schea — ttttgeftdlt hat. Zwei große Geb'äutK, d-ie 600 Manschen aus nehmen können, w urteil in Wologld-a nach Verordnung d-er Lldministratwn für die wohlhabenderen Gefangenen eingeräumt Die andern, die über Nlitbel verfügen, hatten sich in den besten .Hotels eingerichtet, wo bald alle Zimmer von ihnen beseht waren. Die Kriegsbehörde erteilte hinterdrein den Befehl, daß jeder Gastwirt nur den dritten Teil seiner Zimmer den .Kriegsgefangenen übev- lassen dürfe.
Anfangs fühlten die neuen Bewohner sich recht wohl in Wologda, sperrten iit Gruppen durch die Straßen, sprachen deutsch miteinander und brachten mitunter sogar öffenüich ein .Hoch aus aus die deutschen Heldentaten. Diese Unvorsichtigkeit büßten sie durch den Erlaß strenger Maßnahmen, die ihr Leben genau regelten. Sie dürfen nunmehr nur zu zweien aus der Straße sich sehen lassen, müssen um 6 Uhr aberrds zu Haufe sein, dürfen der Eisenbahnlinie nur bis zu einer Entfernung von dreihundert Schritt nahekommen und haben täglich einen schriftlichen Ausweis ihrer Lebensführung an dae Tür zu hängen. Die Gefängniswärter müssen für die Ruhe und Ordnung unter den Kriegsgefangenen anskommen und ebenso für die regelrechte Erledigung ihrer Lagesarbeit. Sie besteht im Holz-- jägen, im Aus und Abladen von Holzern im Hasen und in verschiedenen Handleistungen in den Schneidemühlen. Anfangs war davon die Rede, daß die intelligenteren Kriegsgefangenen in den Kanzleien und sonst mit schriftlichen Arbeiten beschäftigt werden sollten. Die sck>on vorgesehene Erlaubnis hierzu wurde jedoch znrüchgezogen. Im ganzen ist das Leben der Kriegsgefangenen in Wologdn erträglich, soweit sie selber die Möglichkeit haben, sich zu ernähren und warm zu bekleiden. Unter harten hmtbehrimgen müssen aber die Unbemittelten leiden und selbst den Wenigbemittelten wird es recht schwer, durchzuhalten, da die Lebensmittel dort eine ganz ungewöhnliche Verteuerung erfahren haben. So ist jetzt auch dre Butter bedeutend im Preise gestiegen, weil die Folgen der Unterernte in Futterstoffen sich allmählich recht peinlich bemerkbar machen.
Dermifcbtc*«
* Seltsame Was len aus I e t n d e S l a n b. Die Fülle der modernen, für den ehrlichen Krieg -«gelassenen Waffe» aenüqt unser,, Feinden nicht mehr, sondern sie greifen zu Mordgeräten, dre sonst nur von lichtscheuem Gesindel im Kamps gegen die Tiere der Wild,ne zur Anwendung kommen. Neben die Dumdmn-Gesckwffe stellen sich noch andere seltsame Waffen, über deren Verwendung in diesem Kriege Generaloberarzt Dr Brenner in einem Aussatz der bei der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift Ueder Land und Meer berichtet. So hat man in Frankreich Gßßen unsere Soldaten Gewebrstöcke oder Stockgewehre verwendet, wie z. B. die Erzählung eines WebrmanneS beweist, der beim Ringen mit einem Zuaven einen Stock aus Metall erbeutete. Erst später stellte sich heraus, daß es ein Ltockgewehr war; es erscheint äußerlich ganz alS ein eleganter schwa>zer Svazerstock mit vernickeltem Griff, dessen Schaft mit einem breiten Ringe verziert ist. Ter Gewehrslock wregt 510 g, hat eine Gesamtlänge von 82 ern. Der schwarzlackierte Teil besteht aus einem Stahlrohr, das abgeschraubt werden kann und innen glatt ist. Schießt man mit dem Gemehrstock, so wird eine Patrone eingesetzt und der Griff angeschranbt. Der 3 cm breite Ring am Schall des Griffes wird gegen den Druck einer Feder zurückgezogen und durch Drehung nach link« seftgestellt. DaS Gewehr in dann gespannt, kann aber unauffällig als Spazierstock getragen werden und wird durch eine leichte Drehung des Ringes nach rechts abgeschossen. Im englischen Heer führen nicht nur die indischen Truppen daS gefürchtete Kukri, ein krummes Meffer, daS durch geschicktes Werfen zum Töten von Schlachttieren und zum Erschlagen von Feinden benutzt wird, sondern die schottischen Hochländer haben auch ein furchtbares Dolchmesser, daS in der Hand emeS Meuchelmörders ein sehr gefährliches Werkzeug ist. Die Waffe ist eigentlich ein Sportmesser für Segler, das einen Dorn zum Lösen der Knoten trägt. Dieser Dorn, der bei den Segelmeffern kurz ist,^ ist bei dem Schottendolch sehr lang, so daß er eine richtige Stoßwaffe mit dein Messer als Handgriff bildet. Da« geschloffene Taschenmesser ist 18 em lang, hat 10 ern Umfang und wiegt 226 g, 31» der einen Seite trägt es eine breite starke KNnge und einen langen Oefiner für Konservenbüchsen, an der anderen Seite einen 10 cm langen, 8 mm dicken, runden, leichiaekruiinnten, dolchartigen Dorn. Der gerieselte Griff liegt leicht und bequem in der Hand, und so ist das Instrument nicht nur zum tztrken Stoß in Brust und Bauch, sondern auch zur Durchbohrung des Schüoels geeignet. Tie Verwendung des
F l i e g e r p s e i l e s, der durch die Wucht des Aufschlag? auch recht schwere Verletzungen hervorruieu kann, ist bereits häufig erwähnt worden. Die Serben bedienen sich im Kamps der Sprengbombe, die in der Tasche versteckt getragen werden kann. Eine de>artige Bombe warf Princip aus den Erzherzog Franz Ferdinand: sie bestehen aus einer geschloffenen Stahlflasche und stoßen beim Anffallen wahrscheinlich einen Schlagbolzen in die Züno,nasse, die das Dynamit zur Sprengung treibt.
* Schütze »graben poesie. Zu den mancherlei Zeug* niffen, die beweisen, daß unseren wackeren Krregern auch selbst unter den härtesten Kriegsnrapazel, weder der Humor noch die Lust jit gebundener Rede auSgeht, gesellt sich jetzt alß neue hübsche Probe ein Gedieht, das der zurzell im Felde sie ende Bantzener Buchhändler Walter Stark tm Buchhändler-Börsen blatte oeröffcnt- licht Lauge hatte er vorn im Schützengraben gelegen, wo fast täglich Angriffe der Franzosen abzuwehren waren, bis seine Ab- teilung endlich aus sechs Tage in Ruhe tellung etwa 500 Meter hinter dem Schützengraben in den Wald zurückgezogen wurde.' Zusiand und Stimmung in dieser Lage schildert der poetische Buchhändler in folg nden hübschen Versen:
Wenn abends hier das Feuer raucht,
Ta sitzen wir, und jeder schmaucht,
Da wird geschwatzt von dem und dem,
Und wenn'- nur bald zu Ende Mm’;
Was am polit'scheu Himmel schwebt Und waS man so bisher erlebt;
Ob aud> Pakete augekomme«,
Und was man ihnen hat entnommen.
Ob jemand waS zu lesen hat.
Und wie eS war' mit einen, Skat.
Der wird de8 öllern auch gespielt.
Ist Schluß, man sich ins Lager wühlt.
Bedeckt die Stlelll schön mit Stroh,
Den KorpuS mit dem „Paletot"
Und schlaft wie König Salomo.
Nun seil säst einem Vierteljahr Man nicht in Hau§ und Bette war,
Ist auch seit reichlich 1b Wochen Nicht wieder ans der Hos' gekrochem Din auch seit Bautzen nicht rasiert,
Weshalb mich jetzt ein Vollbart ziert.
Kn,-zun,, in punkto Reinlichkeit Läßt man sich notgedrungen Zeit.
Für solche Kerle scheint der Wald Der einzig richt'ge Aufenthalt.
* Amerikanische Aphorismen zum Krieg der Türkei. Tie Russen haben die Absicht, Konstantinopel „Zargrad" zu nennen: aber es dürfte vielleicht besser sein, wenn sie es am Ende mit einem „b" schreiben, denn es könnte leicht zum „Zargrab" werden. (Taeoma News.) Jetzt fehlt nur iroch, daß auch Türkisch-Amerikaner an die Zeitungen schreiben. (Philadelphia North American.) Das Schlimmste ist bei dem Vertust eines türkischen Soldaten, daß er so viele Witrven hinterläßt. (Waslsington Post.s Die Kanonen donnern jetzt rings um den Sinai unb Ararat. Das ist die Wiege der Menschheit und ein uraltes Stück Erde, aber trotzdem ist es immer noch nicht ruhig geworden. (Springfield Republican.)
Rösselsprung.
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Auflösung in nächster Nummer. <
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Auflösung des LogogriphS in voriger NunnnAt . j Pelz, Pilz.
Schrilllellung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Greß«n.


