Bekanntmachung.
®etT.: Ermittelung der Vorräte von Fetten und Oelcn.
Aut Grund der Bekanntmachung über Borratserhcbuugeu vom 2 Februar 1915 (Reichsgesetzblatt Seite 54) sollen die Vorräte folgender Fette und Oelc nachdem Stand vom 15. Juli 1915 sestgestellt werden:
A. Pflanzliche Oelc unv Fette.
I. FetteOcle Rapsöl und Rüböl; Leinöl: Buchenkernöl, Erdnußöl, Mohnöl, Nigcröl, Sesamöl und Sonnenblumenöl; Laocttz öl, Sulsuröl; Baumwollsamenöl; Holzöl; Rizinusöl; anderes fettes Ocl.
II. Pflanzliche Fette. Kakaobutter i Kakaoöl); Muskat- butter, Lorbeeröl: Baumwollftearin; Palmöl, Palmkernül, Kokosnußöl und anderer pflanzlicher Talg, zum Genüsse nicht geeignet: Oclsaure (Olein) und Oeldreß.
III. Zum Genuß bestimmter pflanzlicher Talg, Margarine, Kun st butter und Kunstspeisefctt.
B. Tierische Fette.
Schweineschmalz, Gänseschmalz, Oleomargarinc und andere sä malzartige Fette; Schweine- und Gänsefett, Schweincslomen^ Zicgenfett; Premicv Jus; Talg von Rindern und Schafen, Preß- talg; Knochensett, Absallfctte, Stearinteer; Tran, Speck, Fett von Fischen, Robben oder Walfischen; nicht besonders genannte Tiersctte.
Für das Großhcrzogtnm Hessen ist bestinimt, daß Oelmühlen, Stearin- und Sciiesabriken, Margarine- und Spcisefettfabriken, Talgschmelzen, Lack- und Farbfabrikcn, überhaupt sämtliche Besitzer, insbesondere auch Händler, ihre Vorräte, in Doppelzentner ausgedrückt, späte st c n s bis zum 18. Juli dieses Jahres bei der Großherzoglichcn Zentral st elle für die Landes st atistik in Tarmsladt anzumclden haben. Mengen unter einem Doppelzentner sind nicht anzugeben Auf dem Transport befindliche Mengen sind unmittelbar nach der Ankunft vom Empfänger anzumclden.
Anmeldepflichtige können Anmeldeformulare durch genannte Zentralstelle erhalten. Wer die Anmeldung unterläßt oder unrichtige Angaben niacht, setzt sich der gesetzlichen Strafe aus. Gießen, den 3. Juli 1915.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen. _ I. V.: Hechler. _
Betr.: Die Einsendung der Abdcckcreiverzeich nisse für Monat Juni 1915.
An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises
und das Großh. Polizeiamt Gießen.
Wir erinnern an umgehend« Einsendung der Abdkckereiver- zeichnisse für Monat Juni l. Js.
Gießen, den 1 Juli 1915.
Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.; Hechler. _
Dienstnachrichten des wroßh. Kreisamts «icficn.
Tie Verpflichtung der Nachtwächter Karl Münch und Georg Klöß zu Hausen hat stattgefunden. _
Bekanntmachung.
Bctr.: Tas Verhalten der Bevölkerung bei Fliegerangriffen.
Turch Bekanntmachung vom 25. vorigen Monats (Gießener Anzeiger Nr. 148; hot Großh. Krcisamt angeordnet, daß bei Annäherung feindlicher Flieger Alarmsignale zu geben sind. Für die Stadt Gneßen erfolgen diese Signale durch die Fcuersirenen und zwar wie folgt:
1. Wenn das Herannahen eines feindlichen Fliegers gemeldet wird; Signal; zweimaliges Ertönen der Feuersirenen je 15 Sekunden lang.
2. Wenn gemeldet wird, daß die Gefahr vorüber ist: Signal: einmaliges Ertönen der Feuersircncn 15 Sekunden lang.
Bei Ausbruch von Srotzseuer ist das Signal: zweimaliges Ertönen der Feuerfirencn je drei Minuten lang. AllcSignalewerdc nn achAblaufvon Sund 10 Minuten wiederholt.
Gießen, den 5. Juli 1915.
Grvßherzoglichcs Polizeiamt Gießen. _ Hemmende, _
Betr: Tic Strairegister; hier: Tie Nackmieisungen der in der
Zeit vom 1. Juli 1914 bis 30. Juni 1915 verstorbenen bestraften Personen.
Der Großh. Obcr-Staatöanwalt am Landgericht der Provinz Obcrhestcn an sämtliche Ortspolizeibchörden des Kreises.
Sic werden ersucht, die oben erwähnten Nachweisungen oder Fehlanzeigen bis zum 1. August 1915, ohne daß eine Erinnerung nötig wird, an mich einznsenden.
In den Nachweisungen sind die genauen Personalien — Vorname, Familienname, Geburtstag, Geburtsort und Namen der Eltern — anzugeben,
Gießen, den 1. Juli 1915,
Hofmann.
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbercinignng Ober Widdcrsheim; hier die Forttüh- rung des Psandverzeichnisscs und Berichtrgung des Hhpo- thekcnbuchs.
In der Zeit vom 20. Juli bis einschließlich 2. August 1915 liegt werktags aus Großh. Bürgermeisterei Ober-Widders heim das Pfandverzeichnis zur Einiicht der Beteftigtcn osfen.
Einwendungen hiergegen sind bei Meldung des Ausschlusses während der oben festgesetzten Lsienleguugssrist bei Großh. Bürgermeisterei Lber-Widdersheim schriftlich einzurcichen und zu begründen.
Friedbcrg, den 1. Juli 1915.
Der Großherzogl. Feldbereinigungskommissär:
S ch n i t t s v a h n, Regieruugsrat.
wöchentl. riedersicht der Todesfälle i. d. Staöt Gießen.
25. Woche. Vom 13. bi? 19. Juni 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 910 (jnkl. 1820 Mann Militär). Sterdlichleftrzister: 31,60»/«,.
Rach Abzug von 8 Ortsfremden 19,00.
Es starben an
Zus.
Er
wachsene
Kinder
tm I. Lebens- vom 2 bis sahr 15. Jahr
Altersschwäche
1
i
Keilchhmten
1
i
—
Lungenentzündung
3 (1)
2
i(>)
—
Lmigeninberkulose
1
i
—
Angel'. Syphilis Erankungen der
1
i
—
Blutgeläße
1 (1)
i(i>
—
—
Cehirnschlag
Krankheiten des Nerven-
5(1)
5(1)
syslemS
I
1
—
Brechdurehsall
1 (1)
—
KD
—
Dtagengeschwür
1
1
—
Nierenleiden
1 (1)
1 (1)
—
—
Selbstmord
1 (1)
KD
—
—
Aernnglücknng andere benannte Krank-
1(1)
1 (1)
Herten
1 (1)
1 U)
—
—
Sunnna: 20 (8) 16 (6) 4 (2) —
Anni.; Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der bclresscirden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M. V i e l> h o i m n r k t b e r t ch t vom 5. Juli. Austrieb: Rinder 1196 <Ochsen 126. Bullen 63, Kühe und Färsen
1307), Kälber 314, Schase 8", Schweine 693.
^lendenz: Geschält bei Rindern lebhast, Kälber reqe, Schale und Schweine ruhig, geräumt. Preise für 100 Psd.
Lebend- Schlacht-
Ochsen. gewicht
Dollsleischige, »»Sgemäüele, höchsten Schlacht- Mt. Mk.
weries, 4—7 Jahre alt. 70—75 130-136
Jung« fleischige, nicht ausgemäflcte »nd allere
auSgemästetc . 63—66 115—120
Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchste» Schlacht w. 63—67 110—115
Vollfleischige, jüngere. 58—61 106—110
Färsen, Kühe.
Vollfleischige au?ge>». Färsen höchst. Schlachtw . 59—65 110-120
Vollfleischige ausgem. Kühe höchste» Schlacht-
wertes bis ,u 7 Jahren. 58—64 110—120
Wenig gut entwickelte Färsen. 50 - 55 66—106
Steifere ausgeniästete Kühe. 50—56 93—104
Mäßig genährte Kühe »iib Färsen .... 36—43 72—86
Gering genährte Kühe »ud Färsen .... 29—33 66—75
Kälber.
Mittlere Mast- und beste Saugkälber ... 68—72 113—120
Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 60—66 103—110
Geringe Saugkälber. 56—60 93—102
Schase.
Weibemastschase:
Masllämmer und Mafthaminel.61—63 110—114
Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis
100 kg Lebendgewicht. 118.00-122.50 140.00—146.00
Voll fleischig« Schweine unter 80 kg
Lebengewicht. 116.00—118 135,00—140.00
Vollfleischige Schweine von 100 bis
120 kg Lebendgewicht. 118.00-122.50 1403)0—145.00
Vollfleischige Scdweme von 120 bis
150 kg Lebendgewicht. 118.00-122.50 140.00—146.00
Ic. Frankfurt a. M-, 5. Juli. (Qrlq.-Telege. de? .Gieß. Anz) Frucht- und F »11 e r in i I t e l >» a rk! Bei ruhigem Verke. r ist die Sliiniiiung »„verändert. Mai« ist gesucht, dagegen das Angebot „ich! groß. Flillermittcl bei geringem Angebot len. Mais '.0—61 Mk., Gerste 60—62 Mk., Eoco«kuchen 50—50,50 Mk.
Rotationsdruck der Brühl' schen Unio.-Buch» und Steindruckerei. SH. La » ge, Gießen.


