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reiten. Ein Hmlveis auf einige Höchstleistungen, die mit diesen Sprengmitteln in Friedensreiten erzielt wurden, dürfte daher heute am Platze sein. In den Bereinigten Staaten hat man neuerdings mit gutem Erfolg verschiedene Riesensprengungen aus- geführt, bei heilen mehrere tausend Kilogramm Dynamit und Pulver gleichzeitig zur Detonation gebracht lvurden. So hat man nn!trugst beinr Ban einer Abkürzungslinie der Lackatvanna- Eisenbahn einen 14 Meter hohen und 100 Meter langen Felsvorsprung durch eine einzige Sprengung beseitigt. zu der über 16 500 Kilogramm Dynamit und Pulver verwendet wurden. Jur Vornahme dieser Sprengung trieb man zunächst einen 1,2 Meter hohen Stollen 88 Meter tief in horizontaler Richtung in das Innere des BeraA vor, an diesen anschließend zwei Querstollen von 20 und 8 Meter Länge. Nach Eindringling der Spreng» ladung wurden Haupt- und Seitenstollen durch eine Steinpackung ausgefüllt und der Eingang durch eine Bruchsteinmauer uud eine etwa 4 Meter starke Betonschicht verschlossen. Für die Einbringung der Ladung und die Ausfüllung deS Stollens wurden 12 Arbeitstage benötigt. Durch den Sprengfchuß wurden gegen 20000 Tonnen Gestein losgesprengt .Einige Blöcke wurden aus Entfernungen bis zu 200 Meter fortgeschleudert, im übrigen jedoch kern Schaden angerichtet. Der Verbrauch an Sprengstoffen bei dem erwähnten Bahnbau nwr so groß, daß mau eine besondere Dyuamitfabrik in der Nähe errichtete, die im ganzen über zwei Millionen Kilogramm Dynamit lieferte. — Auch in einem westfälischen Steinbruch bei Nachrodt wurde neuerdings eine ähnliche Riesensprengung ausgeführt. Hier hat man mit einer einzigen, aus 12 000 Kilogramm Pulver bestehenden Sprengladung rrmd 120000 Kubikmeter Gestein losgebrochen. Tic Zündung des Sprengstoffes, der in drei je 35 Meter tief im Felsen liegenden Minenkammern untergehracht war. erfolgte aus einem Abstand von 500 Metern. Obwohl die Kosten derartiger Riesen- jprcngungen sehr bedeutend sind — sie stellten sich im letzteren Falle auf rmrd 30 000 Mk.! —, ist man doch mit den wirtschaftlichen Ergebnissen sehr zufrieden, so daß das neue Verfahren sich rasch Bahn brechen dürfte.
Beobacht «naen t in Erdbeben gebiet Ter Padre Allani, der bekannte Florentiner Erdbebenlorlcher, ist sosort nach den, Bekanntwerden der Nachricht in das Erdbebenae iet im Becken des Fucmer Sees gereist, mit Beobachtungen über die Art und Größe der Erschntterund zu sammeln. V tt8 den § puren, die das Erdbeben hinterlasten, gewann er die lleberzeugunp, daß es n>cht weniger heilig gewesen isi alS jenes, das Meistna und Calabrren zerstörte. Tie Ueberlebenden gaben an. daß die Risse im Augenblick des Erdstoßes bis »u drei Metern Breite ivie riesige lange Locher ausklastten Alle Auaenzenaen beschrieben die Vorgänge so. daß der Zutammensturz nicht m einem einzigen "Augenblick enitrat, sondern in einer Folge von Augenblicken, als ob Kulissen eine na b der anderen einfielen. Allani stellte lesi, daß d-e Ortscha'le',, die ans den A> hän en der Berge gebaut ivaren» nicht ein'ach nieder- gebrochen. sondern tn Staub ve» wandelt sind. Er erklärt die» aus der Tatsache, daß die bhänge der Berge an» E»dswtckuen bestehen, die aus den Fels auslagern: im Augenblick deS Erdbebens pr Oie die Tüncht auf dem Felft" zurück. Es wäre daher unbedingt notwendig, die Erbauung von Ortschaften in solcher Lage zu verbieten. Tie Wohngebäude haben keinerlei Widerstand geleinet, »veil sie ans Felssteinen obne genügende Btndemitiel errichtet ivaren. In Japan, wo last allwöchentlich Erdbeben eintreten, werde» nur einstöckige Fachwerkbäuser errichtet: eine in dieser Art gebaute Stadt verlor auch bet einem starken Erdbeben von 879-00 Einwohnern nur 177. ES ist auch notwendig, daß man in den Vierteln, in denen die stehengebliebenen Mauern nicht niedergelegt sind, den Berkehr verbietet. Ebensowenig dail man die Rückkebr der Emwohner in die Häuser, die sich noch aus'echt halten, gestatten. Padre Ailant sah in Peschina derartige Häuser, die wieder bewobnt waren und bei denen der leichteste neue Erdstoß genügen »vürde, sie ganz in Trümmer zu ieqe»i. Tie größten Vorsichtsmaßregeln werden auch längs der Eisenbahnlinie getrosten. Tie Züge fahren äußerst langsam, wenn sie an beiroffenen Häusern vornberkommen. uni ihnen nicht durch die Erschütterung bei schneller Fahrt den Reb zu geben. Die Bewohner sind vorläufig m Hol,baracken untergebracht.
.. * Merkwürdige Reklame. In der itallentschen Zeit-
lchritt »Vela Latina- werden einige besonders gelungene neue Anstrengungen ans de»n Gebiete der Reklame aus Italien zusammen» gestellt. ^5' 000 Lire", so las man in einer Ankündigung, »sichert aiS Rente ,nein Haus demienigen zu. der na i weist, daß einer von meinen Anzügen -errissen oder in seinen Nähten geplatzt ist. Einmal blieb ein Kunde, der zum Bahnhof gegangen ivar, um einen Freund zil geleiten, mit dem Knopfloch an der Wagentür hängen, a!S der c 11 m!!5 r ^kivegung setzte. Ter Zug mußte halten, so stark war der Widerstand des Anzugs.* In einem SenlationSpro^eß, erzählt eme andere Reklame, fragte der Richter den'Angeklagten, der schon so NM wie verurteilt war: „Haben Sie nichts hinzuzufügen?• Worauf dieser antwortete: .Herr Richter, ich bin unschuldig: ich 0 ü- c « • ^ ^ C,,n ich ha' e mich mit der X.-Seüe gewaschen.^
rtuch d,e Liköre wollen in tlesen effektvollen Stundungen nicht -nrnckbtetben: »Ein Mann stürzt sich in den Arno. Im letzten Augenblick wird er noch gerettet. ES war ein Misanthrop, der
des Lebens überdrüssig war. Als er gerettet war, gab man ihn, zivet Gläser ^.-Schnaps zu trinken: nach dem ersten östnete er wieder die Augen, »ach dem zweiten begann er seelenvergnügt zu sprechen, wurde mit dem Leben ausgesöhnt, ein Mensche,Erennd, e>n Wunder an Energie, vor, Zuvorkommenheit — ein Trost für alle UnglücklichenI - -
Die Küche im Kriege.
(Nachdruck dringend envünscht.)
Suppe von weißen Bohnen: Pan quellt am Abend vorher große weiße Bohnen, nachdem inan sie gewaschen hat, in genügendem Wasser auf. Früh ain nächsten Morgen setzt man sie mit demselben Wasser an und gibt) etwas später sein geschnittenen Sellerie und Lauch darmv nebst geschmorter Zwiebel. Ist alles weich, so rührt man es durch und kann noch etwas Zitronensaft und Soja daran tun. Wer üppig fern will, tut etwas sauren Rahm daran..
R e i s f l e t s ch. '/, Psd. gemischtes F.eisch, 1 Psd. Reis, 2 Eßlöffel Fett, Wasser oder Fleischbrühe, Satz. Pfeffer,
1 Zwiebel, Suppengrün, gewiegt, etwas Speck. Das Fleisch wird in Würfel geschnitten, -dann läßt man es im Fett mit Zwiebel und .Grünzeug andnnsten, schmort das Fleisch wie bei Gulasch Vi Stunde Reis wird gebrüht dazugegeben und soviel Flüssigkeit übergefüllt, daß der Reis gut bedeckt ist. Das Gericht wird 5 -10 Minuten angekocht und 2 —6 Stunden in der Kochkiste zum Garkochen gelassen. In 2 Stunden ist die Speise gar; 6 und mehr Stunden kann sie in der Kochkiste bleiben, ohne zu verderben
vüchertisch.
— Beiträge zum Einfall der Russen in Ostpreußen 1 9 1 4. Ein bemerkenswertes Stück aus der Geschichte der Gegenwart bilden Hie „Beiträge zum Einfall der Russen in Ostpreußen", die der Verlag der „Ostdeutschen Volkszeimng" in Insterburg, vielfachen Wünschen entsprechend, soeben heramgegoben hat. Sie sind in einer Mappe zusammengemgt. In einem Vorwort und in einer Inhaltsübersicht sind ihnen noch imere,sante Notizen über Invasionser.eonisse in Insterburg bergenden. Ter erste Teil enthält eine größere Anzahl von Plakaten mit den Befehlen und Verfügungen des von den Russen eingesetzten derzeitigen Gouverneurs, eines Jnstcrburger Arztes, während der Besetzung der Stadt durch die Russen vom 24. August bis 11. September. Die Plakate sind auf Anordnung des Gouverneurs in der Trrlckerei der ..Ostdeutschen Vol.szeitung" hergestellt worden. Da die Schriftplatten noch sämtlich vorhanden sind, konnte der Wortlaut in historisch getreuer- Nachbildung wiedergegeüen werden Auch der Umsang und die Farbe des Papiers ist dabei berücksichtigt worden. Tie Befehle und Verfügungen sind typisch für die Art, wie das zarrsche Regiment in deutschen Landen durchgeführt werden sollte. Es fehlen darin nicht Todesdrobnugen gegen die Bürger wie die Androhung, die ganze Stadt nicderzubrennen. Der zweite Teil enthält eine Bekanntmachung des russischen Generals Rennenkamps, rn der allen Enrwohnern Ostpreußens mitgeteilt »vird, daß jeder dem russischen Heere geleistete Widerstand schonungslos und ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters bestraft wird. Tie Bekanntmachung maa mit dazu beigetragen haben, daß viele Hunderts von samldlosen Männern, Frauen und Kindern erbarmungslos medergemacht wurden. Eine andere Bekanntmachung ist gegen Die putschen Förster gerichtet, in der ihnen wegen ihrer angeblichen Beterttguna an feindlichen Handlungen gegen die russischen Truppen nnt schwersten Strafen gedroht wird. Daß die Russen ihre Drohung wahr gemacht haben, ist in den Beiträgen «ach anrtlichen Quellen ur f in€ 2H 6^15» mit geteilt: sie haben einen deutschen OberfSrsw m der Nähe der Stadt erschossen, dticht uninteressant sind auch die m Insterburg verbreiteten neun unwahren russischen Krieg-tele- gramme und die Uebersttzung eines Aufrufs des n,Fischen Oberbefehlshabers der Arnree und der Flotte an die Polen. Im dritten Teile befinden sich Auszeichnungen des ehemaligen Gouverneur- über seine Verhandlungen mit Rennenkampf, ein Stimmungsbild eines Augenzeugen über die Stellring rwn Jnsterburgern als Ä'isetu der Russen und Mitteilunaen aus der Insterburger Stadwerwab« tung während der Invasion- eit. Tie Map -e mit den B itrügen ist zu bezrehen vom Berlage der ..Ostdeutschen Volkszeittmg" in Insterburg und koswt in der Expedition Insterburg 2 Mk., beimBezug durch die Post 2,20 Mk. _
Verwandlungs-Ausgabe
Hort — den — Ader - Stern - und — Leier — Blech — blaß - Adel — Rand — Brut — Eder — malen.
Die vorsteheuden Wörter sollen durch Hinzmüaea je eines Buchstaben derart ,n ebenso viele neue Wörter verwandelt werden, daß die binzugefügten Buchstaben der Reibe nach gelesen den Namen eines Komponisten ergeben. (Aust, tn nächst. Nummer.)
Auflösiing des Zitatenrätsels in voriger Nummert Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.
Schrlllleitmig: Aug. Goch. - Ro,i»iou«drurk und verlna der Brühl'lchkn 1I,i«vers»«„-B»ch. „nd Llcindruckkre«, R. Lange, G>e»,n.


