Leben. Es war. als zittre der Geist des toten 'Kommandanten in dem Schiff und begeistere seine treuen Kameraden.

So ging es die ganze Nacht. Es geschah nichts. Alle warteten stumm. ( '

Der dämmernde Morgen schivebte über der .sec und goß Lrcht aus unsichtbaren Händen.

Da zeigten sich. Schattenbildern gleich. Schiffe in der Ferne.

Feind Steuerbord voraus!"

Dresc Worte liefen von Mann zu Mann. Unten an den beiden Torpedorohren standen die Matrosen. Der eine an den Griffen, der andere vorm Sprachrohr. Unbeweglich.

Wie spät'?" raunt dieser.

Und der andere erwidernSechs!" säst unwillig über diese

Störung.

In dem breiten Rohr liegt der glitzernde Torpedo und lauert.

9kun kommt der Befehl zum Tauchen. Da wissen alle, das; es zum Aeußersten geht. Die Luken werden geschlossen. Der Ober' matrosc steht nun am Periskop und während das Boot sich tiefer in das Wasser hineinbohrt, späht er in dem schmalen Glas nach dem Feind in der Ferne. »

Der Kapitän wendet einen Augenblick den Kops. Sein Blick geht über den Toten hin Der liegt still und ahnt nicht dielSchwere dieser Stunde.

Das Boot verlangsamt seine Fahrt. Nur die schmale, graue Röhre des Periskops sieht noch aus dem Wasser, und die spritzenden Wellen gehen darüber hinweg.

Die Kreuzer des Feindes werden klarer und deutlicher in dem Bilde. Aber das Boot wühlt sich immer näher.

Nun stoppt die Maschine noch mehr, mfo aus dem Rohr fährt zitternd der Torpedo. Lechzend wie ein losgelassenes Tier. Ter Kapitän beobachtet seinen Lauf im Periskop. Ein scharf gekräuselter Streifen im Wasser zeigt die Bahn, die er läuft.

Immer fevner ist er, immer weiter. Jetzt must er dort sein. Man hört ihn nicht anfschlagcn. Man wartet atemlos. Mi­nuten, die wie Stunden sind.

Da legt sich plötzlich der feindliche Kreuzer zur Seite, und das eben noch stolze Schiff wird kläglich und unbeholfen.

Der Kapitän spricht durch das Sprachrohr nach unten: Treffer!"

Aber keine Freude zittert in ihnen. Immer noch stumm. Das zweite Geschoß liegt bereit.

Das Boot wendet sich zur Seite und fährt in großem Bogen die Front der drei fremden Schiffe ab.

Die beiden anderen Kreuzer eilen den sinkenden zu Hilfe.

Da «ertönt unten im Torpedo raun; wieder ein Zercben und durch das Sprachrohr die Stimme des Kapitäns:Los?"

Das zweite Geschoß wühlt sich seine Bahn.

Treffer!"

Ta werden die Augen des Kapitäns glänzender und größer. Aber er rührt sich nicht. I

Die Heizer knien schweiß- rmd rußbedcckt vor der keuchenden Maschine. Aus die halbnackten, klotzigen Gestalten wirft das Feuer einen rötlichen Schein. Keiner wagt ein Wort. Sie wissen nichts.

Der dritte Schuß saust zitternd aus dem Rohr. Und »nieder schallt nach kurzer Pause das eintönige Wort:Treffer!" durch Vas Sprachrohr hinuitter.

Den.Kapitän packt einen Augenblick ein großes, tiefes Ge­fühl, das wie Stolz und Trotz und Freude ist. Aber er bleibt still. Auch auf de»» Tote»» schaut er nicht zurück.

In den Herzraum schallt das Konrmando:Bolle Kraft!" Tie aber »lüften »licht, ob es Sieg ist oder Untergang.

Das Boot wendet sich in hartem Kreise zurück. Die Ma­schine gibt alle Krait her, die in ihr ist. Man hört das Wasser an den Wänden des Bootes entlang rauschen, pfeifen.

Und wahreird das stielende Boot schnaubt wie ein verfolgtes Tier, sieht der Kapitän im Periskop an jener Stelle einen Wirr- ivarr von Booten und Menschen. Der veririchtete Feind.

^.ange, lange Zeit geht die Fahrt so. Alle Gemüter liegen noch in eisernen Ketten. Weder Freude »»och Furcht geht um.

Da kommt das Kommando zum Auftauchei».

Alle atmen tiefer, strecken die Arme und reiben die Augen »vie nach einem langen Schlaf.

Der Kapitän tritt hinunter in den Torpedorauln und klopft den Dreien ans die Schulter:Ihr seid brav!" U»»d die ge- mciju» diese drei kargen Worte »vie ein übergroßes Glück.

U»»d im Herzraum steht der Kapitän.Drei von denen sind iiuüfccr!" sagt er grimmig. Mehr mag er nicht. Tann druckt er eu Heizern die schmutzigen, öligen Hände. Und er lacht dabei. Ater dies Lachen ist nicht weich »vie sonst, sondern laut und voll Grimm.

Dan«i geht der Kapitän »nieder zurück. Und plötzlich gedenkt '* des Toten. Der liegt »innrer /.och da, unberührt, dieselbe fahle B ä>se im Gesicht.

" a ' Kapitän kniet zur Seite seines toten Freundes »rieder und legt sein Gesicht auf das Fahnentuch. Er schwankt zivischen

Trauer und Freude. Aber ein tiefes, seliges Gefühl der Genug­tuung ist in ihm.

Du bist nicht umsonst gestorben, du Lieber!" murmeln seine Lippen. Dann wendet er sich »vieder zu seinen Leuten und gönnt ihnen nnd sich ein scharfes, volles Glas, um die starren; Glieder wieder zu belebe,».

Und das Boot zittert l)eimwärtö.

Ein Jubel war im Hasen ohnegleichen, als das kleiuc, fast lunscheinbarc Heldcnboot einfuhr. Tausend winzige, bunte Flagge»! grüßten, als sei Feiertag.

Am Abend stand die kleine Mannsck»aft an Bord vor dem Ad­miral, der jedem ein schlichtes, dunkles Kreuz an die Brust steckte. Das war von Eisen.

Darnach schlich der Kapitän wieder hinunter zu dem toten Freunde. Er sah ihn lange mit tiefer Inbrunst an. Tann nahm er das Kreuz von seinem Rock und legte es dem Toten auf die fahnengedeckte Brust. Und »vährend er neben ihm niederkniete, gnoll seine Seele über von Dank.

Die Küchc im Kriege.

(Nachdruck dringend erwünscht.)

Mohrrüben Suppe: Eine gute Portion Mohr­rüben »nid Sellerie werden zu gleichen Teilen in seine Scheiben geschnitten nnd mit Zw»ebel eine halbe Stunde lang in Butter oder Pflanzenfett gedämpft. Dann gibt »nan kochendes Wasser daran, kocht es weich und rührt es durch. Dann tut man groben Gries in die Brühe und zuletzt etwas Soja. Will man eine feine Suppe daraus »nachen, so rührt man noch ein Eigelb und etlvas süßen Rahm daran.

Man kann durch HinMsügen von Eigelb oder von Sahne die meisten Suppen noch nahrlstifter und wohl­schmeckender machen. Aber auch ohne diese Zutaten sind diese Stippen sehr sättigend nnd nahrhaft und werden in Südfrankreich von mancher Familie als einziges Mittags­gericht genossen.

Schweinefleisch mit Sauerkraut. V, Pfund Schweinefleisch, 1 kleine Zwiebel, Pfeffer und Salz, 1 Prise Kümmel, V* Liter Wasser, 1 kleiner Kops Weißkohl oder 7 l> mittlerer Größe, 2 1 /, Psd Kartoffeln, Essig. Das ge­waschene Fleisch wird in Stücke geschnitten, der Weißkohl in Streifen gehobelt, die geschälten Kartoffeln in Scheiben geschnitten, alles jchichtwerse in eine»! Tops gelegt, 7« Liter Wasser beigegeben und offen V. Stunde angekocht. Dann enttveder in die Kochkiste gestellt ober aus dein Herd fertig gedämpft. '_

vilchertisch.

Kriegsnummer 27 derI i l u st r t e»t e n Z e i t u n g* (Verlag I. I. Weber, Leipzigs In der vorliegenden Nummer wird vor allem der Tätigkeit der österreichisch-ungarischen Arrnee breiterer Rarmr geividmet. Den Unrsckrlag schmückt ein Viersarben- bild mrt zwei nngarstchen Honvedsoldaten und die erste Titelseite eine gute Pholo/rapbre Kaiser Franz Josephs mit dem älteien Sohne des Thronfolgers. Richard Astmcmn gibt nr emenr packenden doppelseitigen Bilde eine Darstellung der Erstürmung von Petrtkau durch das k. u. f. Jickanlerie - Regiment Wilhelm I., wahrend W. Garste einen Nachtangriff gegen die Russen bei Nen-Sandec (Galizien) vor Angeu iührt und C. F. Bar,er ein kühnes Reiter­stückchen zweier ungarischer Husaren in einer stotten Zeichming les> gehalten hat. Ctatlhalrereirat Dr. Prinz Eduard von und zr, Liechtenstein unterrichtet in ckneur rutercssanleir Arst'al; überDie Kriegs'ürsorge in Oesterreichs. Einen besonderen Schmuck erhält die Nummer wieder durch eine vierseitige Osssetbeilage mit flott hnrgeworleuen Bleisti tskizzen des Son^erzci Huers Pro'csjor Hans v. Hayek von den Kriegsschauplätzen in Flandern rmd Nord- sraukreich. Von große,n Jnieresse ist ferner eine Doppelse.te mit Bildern zum Siege der Sachsen bei Eraonue. Außerdem enthalt bte Nummer wie immer eine große Anzahl kleinerer Streubilder, die über die Vorgänge aus den verschiedensten Kriegsschauplätzen unterrichten. Preis des Heltes 1 Mk., Vierteljahrs Abonnement 9 Mark.

Mag'rjchez Zahleriquadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats sollen die Ziffern

3 15 27 38

viernral derart eingetragen werden, dast die Sunrnre der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechten nnd Diagonalreihen stets 83 beträgt. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer:

Soda, Sofa.

^chnstleitnirg: Aiig. Goctz.

Rotationsdruck nnd Verlag der Arühl'schen Universitäts-Buch- und Cteindrnckerci. R. Lange, Gießen.