Ausgabe 
8.11.1917
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8. Novernver

1911

Nr. 185

FnhaliS-ttrderstcht: Actzalk-.ilien und Soda. Veranstaltung von Licktspielen. Betrieb der Heizungs- usw.-Anlützen. Höchstpreise für Grieß, Graupen und Grütze. Behüten der Wiesen. Lasten von Grundstücken. Beschädigung von Telraraphen» und Hoch* spannUngsreitungen. Versorgung der Schulen mit Brennstoff. Verkehr mit Eiern. Ausbringung des Schlachtviehs.

Bekanntmachung

über Aetzalkalieu und Soda. Vom 16. Oktober 1917.

Der Buudesrat lmt auf Grund des 8 3 des Gesetzes über dir Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahinen uftv. vom 4. August 1914 (Rei-chs-Gesetzbl. S. 327) folgende Berord- mmg erlassen:

8 1. Der Reich -kauzler ist crinächligt, den Verkehr mit Aetz- «tlkalieu und Soda Kn segeln. Er kann die Vorschriften dieser Derordmurg auf verMmdte Stoffe ausdehucu.

Er kann bestimrnen, das; Zuwiderhandlungen gegen die aus Grund vorstehender Ermächtigung erlassenen Bestinunungen mit Gefängnis bis zu seck-B Monate.l und mit Geldstrafe bis zu zehn­tausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft werden, sowie oaß neben der Strafe aus Einziehung der Gegenstände erkannt weichen kcmn, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht.

§2. Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außer­krafttretens.

Berlin, den 16. Oktober 1917.

Der Stellvertreter des ReichskanzlecZ..

Dr. Helfferich.

Bekanntmachung

betreffend WussührungsbestimiMMgeir zu der Verordnung über «etzalkalien und Soda vom 16. Oktober 1917. Bon'. 17. Okt. 1917.

Auf Grund d-er Verordnung über Aetzalkalieu und Soda vom 16. Okloher 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 902) wird bestimmt:

81. Aetzalkalieu und Soda dürfen nur mit Genehmigung der Zentralstelle für Aetzalkalieu und Soda in Berlin abgesetzt werden.

Die Zentralstelle ist erinöchtigt, Aetzalkalieir und Soda nach Näb-erer Weisung des Reichskanzlers für die kriegswirtschaftlichen Bedürfnisse in Äuspruch, zu mihmen. s

Die Zentralstelle besteht aus einer Abteilung für Soda und Aetzuatron sowie einer Abteilung für Aetzkalk. Sie untersteht der Aufsicht des Reichskanzlers.

82. Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten und mit Geld­strafe bis zu zehntausend Mark bder mit einer dieser Strafen tvird bestraft:

i.wer Aetzalkalieu oder Soda ohne die im 81 Abs. 1 vorgeschlrie- bene Genehmigung absetzt;

9. ivcr den Bedingungen Zuwiderhandelt, unter denen eine imch ß 1 Abs. 1 vorgeschriebene Geuehmigmlg erteilt ist;

8. wer den auf Grund des 81 Abs. 2 getroffenen Ättordnungeni zuwiderhaudelt.

Reben der Strafe kann auf Einziehung der Stoffe erkannt Werden, auf die sich die strafbare HaUdümg bezieht, ohne Unter- Nied, ob sie dein Wer gehören oder nicht.

8 3. Die Bestimmungen treten am Tage der Verkündung, die Bestimmungeil im 81 Abs. 1 jedoch erst am 1. November 1917 in Kraft.

Berlin, den 17. Oktober 1917.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers.

Dr. Helfferich.

Bekanntmachung

betreffend Aufhebung der Bekanntmachung über die Veranstaltung vv,l Lichtspielen vom 3. August 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 681). Born 26. OÜober >1917.

Ter Buudesrat hat aus Grund be? § 3 des Gesetzes' über die Erincichtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen Usw vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 327) beschlossen, die Be- kauutinechimg über die Veranstaltung von Lichtspielen vvm 3.' Au­gust 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 681) aufzuheben.

Berlin, den 26. Oktober 1917.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers. __ Dr. H elfferi ch.

Bekanntmachung

über die Regelung des Betriebes der Heizungs-, Lüftungs- ur ^ . u,, Warmivasserb creituugsanlagen.

Auf Grund des, 8 1 der ^Bekanntmachung- über Elektrizität m Gas^ soimeDainw. Druckluft, Heist- und Leitnngswasser vo: 21Jwn 191 / (Rerchs-Gei-etzbl. S. 543) Und der 88 1, 3 und ^-7 über Elektrizität und Gas vom 3. Oktob,

1917 (Much- Gesetzbl. S. 8,9) wird bestimmt:

8 1. Der Rcicl^kommiisar für die Kol-lenverteiluug iiberträ. dw ihm zustechnt n Be ug'.ilsse hinsichtlich der Regelimg des B trrebes bmr Heizunas Lüfftmgs- uird Warmwasserberettmiat Orlagep in MM-, Dienst- und Geschäftsräumen aller M auf d

Gemeiuderwrftände tu Genreindeil mit Nrehr als 10 000 EiulvohnrrN, rnr Übrigen auf die Vorstände und Kommunal verbände.

Durch diese Uebertraaung wurden die dein Reichs komnnssar für die KvUenverteilung selbst zustehenden Befugnisse nicht beschränkt.

8 2. Die Bestimmungen der Landeszentralbehörden. darüber, wer im Sinne des 8 16 der Bekanntmachung des Reichs- koturmissalrls für die Mhlcmvertrülnng über die Brennstossversorgimg! der Haushaltungen, der Landivirtschai t und des Kleingewerbes vvm 19. Juni 1917, abgedrnckt in Nr. 174 desReichsanzergers^ vom 24. Juli 1917, ajls Komrn'uualverband, Gcnwftkde, Vorstand des Kmnm.unal Verbandes und als tzirireiudevorstaud anznsehen ist, gelten auch für diese Bkanntmachnng.

8 3. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimnrnngen, welche von ^.r mit der Nagelung des Betriebes von Heizungs-, Lüstlings- und War-mwasserbereitungsanlagerr beauftragten Stellen auf Grund dieser Verordnung erlassen worden sind, werden mit Gefängnis bis zu emem Jalpr und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit erner dieser Straf eil bestraft.

tv. * 1 2 * 4 ; Bestimmungen treten mit dem Tage ihrer Ver­

öffentlichung inrDeutschen Reichs anzeiger" in Kraft.

Berlin, den 16. Oktober 1917.

Der Reichskommissar für die K'ohleuVerteilung.

_ Stutz.

«tvyuniM iv g.

Über Höchstpreise für Gries;, Grau Mn und Grütze. Vom 16. Oktober 1917.

rung S.46 . ordnet:

8 1. Beim Verkaufe von Grieß, Gerstengraupen (Rollgerste) und Gerstengrütze an Kleinhändler (8 2) dürfen folgende Preise für 100 Kilogramm nicht überschritten werden:

bei Grieß.. . 54 Mk

bei Gerstengraupen (Rvllgerste) und Gerstengrütze . . 61 Mk Die Liesenmg zu diesen Preisen hat frachtfrei Station (Bahn oder Schiff) des Empfängers zu erfolgen.

8 2. Beim Verkauf au Verbraucher (Kleinhandel) dürfen fol­gende Preise für ein Pfund nicht überschritten werden:

bei Grieß.. 32 Pf

bei Gerstengraupen (Rollgerste) und Gerstengrütze . . 36 Pf' Beim Verkaufe kleinerer Mengen dürfen Bruchteile eines Pfttr- mgs mif ganze Pfennige nach oben abgerundet werde:.

8 3 Die Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes, be­treffend Höchstpreise, vom 4. August 1914 in der Fassung der Be- ^mrtmachnng vom 17. Dezember 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 516) in Verbindung Mit den Vekanntmachungcn vonr 21. JKnnar 1915 (Neichs-Gesetzbl. S. 25), 23. März 1910 (Reichs-Gesetzbl. S. 183) und 22. März 1917 (Reichs-Gesetzbl. S. 253).

§ 4 . Der Staatssekretär des Kriegsernährnngsamts kann Aus- ilahnien von dett Vorschriften dieser Verordnung zulassen

,? ö- Me Bermdnimg über Höchstpreise für Gersten«,«,pe» (Rollgerste) und Gerstcugchtze vonk 9. ^-epternber 1916 und die Ver-- oKnuug über einen Höchstpreis für Weizengrieß vonr 2. November 1916 (Reichs Gesetzbl. S. 1010, 1241') werden aufgehoben

8 6. Diese Verordnung tritt mit dem 20. Oktober 1917 in Kraft.

Berlin, den 16. Oktober 1917.

Der Staatssekretär des KriegAeruährungsaMts.

. von Waldow.

Bekaur?tmachuttg.

Bet r.: Das Behüten der Wiesen.

Wir sehen uns veranlaßt, die nachstehenden Bestimmungen der W i e s e n p o l i z cu v r d n u n g für den Kreis Gießen erneut zur Kennttns der Beteiligten zu bringen:

Artikel 11. Insoweit es sich nicht mit abgesondert gelegen^ Wiesen handelt, dürfen ohne besondere Genehmigung des .KreiS- anites weder von den Eigen.tümern selbst, noch mit deren Z u st i m m n n g von An de r e n behütet werden: a) e i n s ch ü r i g e Wiesen:

1. mit Schafen vom 1. April bis 1. Oktober,

2. Mit Rindvieh vom 1. A p r i l b i s 1. Au gu st;

b) s o n ft i g e Wiesen:

1. mit Schafen vom 1. April bis 1. Oktober,

2. mit Rindvieh v om 15. März bis 15. September ^ Grund- oder Talwiesen, die init B. wässcrnn gsa n la g eit verselen

und, dürfen bei nasser Mttenmg überhaupt nicht behütet