Ausgabe 
23.1.1915
 
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Die Offiziere föchte u ihm auf dem Flche. Er raunte bis in die entgegengefkGte Ecke, in der der Gsockenstreng herniederhing. Mit einem Fluch fufor er zurück. Dort storchen zwei Kosakeupferde und kanten gemächlich am Glockenseil. Die hungrigen Tiere moch­ten in dem armseligen Tau immerhin eine begehrenswerte Nah­rung erblickt lmben. Mit ein paar Schlägen trieb der Oberst die Pferde hinaus. ..Wem gehören diese Pferde'?" Die beiden Kosaken traten mit schlotternden Knien vor.Ihr Hunde! Ihr elenden..Er konnte den Satz nicht vollenden. Aus der Ferne kam in diesen, Augenblick ein langgezogener Ton: Das Angrisfs- signal der Deutschen.Verflucht'." Mit einem Satz svrang der berst ans sein Pferd und jagte die Dorfstrastc hinunter. Die Offiziere in rasender Flucht hinterdrein. Im Nu war die Dori- straße übersät mit tausenden von bestohlenen Gegenständen, die die Flehenden <ut ihrer T-odesangjt von sich geworfen Gleich darauf brauste deutsche Kavallerie heran und setzte den Feinden nach.

Die Glocke aber hieß fortanDie Rnssenglocke".

Auch die ameritanische llloöe will sich von pari; befrei n!

Wie in Deutschland, so ltzck der Weltkrieg auch ft» Attwcik« den '?lnstost m «einer Betvegnng gegeben, die sich die Bnreiiinc, der nationalen Mode von Paris zum Ziele setzt In der Iahr?s- sitzung der amerikanischen Gesellschaft sür die Bekleidungsmduüric wies lder Vorsitzende. Herr John P. Hovland. aut die durch den Krieg geschaffene günstige Gelegenheit bin und gab die Losung aus.Amerilamsche Moden für amerikanische Frauen!" Er empfahl ein enges Zusanmrennnrken zwischen Fabrikanten u»rd Presse und die Errichtung eines eigenen Stilbüroo, \w alle Auskünfte über Mode und Bkodeilslil. sonne Schnitte und Zeich­nungen jederzeit erhältlich sein sollen Der BorsclstaH fand leb­hafte Zustinmcung, das Stilbüro ist bereits errichtet, und zur Fördermzg der ireuen Bewegung hat im Ritz "Earl ton-Hotel eine amerikanische Modenschau stattgeiundeu. die von den vornehmsten Häusern der amerikanischen Bekleidungsindustrie Ver­anstalter uuld von denobersten Bierhunden", an ihrer Spitze Mrs. Astor, garn besonders begönnert ivurde. Nur amerikanische Zeichner batten l« den Entwürfen für die vvrgeftihrren Kleider milgeuürkt. Auf einer blaugrau ausgeichlageneu Bühne ftellten etwa 50 Probierdamen hie neuen Kleider und Kostüme, Nd.ru rel uild Abeirbmn hänge, Hüte und Pelze vor. Der Erfolg »vor. wie >dcr ...Konfektionär" berichtet, gl ostartig: drei Tage und Abende wionnelte der prächtig ausgestoltcie Ballmat des Hotels von einer el-egauteu Meng,-, in der auch die Herrenwelt zahlreich vertreten war. ES ist Nun im Hinblick am unsere deutsche Modeulstwegung nrckü ohne Interesse, einen Blick auf das M o d e- p r o g r a m m für den Frühling zu werben, wie es sich m dieser Schau darstellte. Danach »oerden die bevorzugten Swfte Schneiderstoff lfrüher Eovercloth^. Gab.rrdine und Sersch ^Sergej m allen Sandfarben sein. Die Röcke ketinm zu ihrer alte,'. Welte zurück. Tie halblangen Jacken sind sehr lose, sollen nüt fort­schreitender Jahreszeit kürzer werden und siü> der bekaunren Eton-For»n annabe:n. Kragen werden stoch »vie niedrig gebraucht, meist aber lmrten hoch und vorn z-n entern winzigen V-förmigen Ausschnitt erniedrigt. Gürtel spielen eine hervorragende Rolle und sitzen sowohl im Tacktenschlust. wie. auch oberhalb. Aermel smd lang und eng und im Schneiderstil gehalten, also eingesetzt. I'il ganzen wird die Modelmu' der Ameritauerm ckn kourmenden Jahr nach eneer Zufannnenfassung in denk erfvälrnten Fackblatte zur Höbe streben". Die tleckien Hüte sitzen hoch auf der Haar­tracht, diele selbst ist schnial und hock». straft au den Schtäien. aber hoch im Aufbau Dazu pahl die üüinale Schulterlinie, der Mllitärisch geschnntefre Kragen, der kiurpp eingesetzte Aermei. und erst der untere Teil des .Rockes bringt das erfordert ich ck Gegenqetvrcktl der Weite Es sckteint die Neigung zur Empire- lune vorzuherrschen

vermischtes.

E1« m e », f c <» it Hit 5 der Zensor. Elemenceau. dem emst allmächtiaen französischen Ministerpräsidenten. bat der Zensor nbel mitgefpielt. Sein BlattL'Hvmme Libre^ wurde, al« er es nach der Flucht der fran-öfischen Regierung nach Bordeanr in Toulouse weiter erscheine», liest auf eine ganze Woche verboten. Es erlebte dann seine Wiederauferstehung alsCfiomme Enchatns". anS den, freie,» Menschen* war »der genestelte Mensch" ge-' worden. Diese Fesselung tritt nun n, Eüunenceaus Zeitung recht deukllch i», die Erscheinung. Jüngst erschien sic mit zwei lailgen leeren Seilten, da wo sonst der Leitartckel de« Heraus­gebers stand. Selbst der Titel seines An'sotzcS war gestrichen und nur die llnterschrift »George Eleinenceäu" übrig geblreben, nno darunter stand noch verloren in den, leeren Rann, -G. C." wah, scheinlrch der '?l>»sang zu einer Nachschrift. Clemencean bat stell legt jo zu hellen gesucht, dast er iedem Parlamend^.nitalied einen Abzug seine« unterdrückten Artikels -gestellt hat. Der Auf­

satz enthält eins scharfe strickt der verschiedenen Zweige der sran-ö- sischen Heeresverwaltung.

*Das Sanatoriuin an der Front. Dle neue Form des Stellungskrieges, wie sie sich jetzt aus den Schlachtfeldern in Nordsrankreich üerauSgebildet hat, stellt an den Soldaten gang neue Anforderungen und verlangt auch eine neue Pflege feiner er­schöpften strafte. Für die Trupven. die in den Schützengräben lange Zeit de», feindlichen Kugelregen und den Unbilden de» Wetters auögcsetzt waren, hat man auf englischer Seite in der Näh« des HauptguarnerS geradezu Sanatorien eingerichtet, die sich nach emer Schilderung des offiziellen englischen Kriegsberichterstatter«, des bekannten »Augenzeugen", vorirefslich bewähren. Der er­müdete Soldat, der von der Front konrnck, ist etwa in dem Zu­stande eines Rekonvaleszenten, der Rlche und Kräftigung braucht. Zu diesem Zwecke hat man in, englischen Hauptquartier ern großes Gebäude, eine frühere Jutefabrtk, eingerichtet, die zur Aufnahme von 1000 ermüdete Soldaten dient. Hier fmden keine Bertonudeter, und Kranken Verpsiegung, sondern nur dieOvier des Schützen­grabens", die mit ihren Nerven zu Ende find, an körperlicher Er­schöpfung oder an Rheumatismus leide»». Die Vente erhalten zu­nächst, wenn sie in dies Sanatorin»rk an der Front foimuen, ein hElstes Dampfbad, woft'ir»mästende Anlagen extra eingebaut »vorder» sind. Ihre stleider »verde», timen abgenornme»» und ge­reinigt oder auch verulchtet, und dann führt n,a»r sie in einen der großen Schlaifäle, in denen Reihe an Reibe saubere Betten flehen. Hirr können fie liege., und ruhen, bis sie sich wieder gekräftigt fühlen. Diese vollnändige Veränderung der Lebensführung soll wahre Wunde», verrichte», und die Soldaten sind gewöhnllch schon nach wenlgen Tage», ,v,eder so weil, um ihren Dienst antreten zu können. Sie werden aber nicht sofort wieder in die Schützen­gräben geschickt, sondern sie erhalten zunächst noch leichtere Beschäftigung.

vüchertlsch.

'Reue F r a », e n k l e , d u n g und Frauenkultue. Orga»! de« Deutschen Verbandes für Neue Frauenkleidung und Fraue-ckultur. Schrntleitnng: Clara Sander. Else WirmmghauS. beide »n Köln. Verlag der G. Braun'schen Hofbuchdruckerei in Karlsruhe. Jährlich 10 Hefte m Hoch-Quart n,it zahlreichen Ab. bildimgen und Zeichnungen aus stunstdruckpapier, sowie Schnitt- mnsterbogen.

Die BesestigungSkunst auf dem heutige" Sch lach Nelde gewinnt, seitden» nckr de», Krieg im kühne» Ansturn, in das Feinde la»»d getragen l»ave», unmer mehr a" Bedeutlmg. Wahrend in früheren Jahrhunderten Scharen von Soldaten und an'steiacnden Staubwolken das Schlachtfeld vo» weitem verrieten, liegt es heute lea: und ode, scheinbar von allen, Menschliche,» verlassen. Einzig der Flieger vermag hier und dort d»e Geschützstelltinge», des Feindes erkunden. Selbst n, der von langer Land vorbereueten Verte,oigl,ngüstellung ist mchts n»e«>r zu sehen von den Verschanz»,gen. Ilm ein möglichst geringes Ziel zu bieten, gräbt sich auch die Iniar»terie mit Vorliebe u» den Boden ein. lieber alle diese Sveralionen verösie»»tl»cht Bongo illuslr»erte K,ieg3geschichte .Der Krieg 1 0 1 4 /1 & in Wort nndBtl d*. von der soeben die 8. und 9. Lteferuiig erschiene», tDentscbeS Ver- lage-bmiS Bong & Eo., Berlin W. 57), einen aufschluftreichen und fesiel»rden A»»statz ans der ->eder deS berstlentnantS H. FrobeniuL. Auch diesen L»efer»mgen sind wiederum z,ve» dovpelje'tige farbige Kuu'tbcilagcr» betgegeben, die von de»n Sch1achteun»aler Proiestoc Anton Hossman»» und vor» den, Martnemater Professor E. Saitz- mann lzerrl'ihren.

LrgättsUttqskätjei.

E.. K.. pf. l. tz . s. d. e W.. t;

. a . K. ä . zl. n u .. . i. K . o

T. &. < . ei.. r, d.. n. ch. k. mp. t,

. i. R . h . .. d . hr' d . v . n.

Auslösung in nächster Nunrnier.

Auslösnug der Skat An»gäbe in voriger Nummer r Abkürzungen: tr Treff, p Pique, c Coeur, ear Earreau trB Trefi-Bube. pA = Pigue-Ass, cl> = Eoerrr-Damesw.

Mittelhand drückt pZ und cZ Vorhand erhielt pB, carB, tr9, tr7. pA. p7, cD, cT, carl), car8, Hinterhand de», Rest. Svielaaua

1) V. vl> M. cA £v. c8 = -f- 14

2) M. trA H. trl> V. tr7 = 4- 14

M. erhält seiner in tr -j- 14, vat -f 26 c -j- 4 = -j- 46

Jii den Skat »varen getagt --- -s- 20 Alithm Sa. -j- 94.

Bei vorliegende, startenverteilnng hätte Mckleiband da» Grand gleichfalls gewönne»», »vobei d,e Gegner möglicher,veise auch «och im Schneider gebt eben wären.

Achriftleitnllg: Ang. Goetz. - Rotati^»sdruck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckeret, R. Lange, Gletztn.