«mit* Dieser Vvsidienst drrrch Tairben hatte sich im IS. Jahrhundert über ganz Surren rmd Aegopterl lmsgedekint, wurde dann aber voriwergebend wieder aufgvgeben. Im Iayv- bundert werden nochmals Brieftaubentürme und -Posten rn AegUP- tm mvädnt. Die europäischen Rittn lernten die wertvoll«: Eigenschaften der Brieftaube:: in den Kreuz zügen kEn rmd bedienten sich ihrer dann, ange zur bequemen und schnel^n Nach- ricktenübermiltelung zwilchen ihren .e;nsmn auf hohen Felsen leaeneir Burgen. Auch rn Frankreich hatte icHes adelrge D<mS seinen Taubenturn:, biS unter der ersten sttep^lik em Gesetz der ganzen Brrestaubenzucht ein Ende machte, da die tzmröstscke»: Bauer:: irrtümlich Brieftauben für arge tzsaatrauber hielte::. Dre Briestaubenpost war politisch imd gesäiästlrch natürlich besonders wertvoll, als die nwdernen Nachrichten-Ueberinrttelungen noch nicht erfunden waren. So sei erwähnt, daß die ^udoner Rothschilds den Ansgang der Schlacht bei Waterloo 1815 durch ihre privaten Brieftauben drei Tage früher kannten als selbst die englische Regierung. Man hat geglaubt, auch andere Vogel dem Nachrichtendienst gewinnen zu können. In Frankreich smd r B. mit Schwalben Versuche angestellt, die aber nicht zmn Ziele sübrten. Auch Störche und Möven seren noch genannt. Alle derartigen Versuche sind fehlgeschlagen, die Taube allem hat sich als Briefträgerin der Lüfte bewährt. Durch fortdauernde Auswahl hat man ihre Eigenschaft imnrer weiter verbessert. Unsere deutsche Militärbrieftaube ist merkwiirdigerioeise ein Produkt aus^der lana- schuäbeliaen Antwerpener uiid der kurzschnäl»el:gen Lüttlcher Brieftaube. und also sozusagen von unserem jetzigen Fernde geliefert.
» Die Sch:sssverluste 1914. Die Kosten der groben Verluste zur See im Jahre 191t sind nach einer Schätzung der .Liverpool Underwirtes' Association* doppelt so groß al« in ven beiden vorhergehenden Jahre::. Berücksichtigt man nur die Verluste, deren Wert sich ans 300 000 Mk. und mehr bestes. so werden die Gesamtkosten aus 373 779 0*6 Mk. berechnet, wahrend sie sich in: Jahre 1913 nur aus 134 722 000 Mk. und im Jahre 1912 au 131 200 000 Mk. beliefen. Diese Zunahme der SchiffßverlnNe!iN naturgemäß zurückzuführen aus den Kriegszustand; während 1312 nur 144 und 1913 nur 176 Schiffe verloren gingen, sind im Jahre 1914 mit seinen fünf Kriegsmonaten 272 Schiffe zerstört. Die Kosten aller SchiffSverluste in: Lause der letzte,: fünf Jahre werden aus über 76b Millionen Mark geschätzt, wobei «99 Sch:ffe zugrunde gingen. Die Zahl der Totalverluste von Fahrzeugen über b00 Tonnen im Jahre 1914 wird auf 323 angegeben, von denen 10b Schiffe durch Kriegsschiffe oder Minen -erstort wurden. Hotte der Krieg so die stärksten Verluste verursacht, so war die nächste Verantaffunq lttr Schiffsverluste die Strandung, durch die 100 Fahrzeuge verloren gingen. 4b Schiffe gingen unter oder wurden verlassen. 25 wurden durch Zusammenstoß verloren, durch Feuer und Explosionen und 16 sind verschollen. Von den 323 Fahrzeugen, die in: ganzen in: letzten Jahre verloren wurden, waren Nb englische Dampfer und 11 englische Segelschiffe.
' Schatzgräber im Schützengraben. Ein englischer Offizier, der in einen: Feldpostbrief v:el von den Leiden und Entbehrungen erzählt, die er in: Schützengraben ausgestanden, schildert zum Schluß eine eigenartige Episode, die zeigt, daß auch im nwdernen Kriege die Roinautik noch nicht ausgestorben ist. Das Wasser stand '? Fuß hoch in ihrem Schützengraben, und doch konnten sie sich mit dem Gedanken trösten, daß der benachbarte Graben bis zu 10 Fuß mit Wasser gefüllt war. Schwierig war die Ableitung dieser Waffermaffen, und als sie dann wieder halb- wegs trocken in der schlammigen Erde stehen konnten, kamen eines Morgens zwei Zivilisten in den Schützengraben, em Mann und eine Frau, ehrsame französische Bauern, begleitet und geführt von einen: Unteroffizier. D:e beiden halten Spa:e>: und Hacken mit, und ihr Anliegen bestand darin, daß sie ietzt ihr Geld und :hre Kostbarkeiten anSgraben wollten, die sie bei ihrer eiligen Flucht in einer Ecke ihres Grundstückes vergraben hatten, gerade da, wo sich jetzt der englische Schützengraben hinzog. »In einer kleinen Döhle, in der wir allerlei aufgestapelt hatten/ erzählt der englische Ossizier, »gruben sie nach und brachten eine große Kiste mit Geld heraus, in der Rolle neben Rolle französischer Münze lag. Wir unissen Hunderte Mal über dieser Kiste gestanden haben. Daim gingen sie weiter an eine zerschossene Blauer und gruben hier einen anderen kleineren Kasten aus, in dem sie ihren alten Schmuck rer- wahrt hatten. Und noch ein drittes Schatzkästchen brachten sie ans Licht. Danach zogen sie glücklich mit ihrer unversehrten Habe, gebückt unter der Last ihrer Schätze, ab. Das war ein Bild wie aus dem Märchen und die Geschichte gab uns noch lauge Stoff zur Unterhaltung/
* Krieg und A u s w a n d e r e r b e w e g u u g. Ter europäische Krieg übt auch einen großen Einfluß ans die Einwanderung nach den Bereinigten Staaten von Amerika aus. Tie Zahl der Einwanderer ist seit Monaten so herabgedrückt worden, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden ist. Ji: den Mo- unten Juli, August, September und Oktober vergangenen Jahres find insgesamt 157 642 Personen eingewandert gegen 534 811 in der gleichen Zeit des Jahres 1913. Seit Oktober ist aber die Zahl der Einwanderer noch weiter zurückgegangen. Die Einwanderung beträgt jetzt kaum noch 20 Prozent der normalen. Das Ein- wandernngsamt in New Port hat deshalb jetzt recht ivenig zu
tun. Don den 660 Beamten, die dort angestellt waren, ist ein großer Teil entlaffen worden, ein anderer Teil hat Urlaub erhalten. Solange der jetzige Krieg dauert, können die Amerikaner aul eine neue Belebung des Auswandererverkehrs nicht rechnen. ES ist aber zu hoffen, daß auch nach glücklicher Beendigung deS Weltkrieges die Answanderung auS Deutschland und Oeuerreich» Ungarn, wenn nicht ganz aushören, so doch in erheblichem Maße gegen die früheren Jahre zurückgehen wird. Abgesehen davon, daß viel Arbeitskräfte dann in diesen Länden: gebraucht und gut bezahlt werden bürfleit» ist wohl vielen nach der jetzigen Haltung Amerikas die Lust vergangen, ihr Vaterland mit jenen: Lande -u vertauschen. v ,
' Der K a tze n krieg in Brooklyn. D:e nordamerikanische Tierschutzgesellschatt hatte sich in den letzten Wochen mit den 116 000 Katzen zu beschäftigen, die eS in Brooklvn gibt und deren Tötung beschlossen worden ist, da man sie lür sehr gefährliche KrankheitSträger und eine ständige Bedrohung des menschlichen Lebens hält. Der AusrotlungSkrieg sollte, wie ,etzt auS Amerika eintreffende Zeitungen berichten, an, 11. Januar von den Polizeibeamten begonnen werden. Tie Gesundkeil-behorde der Stadt nimmt an. daß die Katzen an der Ausbreitung der Diphtherie* und Scharlach-Epidemie, die gegenwärtig in Brooklyn viele Opfer fordert, die Hauptschuld tragen. Der Präsiden! deS Naturforscher- Klubs von Brooklyn, Albert Houqhton Pratt, hat nachdrücklich auf diese Gefahr hingewiesen, und seinem Rare zufolge ist der katzen- mörderifche Beschluß gemßt worden. Nach den Katzen sollen me Hunde an die Reihe kommen, die Pratt gleichfalls für gefährliche KrankheitSiräger hält. .. „
* Wenn man d i ck i ft. In: Teutfch-Frauzöstschen Kriege von 1870 diente bei der Artillerie ein Leutnant von Tauchnitz, der für seine Jugend von so ungewöhnlicher Korpulenz wahr, daß eS schwer hielt, ein Pferd zu finden, das ihn tragen konnte. In der Schlacht von Sedan sagte er ,n feinem Hauptmann, er wisse nicht, waS ihm io warn: aus den: Stieel laufe, lieber seinen Bauch weg vermochte er nickt zu sehen, waS da unten vorginge. Der Hauptmann sah frisches Blut herauSströmen, woraus dann natürlich beide folgerten, Leutnant von Tauchnitz müsse verwundet sein. Es ergab sich, das; eine Chaffepotkugel den Weg durch den schenket gesunden hatte, zwischen Knochen und Sattel, der Reiter hatte aber nichts davon gefühlt. Nach einer Weile sagte der Leutnant zum Hauptmann, jetzt liefe eS auch warn: zun: anderen Stiefel heraus, un) ii: der Tat ergab sich, daß der Leutnant auch durch das andere Best: gefchoffen war. Der Hauptmann meinte, er möge sich doch verbinden lassen, aber der Lentnaut sträubte sich dagegen, auS Furcht, nachher nickt wieder au:'S Pferd steigen und den Rest der Schlacht >:icht mitmachen za können. So blieb er, durch beide Beine gefchoffen, zu Pferde bis zun: Ende der Schlacht.
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend erwünscht.)
Graupensuppe mit Backpflaumen: Man
weicht abends in reichlich heißem Wasser Backpflauinen ein (immer nachdem man sie vorher gewaschen hat). Morgen- kocht man Graupen in Wasser weich, rührt sie durch, schüttet mm die Backpflaumen mit ihrem Salt in den Graupenschleim, kocht sie darin vollends weich und tut etwas Butter, Zitrouensast und Zucker daran.
Labskaus von Fisch oder Fleisch. 3 Pfd. Kar- tosseln, 'U Liter Brühe oder Wasser, 70 Gramm Fett, ein Lorbeerblatt. 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, Reste von übria- gebliebenem Fisch, auch Klipp- oder Stockfisch, oder Fleisch, auch Pökelfleisch. Das Fleisch wird in kleine Würfel geschnitten, ebenso die Aviebeln. Tie gargekochten Kartoffeln werden gestampft. Das Fett wird in einen Kochtopf getan und die Zwiebel und Lorbeerblatt darin geröstet, dann werden die Karlvsselu, Fleisch und Gewürze dazugegeben. Das Gericht wird aus dem Herd noch einmal ordentlich heiß gemacht. Schmeckt sehr gut mit Salzgurken-
Logogriph.
Mit „d" erzeugt eS Reinlichkeit,
Ist ätzend, scharf und beißend.
Mit trägt's oft ein prächtig Kleid Und winkt dir Rul,' verheißend.
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach Aufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz.
1. L e 7 — c G L d 8 n h 4 ob. A.)
2. L e 4 ::. g 6 •{■ und Matt.
A.
1.-.. befiel io anders.
2. D h 4 n. d 8 -J- und Matt
Schristleitnng: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und
Verlag der Vn"> hl'scheu UnirersitälS-Buch- und Cteindrnckerei, R. Lange, Gießen.


