Kreisblatt für den Kreis Gießen.

Nr. 19

29 Februar

1916

Bekanntmachung.

Auf Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnung vom 31. Juli 1914, betreffend das Verbot 1. der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen, Munition. Pulver usw., 2. der Ausfuhr und Durchfuhr von Rohstoffen, dre bei der Herstellung und dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsbedarfs zur Verwendung gelangen, 3. der Ausfuhr von Verpflegungs-, Streu- und Futtermitteln, 4. der Ausfuhr und Durchfuhr von Verband- und Arzneimitteln usw.,

5. der Ausfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen, und vom

25. November 1915, betreffend das Verbot der Durchfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen, bringe ich nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis: ,

An die Stelle der bisherigen Bekanntmachungen über Verbote der Ausfuhr und Durchfuhr von Waren des ersten Abschnitts des Zolltarifs (Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und andere tierische uno pflanzliche Naturerzeugnisse; Nahrungs- und Genüße mittel) treten die folgenden Bestimmungen:

I. Es ist verboten die Ausfuhr aller Waren des ersten Ab­schnitts des Zolltarifs (Erzeugnisse der Land- und Forstwirtsck>aft und andere tierische und pflanzliche Naturerzeugnisse; Nahrungs- rrnd Gennßmittel). Ausgenommen sind folgende Waren:

1. Blumen- und Tabaksamen (Nummer 21 c); als Blumensamen gelten auch Samen der als Blumen kultivierten Varietäten von Lein, Lupine, Mais, Platterbse, Spargel, Dohne, Kür­bis, Kohl;

2. Spinn- und Faserstoffe der Nummern 28 m, 28 o, 28 p (doch außer indischem und neuseeländischem Hanf), 28 g;

3. Hopfen und Hopfenmehl (Nummer 30 und 31);

4. von fristen Küchengewächsen nur: Spargel (Nummer 33^),

Meerettich (Nummer 33 n), aus Nummer 33 p Vleichsellerie, Rhabarber (Nummer 33 g), aus Nummer 33 r Kresse uuü Knoblauch; nn

6. lebende Pflanzen, Erzeugnisse der Ziergärtnerei (Nummer 38 bis 44);

< 6. Weintrauben (Nummer 45 a bis o);

7. Apfelsinen mrd Mandarinen (Nummer 51 a), Südfrüchte der Nummern 51 e, 53, 54 b (außer Pomeranzen), Ananas ' (Nummer 55 a)j

8. aus Nummer 6v grüner Tee;

0. aus Nummer 66 Paprika, Chillies;

10. die Waren der Nummer 68 a (außer irländischem Moos), 68 b bis 6, 69 b, 70, 71b;

11. aus Nummer 69 Holzmehl und Holzwolle, nicht für Heil­zwecke zuberettet;

12. Korkholz und Korkabfälle (Nummer 90 a und b);

13. Kiefernsamen (Nummer 95 b); r ^ . .

14. Waldbolzfamen und sonstige Forstsämereien (außer Kastamen- und Lindensamen) der Nummer 95 e;

15. Seggen und Schilfrohr (Nummer 96 a);

16. aus Nummer 107 zalnnes und wildes Ziergeflügel;

17. aus Nummer 115 a und b Zierfische und Fischsetzlinge:

18. Austern, lebend (Nummer 119 a), Schnecken, Froschkeulen, Schildkröten, Süßwasserkrebse (Nummer 120 bis 122), Tiere der Nummer 123 b und 124;

19. Bienen ohne Honig (Nummer 125 a);

20. Hunde (außer deutschen Schäferhunden, Dobermannpint schein, Rottweiler, Airedale-Terrier) und andere Tiere der Num­mer 125 b;

21. Haare der Nummer 145 b Md 145 c (außer Rindvieh- und

22. Fedwr, Bälge, Federkiele der Nummerii 147 bis 150;

23. Borstenersatzstoffe der Nummer 151;

24. Seidengehäuse (Nummer 152);

25. Hasen- und Kaninchenfelle, roh (Nummer 154)-

26. Felle zur Pelzwerkbereitung (außer Lamm-, Schaf-, Murmel- tierfellen und Teilen davon) der Nummer 155;

27. Schnitzstoffe der Nummer 156 a bis e;

28. aus Nummer 157 a Pferdedärme und Schlünde;

29. Schwämme (Nummer 159);

30. Waren der Nuinmer 160 a und d (außer Bibergeil, Flsch- schuppen, spanischen Fliegen);

LI. aus Nummer 177 b Färbzucker; ^

32 Wein, Most, Weintrüb, andere Gettänke der Nummern 180 bis 183;

33. der Nummer 184 außer solchen mit HeilmittelZusätzen;

84. Mmerch'wasser der Nummer 190 (außer spezifischen Heil wässern), anderes Wasser sowie Eis (Nmumer 191);

35. Senf und Mostrich (Nummer 210 und 211):

86 aus Nummer 220 6 Rcruckstabak mit mehr als 2 Millimetern Schnittbreite, Schnupf- und Kautabak, Tabakmehl, -staub -Papier (Nummer 2201).

II. Bei folgenden Waren ist auch die Durchfuhr verboten:

Maren der Nummer 28 mtt Ausnahme der unter I. 2 genannten.

Waren der Nummer 32, 60 a, 60 b, aus Nummer 68 a irländisches Moos,

Waren der Nummern 69 a, 71 a, 72 bis 88, aus Nummer 89 Holzmehl imb Holzwolle, für Heilzwecke zw- bereitet,

Waren der Nummern 91 bis 95 a, 97 bis 99, 103 bis 106, 109 a bis 108 k, 109, 130 bis 132, 134, 141 bis 145 a, aus Nummer 145 c Rindvieh- und Schweinehaare, aus Nummer 151 Borsten,

Waren der Nummer 153,

aus Nummer 155 Lamm-, Schaf-, Murmeltierfelle und Teile davon,

Waren der Nummer 158, ,

aus Nummer 160 a uud 160 b Bibergeil, spanische Fliegen, Fisch-, schuppen,

Waren der Nummer 166 g bis 166 k, 169 bis 172, aus Nummer 184 Getränke mit Heilmittelzusätzen, aus Nummer 190 spezifische Heilwässer. , ,

III. Tie unter I und II genannten Nummern sind die auf dik Einfuhr bezüglichen dämmern des statistisckjen Warenverzeichnißes.

° IV. Alle Vorschriften, nach denen die Zollstellen ermächtigt sind, andere Waren des ersteil Abschnittes des Zolltarifs als vor­stehend unter I aufgesührt, ohne Ausfuhrbewilligung allgemein ausgeben zu lassen, iverden außer Kraft gesetzt. Dagegen behalten die Vorschriften Geltung, nach denen die Zollstellen erluächtigt sind, solche andere Waren beim Vorliegen bestimmter Voraus­setzungen ohne .Ausfuhrbewilligiurg ausgeben zu laffen. Des­gleichen behalten die Vorschriften über die Behandlung der Durch­fuhr der vorstehend unter II auf geführten Waren Geltung. Berlin, den 16. Februar 1916.

Ter Reiä)s Kanzler.

Im Aufträge: Müller._

Bekanntmachung

über die Wiederholung drr Anzeige der Bestände von Verbrauchst z-ucker. Vom 18. Februar 1916.

Aiif Grund des 8 1 Absatz 4 der Bekanntmachung über Ver- brauchszucker vom 27. Mai 1915 (Reichs-Gesetzblatt S. 308) be-

Wer Verbrauchs^ucker mit Beginn des 1. März 1916 in Ge­wahrsam hat, ist verpflichtet, die vorhandenen Mengen getrennt nach Arten irnd Eigentümern unter Trennung der Eigenttimer der Zentral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. in Berlin anzuzeigen. Zu dieseni Zioccke haben die Berechtigten, deren Zucker in frenij dem Gewahrsam liegt, den Lagerhaltern nach dem 1. März 1916 unverzüglich die ihnen zusteheuden Mengen anzuzeigen. Die An­zeigen an die Zentral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. sind bis zunt 10. Marz 1916 abzusenden. Anzeigen über Mengen, die sich mtt Beginn des 1. März 1916 aus dem Transport befinden, sind un­verzüglich nach den: Empfange von dem Empfänger zu erstatten.

Die Anzeigepflicht erstreckt sich nicht

1. aus Mengen, die im Eigentume des Reichs, emes Bun­

desstaates oder Elsaß-Lothringens, insbesondere im Eigen­tume der Heeresverwaltungen oder der Marineverwaltung, sowie auf Mengen, die -im Eigentum eines Kommunalver­bandes stehen, ^ ^

2. auf Mengen, die insgesamt weniger als 50 Doppelzentner betragen.

Berlin, den 18. Februar 1916. .

Der Reichskanzler.

_ Im Aufträge: Kautz. _.

Bekanntmachung

über die Speisekartoffelversorgung im' Früh ahr und Sommer 1916.

Vom 24. Februar 1916.

Auf Grund des 8 9 der Bundesratsverordnung über die Speisekartofselversorgung im Frühjahr und Sommer 1916 vom

7. Februar 1916 (Reichs-Gesetzbt. S. 86) soivie in Ergänzung un­serer Bekanntmachung vom 10. Februar 1916 wird folgendes be-

8 1'. Zur Durchführung der aus 8 4 der Bundesratsverord- nung sich ergebenden Aufgaben der Verteilung der im Groß- herzogtnm e r z e u g t e n und der von außerhalb e i n g e f ü b r t e n Kartoffeln auf die Kommunalverbände entsprechend der Dring­lichkeit des Bedarfs nach einheitlichen Grundsätzen wird eure beson­dere Verteilungsstelle mit dem Namen: ,.L a n d es ka r t o f T el- st ell e in Darmftadt" (Telegrammadresse: Kartoffelstelle

Darmstadt) errichtet. , .

Sie besteht aus einem Staatsbeantten a>s BorNtzenden und aus je einem von uns zu bestimmenden Vertreter^ der Landunrt- schaftskanimer, der Vorstande der Kommunalverbande, der Vor­stände der Städte mit Mehr als 20 000 Einwohnern und der Groß- herzoglichen Handelskammern. . . , . ia

Der Vorsitzende leitet die Geschäfte und vermittelt den idjrftt* lichen Verkehr mit den Kornmuualoerbänden und den staatlichen