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zum 15. Oktober l. IS. au di« zuständigen Amtsgerichte ern- zu senden.
Tie Spruchlisten der Geschworenen haben in früheren Jahren mehrfach die Namen von Personen enthalten, welche das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet oder das 65. bereits überschritten hatten. hierdurch sind in den Schwurgerichtssitzungen de» Fortgang der Verhandlungen hemmende 'LZeucraiiigen veranlaßt wor- den. Derartige Vorkommnisse können nur durch eine genaue Beobachtung der hinsichtlich der Aufstellung der Urlisten der Schössen und Geschworenen bestehenden Bestimmungen vermieden werden. Wir maäien Ihnen daber die sorgfältigste Beobachtung der Vorschristen in S 1 und 3 der Verordnung com 14. Mai 1379 -Reg -Blatt S. 213 zur Pflicht, hiernach sind die in den KZ 32, 33 und 34 des Gerichisversaiiungsgcictzcs bezcichnetcn Personen nicht in die Urlisten aufzunehmcn, während bei den im § 35 daselbst Genannten der Grund, ivarum sie ablcbnen können, in der Spalte ,.Bemerkungen" der Liste anzugeoen ist. In allen Fällen, in welchen Zweifel darüber bestehen, ob eine in die Urliste aui- zunehmende Person das 30. oder 65. Lebensjahr vollendet Hai, 'vollen Sie sich durch eine Anfrage bei derselben oder in sonst geeigneter Weise genau über deren Alter vergewissern. Es ist nicht angängig, Personen, die Sie für ungeeignet zum Amte eincs Schöffen oder Gk'ckworencii halten, bei denen aber die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegcn, au: der Lifte wcgzulnsstn. Sie wollen vielmehr dicie Personcn ebenfalls in die Liste auinchmen, Ihre Anlick! aber unter „Bemerkungen" oder im Begleitbrrichte angeben.
Insbesondere wollen Sie auck dafür sorgen, dag in den Listen keine Personcn iehlen, die nach gesetzlicher Bestimmung nu-gcncm- men werden müssen. Wir erwarten Vollständigkeit der Liste n.
Das zur Auistelliiiig der Listen erforderliche Formular wird Ihnen k. H. zugeiandi werden.
Gießen. d,m 16. Juni 1915.
Großherzoglichcs Krcisomt Gießen.
_ I. «.: Hechler. _
Bekanntmachnng.
Betr.: T i c Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im «erbst 1915.
Die jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im «erbst 1915 st a t t f i n d e n d e » Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch ausgeiordert, ihre Gesuche um Zulassung bei Meioung des Ausschlusses von dieser Prüfung
i v ä l e st c » s bis z u m 1 August 1915 bei der Unterzeichneten Kommission einzureichcn.
«insichtlich der Einbringung der Gesuch« ward das Folgende bemerkt:
1. Das Gesuch ist bei der Unterzeichneten Prüfungs- Kommission nur dann cinzu reichen, ivenn der sich Meldende im Großherzogtum .Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
Bei Einsendung durch die Post ist die Sendung an die Kommission, nicht an den Borsitzenden zu richten.
2. Die Zulassung zur Prüfung kann in der Regel nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr criolgcn.
3. Dos Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint cs zweckdienlich, wenn stets dicnähereAdrcssc angegeben ivird.
4 Dem Gesuche sind folgende Paniere beizuiügen:
ajGeburlszeugnis Auszug aus dem Zivilstands- Registcr. nickt Tonisches»'.
d)Dic Einwilligung des gesetzlichen Vertreters nach tolgendcin Muster:
Erklärung
des geschlichen Vertreters zu dem Dienst- eintrrtt als Einjährig-Freiwilliger.
Ich erteile meinem Sohne Mündel) .... geboren am . .... zu . . . . meine Einwilligung zu scineni Ticnft-
eintrilt als Einjährig-Freiwilliger und erkläre gleichzeitig
a) das, für die Dauer des einjährigen Dienstes die Kosten des llnterhalts mit Einschluh der Kosten der Ausrüstung, Bekleidung und Wohnung von dem Bewerber getragen werden sollen;
d) daß ich mich dem Beiverber gegenüber zur Tragung der Kosten des llmerhalis mit Einschluh der Kosten der Ausrüstung. Bekleidung und Wohnung für die Tauer des einjährigen Dienstes verpflichte, und daß, soweit die Kosten von der Militärverwaltung bestritten tverdcn, ich mich dieser gegenüber für die Ersatzpsticht des Bewerbers als Selbltschuldner verbürge.
...... den.19 . .
Vorstehende Unterschrift de.und zugleich, daß
der Bewerber d . Aussteller . . der obigen Erklärung
nach . . . cn Vcrmogensvcrhältnissen zur Bestreitung der
Kosten fähig ist; wird hiermit obrigkeitlich bescheinigt. .. den.19
(L. S.)
Je nachdem von dem Bewerber selbst oder seinem gesetzlichen Bertreter die Kosten getragen werden, ist in der Erklärung Satz a oder b und sind dementsprechend in der Beurkundung entweder die Worte „der Bewerber" oder „der Aussteller der obigen Erklärung" anzuwenden, daS Nrcht- zutresscnde dagegen zu streichen, c) Ein Unbescholtenheitszeugnis. welches von der Polizei-Obrigkeit oder der Vorgesetzten Dienstbehörde aus- zustellen ist.
ck) Ein selbstgeschriebener Lebenslauf.
5. In dem Gesuche ist ferner anzugeben:
a) Ob, loie oft und wo der sich Meldende sich der Prüfung vor einer Prüiungs-Kommiiiion bereits unterzogen hat. und von denieniacn, welche sich der wissenschaftlichen Prüfung unterziehen wollen, noch weiter; dl In welcken zwei fremden Sprachen Onablweise von Franzöliich, Englisch, Lateinisch »nd Griechisch und an Stelle des Englischen Russisch) die Prüfung erfolgen soll.
6. Ist bereits trüber ein Gesuch um Zulassung zur Prüsting eingcreicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein »nbcschvltcnheitszeunnis beizulegen.
7. Es ist nur z w e i m a l i a e Teilnahme an der Prüfung gestattet, eine dritte Zulassung kann ausnahmsweise von der Ersatzbehördc 3. Instanz genehmigt werden.
Im weiteren weisen wir daraus hin, daß Gesuche um Zulassung zu einer späteren, als der im Früh- iahr des ersten Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — statt- sindenden Prüfung der Genehmigung der Ersatzbehördc 3. Instanz bedürfen und bei den Ersatz-Kommissionen des Aufenthaltsorts, nicht bei uns, cinzureichen sind, welche die Gesuche der Ersatz- bchörde 3. Instanz vorlegen werden.
Ta die Erlcdiguna derartiger Gesuche eine längere Zeit beansprucht, so empfiehlt sich im Interesse der Nochsuchenden, mit Einreichung derselben nicht bis zum äußersten Termin z» warten, sondern dieleiben alsbald anhängig zu machen, andernfalls unter Umständen eine Zulassung zur bevorstehenden Prüsnng nicht mehr möglich ist.
lieber die Anforderungen, welche an die zu Prüieuden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung Ans. 2 zur Wehr- Ordnung vom 22. November 1833 — Reg.-Bl Nr. 68 von 1901) Ausschluß.
Bezüglich des P r ü f u n g s t e r m i n s , sowie des Lokals, in welchem die Prüfung stattsindet, erfolgt weitere Bekanntmachung. oder cs ergeht besondere Ladung zur Prüfung.
Be merkt wird noch, daß während des Krieges erleichterte Prüfungen nicht abgehalten werden. D a r m st a d t, den 13. Juli 1915.
Großherzoglich-e Prüfungs-Kommission sür Einjährig-Freiwillige.
Der Vorsitzende: von Stacck, Regiernngsrat.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom ,1. bis 15. Juli l. Js. wurde in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Damcnuhr <Nickrl>, 1 Zwicker, 1 Brosche, 1 Tamenrcgenschirm, 1 Brosche, 1 Ring, 1 Portemonnaie mit Inhalt, I Islb. Lössel, 1 Medaillon ;
verloren: 1 silb. bandtasch; Inhalt si!b Portemonnaie', 1 goto. Brosche, I Tamenrcgensckirm. t schwarze Handtasche Inhalt Portemonnaie mit 25 Mar:', l Portemonnaie 'Inhalt 4 Mark und einige Pfennige', l Granatkettenarmband, 1 kleines dünnes gold. Halsiettchen mit weißen Pcrlchen, 1 schwarzer Tuchbantl» :u,c (Inhalt Porte mvnnoie anit 5 Mark und 1 Bund Sch'üssel', I goldenes Kcltcnorinband, I gotd. Ring, I gold. Siegelring mit rotem Stein, 1 Portemonnaie Inhalt 19 Mar- , 1 Dem-Npvicke- inonnaar »Inhalt etwa 13 Mark. I Nickeibandtiichchen -Inhalt Portemonnaie mit 70 P'g , Schlüssel und Handschube . Die Enipsaiigsbcrcchligtcn der gesundem» Gegenstände beliebe» ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu mache».
Tie Abholung der gejundeiien Gegenständ: kann an ;cd-m Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und -I— 5 Uhr nack- plittags bei Unterzeichneter Behörde. Zimmer Ar. I. erfolgen. Gießen, den 16. Juli 1915
Großherzogliches Polizciamt Gießen.
Hcmmcrdc.
Märkte.
cd. vtngen, 21. Juli. Marktpreise. Weizen Ml , o,ro f Korn Mk. Oo.OD, Gerste Alk. 00,00, ««(er i'lf. 0\00, He» Ml. 0,0 Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 10,25, Erbse» Mk 00 (0, Linsen Alk. 00,00, Bohnen 00,00 Weißmehl AU. 52-00, Roggen,nrbl Mk. 88,00; altes für 100 M,r. Butter 1 Mgr " t. 3.3', Milch I Liter 22 Big., Eier 10 Slück Alk. 1.50.
Rotationsdruck der Brüht'scheu Univ.-Buch- und Steindruckerei. Di. Lange, Dießen.


