die altt»nnäkig orlrtwf't sein müssen. vom Stapel lassen kann So badUi* kf*
Aber die kleine war diesmal doch der klügere Teil. Und mm ist das stattliche Bändctoi schon rerfjt lveit gediehen
Wa4 uns fehlt im östlichen Land, das die Kosaken *unt Denkmal ihrer Vertiert heit und tknes Barbarentums gemacht baden, ist die Post. Sie snnftioniert nicht so. loie wir wünschen. Zn in größten Teil liegt da- an den srblechten Wegen. Die Nagsn können nicht heran. Aber dann. die Freude, lvenn man Nachricht aus der Heimat erhält, nne ich soeben eine Harte vom 17. 9 und eine vom 30. 9.
H\ l. 10 . Armeekorps
Her klicke Ueberrasttmug! Ter Wagen unseres freiwilligen AulomobilsahrerS T. fuhr heran und brachte Liebesgaben für Unser .. . Armeelorps Ich hatte zwei Pakete auf dem Fahrzeug Und wie sah der' Inhalt glänzend auSl Tie sieben in der Heimat Irrten sich selbst übcrtroffen — es war ein zu prächtiger Anblick? lind waS uns am meisten fehlte — warme Wiiitersachcn — sie waren in Masse vertreten, so das; ich noch anderen Kameraden aushelsen konnte. Ueberhanpt — aushelsen — mitteilen, das ist etivas, tvas man eigentlich erst so recht im Krieger schätzen lernt. Tie Kameradschaft vom ersten bis -um letzten Mann ist die belle Kehrseite des strapaziösen LagerlebenS. Ste schlägt Brücken, die unzerstörbar und eifern in die Zukunft hinausragen. auch über die Heldengräber hinweg Mein Licht geht aus. Schade. Ja. die Beleuchtung. Tas Elektrische haben Uns die liefen Russen zerstört, und Petroleum gibt's nicht. Es gibt stier überhaupt nichts.
C. 3. 10.
Wir liegen in einem Schloß Abgesehen davon, daß die Moskowiter schon mächtig hier gehaust haben, geht» Quartier an. Man hat doch wenigstens ein Dach überrn Kopf und sitzt mal wieder an keinem Tisch. Aber die Freude dauert nicht lange. Morgen geht's weiter. Morgen . . . Bor einem Jahre habe ich mir daS Morgen freilich anders vorgesteltt. Und meine Drei zu Hause auch. Memc zwei Mädels werden mit ihrer Rdutter stumm zu Tisch sitzen und mühsam an ihren Bissen schlucken. Wenn sie auch sonst mutige Herzen und hellen klaren Verstand für alles Scknvere in dieser Zeit mitbringen . . morgen werden meine Drei mühsam schlucken . . . Silberner Hochzeitstag . . . im Felde . . .
C. 4. 10.
37» Uhr aus dem Bettsack. Mir träumte ebeu, meiner Jüng- steu Pnrsichbäckchen schmiegte sich an mein rauhes Kriegergesicht, und halb noch im Traum faßte ich nach dem brannzüpsigen Köpfchen ... Es ist ein Glück, daß man nicht Zeit zum Denken hat. Die eiskalte Morgenwäsche, eine Wohltat, die auch immer seltener wird im Lagerleben, wischt die sentimentalen Heimatsregungen fort. Uhr im großen Speisesaal in Erwartung einer Tasse Tee (ber übrigens das einzig Gute hier ist) und sckuvarzen Sol- datenbrotes; vor 25 Jahren um diese Zeit schlief ich wohl noch, tont dann beglückten Herzens zur Braut zu fahren und zur Ziviltrauung . . . Wer so als junger Assessor in die Zukunst hätte blicken können! Und mir fiel ein, wte gütig die Vorsehung doch mit uns armen Menschenkindern verfährt, daß sie uns vor folchen ängstigenden Bildern bewahrt.
Da klang plötzlich die liebenswürdige Stinime unseres kommandierenden Generals neben mir. Seine Exzellenz sah heute ganz besonders irisch und eigeilartig aufgeräumt aus. Er reichte mir die Hand, sprach so viele, gute anerkennende Worte: wie stolz er sei aus seine Beamten, die mit Lebensgefahr wie die Krieger in der Front ihrer schweren Arbeit, ihrer hatten Pflicht nachgingen, ohne die auch die schwere Blutarbeit vor dem Feinde nicht geleistet werden könnte. . . und wie sich auch der Kaiser anerkennend darüber geäußert. Dabei drückte er mir die Hand und ließ das Eiserne Kreuz zurück mit den Worten am Schluß seiner Rede: „Herr Geheimer Rat, sür die ausgezeichnete Verpflegung des Korps." Freude . . . Ich weiß es nicht, ich hatte ein ganz seltsames Gefühl. Wie ein Schuljunge, der öffentlich belobt wird . . oder wie einer, der durch eüten glühenden Ofen gewandelt ist und heit herauskam. Wer mir das vor 25 Jahren gesagt hätte . . Und nun kam mir erst die Weihe des Tages zum Bewußtsein.
Um 5 Uhr Abritt ins (Gefecht. Scheußlicher Weg, an dessen Ende der Durchgang durch einen Fluß nicht aerade verheißungsvoll igussah. Richtig, glitt mir am jenseitigen Ufer, das steil und glatt herabfrel, mein Gaul aus. Glücklich schwang ich mich zur Seite und kam zwar patschnaß, aber sonst unbeschädigt auss trockene Land, Wohin mir mein treues Roß auf einiges Zureden hin folgte.
Und nun durchs feindliche Gewehrseuer. Die Kugeln pfiffen nur so um uns herum. Schließlich setzte auch ein tolles Schrapp nellseuer ein. Aber durch mußten mir! Spat Abends Quartier auf einem Gutshol. Nach etnem ländlichen Abendbrot aufs Lager. Stroh — ohne Bettsack, weil das Gepäck der miserablen Wegs wegen nicht heran konnte . . .
Y., 5. 10.
Früh 7*6 Uhr Abritt — ohne Morgenwäsche, aar nicht aus den Sachen herausgekommen. Erne Tasse Tee mit Soldatenbrct. Geritten bis 3 Uhr, teils im Gefecht und dann in toi Quartier- vrt. Scheußlich dreckig! Die Parole hieß: Suche sich jeder sein Quartier. Auslvahl gab's wahrhaftig nicht. Es konnte es jeder nur „noch schlechter" finden. Zunächst brachte ich meine Pferde unter, das gelang leidlich. Für mich fand ich nach langetn
Suchen eine Feldscheune mit gutem Stroh. Also — man La neuhergerichtet und dann aus die Suche nach Verpflegung. Ja. da ivar guter Rat teuer. Das Rest war ausgenommen bis auf die letzte Rübe? Und unser Gepäck war mal wieder irgendwo ... 97* Stunde geritten, nichts im Magen, naß bis auf die Haut, hieß es nun erst mal alle notwendige Arbeit erledigen, und so wurde es 7,10 Ustr. als ich in meinem — „Hotel" ankam. Welche Ueberraschung! Ein friedlicher Gast — stand in meinem sorglich gerichteten „Bett" . . . ein Pferd, dem ich erst daS Laufen bei> brachte. Und nun ins Stroh! H> Stunden ohne jegliche Mahlzeit, aber sonst ganz gesund, beschloß ich den denkwürdigen Tag, da ich vor 25 Jahren mit meinem besten Kameraden vorm Altar dio Ringe gewechselt. Damals war das Zeichen, unter dem der Tag gestanden: Myrrhe und Gold . . hent ist'S Blut und . . . Eisen. Meine Hand hälts fest . . . Und mein Herz sagt: Trotz und Trotz ein herrlicher großer Tag! Wir wollen ihn feiern — im Frieden.,
Um 1 Uhr nachts kam das Gepäck. Unausgezogen kroch ich in den Bettsack. Schlaf gab'S nicht. Dauernd kamen Mannschaften und suchten Unterkommen in der Scheune. 5 Uhr aufstehn — Morgenwäsche übriger Luxus, naß war man ja noch vom Tage vorher . . . Zur Menage? Rach 24 Stunden Fasten eine heiße Fleischi'uppe mit einem guten Stück Fleisch und daraus einen Sol- datenbecher mit Kaffee Das schmeckt. So hat's einem noch nie geschm.rit. Ob das früh >/$ Uhr oder nachlS um 12 Uhr statt- findet, das ist dem Krieger gcniz egal. Zeiteinteilung spielt im Krieg keine Rolle mehr.
12/13. 10.
Das Generalkommando mit Mann und Pferd in einer Feldscheune untergcbracht, die die Nacht hindurch von den Russen mit Schrapnells beschossen wurde. Sie hatten einen Ueberfall aus unS geplant — der mehr der Kasse, die wohlgesüllt lvar, galt — als unS persönlich. Aber alles ging gut . . wenigstens
Wenn wir bloß erst auö dieser armseligen Gegend herans- kämen! Das heißt, heute wäre nnr auf der Suche nach einem menschlichen Unterkommen sür meine Leute dieser Wunsch beinahe schneller in Erfüllung gegangen, als mir lieb gewesen; ich geriet in ein Schrapnell und Granatenfeuer, daß es selber meinem Gaul zu viel wurde.
17. 12. 14.
Rührend sind die Briese aus der Heimat. Sie warnen uns, besonders Frau und Töchter, — daß wir die Festtage Vorsicht walten lassen. Sie bangen sich, daß wir feiern und uns die Feinde, damit rechnend, überfallen. Wie ste alte mit uns sind in der Heimat! Ja. il-r getreuen Lieben, mit sind am Heiligen Abend vorsichtig, vergessen das augenblicklich Wichtigere nicht — wenn auch das Herz im Himmel beim Christkind und bei den Lieben in ber Heimat ist, das Auge und der Verstand sind gegen den Feind gerichtet. — Sogar in poetischer Form gelangen die Warnungen an.
Merkwürdig . . Man sitzt 15—18 Stunden zu Pferde, man ißt früh um 5 Uhr zu Mittag und trinkt seinen Frühstückstee hinterher, man verhandelt, kaust ein, requiriert . . . wenns was zu requirieren gibt, schreibt seine Akten — im eigentlichen Simt arbeitet man mehr »vie zu Hai^ und ... l-at Zeit . . . DaS ist der Krieg ... Er lehrt uns viel. Üfr lehrt uns — neu. . .
Unsere Quartiere sind seit einiger Zeit leidlich. Me cs jetzt, da die Russen Keile bekommen haben und lausen, wird, lveih Gott allein? Er schütze die Heimat — und uns alle!
vermischte».
— Ter Urwald als K a m v f f e l d. Interessante nähere Angaben über die äußerst schwierigen tveländeverhältnisse, unter denen die Kämpfe in Kamerun stattsindcn, enthält der Brief eines englischen Offiziers, der schreibt: „Tie Zeit vergeht, und wir sind noch immer nicht recht „ran". Gs ist ein sehr schwieriges! (Gelände, in dem wir kämpfen, und alles geht sehr langsam vor sich. Das Klima mit seiner furchtbaren Hitze, seinen tropischen Regengüssen und heftigen Tornados, die Mangrovensümpfe. daS dichte, z. T. undurchdringliche Tsck-ungel, die Mühseligkeiten dcsi Transportes, all das trägt vereint dazu bei, jeden Fortschritt zu! hindern. Ist man erst einmal tm dicken Büsch drin, dann beginnt ein Kampf mit der Natur, der einen müder macht, als die größten Gewaltmärsche auf guten Straßen. Bisweilen ist es niederes Unter- aehölz, durch das man sich mit Messer und 2lxt deu schmalen Pfad erst bahnen muß; noch öfter aber ist es der lvilde Urwald Westasrikas. Das sind dann große Bäume, die üppig umwuchert sind von Schlingpflanzen, behängt und verwachsen mit einer unglaublich reichen Vegetation. Vögel auf jedem Zweig glänzen in allen Farben, voni leuchtenden Blau und Pnrpllr bis zum schimmernden Geld und Orange: sie fliegen von Baum zu Baum über uns her und scheinen sich mit ihrem Rusen und Singen über uns lustig zu machen. Dazu Insekten von jeder Art, von riesigen Schmetterlingen bis zu Stechfliegen, die den Marsch auch nicht gerade erleichtern und recht schmerzhafte Wunden verursachen, bevor man noch an den Feind kommt. So kommen unsere Kolonnen schlecht vorwärts. Wir drangen schließlich bis zu den Vorposten durch, und ganz nahe dabei ist eine tiefe Lichtung, wo Oberst vor kurzem von einer deutschen Streitmacht in einen Hinterhalt


