kennen lernen. Sehr in Aufnahme sind die Romane von Erckinan Chatrian gekommen, die heute fast so stark gelesen werden wie vor 40 Jahren. In den Buchhairdlunge» nmchen sich dieselben pa^ triotischen Bedürfnisse geltend wie in den Bibliotheken. Man kauft die Bücher über die Revolutionskriege und Wer die Zeit Napoleons, über den Krieg von 1870, über die Belagerung von Paris, über die Luftschisfahrt, über die deutschen Militärverhältnisse und auch über das französische Heer. Werke, die schon ziemlich vergessen «waren, erscheinen heute 1 nieder in den Auslagen: „L'Annoc terrible" von Victor Hugo, „Souvenirs" von Francisaue Sarcey, „Jdptles Prussiens" von Theodore de Banville, Dichtungen von Franyois Eoppöe und ganz besonder- die „Chants du Soldat" von Tcrou- löde. Man geht aber auch noch weiter und kaust sich Geographie- werke und alte Karten, um das beliebte Spiel der Neuverteilung der Grenzen auf „historischer" Grundlage treiben zu können.
* Das mißverstandene Fettauge. Eine heitere Verwechslung ist dein Kommandanten eines kranzönsche > Gefangenenlagers in Südfrankreich passiert, In seiner Obhut befand sich der Bürgermeister von Weulbetm, Wettstein, der im Wechselst ück des Kanipses zum Krieqsg. kangenen gemacht worden rvar. besonders vergnügt ,verden die Insasse,» des französischen Lagers ihre Tage ja nicht verb,acht haben. Zu ,bren» Trost batten sie deritsche Lektüre, »>nd besonders »var es ein Werk, das grobes Ber- guügeu bei ihnen auStösle. ES »var daS das Buch „Bauern- gfelchteS* vo»» Ada,»» Korlsten. Die deuts.heu Gekangene > ergötzten sich so ai» de»,» Werk, das; der Bürgermeister sich verpflichrei kühlte, sich hinzusetze«» »u»d an den Verfasser eilten Daukbriei zu schreibe,». In diesen» Dankbrre» gebrauchte er die volkstünllche Rede- >oei»dm»g: „Mir »var das Werk ein Fettauge aui der Atltagssnppe des LebenS*. - Der Bürgermeister hatte aber nicht mit dein Kommandanten als Zensor aerechnet. Dieser verstand genügend Deutsch, um die Begriffe „Fettauge" und „Alllagssuppe" zu kapieren, »>nd er brachte sie natürlich in einen Zusam»uenhailg mit den »vohl nicht allzu reichlichen Gekangenensuppen der Jnhnstierten.
-Ter Herr Kommandant bezivang sich z,var und ließ de»» für die französische Gekangenenkost so beleidigeiideu Brief durchgehen, er konnte sich aber doch »»icht enthalte»», ihm folgende j Beinerk»,i,g anzuhängen: „Mo,isie»,r Wettileir», der »»ach Frankreich gekommen ist, ohne elirgetaden zu sein, fauii sich glücklich schätzen, daß er für z,ve» Franken im Tag eine ansgezeichnele Nahrung erhält, die ihn, durch eines der besten Hotels in Eette serviert »vird. Taube u,»d n»enig geistreiche Scherze sind seine Bemerkunge,», aber sie sii»d belanglos für uns.* — So, jetzt hat der Bürgermeister sein «Fett* »veg.
* Ein kostbares türkisches Holz. Aui dem jetzige,» türkisch-russischen Kriegsschauplätze gedeiht, »vie die Holzwelt berichtet, das beste Buchsbaumholz der Welt, das inolge seiner Seltenheit zehninal so viel kostet »vie Mahagom. Alle Versuche, den türkis hen BuchSbamn in Süd- »,ud Westeuropa auzupstauzcn, haben keine befriedigende»» Ergebnisse gehabt: das Holz ,var hier leichter ah von den Psia,»ze»», die in den Bergen der Türkei »mb Persiens südlich vom Schwarzen Meer »ind Kaipischen See heran- ge»vachsen »varen. Der B»,chsbanm erreicht dabei selten eine gröbere Höhe als 9 rn, bei einein D»»rchn»esier von etlva 90 cm. Die Nutzstäinme sind selten länger als 2 m, die ine.slen sind nur 1-1 * 1 /, w lang und habe»» au» dicken Ende eitteu Durch»»»esser von 1& cm. Cie haben dabei die For»»» vou gewaltigen Kenten. Das gelbe Holz dient zur Ansertig»n»q erstklassiger teuer Tischlermaß- stäbe, die ihre Farbe tmmei behalten. A»rch Rollschuhkabriken sind g»,te Abnehlner von B»,chSba»,mholz. Das Wachstum des Buchö- baunies geht sehr langsam vor sich, »»nd die Jahresringe bleiben bemahe »»„sichtbar, währe»»d die in Etrropa »md ^Imcrtfa gezogene» Vamne ziemlich fcfmeQ wachsen und die Jahresringe deutlich erkennbar sind. Das Gewicht des Holzes ist sehr verschieden; manches ist etwas schwerer als Ahorn, andere; sinkt »nieder im Wasser so- 1ort unter. Tie Härte ist bedeutend, »uemt sie auch nicht d»e des Ebenholzes errei t t. Heilte ist das Holz schon so selten, daß die Bäuiiie ausgegraben »md auch die Wiirzel»» verbraucht »verden.
A »n e r i ka n i s ch e Flug voll. Wie aus Nerv Port berichtet »vird, hat ei,re Nnlersnchungßkonunijsiou über dcu Po 'dienst ihre Arbeiten beendet und soeben ctxtcit Bericht veröffentlicht, in bem a»,sgekührt ivird, das» »>» viele»» Bezirke»» der Vereinigte»» Staaten die Postbesorder»mg verbessert und beschleunigt »verden könne, »»»den» man sich der Flugzeuge bedient. Dieser Gedanke, Flugzeuge in» Dienste der Post zu ver>vendei», hat »um nicht nur m»§ postalischen Gründen Unterstützung gefunden, sondern cs »vird besonders daraus hingelviesei», daß die »vichtigste Rechtfertigung der kühnen Neuerung darin läge, das; in KriegSzeiten die Nation auf diese Weise über eine grobe Zahl von Fliegen» kür daS Heer verwüsten »vürde, ohne die eine »noderne Kriegiührung kann» noch denkbar »varc. Bia,» weist emi die außerordentlich »vichligen Tic»»ste hin, d,c in» europäischen Kriege die Flugzeuge kür die Erk»n»d»i,,g ge- !e«>iet habe»». Sie haben sich als die Augen der Heere erwiesen >.nd hoben gezeigt, daß sie auch als Kampkwerkzeuge Wert besitze«: trol; ihrer anscheineliden Gebrechlichkeit haben sie von» Fe»»er ber ^e,vehre »md der Kanonen »ve»»ig zu kürchte,». Die Bild»»ng einer Truppe von nlieger-Postboten wäre daher für die Amerikaner daS beste Atitlel, sich eine »vcrtvolle Reserve für de>» Kriegsfall zn schasse».
* Krupps „Trojanisches Pferd" und die Mitra i l l e u s e it. In der Pariser Weltausfteslnng von 1867 erregte, so erzählt die „Stampa". ein geivaltiges Belagerungsgeschütz aus Krupps Werkstatt besondere Aufmerksamkeit. Es war noch nicht der 42er-Mürser, aber cs »var doch schon ein Vorläufer. Dieses industrielle Erzeugnis wurde das „Trojanische Pferd" genanul, »»nd es gab Leute gerrug, die darin eine kleine Mahnung Bismarcks an die Franzosen erkennen wollten. Ltber Napoleon Hl. glaubte schnell seine „Revanche" nehmen zu können Die Ausstellung erhielt die Ehre eines Besuclws von dem russischen Zaren Alexander II. »mb von König Wilhelm von Preusieu, i»nd diesen wollte Napoleon das Schauspiel einer großen Parade geben, die in Longchampö am 6. Juni 1867 ftatnand. A»i dieser Parade nahmen 40 000 Soldaten aller Waffen teil, und gut 900 000 Pariser waren dazu nach Lvngchalnps hinausgeströntt. Im Gefolge der Artillerie kan»en 6 Wagen, jeder von zwei Pferden gezogen, ans denen ein Krregs- instrnment gehernrinövoll durch eine starke Decke verhüllt und »»icht einmal in seinen Formen erkenntlich »var. Als diese Wagen vor- überfnhren, wies die Menge nnt Fmgern darauf hin, leise Flüstcnvorte gingen von Murrd zu Mund, mtb alle schienen hoch befriedigt. Unter der.Hiille »var die schrccNiche Ersrndung verborgen, von der man sich schon seit einiger Zeit die merkwürdigsten Tinge zurannte: jedermann »var überzeugt, das; hier das lut- widerstehliche Werkzeug komn»ender französischer Siege gestruden war: die „Mttrailleuse". Em Llugenzengc erzählt, das; Napoleon III, während die Mitrailleusen vornberfubren, König Wilhelm scharf ins Auge faßte »md das; dieser seinerseits aus den Grafen Bismarck blickte, der sich im Gefolge befand und in glänzender Uniform allgemeine Aufmerksamkeit erregte Der Augenzeuge hatte von dieser stummen Szene einen zwiespältigen Ein- druck erhalten. Ihm schien cs, als ob durch den Kops des Neffe»» des großen Bonaparte der Geda»»ke zuckte: ..Dort, »mter diesem Tuch, liegt die Geißel." Dagegen konnte der Blick, den König Wilhelm und sein erster Minister austauschten, bedeuten: ..Das Spielzeug kennen »vir!" In der Tat hatte ja die Mitrailleuse i»n Kriege Von 1870/71 gar keine Bedeutn»ig. Tie Preußen, die sie kannte» »»nd die einige hatte»: bauen lassen, uin sie zn erproben, fanden die Waffe unvollkoncknen »nd inehr hinderlich als nützlich. Sie hatten 1870 keine Mitrailleusen, wohl aber jene gewaltigc», Geschütze, von denen das Ausstellungsstück von 1867 den Franzosen eine Abnung gegeben hatte uiid die sich bei den Belagerungen von Straßburg- Metz und Paris ausgezeichnet bewährten.
vücherlisch.
" V e l kr a g e n & KlaslngS Volksbücher. Preis jedes Bandes 60 Ptennig. ^Deutsche Heerktthrer* — so nennt sich eins der neliesten 'Vävd i'en von Velbaaen & KlasingS Voltö- bsichern (Nr. 122). ProWk: Dr. Otto Hoensch, der l'ekannte Berliner Historiker, schildert^^^ mit fuappen und kesselnden Worten die großen Helden mckeres HWnvkes. Einen besonderen Reiz e»np- sängt doS Hest durch die zahlreichen, zum große»» Teil erstmalig veröffentlichken Bildnisse a»»s den Jugend- und ManneSjahreu Hi,Idenburgs, Bülows, BeselerS. KluckS u. a. — Dem ^Eisernen K r c u z". seiner Geschichte »md seinen Trägern »vidmet Ha»»»»s von Zobeltitz eine gründliche und ebeisialls mannigfach »ll»»ftrierte Darstellung (Nr. 129), »vähreud Alfred Geiser das „perfide A l b i o ,»* und seine Ränke d»,rch die Jahrhunderte beleuchtet sNr. 129). Das Geüersche Hest ist zündend geschrieben »,nd mit zahlreichen SvoltbilSern aus deutschen und ansländischen Wil;.- blätrern auSgestattet. Rtit diesen drei Büchern, die der Zeit dienen, erscheinen noch z>vei ,vettere, die die llteratnr- und die kunstgekchicht- liche Folge der Volksbücher kortfetzen: Walther 9tovl scknleert HanS Sachs »md seine Zeck (Nr. 115): Dr. V. Wallerstein slestt Kunst »md Leben van DnckS dar »md wird dabei von auS- ge-eichnetei», zun» Teil karbiaen Wiedergaben der Gemälde des Antwcrpener Dkeistcrs »mterslützt (Nr. 117).
Magisches Dreieck.
In die Felder »»ebenstehcr,der Figur sind die Buchstaben a a a, d, e e e, g g, 11, n n, r r
derart einzutragen, daß die e»„a»,der ent
sprechenden »vagerechten »md senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedenlen:
1. Eine Pstai»ze»,samltie.
2 . Figur ans einenlChakespeare'schenDrama.
9. Biblischen Nainen.
4. Ein Fürwort.
5. Einen Ko»»sonanten Attslösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Ausgabe in voriger Nununerr Weiß. Sch,varz.
1. L ff 5 — hG f K g 7 — h 6
2. S d 6 — f 5 y K b G — h 5.
e 2 * 4 5 — g 4 | und Malt.
Kckriktleitiing: Ang. Goctz. ^ Rotationsdruck und Verlag der Vn» hl'scheu NniversitätS-Buch- und Steindrnckerci, Sk. Lange, Gieße,».


