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zu, aber .ganz friedlich. Und 36 NebeMunden sollten vergehen, ehe die Feuertaufe fant.
Dann aber kam sie doch mit ihrem ganzen Zeremoniell an Lünn und Toben und fröhlich, wiewohl mit der trcuntuv irellen vagen Beklomnwnheit des Täuflings, ward sie von allen in Ehren empfangen. _
2lu$ dem Tanfregister unserer Zlot^e.
Ruhmvoll klingen die Namen der „Karlsruhe", „Emden", des „U 9" und anderer deutscher Kriegsschiffe und Unterseefahrzeuge, denen sich künftig noch so manche andere vom frische!» Lorbeer umkränzte zugesellen werden, bnrcf) den Wandel der künftigen Zeiten. Bemüht oder unbewußt ist eben uns Deutsck>en lviie allen seefahrenden Völkern das Schiff, und insbesondere wieder das Kriegsschiff, ein persön- lickns' Wesen, und deshalb interessiert auch vor allem der Name, der oft ein eigentümliches Verhältnis zu dem Taufpaten knüpft und ganz allgemein manches Bemerkenswerte zu bieten pflegt. Um an die ./Emden" und ihre Namensschwestern anzuknüpfen, sp ist diele Art der Bezeichnung nach Städten, Provinzen oder Bundesstaaten auf das Vorbild der britischen „Eounty-Cruisers" oder „Grafschasten-Krenzer" zurückzuführen, deren Benennung ein engeres Band zwischen der Grafschaft oder Stadt und dem Schiff fimpfeti sollte, derart. daß erstere dem Patenschiff bei besonderen Anlässen, z. B. beim Stapellauf oder wenn sich der Kreuzer irgendwie besonders auszeichnet, durch Geschenke oder Stiftungen ihren Anteil bezeugen.. So entstanden bei uns die Linien-* schiffe „Mecklenburg", „Braunschweig", „Elsaß" und andere, sowie die Städtekreuzer „Berlin", „Leipzig", „Königsberg", „Karlsruhe", „Emden", „Lübeck", „Danzig" usw. Im übrigen ist die Taufe der Flottenersatzbauten durch mehrere Kabi-* nettsorders geregelt, deren älteste grundlegende aus der Aera Stosch 1875 datiert. Ohne auf die weitläuftigen Einzelheiten einzngehen, sei nur erwähnt, daß die Namen der Fürsten („Kaiserklasse"' „Friedrich der Große"), Fürstenhäuser („Wittelsbach", ,.Wettin") sowie z. T. der Bundesstaaten und preußischen Provinzen für die Linien- und Großkampfschiffe Vorbehalten sind, während sich eigentümlicherweise Schlachtennamen. die zu verschiedenen Zeiten für wechselnde Schiffsklassen bestimmt waren, nicht durchsetzen konnten. Augen- ' blicklich ist nur ein Schlachtname („Wörth") in der deutschen Flotte vertreten, die anderen mußten gewissen Rücksichten weichen: so wurde die ehemalige Kreuzersregatte „Sedan" 1876, als Prinz Heinrich seine Weltreise auf ihr machen sollte, aus diplomatischen Erwägungen, weil nämlich ein französischer Hafen anzulaufen »var, in „Prinz Adalbert" umgetauft. Im allgemeinen aber führt man nach guten! Brauch dieselben Namen in der Flotte weiter. Verschönt und veredelt doch den gleichgültigsten Schiffsnamen die Patina des Alters, der Erinnerung, des Historischen. Wie viel voller klingen uns daher jene Namen ins Ohr, wenn wir wissen, daß eine „Amazone", das erste preußische Kriegsschiff, vor' etwas mehr als 40 Jahren den rasenden Novemberstürmen der Nordsee zum Opfer fiel: daß eine „Arkona", jetzt schon zum dritbenmal in der Flotte vertreten, die erste preußische Expedition nach Ostasien führte: daß eine „Frauenlob", von den freiwilligen Spendet! deutscher Frauen erbaut, auf eben dieser Fahrt im Taifun mit Mann und Maus zugrunde ging: daß eine „Nviuphe" sich mit Dänen und Franzosen hernm- schlu^, auf einer „Thetis" und ,.9ttobe" ein großer Teil unserer Adrnirale und Kapitäne seine erste Ausbildung empfing. Auch der einzige Narne eines eroberten feindlichen Schiffes, der in unserer Flotte fortgepflanzt wird, gehört hierher, der der dänischen „Gesion". Ist auch Freiligraths Vorschlag, das Flaggenschiff der seligen deutschen Reichsflotte von 1848 „Die freie Presse" zu taufen, nicht durch- gedrungen, so sieht mau doch, wie abwechslungsvoll und an interessanten Erinnerungen reich das Tausregister der deutschen Kklegsflotte ist, in dessen Blättern man künftig noch viel Ruhmvolleres finden wird.
vermischtes.
* Alpenglühen a u f dem Monde. Der Krater Kopernikus des Mondes ist von dem Züricher Astronom Pidoux mit bloßem Auge gesehen worden. Wie die „Naturwissenschaften" mitteilen, konnte er bei besonders reiner und durchsichtiger Luft während des ersten Mondviertels Len Ring des Kraters von einer Höhe bei Genf aus mit dein die
unbewaffneten Auge deutlich erkennen: er erschien auf dem dunklen Teil des Mondes trne ein glänzender Fleck mit leuchtendem Ring. Dieser Anblick läßt sich nur dadurch er klären, daß die höchsten Spitzen des Kraters tvährend der Beobachtung bereits Sonnenlicht empfingen, »vährend die tieferen Gegenden noch in Dunkelheit dalagen. Der Astrononl hat also mit bloßem Auge ein Alpenglühen auf dem Monde wahrgenommen. _
„Hessen" an Hessen.
Unsere blauen Jungen von S. Ni. S. »Hessen" kleiden ihren Da> k für die Liebesgaben au§ dein Großherzogtum Hessen in folgende Strophen:
Unser Dank!
Heut fiel's wie Sonnenstrahl in unsre Reihen —
Ein Heimatgruß a» S treucm Hessenland.
An Liebesgaben dnr'te bent' Jan Plant sich freuen,
Die timt die Wacht erleichtern, hier am Nordseeslrand.
„Hallo!" ,,üt Heil,, und mit geivandter Znnge
S. lnebr er den Prien, erst schnell nach Steuerbord,
„Tk Swarleu iS darbi? Na warte, Junge.
Up den har ,t schon lange 'spannt an Bordl"
»Hit mine Piep lechzt ook na Füllung," grunzt Krischan,
»Längst ,,'ür de Tobaksbüdet Nap un leer" —
»llit die Zigarren un Zlgaretlen jeden mich an!"
Sagt Willen,, — „jieb nach n,al die Kiste her!"
Co ist für jeden bald berausgefnnden,
Wofür er schwärmt und waS ihm Freude nracht.
Und wenn's dann guatmt und schmökt in unfern freien Strmden, Wird dankbar unserer braven Spender auch gedacht.
Wir dürfen ja verraten, das; mit Groll im Herzen Und llngedrild wir harren Tag mrd Nacht,
Daß wir fo gerne uns re Waffen ,r,ächten wetze»,
Am Britenvolk, in Weier offner Schlacht.
Woi l jnbelten wir ,nit, wenn unser Heer bekämpfte Und auch besiegte unserer Feinde Schar.
Do l, Gran, und Trauer o t gar unsre Freude beimpfte,
Weil, ach, an uns noch nicht die Reihe war.
Nun habe», wir das überwunden
Und mit Geduld gewappnet uns und grinunigem Hnnwr.
Wir wissen ia. S' konuut auch noch unsre Stunde:
»Dann England hüte dich! Ter Hunne steht vorln Tori"
's glübt ja an Bord in eines jeden Seele Bon, Kommandant herab, bis auef) zum jüngsten Mann En, Wunsch: Den, Gegner an die Kehle: und Vtieder um dir, falsches Engclland!
So woll'n wir dankbar denn Zigarren fchinauchen,
Die uns gespen et sind ans tveuem vessenland;
Doch seid versichert: 's wird auch krätig „rauchen"
Weuu wir dem Feiud erst feine angeb rannt!
Dan, geben »vir „Zigarren" ihin tuid recht viel „Feiler".
Dam, liegt der See»na,u, ganz gewiß m bt auf den, Ohrt Für solchen Freund in stärkster Tabak nicht zu teuer Doch „blauen Timst" inacht er uns nicht mehr vor!
«Bolldainps voraus!" nennt sich dann m,fre Losung!
„Klar fein ist alles!" heißt dann unser Ziel!
Und dieser Kurs feimt Klippen nicht und Brandung
T, e>veil am Ruder steht das Pfllcbtgesühl!
Dann w rd auch unsre „Hessen" wacker streiten Gleich einein Bollwerk, wenn die Stürme wehn.
Ein Wunsch, ein Wiüe nur soll un- dann leiten Und der heißt: Siegen oder nntergehnl
Rudolf Dübeler, Ob.-Masch.-Maat S. M. S. „Hessen".
verfteckrätsel.
Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer'. Steuerruder - Zorndorf — Kistenbauer — Edelsteine — Fürstengeschlecht — Muttersprmlie — Gehein,- ratswuwe — Magenbitter — Lebertran.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösiing der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Mittelhand hatte: trA, trZ, trK, tr9, pA. pH, p7, cZ, cK, e9. im Skat liegei, ear8 und car7; Hinterhand besaß die ilbrtgen. Spielgang: 1. V. pB M. pA H. trB = — 16 Angen,
2. H. earA B. ear9 M. trA — — 22 „
3. H. carK V. carZ M. p7 = - 14
Die weiteren Stiche fallen dem Spieler zu bis auf ev, wobei
Gegner aber 24 Augen erhalten.
Schriftbitnng: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitätS-Buch- und Steinbrnckerei, R. Lange, Gießen.


