Ausgabe 
25.2.1915
 
Einzelbild herunterladen

128

Otto dufferen. Nebel und Duft heben sich nun und lassen eine deutsche Landschaft erscheinen, deren Geschichte in dem Schicksal einzelner Helden und großer Massen dargestellt wird. Im schwarzen Flor erscheint das verlorene Elsaß, als Wegenbtld das schwedische Pommern bitvd) den Großen Kurfürsten befreit, die Mordbrennereten unter Ludwig XIV., der Kampf um Schles­wig-Holstein usw. Tie nationale Idee ist die Führerin; »immer prophetisch werden Himmel und Hölle vor die Augen gestellt als Deutschlands Rufunft. Aber der Himmel als Hoffnung, d. h. eine neue deutsche Größe, die auch die Entfremdeten »viedergewtnnen wird. Deutschland gilt so^ weit, alsdie deutsche Zunge klingt/ Gegen alle antinationalen Tendenzen die donnerndsten Reden des TickterzornS. Zurückrufe zur Natur aus Ueberbildung, Ueber- sichtigkeit usw. zur Männlichkeit, Schlichtlieit und Praxis. An eben an die einzelnen deutschen Landschaften und ihre historischen Oerter." Otto der Große fühlt durch diesen Traum, »daß Deutsch landS Große und Dauer kein Traum fein muffe, wenn Deutsch­land sein Heil und seine Kraft erkennt, und so geht er in die Schlacht gegen die Ungarn mit Zuversicht und gewinnt sie, das Borbild so vieler Befreiungsschlachten/ Das AnSjpmnen dieses voeti'chen Traumes zum großen Natioualgedicht, in dem alle Schilderung und Handlung, alle Visionen einer fernen Rutimtt in anschauliche Bilder verwandelt iverden sollte, war Otto Ludwig freilich versagt. Der ge,völlige Plan harrt eines größeren, den uns eine größere Zeit hoffentlich erstehen lassen wird.

ob der Anteil Englands an diesem Krieg der Masse des sraw- zösischen Volkes jemals in einem klaren und gerechten Lichte erscheinen wird, denn wir sprechen nicht mir verschiedene Spra­chen, sondern wir denken auch in fel>r vielen Dingen verschieden, und die Kritik der Frauen wird viel da-n beitragen."

vermischte«.

* Die kritische Französin. Ueber die kritische Fran­zösin, die die großen Taten und Leistungen der Engländer irf diesem Kriege durchaus nicht sehen und anerkennen will, beklagt sich bitter ein Pariser Berichterstatter derTimes". Bisher hatte freilich scharfe Kritik noch nie zu den Tugenden der Französin gehört: es scheint aber fast, als ob dieseahnungsvollen Engel" jetzt besser und klarer urteilen als ihre Männer und die hohe Re­gierung Wir erfahren aus diesem Aufsatz so ganz nebenbei, daß die französische Bolksstimmung, die uns sonst die englischen Blät­ter so gern als von Tank für die Briten überftrömend schildern, nicht besser, d. h. Großbritannien freundlicher werden wird, wenn es nicht gelingt, die Frauen, die in Frankreich eine so große Rolle spielen, ..von dem Opfermut und der Hilfsbereitsckiaft Großbritan­niens zu überzerigen". Die Französinwird nnt neuen Geschich­ten für und gegen uns von jedem Wind gefüttert, der bläst". Wie stellen sich mm die verschiedenen .Nassen der weiblichen Bevöl­kerung in Frankreich dazu? Am ehesten glaubt noch die Frau des Volkes, daß die Engländer ihre Pflicht trm.Sie ist weniger) kritisch, weniger zynisch, weniger argwöhnisch den Beweggrün- den der anderen gegenüber, als ihre Landsmänninnen, deren Ver­stand stärker ist als der Instinkt, und ob gleich auch sie, wie die Französinnen aller Nassen heutzutage, sich weidlich über den Luxus aufregt, den die englischen Soldaten angeblich im Kriege treiben, so ist sie doch duldsamer, als die Damen, denen der Lu- rus eine tägliche Notwendigkeit geworden ist. Die abenteuerlichsten Geschichten über den Reichtum der Ausstattung, über die Bequem­lichkeit und Unverfrorenheit Tommys werden von den Frauen in ganz Frankreich verbreitet. Das sind zwar nur unbedeutende und unwichtige Dinge, und was die Frauen an dem militärischen Dienst billigen und mißbilligen, ist von geringem Wert, aber sie beeim Nüssen die Stimmung des französischen Bürgers, wie eine hart­näckige Fliege an einem Sommernacknmttag die Nerven dessen beunruhigt, der einschlafen möchte. Diese Anschauungen verwir­ren die öffentliche Meinung und zerstören das schöne Zutrauen in die Pläne der Verbündeten, das für den inneren Frieden und da? Gefühl der Sicherheit so wichtig ist." Den Grund für diese Mtßstiimmmg in den französiscl-en Frauenkreisen gegen England mcht der Verfasser in dervölligen Unkenntnis von England und der Rolle, die England im Kriege spielt. Die Frauen wissen, daß nur Truppen nach Frankreich geschickt haben, aber sie wissen auch, daß sie un Vergleich zu dem französischen Feldheer nur einen,' sehr kleinen Faktor darstellen. Sie siird der Ansicht, daß man die Taten der englischen Soldaten ungebührlick, aufgebauscht hat im Verglerch zu dem, was ihre eigene Armee leistet, und sie halten für unnötige Verschwendung und übertriebenen Luxus, was doch in Wirksichkett nur die bessere Organisation des Verpflegungs­und Berwundctenwesens bei den Engländern ist". Ter Engländer wirst den Französinnen Taktlosigkeit vor, weil sie immer wieder betonen, man brauche sich nicht jeden Tag zu rasieren und aus 'andere Kleider den höchsten Wert zu legen, um ein tapferer Mann -u sein, rveck sie dem Tommy seinen Komfort nicht gönnen. Für o,e rNanzösin sei eben dieser Kriegein französischer Krieg", in dem.die Franzosen die Hauptlasten tragen müßten; sie glaube, caj]England sich drücke und sic im Stich lasse", und sie befindet na, ui einer beklagenswerten Unkenntnis über aN das, ivas die englische Flotte und das englische Geld vollbringen. Die Französin empfindet es als bitter, daß in England das Geschäft blüht, daß man sich m England amüsiert und daß cs unter dem Krieg noch gar mcht gelitten hat.Es ist zweifelhaft," schließt der Aufsatz,

Die Küche im Kriege.

(Nachdruck dringeud erwünscht.)

Brotsuppe: Kommißbrot wird in Stiicke geschnitten in soviel Wasser getan, wie zur Suppe nötig ist, und mit ge­nügend Backpflaumen zusammen gekocht. Das Ganze wird dann durchgeschlagen. Man kann crber <ruch das gekochte Brot durchschlagen mnd dann die Backpflaumen mit dem Saft ganz hineintun.

Klippfische: Der Fisch wird der Länge nach in zwei Teile zerlegt und dann in zwei- bis dreisingerbreite Stücke zerschnitten. Das den: Klippfisch anhaftende Salz muß abgeivaschen werden. Dann legt nmir die Stücke in eineil Tops mit kaltem Wasser, auf dessen Boden man ein Sieb oder einen Teller gelegt hat. Matt läßt den Klippfisch mindestens 36, besser 48 Stunden wässern. Während dieser Zeit muß das Wasser vier- bis fünfmal erneuert werden. Bei größeren Mengen, wie sie bei Massenverpslegitugen in Betracht kommen, muß der Klippfisch 48 Stunden gewässert werden imd man muß ein 5v Zentimeter hohes Sieb als Unterlage geben, damit die unteren Fische nicht in dem durch btc Entwässerung entstehenden Salzwasser liegen. Es empfiehlt sich, den Mivpsisch bis dicht vors Kochen zu bringen und das Wasser bann zu erneuern

vüchettijch. . ^

Im Flugzeug gegen England und andere 6 liegergeschichten. Bon Georg Müller-Heim. Leipzig, beffe & Becker Verlag. 128 Seiten. 1 Mk. Seit der jüngsten Er­klärung des beutfeben AdmiralüabS gegen England ist die ge­spannte Aufmerksamkeit des deutschen Volkes auf die Tätigkeit unserer Flugzeuge und unserer Unterseeboote gerichtet, die schon so schöne Erfolge erzielt haben. DaS Buch Georg Müller-Heims, ein- gut eingeführten Erzählers, kommt daher gerade zu rechter Zeit; denn es enthält flott geschriebene Erzählungen und Humoresken ans dem Fliegerleben und schildert in der Titel­novelle, der längsten deS ganzen Bandes, den Angriff zweier Flieger auf Dover und den kühnen Vorstoß eines Unterseeboots gegen englische Truppentransporte. Daß in diesen kriegerischen Skizzen auch die Liebe zu ihrem Rechte kommt, gibt dem Buche eine wohltuende Wärme.

' Deutsche H e l d e n st ü ck l e i n. In einer Reihe sprach­lich schwungvoller Romanzen und Balladen hat Paul Da eiine packe ide Emzelbegebniffe (deutsche und österrei chif Ire Helden­taten) au3 dem gewaltigen Völkerringen poetisch verherrlicht. Diese wirkungsvoll gesteigerten epischen Dichtungen, achtzehn an der Zahl, sind echt volkstümlich und eignen sich vortrefflich zum Vortrage. Besonders kommt in der Saunnlung der Kriegshlunor zur Geltung. DaS vornehm allsgestattete Büchlein - General d'Elsa, dem Sieger von Eraollne gewidmet erscheint im Verlage von Albert Otto Paul, Leipzig, itnb kostet mir 80 Pfennig.

Leiterrätjel.

Die Buchstaben a a a ccceeeahh hhiiikllnnnopristv sind in die Felder nebenstehender Leiterfigur der­art einzutragen, daß die Sproffen derselben, von oben angefangen, folgendes bedeuten:

1. Unentbehrliches Mineral.

2. Einen Zeitraum.

3. Ein Vorgebirge.

4. Feuerspeienden Berg.

Die beiden Scitenbalken der Leiter sollen,

von oben nach unten gelesen, den Namen eine» Mannes, der sich um dieFörderung des modernen VerkehrslebenS große Verdienste erworben hat, ergeben.

Auflösung in nächster Nummer.

PB - 1- I - ' *

Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummer r Ergründe, ergrabe, ergreife daS Glück!

Entflohen, entflogen kommt'S nimmer zurück!

Wtlbrandt.

Kchriftlecknug: Aug Goeß. - Rotationsdruck lind Verlag der Brühl'schen Uuirersitä'tS-Blich- und Steindrnckerei, R. Lange. Gießen.