Ausgabe 
23.12.1916 Erstes Blatt
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die gou&r Menschheit: mit heißem wachsenden Begehren sich setzrt. Der Präsident glaubt, daß der Geist, in dem er spricht und die Ziele, die er erstrebt, .von allen Beteiligten verstanden werden. Er hofft und vertrant auf eine Antwort, die ein neues Licht in die 'Angelegenheiten der Welt bringen wird

Ich benutze diesen Anlaß, Eure Exzellenz erneut meiner aus­gezeichneten Hochachtung zu versichern. gez. Grew.

An Exzellenz Zimmermann,

Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.

* ' üHIJMLl

Englische Presscftimme«.

Haag, 22. Dez. Uebcr die Aufnahme der amerikanv- schM Note gibt Reuter folgenden Auszug aus den Blättern: «Morning Post" sagt:

Nur eine Niederlage Deutschlands farm das Mittel sein, mit !dem die Sicherheit Europas und der übrigen Welt mit Einschluß Amerikas erzielt werden kann. Das Bbttt richtet an Wilson die Frage, wie die Bedingungen, über die er rede, mit Ge­walt eingehalten werden können, wenn Deutschland ebenso wie zuvor sie zu brechen beabsichtige. Wollen die Vereinigten Staaten sich verpflichten, in einem solchen Falle für die Ausrechterhaltungj einiger zukünftiger Bedingungen zu kämpfen? Die Völker Europas seien entschlossen, Deutschland um jeden Preis zu schlagen, wie einst auck» die ytt-rdstaaten Amerikas während -des Bürgerkrieges einen gleichen Beschluß gefaßt hatttn.

D aily Telegraph" schätzt die Aufrichtigkeit Wil­sons.

Das Streben nach Unparteilichkeit, wie es Wilson anffasse, zeige i<4wch. daß der Feind sich, soweit es irgend ging, die Ge­fühle der Menschlichkeit bei der Bevölkerung der Vereinigten! Staaten zumrtze gemacht habe, und daß daher die Note u n -i erwünscht sei. Es sei die feste Ueberzeugung der Alliierten, daß die Zivilisation in einer nicht mehr gutzumachenden Weise ge- schLdigr würde, wemr die Angreifer nicht geschlagen würden. Deshalb seien die Alliierten so fest entschlossen wie je zuvor, das Uebej, das die Zivilisation vergiftet, mit dem einzigen, zweckent­sprechenden Mittel ausznrotten.

Daily Mail" schreibt:

Wilsons Note ist bereits beantwortet worden, bevor sie über­sandt wurde. Die Friedensbedingungen der Alliierten sind überall bekannt. Es ist nicht möglich, den Frieden in irgend einer Form in Betracht zu ziehen, bis Deutschland sich innerhalb seiner Grent- zen Aurückzieht. Me Bereinigten Staaten schulden der fraip, zösischen Schwesterrepublik unendlich viel. Sie können diese Schuld nicht liguidieren, indem sie der französischen Republik raten, sich guten Glaubens zu ergeben.

Daily Graphic" schreibt Wilsons Rede seiner Un wissenheit zu und erklärt:

Wilson hat sogar die Ursache des Krieges nicht begriffen. Er hat offenbar niemals von der Vergewaltigung Belgiens ge­hört. Wilson spricht wie ein Schulmeister, der zu einer Schar Sckmljungen sagt, daß ffe nun genug gerauft hätten, weil ihn der Lärm behindere. Besser sei es, wenn Wilson erst etwas lerne, bevor er rede.

Daily News" erklärt:

Wilsons Note verlangt ehrerbietige Aufmerksamkeit. Jeder schätzt den Geist dieser Vorschläge. aber Wilson ist viel zu ver­ständig, um das Gespenst einer möglichen Intervention den Lasten der europäischen Völker noch hinzuzufügen, die einen Kampf für die Freiheit der Völker begonnen haben, der größer ist als der, den Lincoln in Amerika ausfvichit. Tie Absicht der Note ist, daß Wilson eine Prüfung vornimmt und sich zurückziehen wird, wenn er merkt, daß das Wasser zu tief ist, er wird dann eine günstigere Gelegenheit abwarten. .Wenn Deutschland sich weigert, zuzu- geben, daß es der Angreifer Und der Geschlagene ist', dann muß dieser unglückselige Kampf fortgesetzt werden, und die Grundlagen iür eine Intervention sind nicht gegeben.

Das Parlament ffk worden.

auf den .7. Februar verkayt

Eine Rede Bonar Laws.

Haa g, 22. Dez.. (Zf.) Reuter meldet aus London: Im llnterhanse sagte Bonar Law mit Bezug auf die deutschen Friedensvorschläge: Warum leiden wir in diesem Lande gegenwärtig so sehr unter dem furchtbarem Kampf und warum muß die Nation dies durchmachen? Weil toir Deutschland vertrauten , weil wir glaubten, daß das Verbrechen, das Deuffchland gegenüber der Wett begangen hat, niemals von irgendeinem menschlichen Wesen begangen werden könne. Einige Mitglieder sagten: Laßt uns den Friedens^ badingungen nähertreten! Aber können Sie irgend ein zwingen­deres Friedensversprcchen erhalten, aks der Berttag für die 'bel- gffche Neutralität es darstellte?^ Kann man einl Versprechen machen, das uns mehr sichert, als die Versprechungen, die wir hatten, bevor toi - Krieg ausbrach? Ich hoffe jedoch, daß nicht im Lande allein, sondern in allen neutralen Ländern die Bevölkerung dies Lage so, wie sie nun einmal ist, durchschauen rvird. Deutschland macht Fricdensvorschläge, auf welcher Grundlage? Aus der Grund­lage seines siegreichen Heeres. Was sollte daraus wer-dep, wenn der Friede zustande käme auf der Basis des siegreichen deutschen Heeres? Gibt es jemand in diesem Hause, der, wenn er ehrlich die Umstände prüft, unter welchen dieser Krieg der ausgezwungen wurde, und auch die ,Art,

in der dieser Krieg geführt wird, dann guten Glaubens darauf vertrauen könnte, toß die Gefahr und die Leiden, unter toneii die Welt gebeugt dahingeht, durch etwas anderes abgesckiafft werden könnte als dadurch, daß man den Deutschen einprägt, daß sie wit Schreckeinjagungen nicht weiterkommen und daß der Militaris mus kein guter Regent ist? Wir kämpfen nicht um Gebietserwei teriing, sondern wir känipf-en um zwei Dinge, wir kämpfen für tonj Frieden und um gesichert m sein in der zukünftigen Friedenszeit.

Als die deutschen_ Vorschläge uns erreichten, gründeten die Deutschen sie nicht allein auf ihre Siege, sondern sie machten auch nock^?lnspru.ch ldarauf, daß ^Erwägungen der Menschlichkeit sie hierzu veranlaßt hätten. Das Haus möge doch einmal sich erinnern, was in diesem .Kriege geschehen ist. Tie Missetaten in Belgien, dis Missetaten zur See und zu Land, die Schlächtereien in Armenien, die Deutschland mit einem einzigen Wort hätte aufhatten können. Wir wollen uns einprägen, toß dieser .Krieg vergebens sein wird wem: war nickst ein für allemial es jedem einzelnen und jeder Gruppe von Mensckien unmöglich machen, die Wett in die Kriegs­nöte zu stürzen. Wenn das begangene Böse nicht im FriedensscUuß gesühnt wird uiib wenn die schwersten Verbreck-en in der Weltge- schichtc ungerächt bleiben sollen, so wlirde ein derartiges Ergebnis zweifellos das Land veranlassen, sich zu jedem Opfer bereit zu erklären.

*

Die englische Thronrede.

London, 22. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- *eaus. Die Thronrede, mit der das Parlament vertagt wird hat folgenden Wortlaut:

In all den Monaten, die seit meiner letzten Ansprache ver­flossen sind, haben meine Flotte und meine Armee im Verein mit denen imferer tapferen und treuen Verbittrdüen durch ihre unaufhörliche Wachsamkeit und ihren unbezähmbaren Mut das hohe Vertrauen gerechtfertigt, das ich in sie gesetzt. Ich habe die Zirversicht, daß der lange Kampf und ihre Ansttengmrgen die durchs die unbeugsame Entschlossenheit all meiner Untertanen rm ganzen Reiche unterstützt worden sind, schließlich die siegreiche Verwirklichung der Ziele erreichen wevton, für die ich in diesen Krieg ^»gangen bin. Meine Regierung ist rekon struiert worden: sie wird allein die Förderung dieses Zieles unverändert und unbeeinträchtigt im Auge haben.

, Meine Herren vom Unterhause! Ich danke Ihnen für die ftmoeick rankte Freigebigkeit, mit der sie fortfahren, die Mittel für die Kriegslasten zu beschoffen. Die energische Fort­setzung des Krieges muß unser einziges Streben sein, bis wrr die Rechte ote Misere Feinde so rücksichtslos verletzt iyaben, mtixwxtäMt imfc» btt Sick^eA-eit Europas auf feste Grundlagen gestellt yaben. Jn dieser heiligen Sache fülste ich mich der ein- ?uUgea llntc rp.utzung aller meiner Völker sicher, und ich bete zu , Gottz daß ex uns seyitzn Segpr gebe.

Der bulgarische Bericht.

S o f i a, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Geueral- ftabes.

Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolra ver­einzeltes feindliches Artilleriefeuer. Im Cerna-Bogen heftiges A)r- tilleriefeuer. Ein Angriff des Feindes auf eine Höhe östlich des Punttes 1050 wurde durch deutsche Truppen mittels Sperrfeuer und Handgranaten zurückgewiesen. Oestlich der Cerna lebhaftes Artille­riefeuer. Zu beiden Seiten des Wchrdar und an der Belasitza-Front vereinzeltes Arttlleriefeuer des Feindes. An der Struma Urttllerie- fcätigfcit und Pattouillengefechte. Feindliche Jnfaterieabteilungen' versuchten sich südlich Serres festzusetzen, wurden aber durch Feuer zerstreut.

Rumänische Frolnt: ZU der Dobrudscha kam es ans der ganzen Front zu Erkundungstämpfen. In der östlichen Walachei nichts Neues.

Der türkische Bericht.

Konftantinopel, 21. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Heeresbericht. '

Tigrisfront: Am 20. Dezember warfen wir durch unser Feuer feindliche Kavallerie zurück, die versuchte, gegen .Kut el Amara vorzurücken. Einer unserer Flieger zwang ein feindliches Flugzeug rn der Nähe seiner eigenen Linie zu landen. Am Gestade des Wan- Loees ^warfen wir einen Angriff des Feindes mit Verlusten für ihn zurück.

An den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis. i

_ . -ili i m tk:

Der Seelneg.

22 000 Tonnen versenkt.

Berlin, 22. Dez. Nach bisher eingegangenen stöcrch- rrchten sind in den letzten 24 Stunden 16 Schiffe mit dem Gehalt von 22 000 Tonnen versenlt worden, darunter

10 feindliche Schiffe.

N 46 versenkt.

, Berlin, 22. Dez. Nach hierher gelangten Meldungen

011 das deutsche Tauchboot 46 von feindlichen See- treitkräften im Meerbusen von Biscaya zum Sinken ge­bracht worden sein. Eine amtliche Meldung liegt hier iroch nicht vor.

Tauchbootpoft nach Amerika.

B e r l i n, 22. Dez. (WTB.) Gewöhnliche Briefe und Po st karten nach den Vereinigten Staaten von Amerika und neutralen Ländern im Durchgang durch die Vereinigten Staaten (Mexiko, Mittel- und Südamerika, Westtndien, China, Niederländisch-Jndien usw. können die nächste Zeit durch ein Handelstauchboot befördert wer­den. Die Versendungsbedingungen werden in Kürze amtlich bekannt gegeben werden.

A m st e r d a m, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Ein hie­siges Blatt meldet aus Batavia, daß die Bemannung des holländiichen SchiffesVaii Elsbroo" ertrunken sei. Das Schiff, das 1622 Tonnen groß war, scheint untergegangen zu sein.

Fred erikstad, 22. Dez. (WTB.) Ein schwedischer Tarup ser signalisierte, er habe die norwegische BarkAns­gar^' vrennend in der Nordsee gesichtet und die Besatzung gerettet.Ansgar" (926 Brutto-Megister-Tonnen) war von Moß nach England mit einer Ladung Grubenholz unter-

Bern, 22. Dez. (Priv.-Tel., zf.) Aus Bordeaux wird gemeldet, daß mehrere im Hafen liegende Schiffe sich zur Der terdigung gegen deutsche Unterseeboote mit Kano n e n bewaffnet und Munition verladen haben.

B a s e l, 22. Dez. (Priv.-Tell, zf.) Havas. DerHerald' vernimmt ans New York, daß L a n s i n g in der Angelegen heit der amerikanischen Matrosen, die bei der Mirpedierung desR u s s i a n" ums Leben kamen, dahin entschieden hat, daß diese Leute als solche anzusehen seien, die auf den Schutz ihrer Regierung verzichtet hätten. Die amerikanischen Bür­ger, die an Bord eines befrachteten Transportschiffes einer der kriegführenden Macht in Diensten treten, begeben sich in eine ähnliche Lage wie diejenigen ihrer Mitbürger, die in die Armee einer fremden Macht eintreten.

Aur dem Reiche.

Der Reichskanzler und Herr Scheidemann. Berlin, 22. Dez. (WTB.) DieNorddeutsche All gemeine Zeitung" schreibt: Neuerdings finden wir wieder­holt Versuche in der Presse, aus Artikeln oder Reden des Ab­geordneten Scheidemann eine besondere Vertrauens stellung desselben zum Reichskanzler oder mindestens doch eine Jdeengemeinschaft beider, namentlich in Bezug auf die Friedensziele herzuleiten. Dabei'spricht anscheinend der Wunsch mit, den Reichskanzler zu veranlassen, seine Stel­lung zu bestimmten Kriegszielforderungen einzelner Par teien öffentlich darzulegen. Was jeweilig über die Friedens ziele gesagt werden konnte, hat der Reichskanzler in allgemei­nen Umrissen öffentlich im Reichstag kundgegeben. Als er sich bei der letzten politischen Aussprache im Hauptausschuß des Reichstags zu programmatischen Darlegungen von Aus- schußmitgttedern über die Kriegsziele, insbesondere der Ab­geordneten Scheidemann und Gröber, äußerte, betonte er un­ter ausdrücklicher Bezugnahme auf seine Reden in den Voll­sitzungen des Reichstages, daß, wenn er zu einzelnen ihrer Ausführungen sch we i g e, dies weder als Zustimmung noch als Ablehnung gedeutet werden dürfe. Diese Lage besteht, wie wir ausdrücklich feststellen wollen, auch jetzt fort.

An die reklamierten Arbeiter und Angestellten.

-- r ® ' 23- Dez. (WTV. Nichtamttich.) Die Unterzeichneten'

sieben Arbettnchmerverbände l>aben folgenden Aufruf erlassen - btc vom Militärdienst zurückgestellten (reklamierten) Arbeiter und /Angestellten. Durch einen vom Kriegsmnt bekannt gegebenen Erlaß an die Stellvertretenden Generalkommandos ist angeordnet, daß bi* Reklamierten den Bestimmungen des vaterländischen Hilfsdienstes unterliegen und unter denselben Voraussetzungen wie alle anderen dem Gesetz unterstehenden Arbeitnehmer die Arbeitsstelle zu wechseln berechtigt sind. Nach Mitteilungen, die dem Kriegsamt zugegangen sind, soll es vielfach vorgckommen sein, daß Reklamierte,, die enL- sernt von ihrem Heimatsoitt beschäfttgt waren, unter Berufung aus den Erlaß einfach die Arbert nie Verleg ben, um nach ihrem HeimatS- ort iwerzusiedeln, um dort Beschäftigung anzunehmen. Ein sol­ches Verfahren ist liNMlässig und kann nicht nur die Meder- einzieymig des Reklamierten zum Heere, sondern anch ihre Bestra­fung rrach sich ziehen. Me Reklamierten müssen, rvie alle anderen Arbeitnehmer, wenn sie die Arbeitsstelle wechseln wollen, von dem Unternehmer die Erteilung eines Abkehrscheüres verlangen Wei­gert sich der llnternehlner. den Abkehrsthein älls-ustelleri, dann kamr der nach H 9 des Gesetzes betreffend den vaterländischntz Hilfsdienst zu errichtende Ausschuß angerrifen werderr, wenrr der Rellannerte nackuveist, daß ein nichtiger Grinch zum Ausscheideii^ ans dem Betriebe Vortag oder er insbesondere durch ton Arbeits- wechstl eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einem anderen dem 'vaterländischen .Hilfsdienst unterstellte Betriebe erreichen kann, daun muß der MSschuß ihm ton Mehrschein ausstellen. In letzterem nxtUe mich er an geben können, in welchem Betriebe und zu welchem Lohne er in seinem .Heimatsort Beschäftigung im ton kaim. Me zur Entscheidung über den Abkehrscheiu berufenen Aus-

schüffe ftud vieffrrch noch Nicht errichtet. Die SE-ertrrbMdai Generalkommandos sollen aber mit größter Beschleunigung überall sostto. Ausschüsse einsetzen. Im Interesse der Reklamierten liegt gesetzlichen Bestimmungen zu beachten, und, wenn der Ab- keyrschein ihnen von dem Unternehmer verlveigert wird, zu war- ten, bis der Ausschuß seine Tätigkeit in dem Bezirke aufnimmt. Wer dieses nicht genau beachtet, hat sich selbst es zuzuschreiben- wenn chm Nachteile erwachsen.

Die Generattommission der ,Gewerkschaften Deutschlands, C. Legion ^ Gesamtverband der chrssüichen Gewerkschaften DeutsÄands, R. Stegerwald: Verband der deutschen (towerkvereine (H.-D.), G. Harttnann: Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen Verbände, Eis- ner: Polnische Bernfsvereinigung, I. Tymer: Arbeitsgemein­schaft für einheittiches Angestelltenrecht, C. Aufhäuser; Arbeits- gememschaft für die technischen Verbände, M. Hofle.

^,d erlin,22. Dez. (WTB.^Nichtamtlrch.) DerReichsänzÄ- gett veröffentlicht eine Bekanntmachung über Zollerlcichterung für Waren, die zur Verarbeitung auf Fette oder Oele bestimmt sind und zwei Bekanntmachungen der Reichsfuttermittel stelle zur Aus- fuhcung der Verordnung über Malz- und Gersten-Konttngente der Bierbrauereien und ton Malzhantol sowie iVer den Ankauf des Hafers auf Grund von Erlaubnisscheinen.

Aus Stcrdt und Lund.

Gießen, 23. Dezember 1916.

, ** Das Gießener Stadtwappen. Interessenten seren auf eine farbige Darstellung unseres neuen Stodt- wappens (bergt. Gießener Anzeiger vom 17. Juni d I., 2. Blatt) aufmerksam gemacht, die sich mit fünf anderen neueren hefsischen Stadtewappen in der Beilage zmn Deutschen Herold" Nr. 12 1916 stndet. Sie zeigt in Weiß (Silber) erneu nach (heraldisch) rechts gekehrten, aufrecht fchrertenoen, schwarz geflügelten roten Lißven nrit btauen Waffen und vorgeschlagener blauer Zunge. v. M

Eiserne Kre^r, 2 Klafft «hküt tor Musketier Kürl Born vom Ins.-Regt. 144 verliehen, ^orn ist tor Sohn tos Viehhändlers KaA Boca in Gießen, m , WEihnachtsgratifikationeu hat das Greßencr Braimf t embergwerk vorm. Fernie an alle seine Arbeiter vor Aus­zahlung gebracht. Tie verheirateten Leute erhielten ft nach der Anzahl ihrer Kinder Mk. 50100, die unverheivateteu Arbeiter ^er 18 Jahre bekamen ft ML. 25 und dft unter 18 Jahre ft ML. 15 ubernneftn.

E* P on der Eisenbahn. Bei dem Andrste» der vor und nach den Feiertagen an den Fahrkartenschaltern herrscht, emp­fehlt es sich, beun Antritt der Reste zugleich die Karte für die Rückfahrt mitzulösen. Es liegt dies im Interesse der Reisenden und aucb der Schalterbeamten.

f kW erst-Theater bringt unter LeL-

ümg tor neuen fachmännischen Direktion ein sehr gut gewähltes ^Itpi-vgramm, bei zweimaligem Wechsel während tor Feiertage. <lb Lamstag. ton 23. bis einschl. Montag, den 25. Dk^. sind vov- gesehnr tor große DetekttvfümTer Stern!", ein Drama rms tor Gesellschaft rn 3 'Slktan mit tor preisgekrönten Schönheit Fern Audra" m tor Hauptrolle. Als zweiten Schlager die große ^vamurentragödieDas achte Gebot" mit tor belichten Hanny Warfe als .Hauptdarstellerrn sowie das übrige reichhalttge Pro­gramm. Ab Die-nstag/ 26. Dez. bis Freitag, 29. Dez. die Zir- kusattraktton in 4 Mten, betttelitMe Gräfin H.!", ein Lebens> brld aus tor Aristokratie mit der TragödinHesperia" in der Hauptrolle. Wetter der zeitgemäße KriegsfttmAns tor Schwelle des Jenseits" und das übrige Mtgewählte Programm.

*' Das h e u t i g e K r e i s b l a t t Nr. 167 enthält Bekannt­machungen über die Einfuhr von frischen Fischen; Rohlabak; Zoll­erleichterung für Jndusttieerzeuantffe aus den besetzten feindlichen Gebieten; Prebe für Schlachstchwetne; Berkehr mit Seile; Mode- blatter des feindlichen Auslandes; Milch- und Speisefettverforquna und Aufkauf von Flachs.

Landkreis Gießen.

** Große-n-Buseck, 23. Dez. Me dritte WvHnachts- stner fand gestern abend rm AerernslazavettSchloß" statt, wobei Pfarrer Barth eine ergr-eiftnto Weihnachtsreto lstelt. Me Ber- wuntoten wurden rmetorum reichlich bedacht mtt warmem llntevi zeug, Zigarren, Büchern, elettristhrn ^fchenlampen usto. Dft Otorschlvester, Pflegerinnen, das Lazarett-Personal und andere um das Lazarett verdiente Personen wurden von tor Schloßherrin, Frau Baronin v. Rabenau in reichlichem Maße beschenkt. Heitte haben frohgemut sämtliche Verwundete ton reich bemessenen Weih­nacht surlaub angetteten.

** K l e i n - L i n d e n , 23. Dez. Musketier Otto Volk, Jnf.- Regt. Nr. 88, wurde in den Kämpfen an der Somme mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausaezeichnet.

Kreis Biwingen.

ba. Büdingen, 23. Dez. Der Kriegs freiwillige, Oberj äger Hünergarth, Jägerbataillam Nr. 11 Sohn tos Knüsamts- dieners Hünergarth, Büdingen, wurde für sein tapferes Ver> halten vor dem Feinde mit dem Eifernen Kveuz 2. Klasse aus­gezeichnet.

na. Nidda, 23. Dez. Ers.-Res. Phil. B e ch t o l d aus Nidda, Telefon-Trupp im Res. Jnf.-Regl Nr. 80, wurde zum Gefreitenj befördert und erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Land sh. Otto Steuernagel aus Wallernhausen, Res-Jns-Regt. Nr. 69, wurde am 27. November mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Geft. d. R. Hsinr. Uhl, Jnf.-Regt. Nr. 186, und Untofftz. Hugo Lenz, Fuhrw.-Kol. Nr. 5, 18. A.-K., beide von Kohden, erhielten die Hessische Tapferkeitsmedaille. Dasselbe Ehrenzeichen erhielt Ers.-Res. Tobias No hl aus Blofeld, Jnf.- Regt. Nr. 81.l Reservist H. Klippert aus Rodheim, bereits fett längerer Zeit Inhaber tos Eisernen Kreuzes, erhielt die Hessv- che Tapferkettsmedattle. Piomer-Unteroffiz. Mogk, geborener Echzeller, aus Pyrmont, der ttn Oktober vor. Jahres in Rußland^ das Eiserne Kreuz erhalten hat. wurde dieser Tage an der Somme: mtt tor Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

ba. Mols, 23. Dez. Ter Gefreite ÄLnng Kirhl, sowft ein Bruder, Gefreiter Johannes Kühl, erhielten im Westen toi Eiserne Kreuz.

Krels Lauterbach.

Ilbeshausen, 23. Dez. Musketier L ö f s l e e im Res.- JntoRgt. 99 erhielt die hessische Tavierkeilsmedaille. Löffler machte die schweren Kämpfe an der Somme mit.

Kreis Schotten.

vz. Schadenbach, 22. Dez. Ter Unterv-ffizftr August Gemmer, im Borjuhre beretts mtt der Tapferkertsedaille tokto riert, erhielt jetzt toS Eiftrne KvQG 2. KLasft. Mw als tot« mißt gemeldete Heinrich Dörr von hier hat geschrieben, daß er ich verwundet in englischer Gefangenschaft befinde.

Kreis Frievberg.

Butzbach, 22. Tez. Dft heutige GemeindMtsfftzmrg! hatte folgendes Ergebnis: Me Rechnung tos stadtiftl)en Elektri­zitätswerks für 1915 wurde nach Prüfung des Finanzaus­schusses und Begiittack)tung für richtig befuni«u Sft schließt mtt: einer vrdentlicheu Einnahme rm Mtrage von 60 852 ML 52 Pf. ab. Me ortonllichnr Ausgaben betrugen 40 895 Mk. 42 Pf. Dft Abschreibrntgen 14 791 Mk. 47 Pf.; mtthttr ergibt sich ein reiner Uetorschuß von 5165 Mk. 63 Pf. Dft Gesamtkoften tos Werves betrugen bis 1. Aprtt 1916 444 657 Mk. 30 Pf. Nsch tor Rech'- rrung 1915 bettagen dft Kapitalschulton Ende Rj. 1915 noch 64 274 Mk. 61 M. Gegen die Rechnung tos Arrnenfonds 1915 wurde nichts bemerkt. Das Kapitalvermögen betrug Ende 1915 156 126 Mk. Dft Voranschläg dto§ städtischen (Äekttitttätswerkks und!tos Armenfonds für 1917 wurden aiff Antrag tos Finansaus- schusses einstimmig genehmigt. Herr Bittsermeister Flach teilt mit. daß am 2. Feiertag im Rathanft dft Weihe und Nage­lung tos Kriegs wahrzeichen s tor hiesigen Stadt stutt- inde und bittet dft Gemeindevcttsnritglieder an dieser Feier teil-« zunehmen.

Kreis Wctzlar.

ra. Wetzlar, 22. Dez. In der letzten Zeit laufen in bcv\ Stadt Wetzlar und auch vielen Landgemeinden Gerüchte, a>,