sie der verdienten Strafe, lind seine Wirtin, bie cfeKbc Verräterin, ivußte dann natürlich von nichts?
Nein, so leichten Kaufes sollten sie mcht davonkommen. ^>re wollten ihn überrumpeln, nun gedachte er sie zu überrumpeln. Hastig trat er zu denr Bett, ballte seinen Waffenrock nut dem alten Tepprch, der ans dem Boden lag. zu einen! länalrchen Bunvet zuscnmnen, und legte dies so rn bo*3 MU hrneur. das; es au'.'sah, als läg»e ein Mensch darin. Das Kopsftssen stülpte ec etwas auf, so daß es den 'iCnfd^ein gawcnm, als verdecke es den KoPf des Schläfers. Dann schlick, er nach dem Schrank zurück und verbarg sich in der Ecke Mischen diesem und der Außenwand nmter semem dort hängenden langen Mantel. Glücklickterwerse trug er dunkle Strümpfe, so würde man seine Füße in der halben Finsternis nicht bemerken können. Lickt durften die Meuchelmörder nickt mrtbnn- gen, und überhaupt war kaum anzunehmen^ daß sie sich erst lange mit Nachforschungen ansbalten würden. Sie glaubten sich tyre» Opfers sicher, und würden so schiiett wie möglich auf das Lager znstnrzen, mn ihn zu ermorden, bevor er auch nur richtig wach
Während er stunrm und starr hinter' dem Mantel stand, hörte er, wie sie arbeiteten und flüsterten. Endlich schien die Entfernung eines Teiles der Rückwand des Schrankes gelungen; denn er vernahm, wie jemand leise, ganz leise in den Schrank hr neinkletterte. Der Unteroffizier hatte die Tür lvilcker an ged rückt — wahrscheinlich würde der Bube sich freuen, wenn er sie unverschlossen fand. Obgleich die Oeffnung eines so simplen Schlosses von inneu mittels einer Zange nur das Werk einer Minute feilt konnte.
Zwischen denr Mantel und der Wand 'hindurchlugend. Gemente der Soldat jetzt, wie die Schranktür vorsichtig zurückgebogen ward. Da sie nach der von ihm abgewandten Seite ausgürg, erblickte er im Zwielicht den dunklen Schotten eines lauschend vorgestreckterrKopses. Kirsch hielt den Atem an, sich nicht zu verraten. Ter Späher suchte pl erkunden, ob das Opfer auch wirklich in festem -schlas liege Zwar hörte er keine Atemzüge des Schläfers, aber still ivar und blieb es unter der Bettdecke, unter der die Gestalt des Lchlafenden sich deutlich abhob.
Damit schien der Spion znfriedeu. Leise, unhörbar stieg er vollends aus dem Sckrank. ihm folgten noch zwei andere Gestalten. Der Unteroffizier erkannte genau, daß es sich um zlvei Männer und eine Frcnt handle. Jedenfalls waren mindestens die Männer bewaffnet, doch konnte der Kriegsmann natürlich nicht wahrnehmen, was für Waffen sie bei sich führten.
Wie er erwartet^fiel es den Dreien nicht ein, sich umzudrehen; deshalb schob er den Mantel zur Seite rmd hob den Karabiner schußbereit empor.
Aus den Zehen schlichen die beiden Männer, die sich ebenso wie die Frau ihrer Schuhe entledigt hatten, dem Bvtt zu. Sobald sie davor standen, holten auch beide zu lvuchtigem Schlage aus. Zwei mächtige Axthicbe fausten ans das Kissen nieder und wütende Stint- men brüllten: „Stirb, deutscher .Hund!"
Tie Frau war jetzt mit einem Sprunge an ihrer Seite, im selben Augenblick aber auch schon der Unteroffizier dicht hinter ihnen. Und bevor sie sich noch von denr Erstaune» darüber, daß ihre Hiebe offertbar nur weiche Kissen getroffen hatten, zu erholen vernwchten, krachten schnell hintereinander zwei Schüsse. Zwei Schmerzensruse ertönten fast gleichzeitig, einer der Männer brach sofort zuscnnmen. der andere hielt sich stöhnend am Bettrand. Die Frau kreischte aus und flüchtete nach denr Schrcncke zurück.
VCbex der Unteroffizier vertrat ihr entschlossen den Weg.
„Halt — hiergeblieben, Bestie?" donnerte er sie an, „ober ou bist eine Leiche!"
Zitternd gehorchte die Frau und fing laut an zu schluchzen.
.Linrde Licht an ?" befahl ihr der Soldat.
Sie wandte sich dem Tisch zu und entzündete die darauf stehende Kerze. Beim Schein des Lichts erblickte sie derr in seinem Blute mn Boden liegenden Mann und warf sich in wildem Schmerz aus ihn nieder.
„Jagnes, o mein Jaaues, du bist tot?"
Das tvar freilich noch nicht der Fall; doch waren die beiden Unholde schwer, ja, offenbar tödlich verwundet, ledensalls unfähig, ihm selber noch zu schaden. Kirsch riß das Fenster aus und feuerte einen Schuß iit die Luft ab. Nicht lange, so ward es auf der Dorfstraße lebendig. Aus den Nachbarhäusern stürzten die Kameraden. von denen die meisten angekleidet auf Matratzen oder Stroh genächtigt hatten. Im Nu schlugen sie die Tür des Hauses rin. die Stimme des Unteroffiziers leitete sie nad> dem rechten Orte Der Schlüssel steckte draußen im Schloß, einen Augenblick, und sie drangen in die Stube.
Wie Kirsch vermutet hatte, rvar die Frau in der Tat die verräterische Wirtin des jungen Mannes. Der Verwundete, den sie Jaaues genannt hatte, lvar ihr Mann, der sich mit anderen Männern des Dorfes beim Herannahen des Rcilertrupps im Walde verborgen hatte. Abends war er heimlich zurückgckebrt und lmtte mit seinem schändlichen Weibe den tenslischen Plan, den schlafenden Soldaten zu überfallen und zu ermorden, verabredet Ein Nachbar sollte dein Paare die gräßliche Tat ausführen helfen. Die Kameraden Kirschs machten kurzen Prozeß mit den beiden Mordbuben
eine Kugel vor den Kopf eines jeden, und beide hatten geendet.
Die Frau, die ihre Unschuld behauptete, wurde gebunden und ab- geführt, die beiden Kinder übergab man am anderen Morgen dem Bürgermeister des Dorfes.
Der Unteroffizier erzählte mit Genugtuung, n>tf er durch einen Traum aus wahrhaft umnberbare Weise gerettet worden.
„So fürchterlich und aufregend dieser Traum auch war. ' fügte er frohlockend hinzu, „es war doch der schönste meines Lebens!" _
vermischtes.
• Pferdelazarette. Zum Sanitälswesen eines modernen Riefenheeres gekört nicht nur die Versorgung erkrankter uu» verwundeter Menschen, sondern oueö die Pferde verlangen einen ans- gedehnten Sanitätsdienst und die Anlage besonderer Lazarette. Len Tiere», freilich, bei denen »vichtige Organe verletzt oder gar Knochen zerschmettert sind, ist nicht zn helfen; die vielen Pferde ledoch, ote leicht verivnndet, durch die Anstrengungen erschöpst oder gelabmt sind, »verdei» zweetniäßlger Behandlung znge'ührt. Ein Mtlarbetter des „Malin* war jüngst in dem Pferdelazarelt der 4.
Ar »nee und beschreibt nun dessei, Einrichtung. Es kann 2200 P»erde ansnehnien; außer den Stallungen für so viele kranke Heide steht ein Gelände von 11 000 Hektar zur Verfügung, aui den» d,e Genesenden sich tummeln können. Die Mehrzahl der Patienten »ft nicht eigentlich krank, sondern n»»r vollständig ausgepumpt; £ in V derte von Werden sind infolge der Entbehrungen, namentlichourcv häufigen Wassermangel, z»» Haut und Knochen geworden. Wetter werden den» Pferdelazarelt Hunderte von Pferden zngefrrhrt, die durch den Catteldrnck oder sonstige Gdchirreimvi knnqen t\* wnndungen davongetragen haben, deren Behandlung anssichtsvoll ist, und schließlich auch leicht verwundete Tie Pserdeärzte nehmen nicht nur Overationen vor, sondern verordnen auch diätetische Kuren, warme Bäder, Lichtbäder u»ld Luftbäder. ^Wenn ein Heilerfolg ausgeschlossen erscheint, wird das erkraiikte Plerd sch»nerzlos getötet; die Heilerfolge solleii aber »echt bedeutend feut, und 00 v. H. der zugefühiten Pferde iverden, wie es heißt, wieder dieiisltanglich.
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck bringend erwünscht.»
Gemüsesuppe mit Reis; Man schmort Zwiebeln, schneidet an Gemüse klein, was man nur hat: Sellerie, Mohrrüben, Lauch, Wirsing, Bohnen, Rüben, auch Erbsen. Wenn alles halb weich ist, tut mau Reis daran.
Getrocknete grüne Bohnen mit 5)a nun elfte isch und Kartoffeln. Mengen und Zubereitung wie bei den getrockneten Mohrrüben.
vüchertisch.
— ,Aus deutschem Süden' ist eine Flugblattsolge be ,rannt, deren erstes Heft zu de,n niedrigen Preise von 25 Pfg. so- eben in» Berlage von Rentz & Jtta, Konstanz, erscheint. An denr Unternehme,r ist eine sehr große Zahl der besten Schriftsteller SüdoentschlandS und Oesterreichs beteiligt. Der Inhalt der Blätter besteht a»ls Aussätzen, Erzählungen ,»nd Gedichten, die der Krieg gezeitigt hat. lieber^ die Absicht der Blatter orientieren an» bellen einige Sähe aus deru an die Leser c ccxd teten Schlußwort des Herausgebers Walter Ierven. Es heißt da: .Einen Niederschlag der süddeutschen Ctiinmung »vollen diese Blätter widerspiegeln. Ohne viele Worte: sie werden ebemowohl die geistige »md künstlerische Etgenart des beutfetjen Südeirs — wozu in geistigem Sinne auch das angre,»zende Oesterreich gekört — ausdrückerr, als auch jene gervaltige Erhebt,na, jeiies heilige Znsa»nmengehörigkeitsge>nhl, das seit denr letzten Julitage des verflossenen Jahres stärker denn je in nnS er« stand und bestehen Meißen möge."
Arilhrnogriph.
123456789 eine Körperscl>ait.
2 10 7 Haiisgerät.
8 7 G 5 G oströmischer Feldherr.
4 7 8 2 Nebenfluß der Donati.
5 7 4 5 ein Planet
0 8 5 4 sieht >na»l aller»vegeli.
7 5 6 5 4 8 eine Zicroslanze.
8 9 10 .5 3 Stadt in Griechenland.
9 10 5 7 5 6 5 weiblicher Borna,ne.
10 8 3 4 Teil des »nenschlichen Körpers.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Verwandlui»gs-s)lufgabe in voriger Rümmer: Lwrst. Eden, Bader. Astern. Sund, Leiter, bleich, Ablaß, Radel, Brand, Bra»lt, Ceder, »nahlen.
Sebastian Ba cb.
Schdftlertiiirc:
Ang. Goch - Rolalwi sdrucl und Verlag der Brühl's.ben Nnirerstäls-Buch- und Steindrnckere'r, R. Longe, Gießen.


