Ausgabe 
12.3.1915
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Kreisblatt für den Kreis Gietzen.

Nr. 25 _ 12. März __ 1915

Bekanntmachung.

... Auf Grund des K2 der Kaiserliche» Verordnung von, 31. Juli 1J14, betresfend das Verbot der Ausfuhr und Durch- i u h r v o n Verband- und Arzneimitteln sowie von a r S t l i ch e n Instrumenten und Geräten, bringe ich Inerdnrch unter Aushebung der Bekanntmachung vom 24. Dezember li-14 (Reichsanzeiger Nr. 303 vom 28. Do»'mbcr 1014) zur ösfent- ltchen Kenntnis, das; die folgenden Gegenstände unter das Verbot lallen :

Acetanilid (Antifebrin), Acidum acctylosalicylicum (Aspirin), uiüc, Alvpin, Arrekolin, auch bronnvasserstoffsaurcs, Aether (Acthyl- ather>. auch Aether pro narcosi, Atropin, seine Salze und Ber- mndnngen. Bront, Bromwasserftofssäure, Salze der Bromsäure, ^alze der Bronnvasserftosssäure^ organische Bromverbindungen, ^^cara Sagrada und ihre Zubereitungen. Chinarinde, Cbinin, Chintnsal-e und Chininverbindnngen, Chloralyvdrat, Chloräthnl Ä? Chlormethyl in Tuben und Fläschchen, Chloroform, auch Chloroform pro narcosi, Coeablätter. Cocain und seine Salze, Colchtem. Diäthytbarbitursäure und deren Salze B Medinal), ^Ji0uaIiÄbIäücr und deren Zubereitungen, lvie Digalen nsw., Du- btnsrn, seme Salze und Verbindungen, Cucain, Folliculi Sennae, Fornialdehydlösnngen, Paraformaldehyd, Galläpfel, Guttapercha- papter, Hexamethylentetramin (Urotropin, Formin, Aminosorm nstv ).Zpecacnanhawnrzel, and) emitinfreie, Jod. Rohjod, Jodwasser- stosnäure. Salze der Iodivasserstoffsäure, organische Jodverbindun- gen. Karbolsaure, Kautschuk (Gummi mit Ausnahme von Gummi der Zblltarrfnummer 97), Kodein, auch phosphorsaures und salzsaures, Koffeln, dessen Salze, Verbindungen und Zubereitungen, Kresol, Kresolsetfenlofuitgen, ^ysol, Lutninal, Mastix und Mastixpräparate, wre Masnsol, Morphin, Morvbinsalze und Morphinverbindungen, Narwsegernlsche (Schleichsche und andere), Novocain, dessen Ber- blndimgen und Zubereitungen, Opium und Opinmzubereitungen, wre Opuunpulver, Opiumtinkturen, Opiumextrakt, Pantopon, Pa­raffin, Pcrubalsain, Phenacetin, Proponal, Pyr»/c»Iounm äimerbyla- mnwpbk'nylllilvHrkylj -am (Pyramidon), Pyra/.ylonnw plisvylärme tdylieam (Akltivurin>, Pyrarolvnum p'uev.vlä metbyUeam saiieylieum (Salg»yrin>, Otuckstlber und Ouecksilberj lze, atich in Znbereitungett, wie salben. Sttblnnatpastilleit. Rhabarber und feine Znbcre t ngen Uni/oma Idydrastis canadensis und ihre Zubereitungen, Rizinus­öl. Saltzilsaure und deren Salze, Salvarsan. Neosalvar san, 8eme>r colcdic, (Herbftzeitlosensamen) und dessen Zubereitun­gen. Schleutyche Lösungen und Schleichsche Tabletten zu deren loerstrllung, Seopolamin (Hyoscin) und seine Salze, Senegawurzel, ^-ennesblättcr (Foha Sennae), Simarubarinde, Styrax, roher oder gereinigter, Snprarenin, Adrenalin. Paranephrin, Epinephrin. Cptrcnan. deren Verbindungen und Zitbcreitungen. Theobromür, denen Salze, Verbindungen und Zubereitungen, Tropacocain, denen Verbmdungen und Zubereitungen, Vaselin. Veronal, Vero- nalnatrium, Weinsäure, Weinsteinsäure, Wismut und Wismut-- verbmdungen, Wollfett. Lanolin. Zitronensäure.' Verbandtvatte, Verbandgaze und andere Verbandmittel, chirurgische und andere ärztliche Instrumente und Geräte: dahin gehören auch solche er­kennbare Teile von Fieberthermometern: ausgenommen von dem Verbote find solche Instrumente mtb Geräte, die ausschließlich '.um Gebrauch in brr Geburtshilfe »nd Zahuheilkundc bestimmt sind, balteriotogische Geräte, Material für bakteriologische Rühr l'öben, wir Agar-Agar, Lackmusfarbsloss, Schutzimvistosfe und Jm- inunsera, lute Schutzscra, Heilsera, diagnostische Sera, Versuchs­tiere

Berlin, den 24. Februar 1915,

Der Stellvertreter des Reichskanzlers,

Delbrück,

Bekanntmachung.

Aus Grund des 8 2 der Kaiserlichen Verordnungen vom 31, Juli 1914, betreffend das Verbot der Ausfuhr und Durchfuhr von Waffen iiftu., bringe ich nachstehendes zur öffentlichen Kenntnis:

I. Verboten ist die Ausfuhr imd Durchfuhr um: 1. Rinö- lcdcr jeder Gerbungsart, auch Spaltleder; 2, Roßleder jeder Gcr- bungsart. auch Spaltleder; 3, Kalbleder; 4, Kalbfellen; 5, Kunst - tvollc; «>, Knochen, Knochenzapfcn (Horupeddig), Husen, Klauen, roh, auch entfettet, zn anderen als Schnitzzwecken, der statistischen Nr, 156 s, und von Hornspänen (Abfallspäiien) und Hornmehl der statistischen vir, 156 g; 7, Weitzblcchivaren jeder Art, solvcit sie nicht in Form von Doje», Büchsen nsw, als Berpackung anderer Waren mit ausgesührt werden; 8. Schmclztiegelu ans Graphit,

II, Anfgehobe» ist das Verbot der Aus- und Durchfuhr von Lamm-, Schaf-, Zickel-, Ziegen-, Reh-, Hirsch-, Remitier-, Hunde-, Schweins- nstv, Leder, bearbeiketm Häuten von Fischen und Kriechtieren, künstlichem Leder;

ferner ist aufgehoben die Ziffer 2 der Bekanntmachung

des Reichskanzlers vom 3, September 1914 (Reichsanzeiger" Nr, 207 vom 3, Septenrber 1914);

endlich ist aufgehoben das Verbot der Aus- und Durch­fuhr von Geigenharz in geformten Stücken (Kolophonium für Geige», Celli und Bastgeigen! und von Soblendurcknähmalchinm mit Kettenstich,

IH, Das Verbot der Ansfubr und Turchstihr vo n Fel l en zur Pelzbercitung und Pelzloaren (Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 7, August 1914) er ft re (ft sich nicht auf Breitschwänze, Persianer, Schjras, Moire-Astrachan, roh und aetärbt, gefärbte Ziegenselle mtb Ziegendecken, rohe und gefärbte Krimmer, gefärbte Schmaschen,

Berlin, den 10, November 1914,

Der Stellvertreter des Reichskanzlers:

D e l b r ü ck.

Bekanntmachung.

1, betreffend: Vorratserhebung und Höchstpreis für Chile-

Salpeter vom 5, März 1915.

2, betreffend: Beschlagnahme von Großviehhäuten.

Tie nachstehenden Bekanntmachungen bringen wir zur öffent­lichen Kenntnis,

Giesten, den 8, März 1915,

Großhcrzogltches Kreisamt Gießen.

1>r, II s i n g e r,

Bekanntmachung

betreffend Vorratserhebung und Höchstpreis für Chile-Salpeter vom 5, März 1915, Vorratserhebung,

Aut Grund der Bundesratsverordnung, betresfend BvrratS- erhebungen vom 2, Februar 1915 tReichs-Gesetzbl, S, 54', wird folgetie Bekanntmachung erlassen;

8 1, Bon der Verfügung betroffen sind: alle Vorräte an Chile^Salveter,

fj 2, Zur Auskunft verpflichtet sind;

1, alle, die Chile-Salpeter aus Anlaß ihres Handelsbetriebes oder sonst des Erwerbes Ivegen int Gewahrsam haben, kaufe,! oder verkaufe»;

2, landwirtschaftliche und gewerbliche Unternehmer, in deren Betrieben Chile-Salpeter verarbeitet wird;

3, Kommunen, öffentlich rechtliche Körperschaften und Ver­bände,

8 3, Zu melden sind;

1, Die Vorräte, die den zur Auskunft nach § 2 Verpflichteten gehören; dabei ist anzugeben, lver diese Vorräte aufbewahrt (genaue Adresse), mit Angabe der Mengen, die von den einzelnen Personen oder Firmen ausbewahrt werden;

2, die einzelnen Vorräte, die sich mit Ausnahme der unter l, angegebenen Mengen außerdem in seinem Gewahrsam be­finden; fotoic die Eigentümer (unter Angabe der genauen Adresse), der einzelnen Mengen;

3, die Mengen, die sich auf dem Transport zu dem zur Aus­kunft Verpflichtete» oder unter Zollausfickit (aus dem Wege zu ihm! befinden.

Die Mengen sind einheitlich in Kilogramm anzugebeu,

8 4, Zeitpunkt für die Angabe» der Meldung, Zu melden sind alle in 8 3 ausgeführten Vorräte und Mengett nach dem am 5, März, vormittags 10 Uhr, tatsächlich bestehenden Zustande,

8 5, A u s g e n o m m e» von der Verfügung sind Vorräte, die am Tage der Vorratserhebung weniger als 500 kg betrage», i

8 6. Die M eldn » g ist z » r ick>le» a» die Salpeter-Meldestelle des König! Preuß, KriegsministerinniZ, Kriegs -Rohstoff-Abteilung, Berlin W 66, Leipziger Straß» 5,

8 7. Die M c l d n u g hat z u erfolgen bis zum 15, März an die in, 8 6 angegebene Adresse,

8 8, Die zuständige Behörde öder die von ihr beauftragten Beamten find befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben Borrats­räume, in denen Vorräte an Chile-Salpeter zu vermuten sind, zu untersuchen und die Bücher der zur Auskunft Perpslichteten zu prüfen,

8 9. Wer vorsätzlich die in den obengcuainitcn 88 geforderte Auskunft zu der im § 6 anacsetztcn Frist nicht erteilt, oder wissent­lich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Ge­fängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft; auch können Vorräte, die verschwiegen find, im Urteil als dem Staat verfalle» erklärt werden,

H ö ch st p r e i s.

Auf Grund des Gesetzes betreffend .Höchstpreise vom 4, Aug. 1914 (Reichs-Gesetzbl, S, 339) in der Fassung der Bckannt- niachnngen über Höchstpreise von, 17, Dezember 1914 (Reichs-