 Filler; der Ueberdruck heißt über- lc>;! :Knegsiurforge. Witwen l,nd Waisen 2 Fillör® und ist für ?ue Marken rot. für die 10-Fillär-Marke grün. Den 5- und ib v-eller-Wertstufen der LandschastSauSgabe Bosnien von 1906 wurde d,e Jahreszahl 1914 lind darunter 7 bezw. 12 Heller tn roter Farbe ausgedruckt. Als .Kriegskarte® hat die bekannte Jubi- kaumstarte von 1908 mit dem Kniebild des Kaisers Franz auf der Borderseue eine stilisierte Kaiserkrone mit der UnterschriftViril, die Stelle der belgische,i Marken sind be­kanntlich die Marken des Deutschen Reiche« zu 3, b, 10, 20 Pfennig

Die Küche im Kriege.

(Nachdruck dringend erwünscht.)

® onsupp e. 1 kleine oder eine halbe große Salz- -.fr**' 4 Eßlöffel Mehl, IVa Liter Wasser, 1 Essig, Salz, Fett und Mehl werden geschwitzt

und das Wasser langsam dazugegossen. Wenn die Suppe ge­kocht hat, wird die in kleine Würfel geschnittene Gurke hrnemgetan, Salz und Essig an die Stippe gegeben und ab- geschmeckt.

Kartofselklöße der verschiedensten Art und ebenso die verschiedensten Kartoffelsalate vervollständigen drese Kartosselgerichte. Einen besonders tvoh-lschmeckenden Kartoffelsalat erhält man von gleichen Teilen Kartoffeln, klern geschnittenen Aepfeln und in Würfel geschnittenen Salzgurken. Dies dann als Salat angenracht.

vüchertisch.

.. , ^ Die Kunst. Unbeirrt durch den Krieg und die durch diesen verursachten Hindernis,e und Unzuträglichkeiten er,cheinen -unr größten Erstaunen de« Auslandes - die d e u t s ch e n Kunst- zeitschrlftcn ungestört weiter. AuchDie K u n st«, MonatSdeste für freie und angewandte Kunst (München, F. Brückmann» stellt sich regelmäßig gegen Ende deS MonatS ein und überrascht unS durch Ihre von Friedenszeiten her gewohnte Fülle, Reichhaltigkeit und unverändert glänzende Ausstattung. DaS soeben herauS- aegebene Märzheft enthalt einen reich illustrierten Aufsatz über dt« Neuerwerbungen der Düsseldorfer Galerie mit einer vrächtiaen rzarbentafel nach Böcklin. Es folgt ein Aufsatz über Franz Helemv einen Wiener Holzschnitzer, deffen urkom.sche Einfälle, eben,o gut erdacht wie anSgeführt, man mit Freude und Vergnügen bet rächtet. Wilhelni SchreuerS vorzügliche .KriegSbilder führen unS in die rauhe Wirklichkeit zurück, imd Felix Hollenberg stellt sich mit Ra­dierunyen aus seiner schwäbischen Heimat Liebhabern guter Graphik durch stiinmungSvolle. fein enipfundene Landschaften vor Der dekorative Teil des HefteS enthält aktuelle Aufsätze über SiedelungSarbeiten und Gedächtnismale für gefallene Krieger Auer über neue Kanlitzpuppen (mit sehr lustigen Abbildungen/ Glaser aus der bayerischen Glasindustrie nach Entwürfen von Brui,o Mauder und Medaillen von Max Pfeiffer.

-AuS deutschem Süden.« Nach England sind aus« neue alle Gedanken gerichtet, in der richtigen Erkenntnis, daß dort auf dem abgeschloffenen Insellande, auf dem er sich für alle fetten sicher fühlte, unser einziger, wahrer Feind zu suchen sei. In den Schützengräben, auf hoher See, draußen tn der Ferne und daheim bis in die siillnen Dörfer, lebt und brennt dieser eine Gedanke: Nach England! Dieser Stimnlung verleiht das zweite Blatt der KriegsflugblätterAus deutschem Süden® (Preis 25 Pfemna. Reuß & Jtta, Konstanz) Ausdruck, indem es Vers- und Prosa! beitrüge der besten süddeutschen Schriftsteller eS sind zwanzig der bekanntesten Namen - vereinigt. Neben ernsten Aussätzen ist auch der Glosse und Satyre genügend Raun, gelaffen, so daß ein Inhalts- und abivechslungsreiche« Heft zustande gekommen ist.

Logogrlph.

Mit a ein schrecklich offnes Höllentor

Für'S arme Opfer, das sich d'rtn verlor.

Den Schlangen, Bären, Tigern tst's verlieh'«.

UnS Menschen auch, so lehrt die Medizin.

Mit o statt a der See,nann eS »vohl kennt.

DaS tiefe Weltmeer ist fein Element.

Und wenn thr'S nicht mit e zu nennen wißt,

Muß ich euch zeigen, waS 'ne Harke ist.

.Auflösung in nächster Nummer.

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